Filous & The Kooks - Hey Love

Filous & The Kooks – Die wohl entspannteste Single des Spätsommers

Mit ihrem letzten Album Let‘s Go Sunshine schafften es die britischen Indie-Rocker von The Kooks nach zehn Jahren endlich wieder in die Top-10 der britischen Albumcharts. Dabei war es die Rückkehr zum Sound der Anfangstage und Songs, wie All The Time oder Four Leaf Clover mit der die Band im 15. Jahr ihres Bestehens wieder Fans zurückgewinnen konnte. Nun haben sich Frontsänger Luke Pritchard, Gitarrist Hugh Harris und Schlagzeuger Alexis Nuñez für die neue Single Hey Love mit dem österreichischen Produzenten Filous zusammengetan und einen Song veröffentlicht, der so entspannt klingt, dass man sich ein wenig an die chilligen Songs von Mando Diao erinnert fühlt. Hier hat sich Filous große Mühe gegeben, mit den Jungs zusammen einen Song zu produzieren, der auf den letzten Alben aufbaut aber auch einen Touch Wiener-Gemütlichkeit enthält. Diese Gemütlichkeit hören wir bereits zu Beginn heraus und fangen fast an zu einem entspannten Gitarrenspiel und Pritchards gelassenem Gesang zu schunkeln.

Filous & The Kooks

Filous & The Kooks

Dabei ertönen im Hintergrund mal Violinen, mal ist es die verspielte Gitarre, die den Sound angibt. Filous sagt dazu in einem Interview, dass man nicht oft die Gelegenheit bekommt, mit einer Band zusammenzuarbeiten, die eine ganze Generation geprägt hat und fügt hinzu: für diese Gelegenheit, mit The Kooks zusammen Musik zu machen, bin ich sehr dankbar. Vom Schreiben des Songs, bis zur Produktion mit ihnen wurde ich Zeuge von ihrer brillanten Intuition, die allgegenwärtig in ihren Songs ist. Die Idee hinter dem Song war es, ihren britischen Sound einen Touch Wien zu verleihen. Wie das klingt, können wir nun auf Hey Love hören. Filous hat seinen verspielten Mix aus Elektro und Indie für Hey Love dabei etwas heruntergefahren und klingt nicht mehr ganz so flippig, wie noch auf seinem Indie-Hit Bicycle. Mit Hey Love bringen uns Filous und The Kooks einen Song aufs Ohr, der sich entspannt an den nahenden Spätsommertage orientiert.

The Kooks – Der Sound der ersten Stunde

Lange war er weg, der typische Indiesound der Brightoner Band The Kooks. Hingen die Fans doch an Songs wie Sofa SongNaïveShe Moves In Her Own Way oder Ooh La und tanzten dazu ganze Nächte durch. War die Veränderung des zweiten Albums Konk noch moderat, fielen vor allem die Alben Junk Of The Heart und Listen durch. Nach ihrem 2017er The Best Of… So Far läuteten die Vier nun mit ihrem kommenden, fünften Studioalbum Let’s Go Sunshine eine Wende ein und besinnen sich auf den Sound ihrer ersten Stunden. Bereits auf der Single All The Time konnte man diese Wendung deutlich heraushören. Mit ihrer nun veröffentlichten Single Four Leaf Clover sind sie endgültig zurück und lassen die Tanzschuhe zappeln. Mit schnellem Gesang Luke Pritchards und zitternden Gitarren klingt Four Leaf Clover so frisch, wie einst vor 13 Jahren, als die rotzfrechen Jungs noch mit provozierenden Äußerungen die Indiewelt eroberten. Dass eine Band nach 13 Jahren so frisch und wach klingt, ist keine Selbstverständlichkeit und zeigt, dass sich die Band mit sich selber auseinandergesetzt hat und – im Falle der Kooks – nicht davor zurückschreckt, sich zu wiederholen.

The Kooks – Selbstkritik als Best Of

The Kooks – Be Who You Are

Gegründet vor 13 Jahren haben ‚The Kooks‘ aus Großbritannien alles erreicht, was man sich als Rockband vorstellen kann. Nicht nur, dass sie mit ihrem Debütalbum Inside In/Inside Out und den darauf enthaltenen Singles Naïve und She Moves In Her Own Way in die Top-10 der britischen Album- und Singlecharts stiegen, sondern schafften sie auch mit ihrem zweiten Werk Konk den Sprung an die Spitze der Charts. Doch Zeiten ändern sich und der Musikgeschmack ebenfalls. So hatten es ab 2010 speziell britische Indie-Bands schwer, dauerhaft erfolgreich zu sein. Dies holte schließlich auch ‚The Kooks‘ ein und schafften es die beiden nachfolgenden Alben Junk Of The Heart und Listen nur noch auf Platz 10 und 16 der britischen Albumcharts. Nun hat das Quartett allerdings eine Zäsur gesetzt und bringt im Mai mit The Best of… So Far ein Best-Of Album auf den Markt, das auch zwei neue Songs beinhaltet. Einer davon – Be Who You Are – wurde gerade veröffentlicht und zeigt ‚The Kooks‘ von einer Seite, die zwischen Schulband und dem altbekannten und beliebten Schema des Indies springt. Da gibt eine schnelle Gitarre zu Anfang den Ton an und erinnert an musikalische Untermalungen von amerikanische Teenager-Serien wie Dawson’s Creek und Wunderbare Jahre oder auch Filmesoundtracks wie 10 Things I Hate About You und Juno, ehe Luke Pritchard mit seiner einzigartigen Stimme einsetzt und alles wegbläst und den Fan genau da abholt, wo ihn die Band 2005 mit Konk zurückgelassen hat – bei direktem und jugendlichen Indie. Dabei singt Pritchard über den Werdegang ein Star zu werden und wieder fallen gelassen zu werden. Somit ist Be Who You Are wohl auch autobiografisch zu sehen und als Selbstkritik an so manch fragwürdiger Aktion der Band zu sehen. Doch das hat ‚The Kooks‘ noch nie davon abgehalten zu schreien und zu tanzen. Und letztendlich ist es das, was wir an ihnen lieben.

The Kooks - See Me Now

The Kooks – Die Reinkarnation des Bekannten

Das Album der Kooks Listen ist nun schon 12 Wochen auf dem Markt und was bleibt ist die nüchterne Erfahrung, das in Großbritannien nichts Bestand hat. Das mussten die vier Briten mit dem vierten Album schmerzlich spüren. Kam es doch über einen 16. Platz nicht hinaus. Ebenso sah es mit den Kritiken des Telegraphen oder des Guardians aus, konnten sie doch nicht viel mit dem Album anfangen und gaben nur durchschnittliche Bewertungen ab. Dies ermöglicht jedoch den Jungs eine neue Herangehensweise an die kommende Musik. Ist doch der Druck verflogen und sind sie zu einem festen Bestandteil der britischen Popmusik geworden. Von diesem Standpunkt betrachte, eröffnen sich die Songs auf Listen nochmals ganz neu. Und so ist Singleauskopplung Nummer fünf See Me Now eine wunderbar harmonische Popballade ohne den typisch, hektischen Klang der vergangenen Kooks.