Lane 8 feat. Poliça – starke Rückkehr mit zweitem Album

Lane 8 ist der amerikanische DJ und Produzent Daniel Goldstein, der mit dem Album Rise 2015 seinen eigenen Traum verwirklichte. Als DJ lange vorher schon Songs produzierend, wurde ihm damals davon abgeraten, ein Album zu veröffentlichen. Zu altmodisch, zu uninteressant seien Alben – wurde ihm gesagt. Doch wie er aus seiner Kindheit und Jugend selbst erlebte, waren Alben für ihn immer auch eine Möglichkeit, in einen anderen Menschen hineinzusehen – ihn zu verstehen. Getrieben von diesem Gefühl setzte er sich damals durch und veröffentlichte Rise. Nun, zwei Jahre später ist er durch den Reichtum, selbst Nachwuchs bekommen zu haben, für Album zwei bereit und so produzierte Lane 8 den ganzen Sommer über Songs. Nach ersten Liveauftritten mit dem neuen Material, steht Lane 8 jetzt vor der Veröffentlichung des zweiten Albums Little By Little. Als erste Singleauskopplung ist daher gerade No Captain veröffentlichte worden, welches zusammen mit den Amerikanern von Poliça entstand. Dabei besticht No Captain durch satten House und zerrende Elemente. Passend hierzu findet sich die Stimme der Poliça-Frontsängerin Channy Leaneagh hier so weich wieder, dass man meinen könnte man träume alles nur. Schließlich überschlägt sich der Song förmlich und verschwindet in einem Schwall aus tiefen Sound. Lane 8 hat mit No Captain einen Song veröffentlicht, der seinesgleichen sucht. Groß, voller Klang, Kraft und eine wunderbare Channy Leaneagh sind es, die diesen Song so gut machen.

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Ex Makina – es fegt dich weg!

Der Song ist wie eine Droge – man hört ihn sich an, ist fasziniert von seiner Wirkung und gleichwohl sucht man Abstand, um der Wirkung nicht ganz zu verfallen. Genau so klingt Breath des britischen Duos Ex Makina. Dieses besteht aus dem Ehepaar Iain and Rebecca Campbell, welches mit ihrem bahnbrechenden Soundmix aus verstörenden Elektro, gepaart mit Violinen und Streichern und Rebeccas hoher Stimme ein Klanggerüst aufbaut, dass Dich packt und betroffen wieder ausspuckt. Breath ist eine Oper mit tragischem Ausgang. Hier wird der Spannungsbogen ins unermessliche gezogen und lässt den Song nur zögerlich auslaufen. Breath ist auf der EP Anima enthalten, die am 19. Juli veröffentlicht wurde. Dabei ist der Titel der EP an die Begriffe des Schweizer Psychologen Carl Gustav Jung angelehnt, der Animus und Anima von sich aus günstige und ungünstige, helle und dunkle, gute und böse Wirkungen entfalten lässt. Hier setzt Breath an und schafft genau diesen Spagat der Gegensätze so imposant, dass die Droge Wirkung zeigt. Ebenso erinnert Ex Makina auch an exzentrische Songs von Florence & the Machine, Imogen Heap oder Bat For Lashes. Und wir drücken immer wieder Repeat…

🎉 Jubiläum – 1.000er Beitrag 🎉

Wow! Heute habe ich mit Klangkarussell feat. Mando Dio – Jericho meinen 1.000er Beitrag auf Soundtrack-of-my-life.com veröffentlicht. In den letzten dreieinhalb Jahren gab es viele spannende Momente, seien es die fantastischen Konzerte und Festivals gewesen, über die Ihr lesen konntet. Oder die aufregenden Interviews mit Newcomern, wie Dead Sea, Sapphire Road, Nathan Ball, Fickle Friends oder Walking On Cars.

Ich bin gespannt, was mich mit den kommenden 1.000 Beiträge alles erwartet und würde mich freuen, wenn Ihr mir auch weiterhin zahlreich folgt und mir sagt, was Euch interessiert!

Bis bald, Euer Marten.

Klangkarussell feat. Mando Diao – House trifft Rock

Eine der spannendsten Kollaboration kommt heute von dem österreichischen House-Duo Klangkarussell und der schwedischen Rockband Mando Diao. Haben Klangkarussell mit Sonnentanz 2012 einen internationalen Hit gelandet, gehören die Schweden von Mando Diao schon seit mehr als 15 Jahren zu den erfolgreichsten Rockbands Europas. Spannend wird es, wenn sich ein House-Duo und eine Rockband zusammenfinden und einen Song produzieren. Zu hören ist genau diese Kollaboration auf dem neuesten Song Jericho der Österreicher. Ein pulsierender Housebeat, Björn Dixgårds Reibeisenstimme und ein fesselnder Chorus setzen Jericho in Szene. Damit zeigen beide Acts, wie gut sich gegensätzliche Genres zusammenfügen lassen. Mit dem dazugehörigen Musikvideo, welches die Zuschauer durch verstopfte Straßen, Fleischfabriken und Kraftwerke fliegen lässt, kreieren Klangkarussell eine dystopische Grundstimmung und richten Jericho damit gegen eine solche Zukunft aus. Spannend und unglaublich gut gelungen, ist Jericho Klangkarussells vierter Song, der in kurzer Zeit hintereinander veröffentlicht wurde und ein baldiges, zweites Album vermuten lässt.

