Dermot Kennedy – Irische Power

Bereits im Frühjahr konntet Ihr hier auf SOML über den irischen Singer/Songwriter Dermot Kennedy und seiner Single Young & Free lesen. Seitdem hat der Dubliner keine Gelegenheit ausgelassen, durch die Hallen Europas zu touren und seine Songs und erdrückend emotionale Stimme zu präsentieren. Dabei überrascht Kennedy immer wieder aufs Neue mit intensiven und kräftigen Songs. Nun ist Kennedy mit Power Over Me zurück und zeigt uns einmal mehr, was für eine starke Wirkung seine Musik entfacht. Dabei besingt er das Gefühl, in jemanden so sehr verliebt zu sein, dass derjenige die Kontrolle über einen hat. Dieses Gefühl von enormer Liebe drückt Kennedy in einer Art aus, bei der er Singer/Songwriting, Folk und Rock mischt und dadurch eine musikalische Explosion erzeugt. In den nächsten Wochen und Monaten wird Kennedy auf Tour sein und im kommenden Frühling auch wieder in Deutschland spielen. Dass diese Konzerte schnell ausverkauft sein werden, verwundert nicht – also beeilt Euch, wenn Ihr dabei sein möchtet.

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Dean Lewis – Gut Ding will Weile haben

Es brauchte einige Anläufe um dort zu landen, wo der australische Singer/Songwriter Dean Lewis heute ist. So hatte er zu Beginn seiner Karriere mehr als 30 Demotapes an Plattenfirmen geschickt und von nicht einer einzigen eine Antwort zurückerhalten. Bereits kurz vor dem Aufgeben, sorgte ein Freund schließlich für den entscheidenden Moment. Dieser überzeugte auf einer Yacht nämlich einen Produzenten, in das Demotape von Lewis reinzuhören,und so hatte der 30 jährige Sänger kurze Zeit später einen Plattenvertrag in der Tasche. Bereits Ende letzten Jahres hatte Lewis mit der Single Lose My Mind für ein erstes Aufhorchen und dabei gleich mit einer Akustik- und einer Popversion des Songs für Aufsehen gesorgt.  Doch bis es zu seinem aktuellen Hit Be Alright kam, musste noch einige Zeit ins Land gehen. Denn war der Australier mit den Resultaten der ersten beiden Aufnahmen in Australien und mit bekannten Produzenten in den USA so unzufrieden, hatte er es schließlich in Großbritannien noch einmal versucht und hier endlich die Version aufgenommen, die wir heute alle hören können. Mit der wunderbaren Gitarrenballade Be Alright verarbeitet Lewis ein Beziehungsende auf so einfühlsame Art und mit einer so berührenden Stimme, dass wir uns alle wünschten, den Sänger in den Arm nehmen und trösten zu können. Dass er mit genau dieser Version so goldrichtig lag, zeigt sich aktuell in den Chartplatzierungen weltweit – bei denen er auf immer höhere Platzierungen kommt. Be Alright ist damit die perfekte Ballade für die kalten Wintertage.

No King. No Crown. – Die Blätter fallen hören

Sie sind so leise und intim, dass man meinen könnte, die Blätter eines rot strahlenden Laubbaumes fallen zu hören. Die gleichzeitig damit assoziierte Wärme wird nicht nur durch die Vorstellung des farbintensiven Herbstes getragen, sondern auch von der neuen Single des Dresdener Quartetts No King. No Crown.. Liegt ihrer Soundästhetik zwischen Folk, Indie, Kammerpop und Singer/Songwriter, hat die Band um Sänger René Ahlig eine Atmosphäre geschaffen, die von Ausgeglichenheit, Reife, Zurückhaltung und Nähe zeugt. Ahlig war hierbei federführend und hat No King. No Crown. bereits 2010 als Soloprojekt gegründet. Nach seinem ersten Album Heart To Escape (2012) und der EP Without Yesterday (2016) ist das Projekt nun, für das zweite Album Smoke Signals – welches am 01. Februar 2019 erscheinen wird – zu einer Band angewachsen. Dabei zehrt Ahlig von seinen Reisen und beschäftigt ihn auf der neuen Platte die verschwenderische Art und Weise der Menschen mit der Natur umzugehen. Strände voller Plastik, Wolken voller Abgase. Betonmauern statt Berge, Straßenlichter statt Sterne. Gleich zu Beginn der gleichnamigen ersten Singleauskopplung Smoke Signals stellt Ahlig die Frage Who we gonna blame, who we blame for. I feel badly ashamed, I feel badly ashamed for. Um im Refrain schließlich die Frage zu stellen Don’t you think we go to far. Dabei wirkt Smoke Signals nicht nach einer Anklage und Aktivismus  – wie den von Grund auf zwar sehr wichtigen Umweltorganisation, die aber leider oftmals mit zu radikalen Taten verschrecken – sondern, schleicht sich eher behutsam in das Bewusstsein. Durch die sanften aber konstant präsenten Banjoklänge, Ahligs warme Stimme und dem behutsamen Einsatz von elektronischen Beats wird man durch Smoke Signals dazu animiert seine eigene Lebensweise in Verbindung mit der Umwelt zu reflektieren und überdenken. Darüber hinaus funktioniert Smoke Signals auch in der kalten Jahreszeit wunderbar und klingt warm und authentisch. Somit gelingt No King. No Crown. ein starker Neustart als Band und wird in den kommenden Monaten sicherlich sein Publikum finden und das Publikum sie.

