MELT! Festival 2015

MELT! 2015 Das Chamäleon-Wochenende Tag 2

Tag zwei begann mit einem Paukenschlag! Hatte man sich, wie jedes Jahr am Festivalsamstag um die Mittagszeit, auf den Weg an den See gemacht. Gab es dieses Jahr einen eher ungebetenen Gast. Denn war man kaum im Wasser des Sees zum Abkühlen gelangt, hörte man es aus Westen bereits dumpf und tief grummeln. Dies waren nicht etwa schon die ersten Bands, sondern vielmehr eine ausgeprägte Gewitterfront, die eine Wasserwand mit 2/3 Zentimeter dicken Hagelkörnern und Sturm mit sich brachte. So ging es direkt aus dem See ins Auto zurück, mit dem es dann – mangels Sichtweiten – auch erst einmal nicht mehr weiterging. Mit nachlassen des Gewitters machten wir uns dann auf durch Gräfenhainichen, vorbei an bis zu 20 Meter hohen, auf Häuserdächern liegenden Bäumen, die nichts Gutes, in Bezug auf den Zeltplatz, ahnen ließen. Doch unerwartet klar wurde schnell, dass nur zwei Kilometer weiter zwar ordentlich Wasser und Hagel herunterkam aber wohl kein Lüftchen wehte. Anders war es nicht zu erklären, dass kein Zelt weggerissen wurde. Und so ging es nach kurzer Beseitigung der Wasserschäden auf zum Festivalgelände und in den zweiten Festivalabend.

MELT! Festival 2015
MELT! Festival 2015
AnnenMayKantereit @MELT! Festival 2015
AnnenMayKantereit @MELT! Festival 2015

Dieser begann im Intro Zelt mit einem der Überflieger 2015 – AnnenMayKantereit. Das sind Christopher Annen, Henning May und Severin Kantereit. May ist auch Sänger und Kopf der Band.
So kamen die drei Jungs plus Unterstützung auf die Bühne und ließen May’s Stimme soviel Platz wie sie benötigte. Dabei war verblüffend, wie ähnlich sie sich im Vergleich zu den Studioaufnahmen anhörte. So kamen Songs wie Jeden Morgen, Bitte Bleib und Es Geht Mir Gut, die eher unbekannter waren, zum Zuge als auch eine Coverversion des 1976 veröffentlichten Songs Sunny von Boney M. Selten hörte sich diese Disconummer so soulig an. Es folgte mit Länger Bleiben eine ungewohnt beatlastige Nummer die zum Tanzen anregte. Natürlich kam das Intro Zelt dieser Aufforderung nach und stieg mit ein. Mit Wohin Du Gehst folgte ein sozialkritischer Song der jedoch bei weitem nicht danach klang.
Vielleicht ist dieses konträre Wirken der Songs mit der Stimme May’s zusammen das Geheimnis dieser Band. Klingt der Song fast fröhlich, lauscht man einem Text der bedrückend und traurig ist. Mit Nicht Nichts, Oft Gefragt und Barfuß Am Klavier holten sie schließlich jeden im Zelt ab und ließen die Fans zum Refrain mitsingen. Zum Abschluß folgte noch der englischsprachige, an Bluesrock erinnernde Song – What He Wanted The Most und 21, 22, 23, das zum Springen und ausrasten einlud. Ein wiederkehrender Gast war Ferdinand, der an der Trompete stand und gebetsmühlenartig von May erwähnt wurde.
Es ist erstaunlich wie eine Band, die noch keinerlei Material in den Downloadshops, geschweige denn, ein Album (lässt man mal die 2013er Selfmadeplatte weg) veröffentlicht hat, bereits so viel Musik zum besten geben kann und dabei so abwechslungsreich und frisch klingt. Haut endlich eine Platte raus, möchte man den Jungs entgegenrufen!

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