Calvin Harris – Vom Popdance zum Soul-Futuremix

Eine Wandlung, die der Brite Calvin Harris bereits einige Male vollzogen hat, ist die Ausrichtung seiner Musik. Klang Harris auf seinem Debütalbum I Created Disco nach Funk und Disco, wurde bereits beim zweiten Album Ready For The Weekend ein deutlich modernerer Dancesound gewählt. Schließlich folgte mit den beiden Alben 18 Months und Motion der internationale Durchbruch und der Beginn einer Featuring-Ära. So gaben sich Künstler, wie Florence Welsh, Kelis, Ellie Goulding, Ne-Yo, Example, John Newman, Hurts, Rihanna, Pharell Williams und Katy Perry die Klinke in die Hand und wechselten sich im Tonstudio ab. Nun hat sich Harris abermals musikalisch verändert und den Sound der 80er Jahre aufgegriffen. Dabei greift er nicht nur die populären Elemente auf, sondern arbeitet auch mit Sounds wie Soul, Miami-Bass und Hip-Hop. Auf Harris‘ nun veröffentlichter Single Faking It sind zwar ebenfalls, mit der amerikanischen Sängerin Kehlani und dem Rapper Lil Yachty zwei Gaststimmen zu hören, doch klingt der ganze Song nach schwülwarmen Sommernächten und erotischen Momenten. Vollgepackt mit Synthiebeats ist Faking It für die nächtlichen Momente zu zweit genauso passend, wie für einen Strandausflug – und sei es in Gedanken. Harris zeigt damit, dass er, trotz des enormen Erfolges seiner zwei vorangegangenen Alben, immer noch den Mut hat, seinen Sound zu verändern und neues Terrain zu betreten.

The Wombats – Zum 10-jährigen Jubiläum eine Zitrone

Vor zehn Jahren schallte es aus allen Lautsprechern Moving To New York und Let’s Dance To Joy Division und die drei Jungs von The Wombats wurden zu den größten Bands der britischen Indie-Szene. Noch heute sind die Hits, die damals die Top-20 der britischen Singlecharts erreichten in jeder Indie-Disco zu hören. Stetigkeit spielt also damals wie heute eine große Rolle bei den, seit Anfang an zusammen spielenden, Briten. Schließlich gibt es The Wombats, seit der Entstehung 2003 in der Originalbesetzung mit Tord Øverland Knudsen, Matthew Murphy und Dan Haggis. Im Durchschnitt alle 2 – 3 Jahre veröffentlichen sie seitdem Alben und haben nun mit der Single Lemon To A Knife Fight das vierte Studioalbum Beautiful People Will Ruin Your Life angekündigt. Darauf klingen sie so sehr nach Indie, wie eh und je. Allerdings nicht mehr ganz so schnell, wie noch auf den ersten beiden Alben A Guide to Love, Loss & Desperation und This Modern Glitch. Dabei sind Gitarren, Haggis‘ markante Stimme und ein eingängiger Beat ebenso mit dabei, wie die Verlässlichkeit, immer noch eine volle Ladung The Wombats zu hören. Interessanterweise klingt die Band auf Lemon To A Knife Fight deutlich erwachsener, klarer, stärker und weiser. Dies ist kein Comeback, sondern die Fortsetzung eines Sounds, der in den letzten Jahren deutlich zu kurz gekommen ist. Indie lebt! The Wombats leben!

Fever Ray – Ein Alias der Kreativität

Es gibt viele Wege, diese Stimme vorzustellen. Karin Dreijer Andersson, Fever Ray, eine Hälfte von The Knife oder Karin Elisabeth Dreijer. Alle führen zur selben Person – denn die schwedische Sängerin ist unter all diesen Namen aktiv. Und selbst hier könnte man die Liste noch verlängern, so hat Dreijer unter anderem bei Songs von Röyksopp und Deus mitgewirkt. Immer gleich bliebt allerdings Dreijers markante, einzigartige Stimme. Diese changiert irgendwo zwischen fernöstlichem Klang und südenglischem Akzent. Mit Fever Ray hatte Dreijer bereits Anfang 2009 ein Album veröffentlicht, das durch dunklen Elektro-Pop auffiel. Dies sollte für Jahre das einzige Album unter diesem Namen bleiben. Doch als sich die Geschwister Dreijer – das Duo The Knife bestand aus Karin und ihrem Bruder Olof Dreijer – schließlich 2014 für eine Auflösung der Band entschieden, wurde wieder Platz für längst vergangene Projekte. Und so gab es vor einigen Tagen die überraschende Veröffentlichung eines zweiten Albums unter dem Alias Fever Ray. Die Zeit zwischen beiden Alben sollte nicht unbemerkt am Sound Fever Rays vorbeigehen. So ist ihr nun veröffentlichtes Album Plunge deutlich mehr von Synthesizern geprägt und hat mehr verfrickelte Nuancen zu bieten. Auch klingt Dreijer stimmlich weicher und präsenter denn je. Die erste Singleauskopplung To The Moon And Back hört sich daher deutlich poppiger und froher an, als man es von Fever Ray bisher gewohnt war. Wagt sich Dreijer musikalisch eh stets mehr als andere Künstler, wird auf To The Moon And Back deutlich, wie weit sich die Sängerin zwischen Pop, Indie und Elektro austobt. Dabei klingt To the Moon And Back modern, schnell und immer auch mit einem Hang nach einem Überhitzen der Synthesizer an – und somit wiederum typisch nach Karin Dreier Andersson.

