Zukunftsmusik 2017

Es sind nur noch wenige Tage des Jahres 2016 übrig. Viele veröffentlichen jetzt ihre Jahresrückblicke. Doch was ist mit einer Vorschau?

Sie sind in den letzten Monaten immer wieder mit Veröffentlichungen aufgefallen, haben allerdings den ganz großen Sprung noch nicht geschafft. Hier findet Ihr die heißesten Anwärter, denen 2017 der ganz große Durchbruch gelingen könnte.

Stimme am Ende des Artikels mit ab! Wer ist Dein Favorit 2017?


Liam X

Liam X
Liam X

Mit seiner Mischung aus Dubstep, deutschen Texten und fragilen Sounds ist Liam X einer der großen Favoriten im deutschsprachigen Raum. Sein für das Frühjahr 2017 erwartetes Debütalbum wird dann wohl auch die beiden grandiosen Songs Teil Von Mir und Herbst enthalten. So oder so ein Künstler, dem man unbedingt folgen sollte. http://www.liam-musik.de/

Liam X feat. Egon Holz - Herbst
Liam X feat. Egon Holz – Herbst
Liam X - Teil Von Mir
Liam X – Teil Von Mir

Møme

Møme
Møme

Bereits drei Singles konnte der französische DJ und Produzent in den Single Charts seines Heimatlandes platzieren. Dabei klingen vor allem Aloha und Alive nach modernen Sommersound. Mit Tropical Beats und einem verspielten Arrangement könnte Møme zum nächsten, großen Sommerhit avancieren. 2017 sieht es nicht schlecht aus und so steht sein Debütalbum Panorama garantiert auch bald bei uns in den Regalen. https://soundcloud.com/mome-music

Møme - Aloha
Møme – Aloha
Møme vs. Midnight To Monaco - Alive
Møme vs. Midnight To Monaco – Alive

Kaind

Kaind
Kaind

Ebenso wie eingangs bei Liam X gibt es mit Kaind einen spannenden neuen Künstler, der Dubstep auf eine Art interpretiert, die für Deutschland so bisher kaum vorkommt. Mit seinen fragilen Songs, die zwar am Computer entstehen aber auch immer echte Instrumente beinhalten, klingen die deutschen Texte fast schon wie Geschichten. Dabei ist Kaind dem Pop gar nicht mal abgeneigt, zeigt doch seine Single Leuchtturm, wie modern die deutsche Sprache klingen kann. Für 2017 können wir also ein vielversprechendes Debütalbum erwarten. http://www.kaind.de/

Kaind feat. Younotus - Leuchtturm
Kaind feat. Younotus – Leuchtturm
Kaind - Schatten Im Wald
Kaind – Schatten Im Wald

Fickle Friends

Fickle Friends
Fickle Friends

Vor knapp drei Jahren begann für die, aus Brighton, Großbritannien kommende Band Fickle Friends das, wovon viele Künstler nur träumen können. Einer ihrer Songs ging durch die Decke. Mit über einer Million klicks auf Soundcloud gehört Swim zu den Indiesongs 2014. Mittlerweile konnte die Band ihren 80er-Jahre Indie-Sound auf dem Berlin Festival, MELT! Festival und anderen Konzertbühnen europaweit präsentieren. So haben sie seit knapp einem Jahr eine Major-Deal bei Polydor bekommen und arbeiten hart an ihrem Debütalbum. Mit Brooklyn haben sie gerade erste eine brandneue Single veröffentlicht. http://www.ficklefriends.co.uk/

Fickle Friends - Swim
Fickle Friends – Swim
Fickle Friends - Brooklyn
Fickle Friends – Brooklyn

Lea Porcelain

Lea Porcelain
Lea Porcelain

Mit ihrem düsteren Post-Punk und Singles wie Out Is In und Warsaw Street hat das Frankfurter Duo dieses Jahr eindrucksvoll gezeigt, dass dieses Musikgenre nicht gänzlich den Briten überlassen werden muss. So klingen Lea Porcelains Songs gewaltig, erdrückend und hier und da auch verschwommen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob der Song positive oder negative Intentionen verfolgt. 2017 könnte damit sowohl in Deutschland, als auch europaweit das Jahr für Lea Porcelain werden. Eine weitere Single haben sie erst heute veröffentlicht. Dabei klingt Similar Familiar schneller, fast schon jagend. Immer dabei die tiefen, verstörenden Sounds. Lea Porcelain wissen, wo sie stehen und steigern damit die Erwartung auf ein baldiges Debütalbum. http://www.leaporcelain.com

