Poolside with DRAMA - I Feel High

Poolside with DRAMA – Im Club der unbegrenzten Möglichkeiten

Vor einem Jahr ist das aus Chicago kommende Duo DRAMA durch ihre Zusammenarbeit mit Gorgon City auf deren Track Nobody erstmals einer größeren Hörerschaft bekannt geworden. Damals wie heute zeichnen sich die beiden US-Amerikaner durch Produktionen von Songs aus, die sich zwischen R&B, Soul und Elektro bewegen und zumeist einen melancholischen Touch haben. Dabei haben DRAMA neben Gorgon City bereits mit Moglii und Pional zusammengearbeitet. Nun haben sich Via Rosa und Na’el Shehade von DRAMA abermals in eine Kollaboration begeben und mit Jeffrey Paradise und seinem Projekt Poolside den Song I Feel High veröffentlicht. Poolside ist dabei kein Unbekannter und hat bereits 2019 mit Panama zusammen den Song Can’t Stop Your Lovin‘ released. Eingeordnet wird Poolside als Daytime Disco, die sich entspannt präsentiert. Auf I Feel High haben Poolside und DRAMA nun eine Atmosphäre geschaffen, bei der man das Gefühl bekommt, so muss es sich anfühlen, die komplette Nacht in einem Club durchzufeiern und dabei, durch unterschiedlichste Hilfsmittel, unvergessliche Impressionen zu erleben.

Poolside & DRAMA
Poolside & DRAMA

So sieht man sich im Refrain fast schon in Trance durch die dunklen Gänge eines Clubs ziehen und immer wieder nach links und rechts in den Durchgängen zum nächsten Raum vorbeischauend die ganze Welt der Freizügigkeit erleben. Da tanzen in einem Raum unter einer riesigen Discokugel die Menschen so ausgelassen und freudig, wie auf einer Abschlussparty, nur um im nächsten Raum den ekstatischen Tanz der nackten Körper zu beobachten. I Feel High ist eine treibende Dancenummer, die uns zum Bewegen animiert und uns mit dem Gesang Via Rosas förmlich hypnotisiert. Und so sind wir auch im dritten Raum des Clubs angekommen, in dem eine Gruppe von Menschen um einen Perkussionspieler tanzt, der von der Menge – wie ein Schlangenbeschwörer – bestaunt wird. Poolside und DRAMA haben einen extrem vielschichtigen Song veröffentlicht, der sich im Verlaufe der etwas weniger als drei Minuten zu einem wahren Kopfkino entwickelt und unseren Körper nicht stillstehen lässt.

SYML - True

SYML – Wenn die Liebe auseinanderfällt

Insgesamt hat Brian Fennell in den vergangenen 24 Monaten sieben Songs veröffentlicht. Und somit eine enorme Output-Quote von drei Monaten zwischen den einzelnen Songs hervorgebracht. Mit insgesamt neun Songs, die bisher auf SOML präsentiert wurden, waren so stille, wie Where’s My Love (2017), Symmetry (2019), Flags (2019) und The Dark (2020). Aber auch rockige und poppige Songs, wie Clean Eyes (2018), The Bird, Break Free und Take Me Apart (alle 2019) beherrscht der US-Amerikanische Singer/Songwriter unglaublich gut. Ende des vergangenen Jahres hatte er schließlich mit You Knew It Was Me seine erste rein instrumentale EP veröffentlicht. Auf dieser war auch I Wanted To Leave zu finden. Dass der Musiker all diese verschiedenen Erzählweisen so spielend beherrscht, liegt daran, dass sich der in Chicago lebende Autodidakt alles selbst beibringt. So ist der ausgebildete Pianist eng verbunden mit der musikalischen Ausdrucksweise eines Klaviers. Heute kann Fennell sich, neben seiner Tätigkeit als Singer/Songwriter, auch Perkussionist, Gitarrist, Soundingenieur und Produzent nennen und vereint all dieses Wissen auf seinen Songs. Nun hat SYML – pünktlich zum neuen Jahr – am 1. Januar mit True eine neue Single veröffentlicht, auf der wir wieder in den Genuss seiner Stimme kommen.

