Judith Holofernes – Geordnetes Chaos

Judith Holofernes - Ich Bin Das Chaos

Judith Holofernes – Ich Bin Das Chaos

Sie ist die geistreiche im deutschen Pop. Judith Holofernes schaut mittlerweile auf 18 Jahren im Musikgeschäft zurück. Angefangen mit Wir Sind Helden wurden die bissigen und direkten Texte des Quartetts zu Wegbereitern der sogenannten Neuen Neuen deutschen Welle – NNDW. Einer Beschreibung, die zu Wir Sind Helden allerdings nie so recht passen sollte. Nach zwölf Jahren trennte sich die Band schließlich 2012 und machen die Bandmitglieder aktuell in unterschiedlichsten Projekten mit. Holofernes hat seitdem mit Ein leichtes Schwert, ein Soloalbum veröffentlicht. Nun steht mit Ich bin das Chaos ihr zweites Album vor der Veröffentlichung und die gleichnamige Single überrascht mit einem rockigen Sound und einem psychedelischen Musikvideo. Ich bin das Chaos erinnert an Wir Sind Helden der Anfangstage und zeigt, dass Holofernes sich nicht beirren lässt und eingängige Popsongs nicht schlecht sind. Mit Selbstironie, ihrer markanten Stimme und ihrer Eigenbrödlerei ist Holofernes auf Ich bin das Chaos mit ganzer Wucht zurück

Judith Holofernes - Pechmarie

Judith Holofernes – Sie singt, als stände sie am Anfang von Wir Sind Helden

Was hat Wir sind Helden nicht die deutsche Poplandschaft verändert. Immerhin haben sie in den zwölf Jahren ihres Bestehens den Pop neu definiert. War es doch den cleveren, gewieften, rotzigen und trotzigen Songs zu verdanken, dass sich sowohl der normale Musikhörer als auch die Feuilletons begeistert hingaben. Politische sowie Gesellschaftliche Themen wurden ebenso verarbeitet wie Zwischenmenschliche und Beziehungsrelevante. Doch mit den letzten beiden Alben wurde es stetig ruhiger um die Band um Judith Holofernes. Und so wurde nach dem vierten Album Bring mich nach Hause, das mit seinem Sound dem aktuellen Klang deutscher Musik um Längen voraus war, die Pausierung der Band auf unbestimmte Zeit verkündet.
Auf unbestimmte Zeit hieß bei Holofernes wohl, dass es jetzt mit ihrer Solokarriere losgehen kann. Denn hat sie keine zwei Jahre später doch ein Album abgeliefert, dass dem der ersten Stunde von Wir Sind Helden nahe kommt. Sind doch die Texte und die Arrangements so spritzig und frisch als würde man eine unbedarfte Sängerin vor sich haben. Im Song Pechmarie kann man erkennen, wie befreiend es für Holofernes sein muss, endlich wieder eine großen Portion Ironie in die Texte stecken zu können. So ist man fast geneigt sich zu freuen, dass Wir Sind Helden zurück sind, wenn es nicht eine Soloplatte wäre.