Mausi – Werden Famous!

Mausi – Famous

Bereits im August 2014 landet die britische Band Mausi mit ihrem Ohrwurm My Friend Has A Swimming Pool auf der The Best Of 2014 Vol.: 07 Playlist. Danach gönnte sich die damals noch sehr junge Band eine dreijährige Pause. Nun sind sie mit neuem Material zurück und zeigen gleich mit der ersten Single, wohin die Reise gehen soll. Famous macht genau dort weiter, wo My Friend Has A Swimming Pool aufhörte – nämlich bei lupenreinen Vergnügungspop. Waren sich Mausi nicht sicher, ob sie auch nach drei Jahren noch auf ihre Fans zählen können, bewiesen die hierbei eine durchaus beachtliche Ausdauer – doch was sollte anderes zu den feierwütigen Kids passen?! Denn genau so hört sich Famous an – für die Jugendlichen und Twentysomethings gemacht – um zu tun als würde man einen Abend dröge zu Hause verbringen um dann in einem Club die beste Nacht seines Lebens zu verbringen. Famous greift dieses Lebensgefühl auf und unterstützt dieses gleichzeitig noch. Da die Partysamstage in einer stetigen Abfolge von allen sieben Tagen kommen, sollten Mausi nicht wieder drei Jahre benötigen um noch mehr von ihrer Musik zu veröffentlichen. Doch da zerbrechen wir uns jetzt nicht den Kopf drüber, sondern feiern mit Famous das Wochenende und Mausi!

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Lollapalooza Berlin 2017 Tag 1

Lollapalooza Berlin Festival 2017

Ein Festival, das auch im dritten Jahr keine Konstante entwickelt hat – wo fängt man da an? Es war bereits am Sonntagmorgen viel über den ersten Tag des Lollapalooza Festivals zu lesen – eigentlich nicht über den Tag selbst, sondern eher über die Nacht zum Sonntag. Denn an diesem, versuchten Tausende Besucher des Festivals durch einen eingleisigen S-Bahnhof wieder in die Innenstadt und somit nach Hause zu kommen.

Anfangs geht es an dieser Stelle allerdings um das Festivalgelände, die Acts und das Lebensgefühl – denn davon gab es reichlich.

Betrat man am Samstag das Festivalgelände, stand man in Mitten eines riesigen Spielfeldes. Auf der einen Seite allerlei Stände für den kleinen und großen Hunger, auf der anderen Seite die beiden Mainstages. An den jeweiligen Enden links und rechts schlossen die Alternative- und Perry’s-Stage das Mittelfeld der Rennbahn Hoppegarten ab. Dass hier einmal 80.000 Menschen gleichzeitig feiern würden, hätte sich die Gemeinde Dahlwitz-Hoppegarten bis vor einem Jahr wohl nicht vorstellen können. Doch mit Künstlern wie den Foo Fighters, Mumford & Sons, The XX oder Cro zog das diesjährige Line-Up wirklich alle Musikrichtungen und Zielgruppen an.

Entdecken einer Spielwiese

So hatte der Samstag, nach einer Schlange am Einlass mit Roosevelt auf der Mainstage 2 begonnen. Marius Lauber erinnerte hier mit seinem weissen Outfit stark an die Dresdener Band Polarkreis 18, die ebenfalls immer in weißen raumanzugähnlichen Outfits auftraten. Seine Songs bestanden allesamt aus dem Besten seiner EP’s und des Debütalbums. Und so spielte er Moving On, Elliot, Colours und Fever energievoll und forderte zum Tanzen auf. Es folgten Montreal, Hold On und Sea, womit Roosevelt sich frei spielte und deutlich souveräner performte, als noch auf dem Melt! Festival im letzten Jahr.

Festivals leben von einer minütlich durchgetakteten Zeitschiene, die man vor allem auf dem Lollapalooza Festival zu spüren bekam. So hörte Roosevelt mit einen Schlag auf und auf der Mainstage 1 begannen die Kolumbianer von Bomba Estéreo mit ihrem Mix aus Dancehall, Elektro, Hip-Hop und Reggae die Menge in Fahrt zu bringen. Dies gelang zusätzlich durch Liliana Saumets wunderbar mitreißender Performance und ihren kunterbunten Outfits.