Brian Fennell
Brian Fennell

Dabei hat sich Fennell erneut einen Weg gesucht, weiter an seiner Musik zu arbeiten und niemals damit stehenzubleiben. Mit einem modernen R&B-Beat unterlegt, ist True eine erfrischend soulige Ballade, die weiterhin mit Klavier und Fennells klarer Stimme brilliert. Dabei erinnert True an manchen Stellen an Songs, wie Teardrop von Massive Attack und behandelt eine Liebe, die auseinanderfällt. Wahre Liebe ist schmerzhaft. Wahre Liebe scheitert. Wahre Liebe ist bewegend. Wir müssen an sie glauben, damit sie echt ist, wie Gott. In diesem Song geht es darum, wie das, was wir für wahre Liebe hielten, auseinanderfällt. Es geht um Scheidung und den Fehler zu denken, dass man dagegen immun ist. Ich habe mich mit einigen Freunden zusammengetan, um diesen Song aufzunehmen, darunter ein neuer Freund, Paul Meany, der eine erstaunliche Note in den Mix gebracht hat – so Fennell. Diese Note kann man True zu jeder Zeit anhören. Selbst der große aufhellende Bruch im letzten Viertel des Songs wirkt frisch und ungewohnt – und das bei einem Künstler, der nie auf der Stelle steht und mit seiner Musik einen stetigen Wandel vollzieht. True ist dabei die erste Auskopplung aus SYMLs kommender EP, die er für den 3. März angekündigt hat.

BRONSON feat. Gallant - Know Me (Cassian Remix)

BRONSON feat. Gallant & Cassian – Remix der Superlative

Bereits im Sommer war es der Song DAWN der für viel Aufmerksamkeit sorgte. Dabei war es eine doppelte Aufmerksamkeit. Zum einen war es der Sound selbst, der mit tiefen, dunklen Beats eine neue Soundkulisse erschuf, die sich klar an Housemusik-Clubs orientierte. Zum anderen waren es die Interpreten selbst, die für viel Gesprächsstoff sorgten. Hier war der umtriebige Produzent und Musiker Totally Enormous Extinct Dinosaurs enthalten und wurde durch das Trio von BRONSON perfekt in den sphärischen Sound integriert. BRONSON selbst besteht aus den beiden US-Produzenten von ODESZA – Harrison Mills und Clayton Knight – und dem Australier Thomas George Stell – alias Golden Features. Kam ihr schlicht BRONSON betiteltes Debütalbum Anfang August auf den Markt, arbeiteten sie nun an einer Remix-Version ausgewählter Songs ihres Albums. Darauf enthalten ist auch der Song Know Me, bei dem BRONSON mit dem US-Amerikanischen Sänger Gallant zusammengearbeitet haben. Ist Gallant eher im modernen R&B zu finden, wie auf Bourbon zu hören, hat er dennoch auch mit Künstlern aus dem elektronischen Bereich, wie bei Holding On mit SG Lewis und ZHU zusammengearbeitet. Hier ist es vor allem seine warme und klare Stimme, die auf einem elektronischen Soundbett stark zur Geltung kommt.

BRONSON - BRONSON Remixes N°.1
BRONSON – BRONSON Remixes N°.1

Auf Know Me verschwimmen die Beats dabei so organisch mit den Vocals von Gallant, dass wir uns in eine Art Trance versetzt fühlen. Nun haben BRONSON für das, am 16. Oktober veröffentlichte Remixalbum BRONSON Remixes N°.1 den australischen Produzenten Cassian mit ins Boot geholt, der dem Song Know Me nochmals einen deutlich tieferen und voluminöseren Sound verpasst hat. Dabei hört man Cassians Sound fast schon als Signature-Sound deutlich heraus – kennt man diesen doch bereits vom RÜFÜS DU SOL-Debütalbum Atlas, an dem er mitproduziert hat. Mittlerweile lebt Cassian Stewart-Kasimba in Los Angeles und ist eines der ersten Signings auf RÜFÜS DU SOLs eigenem Plattenlabel Rose Avenue. Auf Know Me vereinen sich die Produzenten von ODESZA mit Golden Feature, holen sich als Gastsänger Gallant dazu und lassen das ganze nochmals von Cassian remixen. Eine höhere Dichte an renommierten DJs, Produzenten und Musiker bekommt man nur sehr selten zu sehen und so beflügelt es auch den Song, der mit seinen dunklen und tiefen Housebeats vollends überzeugt.

