The Kooks – Der Sound der ersten Stunde

Lange war er weg, der typische Indiesound der Brightoner Band The Kooks. Hingen die Fans doch an Songs wie Sofa SongNaïveShe Moves In Her Own Way oder Ooh La und tanzten dazu ganze Nächte durch. War die Veränderung des zweiten Albums Konk noch moderat, fielen vor allem die Alben Junk Of The Heart und Listen durch. Nach ihrem 2017er The Best Of… So Far läuteten die Vier nun mit ihrem kommenden, fünften Studioalbum Let’s Go Sunshine eine Wende ein und besinnen sich auf den Sound ihrer ersten Stunden. Bereits auf der Single All The Time konnte man diese Wendung deutlich heraushören. Mit ihrer nun veröffentlichten Single Four Leaf Clover sind sie endgültig zurück und lassen die Tanzschuhe zappeln. Mit schnellem Gesang Luke Pritchards und zitternden Gitarren klingt Four Leaf Clover so frisch, wie einst vor 13 Jahren, als die rotzfrechen Jungs noch mit provozierenden Äußerungen die Indiewelt eroberten. Dass eine Band nach 13 Jahren so frisch und wach klingt, ist keine Selbstverständlichkeit und zeigt, dass sich die Band mit sich selber auseinandergesetzt hat und – im Falle der Kooks – nicht davor zurückschreckt, sich zu wiederholen.

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The Kooks – Selbstkritik als Best Of

The Kooks – Be Who You Are

Gegründet vor 13 Jahren haben ‚The Kooks‘ aus Großbritannien alles erreicht, was man sich als Rockband vorstellen kann. Nicht nur, dass sie mit ihrem Debütalbum Inside In/Inside Out und den darauf enthaltenen Singles Naïve und She Moves In Her Own Way in die Top-10 der britischen Album- und Singlecharts stiegen, sondern schafften sie auch mit ihrem zweiten Werk Konk den Sprung an die Spitze der Charts. Doch Zeiten ändern sich und der Musikgeschmack ebenfalls. So hatten es ab 2010 speziell britische Indie-Bands schwer, dauerhaft erfolgreich zu sein. Dies holte schließlich auch ‚The Kooks‘ ein und schafften es die beiden nachfolgenden Alben Junk Of The Heart und Listen nur noch auf Platz 10 und 16 der britischen Albumcharts. Nun hat das Quartett allerdings eine Zäsur gesetzt und bringt im Mai mit The Best of… So Far ein Best-Of Album auf den Markt, das auch zwei neue Songs beinhaltet. Einer davon – Be Who You Are – wurde gerade veröffentlicht und zeigt ‚The Kooks‘ von einer Seite, die zwischen Schulband und dem altbekannten und beliebten Schema des Indies springt. Da gibt eine schnelle Gitarre zu Anfang den Ton an und erinnert an musikalische Untermalungen von amerikanische Teenager-Serien wie Dawson’s Creek und Wunderbare Jahre oder auch Filmesoundtracks wie 10 Things I Hate About You und Juno, ehe Luke Pritchard mit seiner einzigartigen Stimme einsetzt und alles wegbläst und den Fan genau da abholt, wo ihn die Band 2005 mit Konk zurückgelassen hat – bei direktem und jugendlichen Indie. Dabei singt Pritchard über den Werdegang ein Star zu werden und wieder fallen gelassen zu werden. Somit ist Be Who You Are wohl auch autobiografisch zu sehen und als Selbstkritik an so manch fragwürdiger Aktion der Band zu sehen. Doch das hat ‚The Kooks‘ noch nie davon abgehalten zu schreien und zu tanzen. Und letztendlich ist es das, was wir an ihnen lieben.