Beatsteaks - In The Presence Of

Beatsteaks – In The Presence Of

Sie ist draußen! Die neue EP In The Presence Of von den Beatsteaks. In den vergangenen Wochen spielte die Promotiontrommel bereits verrückt und veröffentlichten die Jungs mit Monotonie – als ersten Song aus der EP – einen wunderbar entspannten Reggae-Track. Im Original von Annette Humpe und der Band Ideal 1982 veröffentlicht, ist es den Beatsteaks wichtig, Songs von starken Frauen neu zu interpretieren. Mit Glory Box folgte nur zwei Wochen später eine Version des Bristoler Duos Portishead, die sich stark an dem Original orientiert und das mysteriöse Gefühl der ursprünglichen Version beibehält. Vor einer Woche überraschten uns die Beatsteaks schließlich mit der dritten Singleauskopplung aus der EP – denn hier hatten sie keinen Geringeren, als Hildegard Knefs Song Von Nun An Ging’s Bergab veröffentlicht. Süffisant und mit Schalk im Nacken singt sich Gitarrist Peter Baumann durch den Song und baut so eine perfekte Brücke zwischen dem Original und ihrer neuen Version. Bis heute haben es die Beatsteaks geschafft, die weiteren drei Songs der EP geheim zu halten.

Beatsteaks - In The Presence Of
Beatsteaks – In The Presence Of

Nun ist In The Presence Of seit Mitternacht überall zu haben und zeigt, dass sich die Band um Frontsänger Arnim Teutoburg-Weiß mit The Velvet Underground, L7 und Lesley Gore drei weitere Urgesteine der Musikgeschichte ausgesucht haben. Mit dem von Lou Reed geschriebenen Song After Hours, den seine Band The Velvet Underground 1969 veröffentlichte, zollen die Beatsteaks der Schlagzeugerin Maureen Tucker Tribut, die diesen Track damals sang, da Reed selbst sagte, dass der Song zu unschuldig und pur sei, um von ihm vertont zu werden. Auf Shitlist haben sich die Beatsteaks die – dem riot grrrl zugeordnete – Band L7 gegriffen und einen Song ausgesucht, welcher den Sound der Beatsteaks noch am nähesten kommt. Mit You Don’t Own Me gingen die Jungs schließlich am weitesten zurück in der Musikgeschichte und gaben dem von Lesley Gore gesungenem Song aus dem Jahr 1964 einen neuen Drive. In The Presence Of ist eine Songkollektion aus 60 Jahren voller starker Frauen und starker Bedeutungen. So interpretiert, wie es die Beatsteaks auf der neuen EP machen, lassen die Songs eine neue Präsenz entstehen und teilen die Beatsteaks deren wichtige Bedeutung erneut einem großen Publikum mit.

Beatsteaks - Glory Box

Beatsteaks – Wagen sich an die ganz Große

In den vergangenen Wochen haben die Beatsteaks mit den beiden Coverversionen Monotonie von Ideal und Glory Box von Portishead, zwei so dermaßen unterschiedliche Songs veröffentlicht, dass sich daraus bisher keine musikalische Linie, bezüglich der Genreherkunft ihrer Auswahl erkennen lässt. Sind es auf Monotonie Reggaeklänge, die sich durch den Song ziehen, bleiben die Beatsteaks bei Glory Box sehr nah am Original der britischen Band Portishead aus Bristol. Nun haben die Beatsteaks – eine Woche vor der Veröffentlichung ihrer Cover-EP In The Presence Of – einen dritten Song released und wagen sich hierbei an keine geringere Größe, als Hildegard Knef. Dabei war und ist die Knef bis heute eine der größten deutschen Gesichter und Stimmen und hat in unzähligen Filmen in Europa und den USA mitgewirkt. Auch musikalisch war die Sängerin seit den 1950er Jahren erfolgreich und hat unter anderem die Lieder Die Moritat von Mackie Messer aus Bertolt Brechts legendärem Theaterstück Die Dreigroschenoper eingesungen. Vielen ist sie heute vor allem durch ihren berührenden Song Für Dich soll’s rote Rosen regnen bekannt.

Beatsteaks Pressefoto Credit Erik Weiss
Beatsteaks Pressefoto Credit Erik Weiss

Für das neue Cover, bei dem die Berliner Songs von großartigen Frauen in der Musik neu interpretieren, haben sich die Beatsteaks den Hildegard Knef-Song Von nun an ging’s bergab gegriffen und eine wunderbare Gitarrensause daraus gemacht. Doch hier singt nicht etwa der Beatsteaks-Sänger Arnim Teutoburg-Weiß, sondern hat sich Gitarrist Peter Baumann die Ehre gegeben und sich mit einer klaren und – passend zum Song – süffisanten Gesangsstimme an den Song gewagt. Immer wieder bricht er dabei im Song mit den Elementen und springt zwischen harten Gitarrenriffs und stillen aber drängenden Gesangsparts hin und her. Auch heute steht – wie in den vergangenen Wochen – nicht fest, welche weiteren Songs auf der EP sein werden. Nur soviel – drei Songs sind veröffentlicht, drei weitere beinhaltet die EP. In sieben Tagen wissen wir mehr und können uns auf eine Cover-EP freuen, die sich durch großartige Songs von starken Frauen arbeitet.

