MIA. – Fünf lange Jahre sind vorbei

Mit Biste Mode hatten die Berliner von MIA. das letzte Mal 2015 ein neues Album veröffentlicht. Mit direkten Songs und einem ungewohnt direkten Berliner Dialekt überraschte Mieze und Band mit einem persönlichen Album, welches – anders als zuvor – auch mal ganz ohne Elektropop auskam. Nun gibt es mit KopfÜber die erste neue Single seit 2015 und zeigt, wo MIA.s Stärken sind. Mit einem mitreißend, organischen Sound – der aus Gitarren, Schlagzeug und leichten Synthies besteht –  und gewohnt eingängigen Texten lassen MIA. keinen Zweifel daran, uns direkt zu erreichen und das Gefühl des Neuanfangs mit uns zu teilen. Denn das war es, was die Band nach zwanzig Jahren des Bestehens brauchte – einen Neuanfang. Dieser fällt vielleicht nicht ganz so stark aus, wie man es von anderen Acts kennt, doch sind die vier Musiker bei den Arbeiten für das kommende siebente Album Limbo enger zusammengewachsen, als es die zwanzig Jahre zuvor zuließen. So ist ein neues WIR-Gefühl entstanden, welches die Band zur Energiegewinnung für die nächsten Jahre nutzte. Nun sind sie mit KopfÜber auf der Tanzfläche zurück und erobern unsere Herzen im Sturm zurück.

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Biste Mode hauen MIA. raus

Mit Singles wie ‚Queen‘ und ‚Lauffeuer‘ haben sich MIA. zuletzt eher ins Abseits geschossen. Fehlte doch die Innovation, die einst zu dieser Band gehörte. Seit nunmehr drei Alben hat sich an ihrem Sound, betrachtet man sich ausschließlich die Singleveröffentlichungen, nur noch sehr wenig verändert? Ob ‚Mein Freund‘, ‚Fallschirm‘, ‚Lauffeuer‘ oder eben ‚Queen‘, wenn Songs nicht mehr von den jeweiligen Alben zu unterscheiden sind, wird zwangsläufig auch eine Übersättigung dieses Sound stattfinden. Eine Weile kann dieses Schema gut gehen, doch anhand der letzten beiden Singles könnte man beobachten, dass die Relevanz der Band MIA. Zu sinken scheint.

Und dann ist da der Song ‚Biste Mode‘ der seit langem alles von MIA. über den Haufen wirft. ‚Biste Mode‘ ist kein Elektropop-Song, er ist auch kein Protestsong. ‚Biste Mode‘ ist eine ungewöhnlich entspannte Pop-Nummer die gänzlich auf elektronische Unterstützung verzichtet. Stattdessen hört man Gitarren und eine berlinernde Mieze. So sympathisch MIA. seit jeher waren, steigert ‚Biste Mode‘ den Sympatiefaktor nun ins unermessliche. Gleichzeitig trauen sich MIA. endlich an etwas Neues, das gleichzeitig auch an etwas Altes – wie an das erste Album ‚Hieb & Stichfest‘ – erinnert. L

Wie Mieze im Song selbst singt „Machste mit biste Mode, machstet nich hast’n Stich“. Und so machen sie nicht mehr mit und sagen selbst was Mode ist.

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