Mallrat – Das Spiel mit der Coolness

Mallrat – Uninvited

Mit 17 Jahren und – ja, blondem Haar – singt sich die australische Mallrat, die bürgerlich als Grace Shaw bekannt ist, in die Herzen derjenigen, die sie eigentlich in ihrem Song Uninvited disst. Denn gerade jetzt ist die Bewegung von jungen Sängerinnen mit einer Anti-Coolness-Haltung besonders groß. Von Kiiara über Halsey oder Alma wird gerade groß Stimmung gemacht, sich selbst treu zu bleiben und nicht dem Wahn des stetig Hip seins, zu verfallen. Und dennoch liegt gerade hier der Widerspruch, denn genau mit diesen Songs haben sie riesigen Erfolg und landen ausgerechnet dort, wovor sie eigentlich gewarnt haben – auf den Partys der Coolen. Mallrat singt dabei allerdings so deutlich, dass sie hier nicht zu finden sein möchte, dass man sie fast schon naiv nennen möchte. Wären da nicht Textzeilen wie Smiles are always toothless, but I run out of excuses. So I have to play excited, but I wish I was uninvited und schließlich der Ohrwurm-Refrain Get me off the list, I’ve got nothing on my wrist, die zeigen, wie fernab Mallrat jedweder Naivität ist und so auch zeigt, dass sie weiß wie sie sich selbst am besten positionieren kann. Uninvited ist ein wahnsinnig guter, eingängiger Popsong, der mit Synthie-Beats und cooler Bassline überzeugt. Und ist so ja vielleicht sogar ein sogenannter Grower, der erst mit der Zeit zum Hit wird aber dann richtig einschlägt.

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