Bomba Estéreo stampfen alles platt

Auf der Mainstage 2 wurde indes alles für den Auftritt der Briten von Bear’s Den aufgebaut. Hatte sich 2016 Joey Haynes von der Band getrennt, spielt seitdem der Niederländer Christof van der Ven mit und sorgt so für eine gewisse Art von Frische, die der Band gerade so viel Energie verleiht, dass sie ihrem Folk treu bleiben aber dennoch an Geschwindigkeit gewinnen. Bei Ihrem Auftritt auf dem Lollapalooza Festival zeigten sie diese Geschwindigkeit, gepaart mit einer Opulenz, die dem zweiten Album Red Earth & Pouring Rain zu verdanken war. Denn hier zeigten Bear’s Den nicht nur, dass sie eine der wichtigsten Folkbands sind, sondern gleichzeitig auch eine der wichtigsten Rockbands der letzten Jahre. Dies konnte man beeindruckend am vergangenen Samstag auf der Bühne des Lollapalooza Festivals sehen, auf dem sie mit dem Titelsong Red Earth & Pouring Rain ihren Auftritt eröffneten. Dass genau zu diesem Zeitpunkt der Regen auf die Festivalbesucher niederging, war – wie einst auf dem Glastonbury Festival als Travis während eines Regengusses ihren Song Why Does It Always Rain On Me performten und damit in die Popgeschichte eingingen – ein fast schon magischer Moment. Mit Emeralds, New Jerusalem, Elysium, Isaac und Magdalene aber auch mit Greenwoods Bethlehem und When You Break breiteten sie ihre emotionalen Flügel aus und legten diese über das Publikum. Immer wieder flammten hierbei epische Momente auf, in denen die Band mit einer Weite die Trabrennbahn Hoppegarten bespielte, die vor allem Songs wie Auld Wives ein ergreifendes Bett ebneten. Schließlich kamen die Jungs um Frontsänger Andrew Davie aus sich heraus und feierten sogar mit einem kleinen Ständchen Christofs Geburtstag, der anschließend einmal Crowdsurfen ging, um pünktlich zu Dew On The Vine und Above The Clouds Of Pompeii wieder auf der Bühne zu stehen. Schließlich beendeten sie mit Agape ihr einstündiges Konzert.

Muttis-Lieblinge sind auch Lollapalooza-Lieblinge

Auf der Nachbarbühne folgte im Wiener Schmäh der Rotzrock der Österreicher von Wanda. Das Phänomen, das mittlerweile bereits drei Alben lang anhält, ließ sich auch auf der Bühne nicht übersehen. Standen doch hier fünf Jungs auf der Bühne, die auch Muttis Lieblinge hätten sein können. Allerdings mit einer 80er-Jahre Rockattitüde, die sie gerade soweit von den Lieblingen absetzt, dass sie cool genug für die Massen war. Mit vergleichsweise wenigen Songs füllten sie ihre Stunde und konzentrierten sich auf die Gassenhauer ihrer drei Alben. So schwelgten und grölten die Massen zu neuen Songs wie 0043 oder auch zu den modernen Klassikern, wie Bologna, Bussi Baby, Gib mir Alles, Meine beiden Schwestern oder 1,2,3,4. Mit Zigaretten im Mundwinkel und simpler Begeisterung des Publikums waren die Jungs um Frontsänger Marco Michael Wanda, oder bürgerlich auch als Michael Marco Fitzthum bekannt, gerade durch ihre Nähe so sympathisch. Und wenn es dann eben durch die Refrains von Bussi Baby oder Bologna ging und tausende mitsangen war dieser Moment da, in dem sich alle zugehörig fühlten. Diese simple Regel im Musikgeschäft beherrschten Wanda an diesem Abend, als wären sie damit aufgewachsen.