James Vincent McMorrow - I Should Go

James Vincent McMorrow – Groovig zur Erkenntnis

James Vincent McMorrow hat in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Wendung seines Sounds vollzogen. War der Beginn seiner Karriere vom ruhigen Folk durchzogen und lieferte uns so großartige Songs, wie Higher Love, entwickelte der irische Sänger seinen Sound kontinuierlich weiter und war Mitte der 2010er durch moderne R&B-Songs, wie Rising Water oder One Thousand Time präsent. Um diese Zeit veröffentlichte McMorrow auch sein zweites, und drittes Studioalbum Post Tropical (2014) und We Move (2016) mit denen er bis auf Platz 1 der irischen und in die Top-20 der US-Amerikanischen Albumcharts gelangte. Nachdem sein viertes Studioalbum True Care (2017) hinter den Erwartungen zurückblieb, kündigt McMorrow nun nicht nur die neue Single I Should Go an, sondern auch, dass er zusammen mit dem US-Amerikanischen Produzenten Kenny Beats an seinem fünften Studioalbum arbeite. Beats, der unter anderem mit BENEE, Dominic Fike, Slowthai, FKA Twigs und Ed Sheeran zusammengearbeitet hat, ist federführend, für den beatlastigen Sound auf McMorrows neuer Single.

James Vincent McMorrow
James Vincent McMorrow

Auf I Should Go arbeitet McMorrow mit der Erkenntnis, in seinem Leben vieles Essentielle als gegeben anzusehen und Unnützes als Gabe zu empfinden. Diese Falschausrichtung seines inneren Kompasses hat den Sänger dazu bewogen, sich viel Zeit für sich selbst zu nehmen und einmal in sich reinzuhören. So sagt er zur Veröffentlichung des Songs; Es geht nicht darum, was wir wollen, sondern darum, was wir brauchen. Oftmals denke ich, dass wir keinen Unterschied zwischen diesen beiden Tatsachen machen. Doch dazwischen liegen Welten. Ich brauche gar nicht so viele Sachen, wie ich es mir immer eingeredet habe. Gleichzeitig sind dort andere Dinge, die ich als unwichtig erachtete, sie aber das Fundament auf dem ich stehe darstellen. Noch steht weder ein Veröffentlichungsdatum oder ein Name des neuen Albums fest, doch hat McMorrow bereits verkündet, dass er im Frühjahr 2021 auf Europatour gehen möchte und dabei für vier Konzerte nach Deutschland kommen wird. Hier können wir ihn in Hamburg, Köln, Frankfurt am Main und Berlin sehen und hoffen darauf, dass bis dahin wieder eine Normalisierung für Konzerte eingesetzt hat. Mit dem dazugehörigen Musikvideo von I Should Go bietet McMorrow derweil eine unterhaltsame Sicht auf das ewige Hinterherrennen von Träumen, die mehr Energie ziehen, als sie uns geben. I Should Go ist eine erfrischende R&B/Pop-Nummer, die McMorrow zeigt, wie er weiter an seinem Sound arbeitet und wenig davon hält, sich auf Diesem lange auszuruhen.

Aluna - Body Pump

Aluna – Ist ohne George zurück in den Clubs

In den ersten sechs Jahren ihres Bandgeschehens hätte es nicht besser laufen können. Mit ihren Songs Your Drums Your LoveAttracting Flies, Supernatural und You Know You Like It (feat. DJ Snake) sowie als Featuring-Act auf Disclosures White Noise hatten AlunaGeorge von 2012 bis 2015 die Clubs mit ihren Songs beherrscht und einen regelrechten Lauf. Auch die Chartpositionen wurden immer vielversprechender und erreichte ihr 2013 veröffentlichtes Debütalbum Body Music Platz 11 der britischen Albumcharts. Mit ihrem zweiten Album I Remember das 2016 erschien konnten sie jedoch nicht mehr an die Erfolge des Debüts anknüpfen. So erreichte die Leadsingle I’m In Control des zweiten Albums zwar mit Platz 39 noch die Top-40 der britischen Singlecharts, doch schaffte es bereits die zweite Single I Remember nicht mehr in die Top-100. Was folgte waren Singleveröffentlichungen, die jedoch alle erfolglos blieben.

