Post Malone - Circles

Post Malone – Auf dem Weg die Welt zu erobern

Er ist momentan einer der angesagtesten Musikacts, die die USA zu beiten haben. Der 24-Jährige Austin Richard Post, der unter seinem Künstlernamen Post Malone mit Stoney (2016) und Beerbongs & Bentleys (2018) bereits zwei äußerst erfolgreiche Alben veröffentlicht hat, ist ein wahrer Genrespringer. Ob mit Rap, R&B, Trap oder Pop – immer wieder klingt der, aus der 150.000 Einwohner großen Stadt Syracuse, im Nordosten der USA, kommende Sänger anders und völlig neu. Mit seinem dritten Album Hollywood’s Bleeding, mit dem er direkt nach erscheinen auf Platz 1 der globalen Albumcharts landete und binnen einer Woche 650.000 Einheiten verkaufte, hat er mittlerweile über 1,5 Millionen Platten verkauft und die Single Circles veröffentlicht. Diese ist eine satte Popnummer und überrascht mit einem verträumt, schwelgerischen Elektropop-Beat. Auf Circles geht es um die Trennung von seiner Freundin, bei der beide immer wieder zusammenfinden und nicht von einander lassen können. Mit sommerlich warmen Sound ist Circles ein – fast schon bittersüßer – Herzschmerzsong, der allerdings ein wenig zu catchy ist, um sich in der Trauer zu verlieren. Mit Sounds wie diesen lässt sich Post Malone nicht aufhalten und wird in den kommenden Monaten sicherlich auch bei uns in Deutschland ankommen.

Jarryd James - Let It Go

Jarryd James – Verruchter Neo-Soul mit Tanzfaktor

Für den Australier Jarryd James lief 2015 so ziemlich alles rund. Startete er mit seiner Debütsingle Do You Remember so richtig durch und landete auf Platz 2, schaffte es sein, kurze Zeit später veröffentlichtes Album Thirty One, inklusive der Folgesingle Give Me Something, ebenfalls bis auf Platz 2 der australischen Albumcharts. Und wäre das für einen Newcomer nicht schon erfolgreich genug, gewann er schließlich auch noch einen ARIA Award für Do You Remember als Best Pop Release. Schließlich wurde es einige Jahre still um den Sänger und Produzenten, der seinem Stil mit Alternative-R&B ein ganz neues Genre verlieh. Nun ist der Brisbaner wieder da und präsentiert uns eine Neo-Soul-Ballade, die an FKA Twigs erinnert und eine gehörige Ladung R&B im Blut hat. Dabei folgen heftige Bassbeats dem, fast schon, zittrigen Gesang des Sängers. Let It Go ist sexy, frisch, leise und modern und lässt uns auf eine intime Art den Beat des Songs fühlen, den wir uns sonst nur in verruchten Filmen vorstellen.

DJ Regard – Mit Sample nach ganz oben

Es wird abwechslungsreicher – vor allem bei der elektronischen Musik. Waren hier früher die Briten federführend, sind es nun DJs und Produzenten aus Frankreich, dem Baltikum oder Südosteuropa. Aus letzterer Gegend kommt Dardan Alu, der als DJ Regard gerade mit seinem Songs Ride It durch die Decke geht. Dabei hat sich der Kosovare eines elf Jahre alten R&B-Songs bedient und den Briten Jay Sean damit noch einmal einen zweiten Frühling verschafft. Denn DJ Regards Version hat den 2008er Erfolg mit Platz 11 in den britischen Singlecharts längst eingeholt und befindet sich seit gestern auf Platz 2 in Großbritannien. Dabei geht der Song bereits seit ein paar Wochen durch die Clubs der Welt und wird zunehmend auch in den USA zum Hit, worauf DJ Regard lange gewartet hat. Mixt er doch seit fast zehn Jahren Musik zusammen und legt fast ebenso lange auf – kam der nötige Erfolg erst vor knapp zwei Jahren. Von seinem – größtenteils – Deep House und House ist Ride It überraschend weit weg und zeigt die Bandbreite des Produzenten. Ride It ist ein perfekter Song für die großen Partys mit Freunden, sowie für die Momente alleine zu Hause, an denen wir die Lautsprecher ganz weit aufdrehen und uns zu den chilligen Beats von DJ Regard bewegen.

