Pohlmann - Glashaus

Pohlmann – …der werfe den ersten Stein

Es geht um die Frage unserer Zeit – wie stark können wir unser Verhalten und wie stark sollten wir unser Verhalten ändern. Das besingt Pohlmann auf seiner neuesten Veröffentlichung. Dabei klingt die Frage nach unserem Verhalten so banal – sind sich doch die meisten bewusst, dass wir in Zugzwang gekommen sind und endlich Taten folgen lassen müssen. Doch wie sieht dies aus? Wir alle kennen die Momente, die uns als Konsumenten den Spiegel vorhalten. Kaufe ich die Hähnchenbrust aus der nachhaltigen Aufzucht oder doch die Stallhaltung. Hole ich Obst und Gemüse frisch und einzeln oder kaufe ich es in der Plastikverpackung?! Am Ende weisen Preisunterschiede oftmals den Weg und halten uns den Spiegel unseres eigenen Anspruches vor. Denn dann zeigt sich, wie ernst wir es mit unseren Absichten meinen. Bequemlichkeit und Gewohnheit spielen hier eine große Rolle und bedeuten nicht, den Finger auf andere zu zeigen, sondern ganz nüchtern bei sich selbst zu beginnen. Von dieser Misere handelt auch Pohlmanns neue Single Glashaus, die gekonnt mit Sprichwörtern arbeitet und hinterfragt, wie konsistent mein Handeln ist. Dabei singt Pohlmann aus der Ich-Perspektive und hält keinen Vortrag. Mit der gewohnt lässigen Art und der ruhigen Stimme Pohlmanns, ordnet sich die Gitarre wunderbar zurückhaltend in den Song ein und lässt die losen Percussions den Takt angeben. Glashaus ist bereits die dritte Singleauskopplung aus seinem – für den 11. September angekündigten – neuen Album falschgoldrichtig. Schaut man sich die Single Besonnen an, wird klar, dass dieses Album einmal mehr sehr viel Tiefgang haben wird.

Pohlmann - Himmel Und Berge

Pohlmann – Vor dem Sommer kommen Himmel und Berge

Ingo Pohlmann oder Pohlmann, wie er sich schlicht nennt ist kein Unbekannter in der deutsche Poplandschaft. Dennoch kennen ihn die meisten nicht. Spielt man ihnen Wenn jetzt Sommer wär, aus dem Jahr 2006, vor, setzt allerdings schnell der a-ha-Effekt ein. War dieser Song doch ein absoluter Radiohit und wurde über Jahre immer wieder bei zu kalten Sommern gespielt. Dass Pohlmann allerdings viel mehr als nur der Wenn-jetzt-Sommer-wär-Sänger ist zeigen seine vier Alben und weitere EP’s. Mit Songs wie Der Junge ist verliebt, Mädchen und Rabauken oder Für Dich zeigt er immer wieder, wie einfühlsam, melodisch, positiv und auch traurig deutschsprachige Musik klingen kann. So ist die erste Single Himmel und Berge, aus seinem kommenden, fünften Album Weggefährten, dann auch voller Sehnsucht. Allein wenn Pohlmann zum Refrain ansetzt, löst er einen Moment aus, in dem man sich an eben diesen Weggefährten aus den 2000er Jahren erinnert, der mit seinen Texten in Glücksmomenten, wie auch Krisen textlich und musikalisch einsprang und dieses Gefühl für immer festhielt. Es ist diese kompromisslose Sehnsucht, die Himmel und Berge ausstrahlt und dennoch nach Aufbruch klingt. Hinzu kommt ein wunderschönes Musikvideo, das modern und fast schon überfordernd viele Impressionen darstellt. Pohlmann ist zurück und mit ihm, freut sich ein ganzes Genre.