Aluna Francis

Aluna Francis

Nun versucht sich Aluna Francis auf Solopfaden wieder in die Charts zu befördernd und hat mit ihrer Debütsingle Body Pump einen Song veröffentlicht, der mit modernem R&B, tiefen Bässen und einer glasklaren Stimme besticht. Dabei gab es bei Francis einen Punkt während ihrer Zeit bei AlunaGeorge, an dem sie sich plötzlich fremd fühlte. Als ständiger Featuring-Act von Künstlern, wie Gorgon City, Disclosure, Jack Ü, Peking Duck oder SG Lewis fühlte sich die farbige Sängerin, als würde ihr etwas fehlen – die Möglichkeit nicht gegeben werden, sie selbst zu sein. So beschloss die Londonerin ein wenig Ausschau zu halten, welche Künstler der Black-Community in der Vergangenheit bereits im Dance-Bereich erfolgreich waren. Francis arbeitete sich durch die Geschichte und lernte die elektronische Musik so wieder neu lieben. Auf ihren neuen Songs übernahm Francis schließlich vom Songwriting bis hin zum Produzieren alles selbst und behielt so die volle Kontrolle über ihre Musik. Body Pump zeigt nun eindrucksvoll, dass Francis auch Solo für ordentliche Beats sorgen kann und gleichzeitig einen Schritt weiter in Richtung Disco geht. Mit einem – von AlunaGeorge gewohnten – Hauch R&B ist Body Pump im wahrsten Sinne des Wortes zum Bewegen des Körpers gedacht und könnte es wieder zurück auf die Playlists der Clubs schaffen. Ihr dazugehöriges Solo-Debütalbum wird am 28. August erscheinen und Renaissance heißen.

James Blake - Are You Even Real?

James Blake – Das Bindeglied zwischen damals und heute

Nach dem Ausflug in den R&B, Hip-Hop und Pop mit seinem vierten Studioalbum Assume Form, bietet uns der Brite James Blake nun mit seiner neuesten Single wieder einen Sound an, der sich wieder mehr auf den Künstler Blake zu fokussieren scheint. Dabei haben alle seine bisherigen Albumveröffentlichungen eine unterschiedliche Musikrichtung eingeschlagen. War es erst das Debütalbum James Blake, welches zum weltweiten Kritikerliebling wurde und mit einem modern-nostalgischen Mix aus Post-Dubstep und experimenteller Elektro begeisterte, machte sein Zweitling Overgrown bereits zaghafte Gehversuche im R&B. Auf seinem dritten Album The Colour In Anything, welches von Rick Rubin, Justin Vernon (Bon Iver) und Blake produziert wurde, ging es wieder deutlich zurückhaltender zu und wirkte mit Singles, wie Modern Soul und My Willing Heart fast schon ausschließend. Jedoch verband alle Alben eine Intimität, die Blake durch seinen fragilen Gesang bestimmte. Auf seinem letzte Album Assume Form waren jedoch zuletzt eher die Stimmen von Gast-Acts, wie RZA, Travis Scott, Rosalía, André 3000 oder Moses Sumney zu hören.

