Bosse – Euphorisch und Sentimental

Wenn Bosse etwas ganz sicher beherrscht, dann ist es euphorische Popsongs mit Sentimentalität zu verbinden. Ob bei 3 Millionen, Yipi, Dein Hurra oder Frankfurt/Oder – mit dem Bosse, durch die Coverversionen Zoutelande der Niederländischen Band Bløf übrigens Chartrekorde in den Niederlanden und Belgien gebrochen hat – überall schwebt dieses Gefühl von Trauer, begleitet von Freude, mit. Nun hat Bosse sein siebtes Album Alles Ist Jetzt angekündigt und die gleichnamige Single daraus veröffentlicht. Darauf klingt Bosse poppiger, schneller und energiegeladen. Mit Textzeilen Was du träumst das musst du machen. All die besten super Sachen. Einfach machen, einfach machen hat er uns sofort und löst ein Gefühl der Sehnsucht nach genau diesem Gefühl aus. Und genau das ist es, was Bosse immer und immer wieder schafft und damit auch eine Schar an musikalischen Freunden um sich vereint. Da ist es nicht verwunderlich, dass im dazugehörigen Video unter anderem Romano, Anna Maria Mühe, die Mighty Oaks oder Madsen mitmachen wollten. Ein Hoch auf Aki. Ein Hoch auf Bosse!

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Kungs – Der Sommer kann kommen

Mit Tropical House an die Spitze – das galt vor zwei Jahren für den jungen französischen DJ Kungs. Waren doch seine Songs This GirlDon’t You Know und I Feel So Bad Sommerhits par excellence und landeten in ganz Europa auf den vordersten Charträngen. Nun hat sich Kungs in den letzten zwei Jahren an die Arbeit für neue Songs gemacht und präsentiert uns mit Be Right Here seinen neuesten Hit, der in den kommenden Wochen wohl auch in Deutschland einschlagen wird. Gewohnt sommerlich und mit ganz viel frischen Elektrobeats hat sich Kungs mit dem norwegischen Produzentenduo Stargate und dem Sänger GOLDN zusammengetan und den Überhit Be Right Here produziert. Mit Trompeten, Percussions und einer Geschwindigkeit, die für die Tanzfläche gemacht ist, erobert Be Right Here, gerade die Franzosen. Da wird es nicht mehr lange dauern, bis auch wir überall dazu tanzen und uns zur warmen Sommerluft bewegen.

Rudimental – Mit der vollen Ladung Diversität

Das britische Kollektiv Rudimental steht seit jeher für Diversität. Stets suchen die vier Kernmitglieder Piers Egget, Amir Amor, Kess Dryden und Leon Rolle neue Künstler, um ihnen eine Plattform zu geben. Dabei haben sie bereits mit Acts, wie MNEK, John Newman, Alex Clare, Emeli Sandé, Ed Sheeran oder James Arthur zusammengearbeitet. Auch politisch setzen Rudimental immer wieder bewusst ihre Bekanntheit ein, um auf Schieflagen aufmerksam zu machen. So haben sie ihr, am 7. September erscheinendes, Album Toast to Our Differences benannt und mit der gleichnamigen Single gerade Acts wie Hak Baker und Shungudzo mit ins Boot geholt. Als Gegenpol zum Protektionismus der heutigen Zeit, singen sie von Diversität, vom zelebrieren der Individualität und hochhalten von verschiedenen Ansichten. Dass dies mehr denn je gilt, zeigen nicht zuletzt die vielen politischen Strömungen und der immer größer werdende Schwall an Information aus immer geringer werdenden Quellen. Rudimental haben diese Gefühle zu einem Post-Soul-Elektro-Song verarbeitet, der absolut entspannt klingt. Unterschiede entstehen in unseren Köpfen, nicht in unseren Herzen. Und genau da setzen Rudimental an und arbeiten mit ihrem Song an einem Aufbau von Gemeinsamkeiten. Fast schon nebenbei haben die Briten dabei auch gleich einen satten Sommerhit abgeliefert.