Nach einem kurzen Abstecher zur Alternative Stage, auf der die Britrocker von The Vaccine auftraten und gerade die Songs Your Love Is My Favorite Band, Wetsuit, Post Break-Up Sex und Melody Calling zum Besten gaben, fiel vor allem Frontsänger Justin Young durch seine selbstverliebte Art zu performen auf. Erinnerte sein Outfit ein wenig an Freddie Mercury, feierte er sich konsequent selbst und heizte damit die Fans an.

Zwischen Rotz- und Punkrock

Währenddessen hatten die Vorbereitungen für einen der Hauptacts auf der Mainstage 1 bereits begonnen. Hier sollten die Lokalmatadore von den Beatsteaks in wenigen Minuten ihre Songs präsentieren. Mit einem Repertoire aus über 20 Jahren Bandgeschichte räumten die Jungs in den letzten Jahren alles ab, was es zu holen gab. Dementsprechend sah auch ihre Setlist aus. Fingen sie mit den Songs des gerade erst veröffentlichten Albums Yours an, waren Break Down, 40 Degrees und You In Your Memories drei der prägendsten Songs des neuen Albums. Zur Setlist selbst kamen Automatic, Gentleman Of The Year, Hello Joe, Hand In Hand und natürlich auch Jane Became Insane hinzu. Mit einer Interpretation des Queen-Klassikers I Want To Break Free den die Beatsteaks gleich zweimal hintereinander spielten, kam dann auch Frontsänger Arnim Teuteborg-Weiss vom Bühnenpodest herunter zu den Fans und ging auf Tuchfühlung. Doch so entspannt, wie bei diesem Song ging es nicht all zu oft zu. Sollte hier vor allem Crowdsurfing und der Circle Of Death, bei dem die Menge einen Kreisrunden Fleck freimacht und bei einem Song, wie Let Me In, zum Einsetzen des Refrains „stürmen“, zur Untermalung der Songs dienen. Hey Du, Frida Und Die Bomben und schließlich I Don’t Care As Long As You Sing rundeten die knappe 1:15 Stunde ab und ließen verschwitzt, glückliche Fans zurück.

Mit der nun einstündigen Pause, bis zum Hauptact des Tages – Mumford & Sons, war es nochmal Zeit, die Toiletten, die Ess- und Bierstände zu stürmen. Allerdings sahen das auch Tausende andere Festivalbesucher so und sorgten deshalb für endlose Schlangen, die sich mitunter 100-Meter lang zogen. Hinzu kam, dass das deutlich unterbesetzte Personal an den Bierständen viel zu langsam war und dadurch zu Unmut bei den Anstehenden führte. Denn so ging es oftmals – ohne verrichteter Dinge – zurück zur Bühne des gewünschten Acts, damit man wenigstens nicht zu weit hinten stand.