James Blake

James Blake

Knapp ein Jahr, nach diesem Album veröffentlicht Blake nun mit Are You Even Real? bereits seine zweite neue Single, die aktuell als Stand-Alone-Song veröffentlicht wird. Dabei hat sich der Musiker und Produzent zwei der aktuell renommiertesten Songwriterinnen dazugeholt. Starrah – die bürgerlich Brittany Talia Hazzard heisst und in Los Angeles lebt – hat die Nummer 1 Hits Havana von Camila Cabello und Girls Like You von Maroon 5 geschrieben. Aber auch Acts, wie Rihanna, Madonna, Major Lazer, Calvin Harris, Beyoncé, The Weeknd, Katy Perry oder Drake haben Songs der 30-Jährigen veröffentlicht. Doch Starrah ist nicht nur als Songwriterin beliebt, sondern auch als Featuring-Act, wie bei The Weeknd, Big Sean, G-Eazy oder Halsey. Als zweite Songwriterin ist die ebenfalls 30-jährige Künstlerin Alexandra Tamposi dabei, die sich musikalisch deutlich breiter aufstellt. Denn mit Songwritings für Kelly Clarkson, One Direction, Avicii, Nickelback, BTS, Jake Bugg, Ozzy Osbourne oder Blink-182 gibt es so gut wie kein Genre, welches die in Florida lebende Songwriterin nicht bedient. Zusammen haben Tamposi, Starrah und Blake eine Song veröffentlicht, der sich wie ein Traum anfühlt. Sanfte Synthies, warme Bässe und ein roher Gesang Blakes, der sich immer wieder in Wiederholungen zu verlieren scheint. Dabei leuchtet Blake mit einem R&B-lastigen Gesamtsound auf, der sich mit Geigen ins Melodramatische absetzt. Mit Are You Even Real? ist Blake wieder deutlich mehr zu seinen Wurzeln zurückgekehrt, ohne den soulig, modernen Weg der vergangenen Jahre auszublenden. Damit funktioniert Are You Even Real? sowohl als Liebessong, als auch an stickig heißen Sommertagen auf einer Decke am Wasser liegend.

Regard & RAYE - Secrets

Regard & RAYE – Hymnischer Sommerhit

Sie haben etwas ganz großes und einzigartiges geschaffen – mit diesen Worten haben DJ Regard und die britische Singer/Songwriterin Rachel Agatha Keen – alias RAYE – ihre Zusammenarbeit auf der neuen Veröffentlichung Secret kommentiert. Dabei ist Regard in den Charts mit seinem Hit Ride It weiterhin äußerst erfolgreich und hat in 24 Ländern eine Platzierung in den Top-10 der Singlecharts erreicht. Dass dieses Sample des 2008er Jay-Sean-Hits für den Kosovaren Dardan Aliu – der sich hinter Regard verbirgt – zum Erfolg wurde, hat der DJ einer kontinuierlichen Steigerung seiner Musik zu verdanken – denn immerhin veröffentlicht Regard bereits seit 2008 Songs. Zusammen mit der Sängerin RAYE hat er nun einen Song der Britin neu produziert und eine ganz eigene Version veröffentlicht, die ursprünglich als langsame R&B-Songs gedacht war. Dabei spielt RAYEs Background eine große Rolle. Denn besuchte die Londonerin die BRIT School of Music – und damit die selbe Schule, von der auch Adele, Amy Winehouse, Ella Eyre, FKA Twigs, Freya Ridings, Imogen Heap, Katie Melua oder Leona Lewis abgingen – brach sie das Studium ab, weil es sie – trotz der vielen erlernten Dinge – zu sehr einengte. 2014 veröffentlicht RAYE mit Welcome to the Winter schließlich ihre Debüt-EP und machte damit Years & Years-Frontsänger Olly Alexander auf sich aufmerksam, der sie bei dem Plattenlabel – bei der Alexanders Band unter Vertrag steht – empfahl. Seitdem ist sie bei Polydor unter Vertrag und hat einen immensen Einfluss auf die Musik der vergangenen vier Jahre genommen. Denn obwohl die Sängerin mit eigenen Veröffentlichungen, wie Decline (2017), Love Me Again (feat. Jess Glynne, 2019) oder Tequila (mit Jax Jones und Martin Solveig, 2020) oder durch Kollaborationen mit Jonas Blue (By Your Side, 2016), Jax Jones (You Don’t Know Me, 2016) und David Guetta (Stay (Don’t Go Away), 2019) immer erfolgreicher wurde, sind es vor allem Songs –  die sie in ihrer Funktion als Songwriterin geschrieben hat – für die sie bekannt ist. Denn neben den selbst veröffentlichten Songs, hat sie Songs für alle großen Stars, wie Blonde, Matoma, SG Lewis, Charli XCX, Jax Jones, Little Mix, Rita Ora, John Legend, Major Lazer, Ellie Goulding, David Guetta oder Beyoncé, geschrieben. Da ist es nicht verwunderlich, dass DJ Regard dann auch über das Multitalent schreibt, dass jeder einmal mit ihr zusammengearbeitet haben sollte. Auf Secrets hat Regard einen ganz ähnlichen Aufbau genutzt, wie es sein Hit Ride It schon besaß und überzeugt mit House, der sich durch melancholisch, hymnische Gesangparts zu einem großartigen hochsommerlichen Hit entwickelt. Mit 80er Jahre Synthies und einem klassischen Drop, funktioniert Secrets darüberhinaus auch im Club und könnte zu einem der ersten Hits werden, zu dem wir – bei der Rückkehr der Parties in die europäischen Clubs – tanzen werden.