Lea Porcelain - Out Is In
Lea Porcelain – Out Is In
Lea Porcelain - Similar Familiar
Lea Porcelain – Similar Familiar

Rationale

Rationale
Rationale

Wenn man sich nicht sicher ist, welches Genre der Brite Rationale bedient, dürfte man nicht alleine sein. Ist doch sein Mix aus 80er Jahre, Soul, Synthie und Pop mit einem Hauch Melancholie nicht gerade das, was man von erwartet. Mit Fast Lane 2015 erstmals bekannt geworden, hat es Rationale zuletzt sogar bis zum Support der Europatour von Bastille geschafft. Für Anfang März 2017 hat Rationale sein gleichnamiges Debütalbum angekündigt, gerade veröffentlicht ist der Song Vessels. Sollte es auch nur annähernd in die Richtung der bisher veröffentlichten Songs, Re.Up, Fast Lane, Something For Nothing gehen, wird Rationale wohl 2017 ein stetiger Begleiter sein. http://iamrationale.com/

Rationale - Fast Lane
Rationale – Fast Lane
Rationale - Vessels
Rationale – Vessels

Two People

Two People
Two People

Zwei Songs, nur zwei Songs stehen auf der Soundcloud-Seite des Australischen Duos Two People. Entstanden aus der Indie/Pop-Band Snakadaktal haben sich Phoebe Lou und Joey Clough vor knapp zwei Jahren zum Duo reduziert. Mit den Songs Fading und If We Have Time überraschen die beiden allerdings so sehr, dass man ihnen baldige Nachfolgesongs wünscht. Dies könnte nicht zuletzt am eigenen hohen Anspruch scheitern. Klingen doch beide Songs so gut produziert, dass man hier schon von Perfektion sprechen kann. Bestechen sie durch einen verträumt, müden Gesang, werden beide Songs durch treibende Beats aufgebrochen. Sollte das Duo seinem Intervall, alle fünf Monate einen Song zu veröffentlichen beibehalten, dürften wir erst in fünf Jahren mit einem 10-Track Album rechnen. Aber vielleicht spielt da auch das Jahr 2017 mit und gibt Ende des Jahres schon mehr Material preis. https://soundcloud.com/two-people-655358346

Two People - Fading
Two People – Fading
Two People - If We Have Time
Two People – If We Have Time

Bastille @Max-Schmeling-Halle Berlin

Bastille – Konzertkritik

Bastille sind in England gerade eine der erfolgreichsten Popbands die es gibt. So haben sie innerhalb der letzten drei Jahre zwei Nummer 1 Alben veröffentlicht und weltweit Hits gelandet. Pünktlich zu ihrem zweiten Album Wild World, das Anfang September erschien, sind Bastille aktuell auch live zu sehen. Am vergangenen Freitag spielten die fünf Briten dann auch in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle in Berlin und ließen keine Wünsche offen.

Wenn der Newcomer zum Hype wird

Bereits mit der Wahl ihres Support-Acts zeigten Bastille, dass sie ein gutes Händchen haben. Spielte doch Rationale seine Hypetracks und brachte das Publikum schon vorab in Stimmung. Rationale, alias Tinashe Fazakerley, hat in den letzten zwei Jahren mit seinen Songs für einen Hype nach dem anderen gesorgt. So ist auch nicht verwunderlich, dass sein Debütalbum, dass für März 2017 angekündigt ist, für Schnappatmung sorgt. Als Support feuert er alle Songs ab, die er bisher veröffentlichte. Da folgte auf Re.Up, Fast Lane und Good Life um schließlich mit Songs wie Something For Nothing und Fuel To The Fire abzuschließen. Alle samt sind Indie Hits mit einem unterschwelligen Retrosoul und Synthesizern. Dass er bereits Erfahrungen auf der Bühne sammeln konnte, zeigte er auch bei dieser Performance. Hatte er doch vor dem Projekt Rationale, unter dem Namen Tinashé bereits Musik veröffentlicht, die jedoch erfolglos blieb. So sang Rationale sehr soulig mit einem smoothen Sound. Seine Band spielte die Songs mit Gitarre, Schlagzeug und Bass und sorgte so dafür, dass sich der Sound der Songs mitunter deutlich von den Studioaufnahmen unterschied. So wurde sein Auftritt dann auch vom Publikum mit tosenden Applaus honoriert eher er von der Bühne ging.