Live überzeugen könnt Ihr Euch im kommenden Frühjahr an folgenden Orten:

15.02.19 – Dresden – Scheune Dresden
16.02.19 – Zittau – EMIL
17.02.19 – Berlin – PRIVATCLUB Berlin
18.02.19 – Chemnitz – INSPIRE Chemnitz
19.02.19 – Bayreuth – Wohnzimmermucke_Bayreuth
21.02.19 – Hamburg – Astra Stube Musikkultur e.V.
22.02.19 – Köln – die wohngemeinschaft
24.02.19 – Pforzheim – Horch
25.02.19 – Mainz – Klein Aber Schick
26.02.19 – Wuppertal – Viertelbar Wuppertal
27.02.19 – Münster – Teilchen & Beschleuniger
28.02.19 – Leipzig – Noch Besser Leben
Sichert Euch die Tickets hier: https://goo.gl/o2jQgF

Douwe Bob & Jacqueline Govaert – Gewinner mit Gefühl

Mit einer 1A-Castinglaufbahn hat sich der niederländische Singer/Songwriter Douwe Bob in den letzten Jahren zu einem der bekanntesten Sänger des Landes gemausert. Hat er seit seinem Sieg der Castingshow De beste singer-songwriter van Nederland 2012 bereits drei Alben veröffentlicht, konnten sich diese allesamt in den Top-10 platzieren und eines sogar den Thron besteigen. Nun steht seit letzten Freitag mit The Shape I’m In sein viertes Studioalbum sowie die Single I Do in den Regalen. Auf I Do hat er sich seine ehemalige Jurorin Jacqueline Govaert dazugeholt und präsentiert sich damit im Duett. Govaert – selbst über 12 Jahre Frontsängerin der sehr erfolgreichen Band Krezip – gibt mit ihrer warmen und unverkennbaren Stimme die Gesangspartnerin. Beide lassen I Do zu einer fantastischen Ballade wachsen, die wunderbar in die besinnliche Jahreszeit passt. Nur von einem Piano begleitet, singen sie so klar und warm, dass wir uns am liebsten zu ihnen an den Kamin gesellen möchten.

Svavar Knutur – Imposanter Schmerz

Dieser Song bricht förmlich heraus. Beginnt The Hurting vom isländischen Singer/Songwriter Svavar Knutur mit einem einfachen Gitarrenspiel und Knuturs roher Stimme – die irgendwo zwischen brechender Höhe und dunkler Tiefe liegt – erwächst aus dieser Ruhe von Sekunde zu Sekunde ein sattes Rockbrett, dass sich schließlich im Refrain entlädt und herausbricht – nur, um anschließend wieder mit der Stille von vorne zu beginnen und schließlich auszubrechen. The Hurting ist ein imposantes Stück Singer/Songwriter/Rock, welches sich durch das Gefühl, das in Knuturs Stimme liegt und ständig aufflammt, erst vollends entfaltet. Nach mehreren Produktionen zusammen mit der tschechischen Sängerin Markéta Irglová ist der Isländer nun mit der kräftigen Single The Hurting zurück und gibt eine brachiale Sensibilität preis, die uns lange beschäftigen wird.

Yates – In Berlin gewinnt man an Kompliziertheit

Als Kind hatten wir wohl alle dieses Gefühl, alles machen zu können, ohne darüber nachzudenken, wohin uns dies bringt. So wollten wir Piloten, Tierärzte, Astronauten oder Fussballer werden. Benjamin Jacob Yates aus Australien ging es da nicht anders. Nur wollte er gerne sein Heimatland bei den Olympischen Spielen vertreten. Am Ende ist daraus zwar nichts geworden, doch hat er tatsächlich an den Junioren-Triathlon-Weltmeisterschaften im Jahr 2005 teilgenommen. Anschließend führte ihn dies bis nach Europa, wo er immer wieder Deutschland besuchte. Irgendwann – die sportlichen Ambitionen beiseite gelegt – zog es ihn dauerhaft nach Berlin. Die Musik, mit der er während seiner ersten Besuche in Deutschland in Berührung kam, prägten ihn so sehr, dass ihn in Australien nichts mehr hielt und er der Musik wegen, Berlin wählte. Hier hat ihm die Stadt gefressen und wieder ausgespuckt. Dabei hat er sich über die letzten Jahre ein Netzwerk aufgebaut, um an seiner Musik zu arbeiten. Mit der nun veröffentlichten Single Under A Bridge zeigt Yates, wie er sich als Künstler schlicht nennt, dass er Singer/Songwriting mit dancelastiger Popmusik mischt und daraus einen hypnotisierenden Sound entstehen lässt. Dabei klingt Under A Bridge so berauschend, dass man sich mit Loafers bewaffnet, in eine Kreuzberger Kellerbar beamen möchte, um auf den Tischen zu tanzen.

