Walking On Cars – Mit Synthies kommt der neue Sound

Sie sind für ihre Hymnen bekannt. Mit ihrem ersten Album Everything This Way und den daraus veröffentlichten sechs Singles wie Speeding Cars, Always Be With You oder Catch Me If You Can hatten Walking On Cars ein grandioses Debütalbum veröffentlicht. War es doch gespickt mit großartigen Rockhymnen, die für das Stadion gemacht schienen. Der Erfolg, der im Anschluss folgte, bestätigte dies schließlich. Dass dieser Erfolg nicht von großen Plattenbossen kam, zeigt die Geschichte der Band. Denn hier kann man sehen, dass sie ihre Musik bereits vor ihrem Plattenvertrag mit auffällig guten Musikvideos veröffentlichte und die Songs selbst in einer Detailtreue in ihrer Heimat Irland produzierten. So konnte man, bereits bevor sie zu Virgin EMI kamen, die meisten Songs in Form von Musikvideos im Netz finden. Dieses Jahr kommen Walking On Cars mit dem zweiten Album Colours zurück und haben mit Monster Ende letzten Jahres bereits eine erste Single veröffentlicht. Nun folgt mit Coldest Water die zweite Auskopplung und überrascht mit einem Sound, der deutlich elektronischer ist. Hier schafft es die Band um Frontsänger Patrick Sheehy Alternative, Pop und Elektropop so zusammenzubringen, dass daraus eine frische aber doch auch neue Farbe der Band zum Vorschein kommt. Mit Coldest Water zeigen Walking On Cars eine angenehm neue Seite, ohne ihren Fans der ersten Stunde zu viel zuzumuten.

Walking On Cars – Starke Rückkehr

Sie beginnen ein neues Kapitel – die irische Rockband Walking On Cars ist nach drei Jahren Pause zurück und hat am vergangenen Freitag mit Monster die erste Single aus dem kommenden, zweiten Album Colours veröffentlicht. Dabei bleiben sie dem Sound treu, der sie vor knapp vier Jahren europaweit in die Charts brachte. Mit der starken aber einfühlsamen Stimme von Frontsänger Patrick Sheehy, großen Rockhymnen und Melodien, die zu Ohrwürmern wurden, hatten es Walking On Cars binnen kürzester Zeit mit Songs, wie Always Be With You, Catch Me If You Can und Speeding Cars geschafft, die Radiolandschaft zu erobern und mit letzterer Single sogar in acht europäischen Ländern zu charten. Als SOML die Band im Mai 2016 zum Interview traf, zählten sie als zukünftige Ziele unter anderem auf, auf Festivals spielen zu wollen und ein zweites Album zu veröffentlichten. Waren die Festivals bereits zum Sommerende 2016 von der Liste abgehakt, gilt mit der nun folgenden Veröffentlichung ihres neuen Albums, die nächste Hürde als geschafft. Dabei klingt Monster tief und lässt die Kraft der Band spüren. Was sich als Frage – nach Veröffentlichung des ersten neuen Bandfotos – allerdings stellt, ist: wo ist Dan? Dessen Name findet sich zwar weiterhin auf den Infoseiten von Facebook und bei Wikipedia, doch fehlt er auf dem Foto und sorgt daher für Gerüchte. Doch solange wir nicht mehr wissen, genießen wir den satten Sound von Monster.

Walking On Cars @ Frannz Club

Walking On Cars – Konzertkritik (Frannz Club Berlin)

Nun sind sie da. Walking On Cars haben vor wenigen Tagen auch in Deutschland ihr Debütalbum Everything This Way veröffentlicht und kamen dafür nochmals nach Berlin um ihre Songs einem größer gewordenen Publikum zu präsentieren. Und vor allem, im direkten Vergleich mit dem Showcase-Konzert im Privatclub im Frühjahr, kann man sagen, dass hier eine enorme Steigerung stattgefunden hat.

Causes @Frannz Club
Causes @Frannz Club

Die Niederländer von Causes wärmten auf

Doch erst einmal machten die Niederländer von Causes eine gute, wenn auch ungewöhnliche Figur. Standen da doch vier gestandene Männer auf der Bühne, hörte sich der Sound zeitweise eher nach ein paar jungen Nerds an. Dies allerdings nur im positivsten Sinne, waren Songs wie Teach Me How To Dance With You, To The River und All For Us doch Gefühlsgaranten, die dem Start in den Abend keinen Abbruch tun sollten. So blieb festzustellen, dass Causes, trotz der Authentizitätsfrage ihres Wirkens, einen wunderschön, melodischen Pop ablieferten.

Tick Tock und die Iren waren da

Es war nicht einfach nur die Bühne, sondern auch die großen Gesten, der Sound und das Publikum, dass dieses Konzert so sehr hatte anders wirken lassen. Schon direkt zu Beginn legten die Iren mit Tick Tock los und hatten das Publikum sofort auf ihrer Seite. Anders als beim Showcase waren nun deutlich mehr junge Mädchen dabei, die mit Eddingen und Postern auf ihre Lieblinge warteten. So war es auch nicht verwunderlich, dass ordentlich mitgesungen wurde.
Es folgten Ship Goes Down und At Gunpoint bei denen Frontsänger Patrick Sheehy deutlich direkter und losgelöster wirkte als beim ersten Konzert.