Mumford & Sons – Von Zurückhaltung keine Spur

Mit knapp 10 Minuten Verspätung kamen schließlich die Briten von Mumford & Sons auf die Bühne und setzten das Publikum mit Snake Eyes und Little Lion Man in Brand. Satte 17 Songs sollten in den kommenden 2 Stunden folgen und die Band sich wie eh und je von der sympathischsten Seite zeigen. Dass die Band dort steht, wo sie heute ist, hätte man am Abend des 17. November 2009 nur erahnen können. Denn spielten sie hier vor knapp 100 Menschen im Berliner Magnet Club, der damals noch in der Greifswalder Straße beheimatet war und kämpften sich durch Soundprobleme. Mit Kontrabass, Banjo und Akustikgitarre auf der Bühne, pflegte Marcus Mumford eine regelrechte Unterhaltung mit dem Publikum zu führen. 8 Jahre später spielten sie nun vor knapp einer Woche vor 80.000 Menschen und hatten sich trotz der großen Bühne keineswegs von den Fans entfernt. Waren hier bei den älteren Folksongs auch noch immer die Instrumente auf der Bühne, kam ein entscheidender, neuer Teil hinzu. Der, der musikalischen Öffnung hin zum Rock. Immerhin setzten die Jungs mit dem dritten Album Wilder Mind einen Strich unter die ersten beiden Alben und öffneten sich dem Alternative Rock. Dass dies nicht allen Fans gefiel, bekamen sie kurz darauf auf den sozialen Kanälen zu spüren, doch gab ihnen dieses Album die Möglichkeit, sich anderen Sounds zu widmen. Mumford & Sons sind damit zu einer der erfolgreichsten und wichtigsten Bands dieser beiden Genre geworden, was vor allem an der Art mit den Fans zu kommunizieren und, wie sie für die Musik brennen, liegt. Am besten konnte man dies an diesem Abend in Hoppegarten bei dem Song Believe sehen,war dieser doch von einer Sehnsucht geprägt, die sich auf das gesamte Publikum ausbreitete. Da wurden nicht nur unzählige Handyblitze eingeschaltet, sondern auch der Refrain wehmütig mitgesungen und das dazu passende Feuerwerk bejubelt. Somit war Believe einer der Höhepunkte und besten Songs des Konzertes. Ihre 2016 veröffentlichte EP Johannesburg zeigte ebenso eindrucksvoll die Mischung aus Folk, Rock und traditioneller, afrikanischer Musik. Denn hier sind neben der südafrikanischen Band Beatenberg auch der Senegalesische Sänger Baaba Maal zu hören. Dieser war an diesem Abend dann auch der Überraschungsgast und performte mit den Briten die Songs Si Tu Veux, Wona und There Will Be Time. War There Will Be Time auch gleichzeitig der letzte Song, feuerte die Band vorher – bei The Wolf – ein Bühnenfeuerwerk ab, das aus Funkenregen, Nebel und Stroboskoplicht bestand und setzten mit einem grellen Blitz und lautem Knall zum letzten Höhepunkt ihres Konzertes an. Dass man den vier Briten die Mainstage 1 und zwei Stunden Spielzeit gab, war daher nur zu verständlich.

Mit Two Door Cinema Club in die Nacht verabschiedet

Nicht ganz so verständlich war im Anschluss mit Two Door Cinema Club, der letzte Act des Abends. Denn wurde diese Performance akustisch auf ein Lautstärkepegel reduziert, dass die Anwohner der nahe gelegenen Wohnungen schützen sollte, wurde dadurch allerdings das Festivalfeeling auf das Niveau einer etwas lauteren Einweihungsparty minimierte. Hinzu kam, dass Frontsänger Alex Trimble mit raspelkurzen Haaren die Songs sang und durch die musikalische Veränderung des dritten Albums Gameshow mit hoher Stimme und lauten Synthies, eine andere Richtung einschlug, als es die beiden Vorgängeralben live zu bieten hatten. So hatten Two Door Cinema Club insgesamt eine durchwachsene Show abgeliefert, die noch auf dem MELT!-Festival 2016 deutlich mehr von Energie geprägt war. Im direkten Vergleich zum 2012er Melt!-Auftritt gar viel zu ruhig erschien, waren sie damals einer der Hauptacts und sorgten für Circle Of Death und einem absoluten Ausrasten.

Two Door Cinema Club @ Lollapalooza Berlin Festival 2017

So war Tag 1 auf dem Lollapalooza Berlin Festival 2017 ein wahres Auf und Ab, mit grandiosen Bands, starken Auftritten und einer schwierigen Festivalorganisation. Denn diese hatte den Anschein, dass die Anzahl an Toiletten, Ess- und Getränkeständen nicht ausreichend genug für 80.000 Besucher waren und kalkulierte nicht ein, dass der Hauptteil der Besucher sich fast ausschließlich zwischen Mainstage 1 und 2 aufhalten würde. Was zur Folge hatte, dass hier die drei Anlaufstelle stets und ständig überfüllt waren. Vom anschließendem Heimweg soll hier gar nicht erst gesprochen werden, gab es dazu genug in den Medien zu lesen. Diese Fehlplanung erstaunte vor allem deshalb, da das Debüt des Lollapalooza Berlin Festivals 2015 auf dem Tempelhofer Feld bereits mit fast den gleichen Problemen zu kämpfen hatte, doch im letzten Jahr, im Treptower Park, nichts davon zu erleben war. Dadurch geprägt, sollte der Tag 2 gut vorbereitet werden. Denn hier traten Bonaparte, AnnenMayKantereit, Cro und The XX auf. Und sollten die Foo Fighters ihr einziges Deutschlandkonzert geben. Dazu dann aber im Artikel zum zweiten Tag mehr.