Disclosure - Energy

Disclosure – Lateinamerikanischer Karneval trifft auf europäischen Clubsound

Nach fünf Jahren der Stille haben sich die Brüder Guy und Howard Lawrence endlich wieder entschieden, ein neues Album zu produzieren. Denn nach ihrem zweiten Album Caracal (2015) verkündeten die Briten eine Pause einzulegen. Bis auf einzelne Songs und wenige Remixe hielten sie dies bis Mai 2018 ganz gut durch. Doch mit dem absoluten Burner Ultimatum – den sie zusammen mit der malischen Sängerin Fatoumata Diawara – veröffentlichten, wurde klar, dass es wieder Zeit wird, in den Club zu gehen. Mit der ersten Veröffentlichung Talk überraschten Disclosure dann auch gleich einmal. Denn hier gibt es eine interessante Veröffentlichungsgeschichte. Wurde Talk vom US-Amerikanischen R&B-Sänger Khalid geschrieben und von Disclosure produziert, war der Song nicht nur die Leadsingle von Disclosures kommenden Album Energy, sondern gleichzeitig auch die Leadsingle von Khalids zweitem Album Free Spirit. Somit wird es zwei Alben von unterschiedlichen Künstlern mit ein und derselben Leadsingle geben – was so nur äußerst selten vorkommt. Da den beiden Acts die Zusammenarbeit so sehr gefiel, folgte Anfang Februar mit Know Your Worth gleich noch eine gemeinsame Single – die allerdings allein auf Disclosures neuem Album erscheinen wird. Nachdem Ende Februar mit Ecstasy die dritte Single veröffentlicht wurde, geht es nun Schlag auf Schlag. Denn am vergangenen Donnerstag haben die Brüder mit Energy schließlich den Titeltrack ihres dritten Studioalbums online gestellt. Mit Latin-Sound, großartig, mitreißenden House-Beats und ganz viel Tanzfieber orientiert sich Energy am Straßenkarneval Südamerikas und verbindet diesen mit den tiefen, dunklen Beats der europäischen Clubs. Dabei wird Energy seinem Namen nicht nur zu 100 Prozent gerecht, sondern übertrumpft die Vermutung nach einem Partybanger noch deutlich. Hier steigert sich die Lust zum Tanzen und lässt den Körper auf Temperatur kommen. Ihr drittes Album Energy werden Disclosure am 28. August veröffentlichen und uns wieder einmal die Housebeats um die Ohren hauen.