Billie Eilish - All The Good Girls Go To Hell

Billie Eilish – Die Klimadebatte erreicht die USA in Form eines gefallenen Engels

Billie Eilish ist aktuell eine der kreativsten Musikerinnen der USA. Mit ihrem Debütalbum When We All Fall Asleep, Where Do We Go? setzte sie weltweit neue Rekorde und war in Deutschland in der ersten Woche nach Veröffentlichung des Albums die am meisten gestreamte internationale Künstlerin überhaupt. Noch ist ihr Überhit Bad Guy nicht abgeklungen, da veröffentlicht die 17-jährige Sängerin mit All The Good Girls Go To Hell bereits ihre sechste Singleauskopplung aus ihrem Debüt. Dabei zeigt sich Eilish als gefallener Engel, der mit seinen Flügeln in einer Ölpfütze landet und nur schwer wieder dort raus und zu Kräften kommt. Dass Eilish dieses Video nicht von ungefähr gedreht hat, zeigt ein Post auf ihrer Instagram-Seite. Hier ruft Eilish zu gemeinschaftlichen Demonstrationen für den Schutz der Umwelt und des Klimas auf und unterstützt damit auch das schwedische Rolemodel der aktuellen Umweltbewegung Greta Thunberg. Hinzu kommt, dass die umtriebige Eilish momentan auch eine eigene Modelinie vermarktet, die am heutigen Freitag und morgigen Samstag – passend zu ihrem Auftritt auf dem Berliner Lollapalooza Festival – in Berlin Mitte einen Pop-Up Store mit den Klamotten ihres eigenen Labels Blöhsh präsentiert. Der – nicht einmal drei minütige – Song hat dabei den Charme eines 90er-Jahre R&B-Tracks, der durch die einzigartigen Eilishs und ihrem zarten Gesang nach einer bittersüßen Abrechnung klingt. Billie Eilish liefert mit jedem einzelnen Song ab und kann mittlerweile nicht nur knapp die Hälfte der Songs auf dem Albums als veröffentlicht nennen, sondern erreicht mit jedem weiteren Song noch ein wenig mehr von ihrem Status als Ausnahmetalent. Und während wir zu All The Good Girls Go To Hell abgehen, schafft es Eilish zu Recht einmal mehr den Hype weiter anzufeuern.

Ed Sheeran feat. Yebba - Best Part Of Me

Ed Sheeran – Er kann es noch – intim und verletzlich

Was seinen Erfolg angeht, kann dem Briten Ed Sheeran aktuell keiner das Wasser reichen. Als momentan erfolgreichster Künstler weltweit wird jede seiner Veröffentlichungen zum Hit. Doch hat sich der Stil des Sängers in den letzten Jahren drastisch verändert. Vom Debütalbum + das aus Folksongs bestand, zum heutigen Elektropop und R&B hat Sheeran fast alle populären Genres einmal durch. Nun  – mit seinem vierten Album No.6 Collaborations Project setzt Sheeran noch einen drauf und arbeitet sich durch die Hip-Hop Szene der USA. Darauf enthalten sind Songs mit Künstlern wie Cardi B, Camila Cabello, Chance The Rapper, Eminem, 50 Cent, Skrillex oder Justin Bieber. Doch ein Song sticht besonders hervor und ist mit der Grammy-Award-Gewinnerin Yebba produziert – die in den letzten 12 Monaten durch ihre Zusammenarbeit mit Rudimental und Mark Ronson bereits ins Rampenlicht trat und bis dahin vorrangig als Songschreiberin tätig war. Nun hat sie zusammen mit Sheeran den Song Best Part Of Me veröffentlicht, der sich an der Musik des Debütalbums + orientiert und mit Folk und Akustik begeistert, wie wir sie seit der Single The A Team nicht mehr von dem Briten hörten. Bei dem unglaublichen Erfolg des Sängers ist es schön zu sehen, dass er nach wie vor mit allen Genres spielt und mit solche wunderbaren Songs wie Best Part Of Me überrascht.