Nilüfer Yanya – Zurückgezogene Gitarrenballade

Nilufer Yanya – The Florist

Mit dem bestechenden Gitarrenspiel und einem verführerisch, sanften Gesang überzeugt Nilüfer Yanya bereits ab der ersten Sekunde ihres Songs The Florist. Dabei klingt der Song so zurückgezogen und roh, dass man ihn fast neben sich in der U-Bahn spielend, vormutet. Mit einem schwelgerischen Ende ist The Florist ein einziger Traum und zeigt eine Sängerin, die durch ihre Irisch, türkischen Wurzeln gar nicht richtig einzuordnen ist. Und wären da nicht dutzenden Bibliotheksbücher, die sie seit Jahren bei sich zu Hause horten und, vor Angst über hohe Entleihgebühren, nicht zurückbringt, würde man denken, sie sei ein Engel. Denn weich, ruhig und hoch klingt Yanyas Stimme vor allem im zweiten Teil des Songs. Nilüfer Yanya hat mit dem so entstehenden, leicht jazzigem, melancholischen Sound ein ganz eigenes Genre kreiert. Selten klingen Liebeskummersongs so reizend wie es The Florist zeigt. Darum hört rein und freut Euch auf weitere Musik der Britin, die Ende des Jahres folgen soll.

Portugal. The Man – Frisch und doch so alt

Portugal. The Man – Feel It Still

Portugal. The Man erstaunen schon ganz schön. Mit ihrer Single Feel It Still grooven sie gerade durch alle Indieradios. Dabei klingen sie so frisch und jung, dass man fast von einer neuen Indieband sprechen möchte. Allerdings haben die fünf Amerikaner, die aus Alaska kommen bereits 13 Jahre Banderfahrung auf dem Buckel. So ist das im Sommer veröffentlichte Album Woodstock bereits der achte Langspieler und hat die Band einen Mitgliederverschleiß, der sich sehen lassen kann. So haben sie bereits neun ehemalige Mitglieder auf ihrer Band Members Liste zu stehen. Mit der androgynen Gesangsstimme des Frontsängers John Baldwin Gourley ist Feel It Still eine ohrwurmgebenden Indienummer, die sich groovend im Körper vorarbeitet. Zuerst bewegt sich nur der Kopf, dann folgt der Oberkörper und schließlich tippen auch die Beine mit. Und kaum versieht man sich, ist das nur 2:50 Minuten lange Lied vorbei. Also auf Repeat und nochmal von vorne!

Sion Hill – Dublin, Hamburg, Berlin

Sion Hill – Elephant

Die Reise geht weiter – so könnte man Sion Hill’s (alias Nathan Johnstons) Aufstieg beschreiben. Denn stillstehen würde für den jungen Iren nie in Frage kommen. Spielte er noch vor 3 Jahren in seinem irischen Heimatort Mullingar, zog es ihn kurze Zeit später nach Dublin, wo er auf den Straßen Musik machte. Hier entdeckte ihn eine Plattenfirma und veröffentlichte seinen Song Nothing’s Wrong With Loving You. Wenig später zieht er, nach kurzem Aufenthalt in Hamburg, nach Berlin – in dem er seitdem lebt. Hier nimmt seine Karriere nochmals Fahrt auf und so kam vor zwei Wochen sein Debütalbum Elephants auf den Markt. Mit der gleichnamigen Single veröffentlicht und präsentiert Hill eine rockige Mischung aus Pop und Folk. Mit seiner tiefen und rauchigen Stimme lässt er eine Größe zu, die für einen 22-jährigen Newcomer erstaunt. Dazu passend ist das markante Gitarrenspiel im Refrain und die Frische im Sound. Hier brennt nichts an und Sion Hill stehen nicht still. Wir sind also auf den nächsten, großen Schritt gespannt.