Lie Ning - Tonight

Lie Ning – Mit großer und so vertraute Stimme aus Berlin

Man muss sicherlich zwei Mal hinschauen, guckt man sich die Person hinter dieser großartig, souligen Stimme des Songs Tonight an. Denn eigentlich ist man sicher ANOHNI und Hercules And Love Affair hinter dieser Stimme wiederzufinden – doch weit gefehlt. Hinter Tonight steckt der Berliner Musiker Lie Ning, der mit seinem wunderbar, sanften Sound sowohl im Elektrobereich, als auch im Art-Pop zu Hause ist. Dabei mischt er Neo-Soul mit R&B-Elementen und lässt einen so schönen Sound entstehen, dass man sich förmlich vom Song umschmeichelt fühlt. Lie Nings Stimme wechselt dabei immer wieder zwischen hohen und tief, brummenden Tönen und klingt fragil, vertraut und gebrochen zugleich. Handelt der Song davon, sich bei einer Person seines uneingeschränkten Vertrauens fallen zu lassen, wird einem schnell bewusst, was man vermisst hatte. Dieses Gefühl, das Lie Ning auf Tonight so wunderbar transportiert, streichelt deine Wange, wenn du traurig auf der Couch liegst, befeuert dich, wenn du Kraft brauchst und lässt Bilder im Kopf entstehen, von innigen Momenten zu zweit. Tonight ist bereits im vergangenen Sommer erschienen und gehört auf die – Mitte Oktober veröffentlichte – EP Traffic Songs For The Inbetweens. Doch während die Folgesingles Secret Island und Alright zwar zeigten, dass Lie Nings Sound kein Zufall war, ist es Tonight der sich auch weiterhin durch das Internet frisst und von Blogs entdeckt wird. Lie Ning ist ein Allrounder – mit extravaganten Outfits, Tanzperformances oder tiefen Songs erreicht er immer wieder Menschen, die ihn noch nicht kannten, und spricht damit auf so vielen Wegen zu den Hörern, dass man sich sicher sein kann, dass Lie Ning absolut in seinem Element ist.

Gorgon City feat. Drama - Nobody

Gorgon City feat. DRAMA – Schalten einen Gang runter

Gorgon City haben in den vergangenen Jahren mit den verschiedensten Künstlern zusammengearbeitet – von, bis dahin völlig Unbekannte, sowie auch bekannten Größen. Herausgekommen sind Housetracks, die sich vor allem durch markante Basslines und die Featuring-Acts – zusammensetzten. Ob mit Here For YouUnmissableGo All NightSaving My LifeAll Four WallsDelicious oder Go Slow – immer sind es große Stimmen, unter die das Produzenten-Duo ihre Housebeats legt. Schafften Gorgon City mit ihrem Debütalbum Sirens (2014) den direkten Einstieg in die Top-10 der britischen Albumcharts, konnte sich ihr Nachfolger Escape (2018) immerhin noch in den Top-50 platzieren.

Nun arbeiten Kye Gibbon und Matt Robson-Scott an ihrem dritten Album und nutzen die Social Distance-Zeit, um ihren dritten Longplayer schneller zu beenden. Sind nach Escape bereits 5 weitere Songs als Stand-Alone-Singles veröffentlicht worden, darf angenommen werden, dass diese Veröffentlichungen es wohl nicht auf das neue Album schaffen werden. Anders sieht es bei dem nun veröffentlichten Song Nobody aus, der zusammen mit dem Chicagoer Electro-Duo DRAMA aufgenommen wurde.

DRAMA bestehen aus dem Produzenten Ne’el Shehade und der Sängerin Via Rosa die Musik machen, die sich aus einem Mix aus Electro, Soul & R&B zusammensetzt und immer auch einen melancholischen Touch besitzt. Davon begeistert, waren Gorgon City schon länger Fans des Duos – überzeugten sie doch Gibbons bei einem Konzert während eines Aufenthalts in Chicago. Dieser fragte bei dem Duo an und so verabredeten sich für eine Studiosession.

Herausgekommen ist Nobody, ein Song, der sich – im Vergleich zu den Songs zuvor – deutlicher zurücknimmt und durch einen melancholischen Vibe geprägt wird. Für dieses Gefühl dürfte DRAMA hauptverantwortlich sein, fühlt sich das Duo doch tendenziell in diesem musikalischen Umfeld wohl. In dem dazugehörigen Musikvideo interpretieren die Briten den Klassiker West Side Story neu und geben mit Street Art Performances von lokalen Chicagoer Street Dance Gruppen eine moderne Auflage des Musicals wieder. Nobody bleibt trotz der zurückhaltenderen Beats ein absoluter Dancehit und wird seine Kreise einmal mehr durch die Clubs von Ibiza über London bis nach Berlin ziehen.