Vom Sternenhimmel in die Menge

Wurde Rationale bereits von einem überspitzten Nachrichtensprecher angekündigt, kam dieser nun wieder zu Wort um Bastille willkommen zu heißen. Und so folgte ein Einmarsch unter tosendem Applaus der musikalisch mit Send Them Off! – ihrer aktuellen Single, begann. Auf großen Displays hinter der Bühne konnte man die Musikvideos sehen und gleichzeitig auch immer wieder Liveaufnahmen der Band selbst. Sollten Bastille tatsächlich all die Kameras und Techniker dabei haben, ohne einen Live-Mittschnitt des Konzertes aufnehmen zu wollen? Die Antwort bleiben sie uns bisher schuldig. Allerdings überzeugten sie gleich zu Beginn mit allerhand Hymnen und schnellen Songs. Da blieben Laura Palmer, Warmth, Snake und Flaws keine Ausnahme. Was allerdings schnell klar wurde, war die Textsicherheit der Fans. Sangen sie doch so inbrünstig und sicher mit, dass manchmal sogar der Schall von der Decke das Konzert anführte. Überhaupt gab das Dach mit seinen Glasplatten eine wunderschöne Kulisse ab, wenn die Handyblitze gezückt wurden und so ein Sternenmeer entstand. Als sich dann allerdings Frontsänger Dan Smith in Richtung Publikum auf den Weg machte, erhellte ein Kreischen der Menge die Halle und ließ den Sound dutzender Boxen fast verstummen. Nah, freundlich und direkt – das konnte man Smith nachsagen und so marschierte er bis ans Ende der Halle und stattete den Fans auf den Rängen einen Besuch ab.

Wer das Bandlogo mit den Händen formt

Nach der Rückkehr auf die Bühne folgte mit Oblivion der, laut Smith‘ Aussage, melancholischste Song, den Bastille an diesem Abend spielen würden. Und so folgten wieder Kamerablitze und erhellten die Halle einzig durch das kleine Licht abertausender LED’s. Mit Lethargy, Things We Lost In The Fire und The Draw folgten schließlich drei Songs, die laut und eingängig waren, ehe der Anchorman mit seiner Nachrichtensendung wieder on air ging und Bastilles The Currents ankündigte. Hier kam der volle Sound der Band erst richtig zur Geltung und drückte eine Art Bedrohung aus. Ebenso ging es mit Power und Bad Blood weiter, bei denen die Fans mit ihren Händen das Markenzeichen der Band – ein Dreieck, bildeten und der Bühne entgegen streckten. Doch erst jetzt sollte der eigentlich ruhigste Song des Abends kommen. Folgte mit Four Walls (The Ballad Of Perry Smith) doch eine ruhige, tiefe und intensive Ballade.

Nach Blame kam mit Of The Night nicht nur einer ihrer erfolgreichsten Songs, sondern trieb es Smith wieder in die Menge um den Song auf dem Mischpult in der Mitte der Halle zu präsentieren. Mit Fake It, Weight Of Living Part II, Glory und Good Grief kamen vorwiegend Songs aus dem neuen Album vor ehe sich die Band von der Bühne verabschiedete.

Das Bad in der Menge

Nach langem Applaus setzte schließlich wieder die Musik ein und schwenkten die Scheinwerfer zum oberen Seitenrang, wo die Band stand und Two Evils einstimmte. Mit eine Stille in der Halle schritt Smith die Treppen zur Brüstung hinab und sang zwischen ein paar Fans den dunkel klingenden Song. Anschließend begab sich die Band mit einem langen Intro von Icarus wieder auf die Hauptbühne und legte nochmal richtig los. 21 Songs später sollte dann das Konzert vorbei sein. Allerdings durfte hier natürlich Pompeii nicht fehlen, mit dem für die Band vor einigen Jahren alles begann. Mit dazu holte Bastille sich Rationale und alle Background Sänger, die den Song mit ihren Instrumenten und einem Chorgesang unterstützen. Hatte Smith das Publikum eingangs noch scherzhaft aufgefordert, sollten sie den Song kennen, mitzusingen, konnte man ihn am Ende selbst kaum noch hören.