Iris Gold - A Lot To Give

Iris Gold – Wenn Funk nicht ausreicht

Ist soviel Energie händelbar?! Liesst man sich nur einen kleinen Teil des Lebenslaufes der Dänischen Sängerin Iris Gold durch, wird klar, dass hier eine normale Laufbahn gar nicht möglich sein konnte. Aber was ist schon normal?! Geboren in London, nach Kopenhagen gezogen, dort gewohnt ohne festen Wohnsitz und ein Kind indisch-jamaikanischer Wurzeln – das alles vereint die 27-Jährige in einer Person und macht darüber hinaus noch Musik, die nicht einfach als Pop bezeichnet werden kann. Denn allein ihr aktueller Song A Lot To Give strahlt so viel Power aus, dass wir uns musikalisch auf gar kein Genre einigen können. Mal ist es Soul, mal Funk, dann kommt R&B und natürlich eine gehörige Portion Pop dazu. Dabei erinnert Iris Gold im Gesangspart an Sängerinnen, wie Caro Emerald oder Aura Dione, auch wenn die Stile sich deutlich unterscheiden. Wenn sie jedoch im letzten Drittel anfängt zu Rappen, kommt sie dem US-Amerikanischen Shootingstar Lizzo erstaunlich nah. Iris Gold begeistert mit ihrer Power und dem frischen, verrückten Sound, den sie auf A Lot To Give zeigt und bringt zeitgleich am morgigen Freitag ihr Debütalbum Planet Cool raus. Stillstand ist für Iris Gold kein Thema, denn wenn Funk alleine nicht ausreicht, nimmt sich die Sängerin einfach die besten Stücke aus den anderen Genres und kreiert ihren ganz eigenen Sound.

Izzy Bizu - Lights On

Izzy Bizu -Nach dem weissen Tiger geht ein Licht auf

Mit White Tiger hatte Izzy Bizu 2015 für einen der größten Ohrwürmer gesorgt, welche das Jahr uns bringen konnte. Nur ein Jahr später folgte bei der Zusammenarbeit auf dem Debütalbum der britischen Band HONNE die Single Someone That Loves You, die ebenfalls ein großer Radiohit wurde. Seitdem ist es ruhiger um die britische Sängerin geworden. Bis jetzt – denn mit Lights On hat Bizu vor fünf Tagen die erste neue Single seit vier Jahren veröffentlicht , die gleichzeitig auf ihreer neuen EP Glita zu finden ist. Darauf zu hören ist wunderbarer Pop, gemischt mit R&B und einer großen Portion 80er Jahre Soul. Dabei klingt Lights On in seiner Art und mit Bizus hohem Gesang irgendwie vertraut und nach einem alten Bekannten. Bizu selbst hat die EP damit angekündigt, eine neue Richtung in Sachen Sound auszuprobieren. Dies ist ihr mit Lights On und au Glita eindrucksvoll gelungen.