Mit Always Be With You folgte dann auch der erste große Song, den die Band gemeinsam mit dem Publikum performte. Doch der eigentlich, erste emotionale Höhepunkt fand bei einem neuen Song statt. Find Me Now war eine brachiale Wand von einem Rocksong und klang dennoch zerbrechlich. Hier wirkte selbst die so neue Freiheit der Band noch ganz dünn. So sah man Sheehy an, dass hier etwas in ihm anschwoll und er zwar mit der Band das Gefühl des Songs bestimmte, sich diesem aber dennoch auch völlig hingeben konnte. Kurzzeitig sollte man denken, dass dies wohl der authentischste Moment sein sollte, den wir an diesem Abend erleben sollte, um nur kurze Zeit später, von neuen belehrt zu werden, dass die ganz großen Gefühle einfach zur Band passen. Hatten sie doch nach Loves Back Down direkt zu Flying High Falling Low eingestimmt und den Moment der Entstehung beschrieben. So hatten sie eine Vorweihnachtszeit, in der alle Bandmitglieder sich vollständig auf die Band konzentrierten und jeden Euro in diese steckten, allerdings zu Weihnachten kein Geld hatten um ihren Liebsten etwas zu schenken und ihnen so, aus Dankbarkeit, auch nur eine kleine Freude zu machen.
Hörte man sich diese Geschichte an, hatte man gleich dieses Gefühl, jemanden nicht genug gedankt zu haben. Und so war Flying High Falling Low nicht von ungefähr, genau darauf aus, dieses Gefühl zu erzeugen.

Walking On Cars @ Frannz Club
Walking On Cars @ Frannz Club

Zum Finale immer größer

Es folgten Two Stones und Hand In Hand die abermals zum mitsingen animierten und das Publikum nicht lange bitten musste. Hier geriet Sheehy sogar so in Ekstase, dass ihm glatt bei seinen großen Gesten das Mikrofon aus der Hand fiel. Doch wer glaubte, dass es ausschließlich Teenager in den Frannz Club gezogen hatte, wurde überrascht. Waren doch nicht wenige Mittdreißiger, die nur weiter hinten standen und dennoch jeden Song textlich beherrschten, anwesend.

Nach einem, fast schon obligatorischen, Abgang und einer Verabschiedung dauerte es nicht lange, bis die fünf für eine Zugabe wieder auf die Bühne kamen und mit Don’t Mind Me und Catch Me If You Can nochmal das ganz große Geschütz ausfuhren. Was folgte war keine geringere als die erste Singleauskopplung in Deutschland –  Speeding Cars, die den Abend so sehr abrundete, dass selbst eingefleischte Rockfans fragten, was das denn gerade für ein wahnsinnig gutes Konzert war.

Sheehy, konnte sich, obwohl er groß und schlaksig gewachsen ist, überraschenderweise sehr galant und fließend zu seinem Sound bewegen und blieb dabei die ganze Zeit authentisch. Die Bandmitglieder um Patrick Sheehy – Sorcha Durham, Dan Devane, Paul Flannery und Evan Hadnett steuerten ihr übriges dazu bei, einen Liveauftritt Walking On Cars als Belohnung zu empfinden. Eine Belohnung für was? Das blieb dem Publikum 12 Songs lang selbst überlassen herauszufinden.

Walking On Cars – Wo stehst Du?

Vor einem Jahr wurden Walking On Cars hier bereits mit ihrem Song Always Be With You vorgestellt. Die Erwartungen waren groß an das Jahr 2015. Doch blieb ihnen der Durchbruch bis jetzt verwehrt. Nun wird ein neuer Anlauf gewagt. Mit Speeding Cars schaffen Sie es gar noch opulenter zu klingen als sie sich ohnehin anhören, so ist Patrick Sheehy’s Stimme noch facettenreicher. Dazu kommt, dass sowohl der Musik als auch dem Gesang mehr Raum gegeben wurde. Wie das klappt und was dafür reduziert wurde, kann man so gar nicht ausmachen. Jedoch hört man klar raus, dass die Band aus Irland mehr wollen, als nur einem Nischendasein zu fristen. So folgt auf die nun veröffentlichte Single Speeding Cars dann auch Ende Januar ihr Debütalbum Everything This Way. Spätestens dann werden wir wissen, wo sich Walking On Cars wiederfinden werden.

Walking On Cars – sie stehen an dem Punkt der so vieles für Ihre Zukunft bedeutet

Es ist diese Frage, die viele sich nie im Leben stellen wollen und doch irgendwann damit konfrontiert werden. Die Frage nach einer Entscheidung die das Leben verändern könnte. Genau an diesem Punkt ist die irische Rock/Pop-Band Walking On Cars angekommen. Spielten sie sich doch, seit ihrer Gründung 2010, Monat für Monat, Jahr für Jahr durch die irischen Pubs und Festivals und lenkten so immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. Bis ungefähr Mitte 2014, floß noch jede Einnahme in die Band zurück und deckte so nur das Nötigste um das Leben der Bandenmitglieder bestreiten zu können. Und so kam es zu der Entscheidung den nächsten großen Schritt zu gehen. Da kam es Walking On Cars gerade recht, dass EMI Records an die Tür klopfte. Nun, mit einem großen Plattenlabel im Rücken, breiten sich auch die Flügel der Band aus, dies hört man nicht zuletzt in ihren Songs. Ist doch die neue Single Always Be With You eine frische Pop/Rocknummer die an die guten Zeiten des amerikanischen Pop/Rocks á lá Lifehouse und The Calling erinnert. Denn waren es gerade die warmen Stimmen der Frontsänger, die dazu führten, dass man sich gut aufgehoben fühlte. So wird man sehen wie weit ihre Flügel sich ausbreiten können.