Cosby – bleiben dem Indie-Pop treu

Cosby – Get Up

Fulminant gestartet waren die Münchner von Cosby bereits 2014/15, als sie mit Singles wie Boone & Bane und Yeah! mit frischem Indiesound die Radios beschallten. Kam 2015 das Debütalbum des Quartetts raus, konnte man sie anschließend zwei Jahre lang live von Flensburg bis München sehen. Nun hat die Band um Frontsängerin Marie Kobylka mit Get Up eine neue Single und den Vorboten für ihr zweites Album veröffentlicht. Hierbei bestimmen klare Synthie-Beats und Fanfaren das Bild und klingt Kobylka fast schon hysterisch euphorisch. Mit voller Energie und noch mehr Spaß geht Get Up direkt nach vorne und animiert nicht nur zu tanzen, sondern lässt gar nichts anderes zu. Darum heißt es auch auf Cosby’s Facebookseite „.. also get up everyone und feiert mit uns…“ – dem schließen wir uns gerne an!

Gløde – Von der Insel in die Welt

Gløde – As We Speak

 Ø – ein Buchstabe – nicht mehr. Zugegeben, ein sehr interessanter Buchstabe. Doch im dänischen ist das nicht nur ein Buchstabe, sondern auch ein Wort. Denn Ø  steht für Insel. Und gleichzeitig hat die Hamburger Band Gløde diese Insel in ihrer Mitte. Dass das nicht von ungefähr kommt, zeigt der Name des Frontsänger, Simon Gløde, der aus Dänemark kommt und 2014 in Hamburg auf der Suche nach einer Band war. Dass diese Suche erfolgreich war, bestätigt das Facebook-Geburtsjahr der Band, das den 1. Juni 2016 angibt. Doch von der Entstehungsgeschichte abgesehen ist heute auch ein ganz besonderer Tag für Gløde. Denn heute kommt ihr Debütalbum Ø raus, welches so abwechslungsreich ist, wie nur wenige Alben dieses Jahr. Darauf enthalten sind Songs, der verschiedensten Genres. Haben wir mit der Debütsingle As We Speak einen wunderschönen und starken Alternativesong mit sanftem Schlagzeug, weichen Gitarren und Simon Glødes warmer Stimme, zeigt sich die Band auf Lady In A Dress mit einem gwissen Bezug zum Jazz. Bei Rose wiederum klingen Gløde in den lauten Momenten fast schon nach 80er-Jahre-Balladenrock. Dazwischen findet sich viel atmosphärischer Indie-Pop. Gløde zeigen beeindruckend, wie gut ein Debütalbum, von einer Band, die sich gerade mal vor gut einem Jahr gegründet hat, klingen kann. Glødes Stimme, die mal rauchig, mal glasklar klingt, hat viel von Künstlern wie Damien Rice und David Gray und auch die akustische Nähe zu diesen Künstlern lässt sich nicht ganz ablegen. Gløde sind spannend und haben mit Ø  ein Debütalbum veröffentlicht, dass neun Songs voller Abwechslung und Spannung hat und die sich beim Hörer in Neugier und Interesse verwandeln. Mit dem starken Opener As We Speak blasen sie so zum Angriff. Stark, intensiv und frisch – eine Insel voller musikalischer Vielfalt – das ist Ø von Gløde.

Woodes – Steter Tropfen höhlt den Stein…

Woodes – Run For It

….oder, wie Elle Graham, alias Woodes, es nennen würde Run For It. Denn so heißt die neueste Single der 24-jährigen australischen Sängerin. Diese hat sich in den letzten Jahren eine erstaunliche Fangemeinde erarbeitet. So hat Woodes seit drei Jahren einen kontinuierlichen Wachstum ihrer Popularität vorzuweisen. Veröffentlichte sie 2015 bereits erste Kollaborationen, schaffte sie es mit diesen Songs in die lokalen Charts und Playlisten. Bereits 2016 wurden ihre Songs weltweit in die Playlisten von Spotify und iTunes im Bereich New Indie Tunes aufgenommen und schafften es so auch nach Amerika und in Europa nach Finnland, Deutschland und Spanien. 2017 soll nun ihr großer Durchbruch folgen. So hat sie bereits in ausverkaufte Hallen als Support für Acts wie Shura und NGAIIRE gespielt und bläst nun mit Run For It wieder zum Angriff auf die weltweiten Radiostationen. Run For It ist eine stampfende Indie-Pop Nummer, die vor allem durch Woodes‘ markanten Gesang – der irgendwo zwischen burschikoser Verschmitztheit und sphärischen Frauengesang liegt – getragen wird. Groß im Refrain, mit Trommeln und düsteren Beats, hat Woodes einen Song veröffentlicht, der nur so nach Aufmerksamkeit und einen Ohrwurm schreit!