Lizzo - Juice

Lizzo – Der Discobanger 2019

Die amerikanische Hip-Hopperin und Sängerin Melissa Viviane Jefferson – alias Lizzo – zählt zweifellos zu den Anwärtern, auf den ganz großen Durchbruch in 2019. Doch, steht sie nicht einfach nur für eine Musikerin, die gerade am Aufblühen ist, sondern prescht Lizzo mit ihrer Musik und allem was sie ausmacht in die erste Reihe. Dabei ist die aus Houston, USA, kommende Sängerin gar keine Newcomerin mehr. Ist ihr, am vergangenen Freitag, veröffentlichtes Album Cuz I Love You doch bereits ihr drittes Studioalbum und verbindet sie hierauf Genres, wie Hip-Hop, Soul, R&B und Funk so gekonnt miteinander, dass man einfach nur weggeblasen wird. Thematisch behandelt die Sängerin auf dem Album alles rund ums Bodyshaming – oder vielmehr – Bodyloving. Mit Songs über die Körperfülle, Sexualität und die Farbe ihrer Haut hat Lizzo ein Album produziert, welches in 2019 bisher seines Gleichen sucht. Auf der aktuellen Single Juice hat sie dabei den Funk von Pharrell Williams übernommen und ihn tatsächlich noch verfeinert, so, dass sie Williams mit diesem Song schon fast alt aussehen lässt und hat eine ähnlich einzigartige Stimmlage wie Bruno Mars. Mit einem Mix aus Authentizität, Sexiness, nostalgischen Hauch, Ästhetik und einer ordentlichen Menge Augenzwinkern ist Juice ein absoluter Überhit, der keinen still stehen lässt. Wer Lizzo bisher noch nicht auf dem Radar hatte, sollte dies schleunigst nachholen, denn wenn nicht, wird Lizzo ihn überrollen und mit in ihren Bann ziehen.

Mosey – So Damn Funky

Es ist ein Song, der sich im Ohr festsetzt. Der auf der Party zum absoluten Banger wird und den man auch auf einer Vernissage oder Modenschau hören könnte. Dabei hat der Pariser Produzent und DJ Mosey bereits einige Jahre lang Erfahrungen sammeln können, schließlich arbeitet er seit 2012 in der Musikbranche. Hier sorgt er akribisch für den perfekten Sound, den es so bisher auf noch keiner anderen Party gegeben hat. Mit Bonita hat Mosey für seine Single So Damn Funky die perfekte Stimme gefunden und schafft damit einen extrem funkigen French-House Song, der darüber hinaus noch mit R&B aufwartet. Hört man So Damn Funky aufmerksam, wird einem die Art und die Stimme an irgendjemanden erinnern. Und tatsächlich klingt So Damn Funky nach einer Mischung aus Bruno Mars und Prince und besticht durch einen Uptempo-Beat, der in den Kopf wandert und für lange Zeit dort verweilen wird.

Dawncall & Subsets feat. Ayelle – Entspannt durch den Sonntag

Er passt so sehr in den heutigen, verregneten und windigen Sonntag – der Song Ghost, des israelische Produzent Dawnhall. Dazu gesellen sich der britische Produzent Subsets und die Londoner Sängerin Ayelle. Viel gibt es über die jeweiligen Produzenten allerdings nicht zu berichten, finden sich im Netz doch nur spärlich Informationen. Dabei gibt ihre Musik so viel her, worüber wir berichten könnten. Bei Ayelle sieht es bereits etwas besser aus. So hat die in London lebende Sängerin mit iranisch-schwedischen Wurzeln in den letzten Wochen so einige Songs veröffentlicht. Mal mit dem niederländischen Produzenten Mitchell Yard auf Mary Jane, mal als Solokünstlerin mit Obvious. Dabei beschreibt sie ihren Musikstil als Future R&B und liegt damit verdammt nahe an ihren Songs. Auf Ghost schafft sie es zusammen mit den beiden Produzenten einen verträumt, schweren Housetrack zu veröffentlichen, der nicht besser zu einem kalten Wintertag passen könnte. Die treibenden Elemente und Beats werden durch den Einsatz von Klavier und Gitarre, in ihrer Schnelligkeit extrahiert und setzt damit eine Entschleunigung ein, die dem Song eine ganz besondere Note verleiht. Ayelles Stimme ist hierbei allgegenwärtig und lässt an so einflussreiche Nummern, wie Deleriums Silence erinnern. Momentan haben alle drei Künstler noch deutliches Potential ihre Bekanntheit zu erhöhen, weisen ihre Facebookprofile doch nicht mehr als 2.500 Follower auf. Dabei wird Ghost in den kommenden Wochen sicherlich für einen Aufschwung sorgen.