Beatsteaks - Glory Box

Beatsteaks – Darf man diesen ewigen Überhit covern?!

Es ist ein Song, der das Wort Geschichte nicht besser beschreiben könnte. Denn während wir heute die Interpretation der Beatsteaks hören, hat Glory Box von Portishead bereits einen jahrzehntelangen Weg hinter sich, der bei dem britischen Duo nicht etwa aufhört, sondern bis in das Jahr 1969 zurückgeht. Stammt das Original des Songs von der belgischen Band Wallace Collection, war es in den BeNeLux-Staaten ein riesiger Erfolg. Doch obwohl der Song auf Englisch gesungen wurde, blieb ein Erfolg in den englischsprachigen Ländern weitestgehend aus. Ende der 80er Jahre nahm sich der Oscar- und Grammy-Award-Gewinner Isaac Hayes – der sich für den Theme-Song des Films Shaft verantwortlich zeichnet – die Melodieabfolge vor und veröffentlichte mit Ike’s Rap 2 eine Version des Songs, den wir bis heute kennen und lieben. Auf dem 1994er Debütalbum Dummy, des – aus Bristol in Großbritannien kommenden – Duos Portishead, befand sich ein Song, der für die Folgejahre richtungsweisend sein sollte. Denn mit Glory Box schaffte die Band nicht nur in Großbritannien ihren Durchbruch, sondern verbreitete den britischen Sound des Trip-Hops auch weltweit. Gleichzeitig hauchte die Frontsängerin Beth Gibbons dem Song eine Atmosphäre von Mystik, Distanz und Lethargie ein, wie wir es faszinierender nie wieder zu hören bekamen. 2001 stieß schließlich das, ebenfalls aus Großbritannien kommende, Duo I Monster auf die Liste der Interpretationen der Melodiefolge von Wallace Collection hinzu und veröffentlichte ihren Song Daydream In Blue.

Beatselfie Credit Beatsteaks
Beatselfie Credit Beatsteaks

Doch auch wenn es immer wieder Bands und Künstler gab, die diese ganz markante Melodie und das Gefühl des Songs versuchten zu kopieren, blieb Portisheads Version bis heute unerreicht. Nun haben die Beatsteaks aus Berlin die zweite Single aus ihrer, am 11. Dezember erscheinenden EP In The Presence Of herausgebracht und somit ihre Version des Portishead Songs veröffentlicht. Dabei zeigen die Beatsteaks, nach der Coverversion von Monotonie, erneut, wie hoch sie die Interpretinnen schätzen, deren Songs sie covern. Denn auch auf Glory Box behalten die Beatsteaks diese mystisch, bedrohliche Atmosphäre von Gibbons bei. Was der Band allerdings nicht gelingt und auch nicht gewollt zu sein scheint, ist die Fragiliät, die Gibbons auf Glory Box in ihre Stimme legt. Die Beatsteaks brechen behutsam aus dem lethargischen Korsett des Portishead-Songs aus und lassen mit überwältigenden Gitarrensoli und berstenden Drums eine Wand von Sound entstehen, ehe im nächsten Moment wieder alles in sich zusammenfällt und zum Gefühl des Bristoler Duos zurückkehrt. Sind mit Monotonie und Glory Box nun bereits zwei Songs der kommenden EP bekannt, halten die Beatsteak die vier noch ausstehenden Songs weiterhin streng geheim – umso größer wird die Überraschung mit jedem weiteren Release und dürfte vor der EP-Veröffentlichung bestimmt noch ein Song zur Vorabveröffentlichung drin sein.

Beatsteaks - In The Presence Of

Beatsteaks – Von großartigen Frauen inspiriert

In den vergangenen Tagen und Wochen wurden wir immer ungeduldiger. Da haben die Berliner Rockhelden von den Beatsteaks doch immer wieder neue Schnipsel aus dem Tonstudio veröffentlicht und ließen uns gespannt warten, was da heute kommen mag. Doch auch wenn bis gestern nicht ganz klar war, ob wir einen Song, eine EP oder gar eine Albumankündigung erwarten können, ließt sich die Geschichte der Band, wie aus einem Rockmärchen und garantiert somit, dass etwas brillantes kommen wird. Gegründet 1995 spielten die Beatsteaks anfangs auf Straßenfesten und bei Musikwettbewerben, ehe sie 1997 mit 48/49 ihr Debütalbum veröffentlichten. Hier wurden sogar noch einige Songs auf Deutsch gesungen. Mit Launched folgte 1999 das zweite Album. Schließlich gelang der Band mit dem Album Living Targets und den darauf enthaltenen Songs Let Me In und Summer 2002 der Durchbruch. Hier wurden sie erstmals einem großen Publikum bekannt und gleichzeitig im Radio und auf den Musiksender im TV gespielt.

