Jon Bryant - Hollow

Jon Bryant – Den Kreislauf durchbrechen

Es ist immer wieder spannend, Künstler:innen dabei zuzusehen, wie sie sich über die Jahre verändern. Besonders, wenn es, wie im Falle von Jon Bryant, zu einer derart hörbaren Veränderung kommt. Denn während der kanadische Singer/Songwriter noch 2018 mit seinem Song Paradise für ein fröhlich, lethargisches Sommergefühl gesorgt hatte und der Song zwischen Melancholie und Leichtigkeit so wunderbar wechselte, klang das 2020 veröffentlichte Bad Happens bereits deutlich trauriger und ruhiger. Hier hörten wir den Musiker mit einer Akkustikgitarre und dem beseelten Folksound zu, wie er vom Ende einer Beziehung sang und gleichzeitig versuchte, die Marotten abzuschütteln, die dazu geführt hatten. Nun findet sich der Musiker am Anfang eines Kreises wieder, den er bereits durchlaufen hat. Hier sagt er, haben die vergangen zehn Jahre unaufhörlich für Input an Eindrücken, Gefühlen und Erlernten geführt. So wandelte sich sein Sound auch in diesen Jahren immer weiter weg von den poppigen Tönen, hin zu einem gefühlvollen Folksound, der das über die Jahre immer ausgefeiltere Songwriting und die sanften Töne hervorhebt.

Jon Bryant Pic: Bree Woodill
Jon Bryant Pic: Bree Woodill

Nun entstanden in den letzten Monaten Songs, die mit Einflüssen aus dem Alternative und R&B für ganz neue Ansätze sorgten. Und damit schließt sich wieder der Kreis. Denn nun überzeugt Bryant mit Songs, die nicht mehr nur durch Folk und Singer/Songwriting begeistern, sondern auch deutlich voluminöser und poppiger werden. So vereint der Musiker diese Sammlung an Songs auf seiner, am 7. Mai erscheinenden, EP Back To Love, die er über die vergangenen zwölf Monate aufgenommen hat. Mit dabei ist der unglaublich tanzbare Song I Don’t Know How, sowie die neueste Veröffentlichung Hollow. Letzterer Song klingt nach Schlafzimmer-Folk, der mit einer Gitarre und Bryants hoher Stimme für ein behagliches aber auch trauriges Gefühl von Einsamkeit sorgt. Mit einem wiederkehrenden R&B-Beat lockert der Song dann zwischenzeitlich auf, nur, um sich anschließend wieder in seine Isolation zurückzuziehen. Hollow ist das sanfte Streicheln an einem Tag, an dem wir uns verletzlich fühlen und tröstet uns an Tagen, an denen wir es brauchen.

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