Bastille @Max-Schmeling-Halle Berlin
Bastille @Max-Schmeling-Halle Berlin

Am Schluss blieb eine Stimmung von Fans, die überglücklich und zufrieden waren und eine Band live sahen, die ebenso viel Spaß hatte und das Publikum zu unterhalten wusste.

Rationale – Der Durchbruch vor dem Durchbruch

Rationale - Something For Nothing

Rationale – Something For Nothing

Hier konntet Ihr 2015 bereits über Tracks wie ‚Fast Lane‚ und ‚Re.Up‚ von Rationale lesen. Nun hat sich in den letzten Wochen bei dem Briten so einiges getan. Hatte ‚Fast Lane‘ Ende des Jahres 2015 einen richtigen Videoclip spendiert bekommen, folgte eine Nominierung des BBC Radio 1’s als einer der Newcomer 2016 den es zu beobachten gilt. Mittlerweile wurde mit ‚Something For Nothing‘ dann auch die Premiere bei BBC Radio 1 gefeiert und gleich zum Track des Tages gekürt. ‚Something For Nothing‘ hat den Soul der Achtziger, gemischt mit einem schleichenden R&B-Sound. Dabei setzt sich die Textzeile …’I’ll come running..‘ so sehr im Gehörgang fest, dass man nicht widerstehen kann, ihn gleich ein weiteres mal zu hören. Nach seiner ersten EP ‚Fuel To The Fire‘ folgt nun mit ‚Something For Nothing‘ ein Brand neuer Song. So wird die Textpassage ‚..I’ll come running..‘ wohl bald wörtlich zu sehen sein. Der Durchbruch sollte schließlich nun auch endlich kommen.

Rationale – Was lange währt…

Rationale - Fast Lane

Rationale – Fast Lane

Schon im Frühjahr war hier der Song ‚Re.Up‚ zu hören. Nun, über ein halbes Jahr später, schafft es auch der im Mai veröffentlichte Song ‚Fast Lane‘ auf die BBC Radio 1 Playlist. Dies markiert einen weiteren Schritt hin zum Durchbruch. So wird er über den Erfolg beim Radio 1 der BBC auch von MTV UK als einer der Künstler 2016 gehandelt. Es sieht also alles danach aus, als würde Ratinale auf die Überholspur wechseln. Mit ‚Fast Lane‘ hat er dann auch den passendsten Song im petto und seit kurzem ein dazugehöriges, offizielles Video. So klingt Rationale’s Stimme auf ‚Fast Lane‘ nach Herzschmerz. Man fühlt fast mit, würde man sagen, wäre da nicht der kurz darauf einsetzende 80er-Jahre Synthie-Sound. Dieser Song lädt zum Klammertanz oder einem romantischen Abend zu zweit ein. Ebenso vielversprechend ist die 4-Track-EP ‚Fuel To The Fire‘ – sind doch alle vier Songs so abwechslungsreich, dass man sich kaum ausmalen will, wie frisch sein erstes Album klingen könnte.

Rationale - Re.Up

Rationale – Vom Suchen und Finden

Es ist immer wieder spannend, neue Künstler im Netz zu entdecken, über die man im Netz noch so gut wie nichts finden kann. So geschehen in den vergangenen Tagen mit dem Londoner Musiker Rationale. Doch mit seinem Debütsong Fast Lane, den er vor gerade einmal zwei Monaten veröffentlichte, begeisterte er sofort die Blogszene. Nun steht bereits die zweite Veröffentlichung auf seiner Soundcloudseite bereit. Mit Re.Up wird er in den nächsten Monaten dann wohl auch durch die Decke gehen. Ist doch bereits das BBC Radio One auf ihn aufmerksam geworden. Mit einem Mix aus verträumten achtziger Jahre Soul und R&B der neunziger Jahre schafft es Rationale die Zeit anzuhalten und den Hörer in eine Blase zu stecken, aus der er, ohne diese Songs, nicht mehr heraus möchte. Nicht umsonst wird in seiner Pressemitteilung zum Fast Lane-Release von „Morrissey meets Drake“ gesprochen.