Albert af Ekenstam – Eine Stimme so unendlich tief

Stellt Euch vor, Ihr wärt in Schweden, kurze Tage, lange Nächte. Der Regen prasselt schubweise an die Fenster in der Küche und ihr guckt durch sie auf die raue Ostsee. Und dann setzt diese tiefe Stimme ein, die nicht ganz klar macht, ob der Sänger gebrochen klingt, oder voller Kraft der nächsten Hürde trotzt. Dieses Gefühl – in dem Haus in Schweden – erzeugt der schwedische Sänger Albert af Ekenstam mit seinen intimen Songs, die am Kamin nicht mehr Wärme ausstrahlen könnten. Mit der Single Our Stories hat af Ekenstam nicht nur einen sensiblen Song produziert, sondern auch noch die wunderbare Ane Brun als Backgroundsängerin dazugeholt. Dabei klingt Brun völlig unauffällig und begleitet af Ekenstam so gefühlvoll, dass man sich die beiden tröstend im Arm liegend vorstellt. Our Stories ist dabei einer von vier neuen Songs, die am heutigen Freitag auf der EP Hundred Miles erscheinen. Darauf enthalten sind ausnahmslos starke, einfühlsame Songs, die af Ekenstam in eine Liga mit Ben Howard, Bear’s Den oder José Gonzáles heben.

James Hersey – Locker, gefühlvoll, rockig

Im ersten Moment klingt der Name James Hersey nicht gerade, als würde derjenige aus Österreich kommen. Und dennoch passt es zum Sänger, wie seine komplette Geschichte. Denn hat er nicht nur amerikanische Wurzeln, ist auch seine Musik ein Crossover aus immer wieder wechselnden Genres. So ist Hersey mal mit dem französischen Produzenten Filou auf How Hard I Try zu hören, oder singt als Gastsänger auf der Single Coming Over von Dillon Francis und Kygo. Dabei mischt er Pop mit House, typischen Singer/Songwriter Elementen und spielt – wie auf seiner neuesten Single Real For You – auch auf der Gitarre. Real For You besticht durch einen poppigen Gitarrensound, der mit Herseys markantem Gesangsstil überzeugt. Dabei ist der Song unaufgeregt und hat dennoch Ohrwurmqualität. Hersey, der mittlerweile in Berlin lebt, zeigt, dass er dieses Crossover konsequent fortsetzt und steht aktuell mit Künstlern wie den Milky Chance, Sigrid und HONNE auf der Bühne. Wer ihn also erleben möchte, sollte sich schnellstens ein Konzertticket besorgen.

Jon Bryant – Ein Song wie eine Seelenkur

Als Kanadier einen mediterranen Sound zu spielen, dürfte einem sicherlich eher selten begegnen. Dabei hat der, in Vancouver lebende, Singer/Songwriter Jon Bryant genau diesen Sound im Gepäck. Mit seiner Mischung aus akustisch, melodischen Songs, schafft es Bryant, jeden zum Träumen zu bringen. Nun hat er mit seiner Single Paradise, die morgen veröffentlicht wird, einen entspannt, schwelgerischen Song in der Pipeline. Hier spielen Gitarren und ein sachtes Schlagzeug die sanfte Melodie und singt Bryant fast schon lethargisch seine besänftigenden Zeilen Well I don’t wanna take the road of another But I don’t wanna be the last to arrive I just wanna hold the hand of another Like I’m living in my own paradise. Paradise fühlt sich an wie ein Schwebezustand zwischen Verletzlichkeit und nach vorne schauen und hat dennoch eine Leichtigkeit, die kaum zu stoppen ist.

Dustin Tebbutt – Von einem zum anderen

An einem Beispiel, wie Dustin Tebbutt, zeigt sich, warum es so spannend ist, Musik zu hören. Aktiv aufzunehmen und danach zu suchen. Denn so kommt man von einem spannenden Künstler zum nächsten und stolpert so mitunter regelrecht in völlig unbekannte Acts hinein. So wie eben bei dem Australischen Singer/Songwriter Dustin Tebbutt. Gestern konntet Ihr hier noch über seine Kollaboration mit dem Duo Flight Facilities lesen, um heute bereits einen seiner eigenen Songs präsentiert zu bekommen. Hatte er mit seiner EP The Breach, die er vor vier Jahren veröffentlichte, bereits über 8 Millionen Klicks erzielen können, kommt seine neueste Single Love Is Blind mit so viel Gefühl daher, dass man regelrecht hin- und hergerissen ist und nicht wüsste, ob man weinen oder vor Freude in die Luft springen sollte. Mit viel Emotion und ganz großer Sensibilität arbeitet sich Tebbutt so langsam vor und lässt uns gar keine andere Wahl, als sich in seine Musik zu verlieben. Und so bleibt uns nur auf eine baldige, zweite EP zu hoffen und auf mehr Musik, wie wir sie von Tebbutt auf Love Is Blind zu hören bekommen.