Beatsteaks - Credits Chris Guse
Beatsteaks – Credits Chris Guse

Ihrem Status als Punkband blieben sie dabei, trotz der Kommerzialisierung ihrer Musik, stets treu und schafften es im weiteren Verlauf mit den Alben Smack Smash (2004) und Limbo Messiah (2007) erfolgreich in die deutschen Albumcharts. Seit Boombox (2011) sind sie auch immer wieder ein Garant für Nummer-1 Alben und platzierten neben diesem auch das selbstbetitelte Album Beatsteaks (2014) auf der Pole Position. Mit Yours kam 2017 das achte und bisher letzte Album auf den Markt. Nun sind die Beatsteaks mit neuem Material zurück und überraschen uns mit der neuen EP In The Presence of, die ausschließlich Coverversionen von Musikerinnen enthalten wird. Bis auf den heute veröffentlichten Track Monotonie bleibt vorerst geheim, welche Musikerinnen und Songs sich die Berliner noch für In The Presence ausgesucht haben. Hier werden wir wohl erst im Laufe der kommenden vier Wochen erfahren, was uns erwarten wird. Mit Monotonie zeigen uns die Beatsteaks auf jeden Fall schon Mal, dass sie den Jungs von Seeed in nichts nachstehen und einen ebenso chilligen Sommersound produzieren können. Dabei kommt das Original von Annette Humpe, die eine der erfolgreichsten Musikerinnen Deutschlands ist. Begonnen in den 80ern als Teil der Band Ideal, entstand hier auch der Song Monotonie.

Beatselfie - Credits Beatsteaks
Beatselfie – Credits Beatsteaks

Es folgten Projekte mit den Bands DÖF, Humpe & Humpe – zusammen mit ihrer Schwester Inga Humpe – und zuletzt Ich + Ich – bei dem Humpe zusammen mit Adel Tawil über 4 Millionen Platten verkaufte. Die Beatsteaks wiederum haben sich mit ihrer Version von Monotonie sehr nahe am Original gehalten und nur den Mittelrefrain ausgelassen. Doch auch klanglich übernehmen die Jungs um Arnim Teutoburg-Weiß den sommerlichen Reggaesound und heben den Song so in das Jahr 2020. Monotonie ist eine wahnsinnig lässige neue Single der Beatsteaks, die sich – wie im passenden Musikvideo zu sehen ist – nicht zu ernst nimmt und dabei die herausragende Arbeit weiblicher Musikerinnen verdeutlicht. Wird In The Presence Of am 11. Dezember veröffentlicht, gibt es sie dann überall digital zu bekommen und als Vinyl exklusiv auf der bandeigenen Shopseite http://www.beatstuff.de zu kaufen. Die Beatsteaks schaffen es mit Monotonie einmal mehr, ihren Status als eine der großartigsten Rockbands Deutschlands gerecht zu werden und werden mit der neuen EP alle begeistern.

Beatsteaks - Gentleman Of The Year

Beatsteaks – Zu ruhig für die Beatsteaks?

Die Beatsteaks haben in ihrer Laufbahn schon so einiges erreicht. Haben sie sich doch den Ruf von einer kleinen Berliner Punkband zu einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands hart erarbeitet. Einer der kommerziellen Höhepunkte war sicherlich das Jahr 2004 als sie den MTV European Music Award in der Kategorie Best German Act gewannen und eine europaweite MTV-Kampagne All Eyes On startete. Innerhalb der darauffolgenden zehn Jahre ist es dann nicht etwa minder erfolgreich zugegangen, ganz im Gegenteil. Habe sich die Jungs um Sänger Arnim Teutoburg-Weiß doch mit ihren nachfolgenden Alben kontinuierlich gesteigert um schließlich mit dem Album Boombox erstmals den ersten Platz der deutschen Albumcharts zu bekleiden. Nun stehen sie mit der ersten offiziellen Singleauskopplung Gentleman Of The Year in den Startlöchern und zeigen uns, dass ihre musikalische Vielfalt noch lange nicht ausgeschöpft ist. Besticht doch der Song durch ein ungewohnt melodisches Intro und treiben die Gitarrenriffs den Gesang von Teutoburg-Weiß noch hörbarer in den Vordergrund.