Dustin Tebbutt – Von einem zum anderen

An einem Beispiel, wie Dustin Tebbutt, zeigt sich, warum es so spannend ist, Musik zu hören. Aktiv aufzunehmen und danach zu suchen. Denn so kommt man von einem spannenden Künstler zum nächsten und stolpert so mitunter regelrecht in völlig unbekannte Acts hinein. So wie eben bei dem Australischen Singer/Songwriter Dustin Tebbutt. Gestern konntet Ihr hier noch über seine Kollaboration mit dem Duo Flight Facilities lesen, um heute bereits einen seiner eigenen Songs präsentiert zu bekommen. Hatte er mit seiner EP The Breach, die er vor vier Jahren veröffentlichte, bereits über 8 Millionen Klicks erzielen können, kommt seine neueste Single Love Is Blind mit so viel Gefühl daher, dass man regelrecht hin- und hergerissen ist und nicht wüsste, ob man weinen oder vor Freude in die Luft springen sollte. Mit viel Emotion und ganz großer Sensibilität arbeitet sich Tebbutt so langsam vor und lässt uns gar keine andere Wahl, als sich in seine Musik zu verlieben. Und so bleibt uns nur auf eine baldige, zweite EP zu hoffen und auf mehr Musik, wie wir sie von Tebbutt auf Love Is Blind zu hören bekommen.

Flight Facilities – Dem Traum entsprungen

Das australische Duo Flight Facilities dürfte den ein oder anderen aufhorchen lassen. Denn vor fast genau vier Jahren konntet Ihr hier über ihren Ohrwurm Stand Still lesen, auf dem Mickey Green so entzückend lieblich sang und die pfeifende Melodie im Ohr blieb. War Stand Still auf ihrem 2014er Debütalbum Down To Earth enthalten, ließen sich die beiden satte vier Jahre Zeit, um neues Material zu veröffentlichen und damit die Vermutung zu nähren, dass bald ein zweites Album folgen könnte. Mit All Your Love kommen Flight Facilities dann aber doch erfrischend voluminös zurück. Besteht der Song aus einem satten Elektrosound, hat sich das Duo als Stimme den, ebenfalls aus Australien kommenden, Sänger Dustin Tebbutt geschnappt, der gerade erst am Anfang seiner Karriere steht aber mit seinem melancholischen Gesang bereits Millionen Hörer erreicht hat. Diese Mischung aus modernen, nach vorne gehenden, Elektro und zurückgezogenem Gesang, lässt All Your Love zu einer kleinen Perle werden und schnappt Dich, um zu träumen.

Tash Sultana – Stripped down

Tash Sultana ist ein Phänomen. Mit ihren Songs berührt sie rund um den Globus Fans und sorgt für ausverkaufte Hallen – lange bevor sie überhaupt einen Plattenvertrag unterschrieben hatte. Nun hat Sultana mit Harvest Love einen ganz untypischen Song veröffentlicht, der sie ohne Looping-Machine zeigt und auf dem sie vollkommen akustisch auf ihrer Gitarre spielt und dabei ganz intim aber unglaublich kräftig Zeilen wie Put your love in the sand as it makes no demands I believe singt. Mit ihrer starken Stimme, ihrer Spielwut auf der Gitarre und dem Hang zum tragischen klingt Sultana so großartig und fast schon legendär, dass man vermuten möchte, sie sei bereits ein alter Hase. Der Weg für ihren Durchbruch ist geebnet – nun fehlt nur noch das, in knapp zwei Monaten erscheinende Debütalbum.

Satellite Stories – Vor der Realität fliehen

Immer noch von der traurigen Nachricht, dass sich Satellite Stories dieses Jahr auflösen werden, geschockt, lassen die Finnen ihre Fans in diesem Zustand jedoch weiterhin neue Musik erleben. Dass sich der Abschied so, gar nicht wie ein Abschied anfühlt, ist dann auch nicht sonderlich verwunderlich. Mit ihrer nun veröffentlichten Single Carried Away lassen die vier Jungs noch einmal ihre Gitarren klingen und haben dabei mehr Spaß denn je. Dabei klingt Carried Away gleichzeitig nach schimmernder Discohymne, sowie auch gitarrenlästigem Rocksound. Satellite Stories wussten schon immer, wie sie ihre Fans beeindrucken konnten und waren eine feste Instanz für die Indiedisco. Nun kommt diese Geschichte allmählich zu ihrem Ende und wir warten sehnsüchtig auf das letzte Material der Band, welches auf dem finalen Album, das aller Voraussicht nach im September erscheinen wird und noch keinen Namen trägt, zu finden sein wird. So kommt eine gute Nachricht mit einer Schlechten zu uns und lässt uns irritiert zu Carried Away tanzen, obwohl wir eigentlich Tränen verdrücken müssten.

