Blossoms – Ein Song, wie ein alter Freund

Schaut man sich das Musikvideo an, bekommt man das Gefühl eine Videokassette des New York Urlaubs 1987 anzusehen. Mit ganz viel  Nostalgie, Schlaghosen, schlechter Bildqualität und wunderbarem Refrain präsentieren sich die Briten von Blossoms auf ihrem neuesten Song The Keeper so wunderbaren, dass man sich an die großen Pophymnen der 80er Jahre zurückerinnert fühlt. Hier trifft neuer, herzlicher Indiepop auf sein altes Ich und lässt Vergleiche mit den Singles Getaway und Blown Rose kauf zu. Denn mit The Keeper sind Blossoms zwar irgendwie glatter geworden, haben aber trotzdem ihre Identität nicht verloren und klingen nach wie vor so sehr nach Indie, dass man schmerzlich daran zurückerinnert wird, dass Indie und Rock in den 2010ern einen langsamen Tod starben. Umso erfreulicher ist es, dass Blossoms mit Foolish Loving Spaces nun am 31. Januar endlich ihr drittes Studioalbum veröffentlichen werden. Laut Frontsänger Tom Ogdens ist The Keeper eine fundamentale Liebeserklärung an die Liebe und konnte von den Jungs einzig und allein in New York umgesetzt werden.Mit dieser euphorischen Liebe zur Musik und zu sich selbst lassen Blossoms The Keeper zu einem zeitlos wundervollen Stück der Musikgeschichte werden.

Blossoms - Blown Rose

Blossoms – Als wären die 80er nie weg gewesen

Nachdem die Blossoms mit ihrem Song Charlemagne einen Überraschungshit in Großbritannien landeten, folgten Singleveröffentlichungen, die ein Album fast schon als absurd darstellten. Haben die fünf Jungs aus Stockport – Greater Manchester doch sage und schreibe acht ihres zwölf Songs umfassenden Debütalbums Blossoms als Single veröffentlicht. Der Erfolg sollte ihnen recht geben. Zwar schaffte es als Single nur Charlemagne in die britischen Charts, ihr Debütalbum Blossoms landete dafür allerdings direkt auf Platz 1 der britischen Album-Charts. Nun wird die Single Blown Rose promotet und läuft auf BBC Radio 1 rauf und runter. Zu Recht, hört man sich den Song einmal in Ruhe an. Da ist alles dabei, was ein typischer 80er-Jahre-Song haben muss. Synthies, ein eingängiger Text und simple Beats. Doch das alles spielt so wunderbar zusammen, dass man sich an La Boum und Harry und Sally erinnert fühlt und sich in diese Welt hinein träumt. So ist Blown Rose der perfekte Filmsoundtrack zu einem 80er-Jahre-Liebesabenteuer.

Blossoms - Getaway

Blossoms – Wir wollen so groß werden wie möglich

Wir wollen nicht im Untergrund bleiben. Wir wollen so groß werden, wie nur möglich, so Frontsänger Tom Ogden. Wenn das mal kein bescheidenes Statement ist, dann wären die Briten von Blossoms nicht da, wo sie nun stehen. Auf Platz vier der jährlichen BBC Wertung für die Newcomer 2016 gekommen, haben Blossoms bereits für The Libertines und The Courteeners als Vorband gespielt. Somit kann getrost gesagt werden, dass Zurückhaltung und Bescheidenheit nicht zu ihren Stärken zählen. Müssen sie aber auch gar nicht, wenn man sich erst anhört, was die fünf aus Stockport, südlich von Manchester, kommenden Jungs hier fabrizieren. Denn erst Ende 2013 gegründet, heimsen Blossoms gerade wirklich alle Lorbeeren ein, die es einzusammeln gibt. Ihr Sound gibt ihnen recht. Hört man sich ihre aktuelle Single Getaway an, wird man ein wenig an die ersten Schritte von The Kooks erinnert. Selbst Ogden’s Stimme klingt irritierend vertraut. Dabei ist Getaway musikalisch eine Mischung aus Alternative und Indie-Rock. Untermalt wird der Song durch ein farbenprächtiges Musikvideo, dass an die 70er Jahre erinnert.
Authentizität steht hier ganz oben. Und wenn Sound und Auftreten stimmen, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Da werden Blossoms in den kommenden Monaten noch so einige Lorbeeren folgen.