Låpsley - My Love Was Like The Rain

Låpsley – Singt verletzbar und offen

Ebenso, wie Michael Kiwanuka – den Ihr erst gestern hier finden konntet – hat auch die britische Sängerin Låpsley zu sich selbst gefunden und damit einen Reinigungsprozess gestartet, der die schlechten Kommentare, Gefühle und die große Erwartunshaltung an sie, bei ihr abprallen lassen soll. Während diese Phase noch anhält, die auch als Gradmesser – auf sich selbst zu hören – zu werten ist, veröffentlicht Låpsley mit My Love Was Like The Rain die erste Single aus ihrer kommenden EP These Elements. Diese erscheint am 22. November und wird drei weitere Songs enthalten, welche die letzten vier Jahre der Sängerin widerspiegeln. Dabei hat Holly Lapsley Fletcher, wie die aus Southport kommende Sängerin mit bürgerlichem Namen heißt, die Tracks jeweils bestimmten Gefühlszuständen zugeordneten. Von emotionaler Liebe, über körperliches Verlangen und Depressionen, bis hin zum Selbstwertgefühl hat Låpsley ihre Gefühlswelt verarbeitet und gibt einmal mehr ihre warme Persönlichkeit preis. Mit My Love Was Like The Rain zeigt Låpsley, wie verletzend die Worte in einer zu Ende gehenden Partnerschaft sein können. In sich selbst gekehrt klingt My Love Was Like The Rain nach dem traurigen Moment, nachdem der Partner durch die Tür gegangen ist und man weiß, dass es das letzte Mal sein würde, ihn gesehen zu haben. Intim, völlig offen und dadurch unglaublich verletzlich, zeigt uns Låpsley ihre Gefühle und Gedanken und schafft damit gleichzeitig einen Raum der Wärme und Geborgenheit.

Låpsley ist bei sich und teilt doch

Låpsley konnte man bereits letztes Jahr hier kennenlernen, war doch ‚Holding On‘ eine so großartige Ballade, die durch einen eleganten Beat, einem Klavier und vor allem Holly Låpsley Fletcher’s klare Stimme zu überzeugen wusste. Nun ist ein neuer Song veröffentlicht worden, der entweder zu einer weiteren EP gehören wird, oder aber als Vorbote für ein Debütalbum fungieren soll. ‚Hurt Me‘ ist elektronischer geworden, der Song wird nicht mehr nur durch Låpsley’s Stimme getragen, sondern erlaubt mehr Melodien. Und genau dieser Mix, der nun noch ausgeglichener klingt, könnte zu Låpsley’s Markenzeichen werden. Zwar hat die vorherige Single ‚Brownlow‘ auch deutlich mehr elektronische Momente gehabt, doch ist ‚Hurt Me‘ vom Songaufbau, viel stimmiger. Er spricht jeden an, so sind emotionale wie auch dramaturgische Höhen drin, wie auch Totenstille. Dies alles lässt ‚Hurt Me‘ zu einer ganz großen Ballade werden.