Xavier Rudd – Die volle Ladung Freude

Mit seiner neuen Single Honeymoon Bay erfüllt sich der Australier Xavier Rudd gleich mehrmals einen Herzenswunsch. Verarbeitet Rudd doch alles, was in seinem Leben und Umfeld passiert, zu Songs. Mit Honeymoon Bay hat Rudd nun nicht nur einen unglaublich, Freude ausstrahlenden Song veröffentlicht, sondern gleichzeitig auch seine eigene Hochzeit thematisiert. Dabei klingt Rudd so euphorisch und glücklich, dass dieses Gefühl in jeder Sekunde des Songs überspringt und regelrecht ansteckend wirkt. Man möchte fast am Strand mit tanzen und aus dem Grinsen nicht mehr rauskommen. Dass Honeymoon Bay dabei keine Eintagsfliege ist, zeigt das ganze Album Storm Boy, auf dem bereits die Leadsingle Walk Away zu finden ist, die im Frühjahr dieses Jahres schon überzeugte. James Rudd hat es geschafft, seinen typisch, australischen Surfer-Folk in die Welt zu tragen und dafür gesorgt, dass auch in den nassen Monaten des Winters in Europa viel Zeit für Sommergefühle bleibt. Auf Honeymoon Bay feiern wir jetzt aber erst einmal die grenzenlose Freude Rudds und den Sommer.

Marteria & Casper – Hip-Hop mit ganz viel Hip

Jahrelang dürfte sich Casper anhören, seine Musik sei nicht Hip-Hop genug, zu Indie, zu viel Skinny-Jeans und zu wenig Arschloch. Das letztere versucht er auch heute nicht zu sein, dafür hat er nun mit Marteria einen absoluten Coup gelandet. Denn beide arbeiten derzeit an einem gemeinsamen Album, welches sie am 31. August veröffentlichen werden. Mit der ersten Singleauskopplung Champion Sound klingen die beiden dabei gleich einmal unverschämt Südstaaten-Amerikanisch. Hier drücken sich Marterias und Caspers unverwechselbare Stimmen gegenseitig die Rhymes zu und bleiben dabei immer dicht am Sprung zum Pop. Dass die beiden mehr gemeinsam haben, als man sich zu erst hätte denken können, zeigt ein Blick auf ihre Vergangenheit. Beide sind Wahlberliner, haben mit nur zweimonatigem Abstand 2015/2016 geheiratet und sind im Jahr 1982 geboren. Und so heißt dann auch ihr gemeinsames Album 1982 und dürfte noch so einiges ans Überraschungen beinhalten. Wir vergnügen uns nun erst einmal mit Champion Sound und gehen mit den Jungs ab!

Roosevelt – So frisch als wäre es sein Debüt

Es ging durch die Musikredaktionen, wie ein Lauffeuer. Ob Stereogum, Intro, Tonspion oder auch internationale Blätter wie das niederländische Onlinemagazin Nieuweplaat – alle hatten kurze Zeit nach der Veröffentlichung des Songs ihre Beiträge parat. Denn mit seinem selbstbetitelten 2016er Debütalbum Roosevelt wurde er nicht nur in Deutschland zum gefeierten Act, sondern zog auch im Ausland die Aufmerksamkeit auf sich. Doch ist der Hype um Roosevelt gerechtfertigt!? Hört man sich die frühen Lieder des Wahlberliners an und vergleicht diese mit denen des Debütalbums, ist schon ein Unterschied zu erkennen. Waren Lieder wie Soleil, Montreal und Elliot von hallendem Gesang und fast schon Delirium empfindenden, elektronischen Klangbetten geprägt, fanden sich auf Roosevelt vermehrt klare Klangstrukturen, die einem Muster folgten, welches Marius Lauber sortierter zeigte. Nun ist mit der Ankündigung seines zweiten Albums Young Romance auch die erste Single daraus erschienen und zeigt abermals, wie sich Roosevelt weiterentwickelt hat. Dabei klingt er auf der Single Under The Sun noch ein wenig sauberer hat jedoch wieder deutlich mehr Euphorie im Sound. Auch singt er auf Under The Sun so viel, wie man es von ihm bisher noch nicht gehört hatte. Hier gibt es einen kompletten Songtext und eine Geschichte, die Roosevelt vorher stehts zu Gunsten des Sounds einen Schritt zurückgestellt hatte. Under The Sun klingt nach den frühen Songs von Empire Of The Sun, Gypsy & The Cat oder Bag Raiders. Mehr Pop, größere Gesten und deutlich mehr Songtext lassen Roosevelts Ursprung als Songwriter noch mehr aufblühen. Dabei hat Roosevelt ganz nebenbei einen Sommerhit geschaffen, der bei richtiger Platzierung gar zum Charthit avancieren könnte.