Nick Murphy – Elektrosoul mit viel Druck

Nick Murphy – Your Time

Bereits die erste Single Fear Less hatte gezeigt, dass die Veränderung, die sich auch im Namen widerspiegeln, 2016 an Bedeutung gewinnen sollte. So wurde aus Chet Faker – Nick Murphy und aus dem Ambient-Elektro ein experimenteller Alternativesound mit einer elektronischen Produktion. Mit seinem, vor kurzem veröffentlichten, Song Your Time geht der Australier nun noch einen Schritt weiter und bricht mit einem Elektro-Soul aus, der hier und da schwer wabernde Beats vor sich her treibt. Murphy, der Mitte Mai mit Missing Link eine erste EP unter seinem Geburtsnamen veröffentlicht hat, zeigt, dass der stetige Fluss an Inspiration bei ihm wohl nicht so schnell zu versiegen mag. Dass er selbst diesen Wandel lebt, zeigt er mit Kommentaren in Interviews und Facebook-Post wie „This is for you. A bridge between what’s out and what’s coming“ mit dem er Your Time Anfang Mai ankündigte. Es kommt einem experimentellen Pendel gleich, gibt es auf den ersten neuen Songs auch immer wieder Referenz-Sequenzen zu Murphys Alter Ego Chet Faker, ist sein Sound am Ende jedoch wieder frisch und anders.

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Chet Faker wird zu Nick Murphy – und experimentell

Nick Murphy - Fear Less

Nick Murphy – Fear Less

Chet Faker gilt seit jeher als Sonderling der australischen Musiklandschaft. Hatte der, aus Melbourne kommende, Nicholas James Murphy alias Nick Murphy, der hinter dem Künstlernamen Chet Faker steckte, doch von Anfang an mit seinen ruhigen Elektrosongs für einen Hype gesorgt. Daraus entstanden sind Kollaborationen mit Flume, Marcus Marr und Banks. Sein 2014 veröffentlichtes Debütalbum Built On Glass heimste dann nicht nur Platz eins der australischen Albumcharts ein, sondern brachte ihm auch unzählige positive Kritiken der Musikzeitschriften weltweit ein. Nun hat sich Chet Faker dazu entschieden, sein Alter Ego einzupacken und so veröffentlicht Nick Murphy gerade unter seinem Realnamen die erste Single für sein zweites und zugleich erstes Album unter seinem echten Namen. Beginnt Fear Less noch mit ruhigen Glockentönen und ganz leise einsetzenden Sounds, kippt der Song nach ca. 90 Sekunden und entwickelt sich zur musikalischen Untermalung einer Dystopie. Mit drückenden Beats, lang gezogenen Refrain, sowie bedrohlich gesungenen Texten schafft Murphy ein Kunstwerk von einem Song und erinnert damit an Bands wie Radiohead. Fear Less präsentiert Murphy experimentell, einsam und gleichzeitig unglaublich bedrohlich.