Oscar And The Wolf – verträumt mitreissend

Oscar And The Wolf – Breathing

Eine Stimme, die so unverwechselbar ist, dass man sich fragt, wer dahinter steckt. Unter dem Alias Oscar And The Wolf singt der Belgier Max Colombie nämlich betörend intensive Songs. Anfangs noch mit vielen Instrumenten spielend, entwickelte sich Oscar And The Wolf immer weiter und entdeckte die elektronische Musik für sich. Was man 2015 bereits mit der Zusammenarbeit Raving Georges zum Song You’re Mine hören konnte. Mit einem Nummer-1 Debütalbum und vier Top-10 Singles in Belgien gehört Oscar And The Wolf definitiv nicht mehr zu den belgischen Newcomern. Anders sieht dies in Deutschland aus, wo er noch weitestgehend unbekannt ist. Mit dem Song Breathing dürfte sich das nun allerdings ändern. Hört dieser sich doch so unglaublich nach einer Sonnenuntergangsparty an, dass man sich in leichten Stoffen gehüllt an einen Strand in der Karibik denkt. Hier trifft ein treibender Beat mit einem Takt aus klatschenden Sounds auf die einzigartige Stimme Colombies. Leise und völlig unaufgeregt schleicht Breathing sich von den Ohren bis in die Zehen und gibt den Takt an. Breathing transportiert einen so frischen elektronischen Sound, dass wir alle sofort losziehen möchten und diesen Song als Soundtrack auf dem Ohr haben wollen.

Gloria – Vom Ausgrenzen zu IMMER NOCH DA

Gloria – Immer Noch Da

Er hatte Tschüß gesagt. Im TV hatte Klaas Heufer-Umlauf dieses Jahr so einiges zu bieten. Im April in der NDR Talkshow noch eine Ode an die europäische Union gehalten und dazu aufgerufen, für diese Union zu arbeiten, gab es im Juni die Verabschiedung der langjährigen TV-Show Circus HalliGalli (alias MTV Home, alias neoParadise). Seit 2013 hat sich Heufer-Umlauf mit der Band Gloria zusätzlich ein Standbein als Musiker geschaffen. Zusammen mit Mark Tavassol von Wir Sind Helden haben die beiden bereits zwei Alben veröffentlicht. Nun kündigen sie das dritte Album an und veröffentlichen mit Immer noch da die erste Single daraus. Diese zeigt Gloria sowohl musikalisch, als auch inhaltlich so ganz anders als das, wofür Heufer-Umlauf in der Regel steht. Hier finden sich weite Beats und große Synthies und treffen auf einen eindringlich singenden Heufer-Umlauf. Textlich auf den Erfahrungen der letzten Jahre aufbauend, behandeln Gloria hier die Situation Freunde, Kollegen oder Bekannte zu treffen und mit einer politischen Meinung konfrontiert zu werden, die gegen die Aufklärung ist. Die zeigen Textzeilen wie Was haben diese Haken, zu allem Unglück darauf verloren, Du wurdest doch anders geboren. Und so beschreibt Tavassol den Song auch mit der Erkenntnis, dass die Rechten sagen, die Aufgeklärten spinnen und die Aufgeklärten grenzen aus, anstatt die Leute mitzunehmen. Diese Sackgasse der Gesellschaft spiegelt sich auf Immer noch da wieder und macht Gloria nicht nur damit zu einer der aktuelle ernstzunehmenden und wichtigsten deutschen Bands.