Ellie Goulding – Eine Stimme, ein Gefühl

Ihr drittes Studioalbum Delirium liegt mittlerweile dreieinhalb Jahre zurück, doch weg von der Bildfläche war die britische Sängerin Ellie Goulding nie wirklich. War Goulding doch mit der Veröffentlichung von Still Falling For You – dem Titeltrack des Soundtracks zu Bridget Jones – und durch Kollaborationen mit Kygo und Clean Bandit kontinuierlich im Radio und den Charts vertreten. Nachdem Goulding bereits im Oktober 2018 mit Close To Me einen Vorboten ihres für Frühjahr 2019 angekündigten vierten Albums veröffentlichte, hat sie nun mit Flux eine Stripped-Down-Ballade herausgebracht, die Gouldings Stärken und einzigartige Stimme herausragend präsentiert und nur durch ein Klavier und sanfte Violineneinsätze begleitet wird. Gouldings Intention hinter Flux war die schwierige Situation zu beschreiben, die sie selbst erfahren hat, als eine Beziehung zu Ende ging, doch ihr Gefühl, die Zuneigung und das Verlangen nach dieser Person nicht abschalten konnte. Mit den Worten And I’m still in love with the idea of loving you. It’s a state of flux, but it’s not enough. And I’m still in love with the idea of loving you. It’s a state of flux, I just keep holding on trifft sie genau dieses Gefühl der Zerrissenheit und dem Verlangen nach etwas, was unwiderruflich der Vergangenheit angehört. Das kommende Album soll laut Goulding deutlich mehr von ihren persönlichen Erfahrungen und Gefühlen geprägt sein, als es die vorherigen waren. Mit Flux beweist sie bereits jetzt eindrucksvoll, wie das klingen kann.

Ellie Goulding – Und sie kann es doch noch

Ellie Goulding - Army

Ellie Goulding – Army

Hörte man in letzter Zeit Songs der Britin, kam unweigerlich die Frage auf, wo die Sängerin mit der unverwechselbaren Stimme und den einfühlsamen Songs hin ist. Da waren zu viele Kollaborationen mit Calvin Harris dabei und identitätslose Songs wie ‚On My Mind‘ und ‚Something In The Way You Move‘, die in der Art von vielen britischen Sängerinnen hätte kommen können. Sicher steht sie, was ihren Erfolg angeht, momentan ganz oben und erreicht weltweit Spitzenpositionen mit ihren Songs, doch fragte man sich zuletzt als Hörer, der Goulding durch Songs wie ‚Under The Sheet‘ und des herausragenden Elton John-Covers ‚Your Song‘ entdeckt hatte, ob sie diese Art der Popmusik noch anbieten würde.
Nun kann ein klares JA als Antwort gegeben werden. So ist die zweite Veröffentlichung ihres dritten Albums ‚Delirium‘ eine große Ballade, wie man es von ihren Anfängen kennt. ‚Army‘ ist groß, hallend und mit Chor gesungen. Gouldings Stimme ist so stark, klar und präsent wie zuletzt kaum noch und bringt das Gefühl zurück in ihre Musik. So scheint es, als würde Goulding sich momentan ausprobieren aber dennoch nicht ganz auf ihre Basis verzichten wollen. Fans und allen Liebhabern von ungewöhnlichen Stimmen dürfte dies gefallen.