I’m Not A Band – Musik in unglaublicher Perfektion

Die ersten Sekunden eines Songs sind, vor allem bei weniger bekannten Bands, die wichtigsten. Laden sie doch den Hörer ein, neugierig zu sein und dem Song zu folgen – fast schon zu vertrauen, dass man Gefallen daran findet. Im Falle des Berliner Duos I’m Not A Band zeigen sie uns mit dem Song Swimming genau diese Technik. Dabei erinnert der Anfang an die Berliner Elektrohelden von Moderat. Doch während Moderat im September ihr Abschiedskonzert gaben, und wohl für Jahre von der Bildfläche verschwinden, schaffen I’m Not A Band diese Lücke zu füllen. Denn Swimming ist nicht weniger, als die Perfektion eines Songs. Er ist zu gut, um nicht in Berliner Elektro-Clubs gespielt zu werden und schafft den Bogen zum Pop, um auch im Radio zu laufen. Dabei mischen Simon Ortmeyer und Stephan Jung so viele Einflüsse miteinander, dass einem die Spucke weg bleibt und man einfach nur tanzen möchte. Hier kommen ein dunkler Housesound, hallende Gesänge, Geigen, Gitarren und hypnotisieren Beats zusammen und erschaffen so einen Song der Perfektion in jeder Sekunde ausstrahlt. Die passende Stimmung aus Melancholie und Aufbruch steht dabei jederzeit im Vordergrund. Mit ihrem zweiten Album Past Forward haben I’m Not A Band nicht weniger, als ein Meisterwerk abgelegt. Und wer sich nicht gleich an einen ganzen Langspieler wagt, sollte Swimming einmal auf Repeat laufen lassen. Es ist Herbst, es ist dunkel, es ist Zeit für I’m Not A Band und Swimming!

Ofenbach – Der Zweite Streich folgt sogleich

Mit Be Mine hatte das französische Duo Ofenbach so ziemlich genau vor einem Jahr einen absoluten Hit gelandet, der in Europa für einige goldene Schallplatten verantwortlich war. Nun steht die nächste Singleveröffentlichung ins Haus und Ofenbach werden gar noch besser. Denn mit Katchi liefern sie nicht nur einen satten Housetrack ab, sondern verbinden gleichzeitig auch noch Jazz, Soul, Rhythm & Blues mit ihrem Sound. Dabei unterstützt sie der amerikanische Sänger Nick Waterhouse, der mit seiner Rock’n’Roll-Stimme für den extra drive sorgt. Katchi spielt dabei in seinem ganz eigenen Genre und ist der Inbegriff für Partymusik. Schmunzeln dürfen wir bei dem Funfact, dass das Wort Katchi für eine ganz besondere Art des Sexes steht und Ofenbach somit, doppeldeutig fahren können. Zum einen klingt der Sound catchy und zum anderen arbeiten die Franzosen an einer, sehr tanzbaren Art, verrucht zu klingen. Diesen Spagat schafft das Duo derart beeindruckend, dass wir fast schon im Katchi-Fieber die Hände hochreißen und mittanzen. Aber Achtung! Hört den Song nicht zu leise!

The Best Of 2017 Vol.: 09

01. Angus & Julia Stone – Chateau

02. Ary – Already There

03. Cosby – Get Up

04. Dagny – Wearing Nothing

05. James Hype feat. Kelli-Leigh – More Than Friends

06. Mausi – Famous

07. Nick Mulvey – Mountain To Move

08. Nilüfer Yanya – The Florist

09. Oscar And The Wolf – Breathing

10. Portugal. The Man – Feel It Still

11. Gloria – Immer Noch Da

12. RY X – Bad Love

13. SG Lewis feat. Toulouse – Times We Had

14. Shout Out Louds – Porcelain

15. Sigrid – Plot Twist

16. Sion Hill – Elephant

17. Skott – Mermaid

18. Someone – The Deep

19. SYML – Where’s My Love

20. Vance Joy – Lay It On Me

21. Woodes – Run For It

22. Thirty Seconds To Mars – Walk On Water