Madsen - Neue Erinnerungen

Madsen – Wir brauchen neue Erinnerungen

Madsen gehören zu den absoluten Größen der deutschsprachigen Musiklandschaft. Neben Bands wie Kettcar, Tomte oder Tocotronic stehen Madsen für eine Mischung aus Punk, Pop und Rock und greifen dabei immer wieder gesellschaftliche Themen auf.

In den 1990er-Jahren von den drei Brüdern Johannes, Sebastian und Sascha Madsen gegründet, kam noch Niko Maurer dazu. Zunächst trat die Band unter dem Namen Hoerstuatz auf. 2004 benannte sich die Gruppe schließlich in Madsen um und veröffentlichte nur ein Jahr später mit Madsen ihr Debütalbum. Es folgten Songs und Hits wie VielleichtDu schreibst GeschichteLass die Musik reinGoodbye LogikNachtbaden oder Mein erstes Lied.

Heute haben Madsen neun Studioalben, zwei Livealben und vier EPs veröffentlicht und sind seitdem – bis auf das Debütalbum – mit allen weiteren Alben in den Top 10 der deutschen Albumcharts gelandet. Dabei erreichte Wo es beginnt (2012) Platz 2 und Lichtjahre (2018) Platz 3, ehe ihr bislang letztes Studioalbum Hollywood im Jahr 2023 erstmals Platz 1 der deutschen Albumcharts erreichen konnte.

Madsen Pic: Sebastian Madej instagram.com/sebastian_husum
Madsen Pic: Sebastian Madej instagram.com/sebastian_husum

Nun haben Madsen mit Neue Erinnerungen nach Smile1995 und Auf die Barrikaden bereits die vierte Single aus dem kommenden, zehnten Studioalbum Smile veröffentlicht, das am 5. Juni 2026 erscheinen wird, und schlagen dabei deutlich nachdenklichere Töne an.

Fast schon ungewöhnlich singt sich Frontsänger Johannes Madsen durch nachdenkliche Songzeilen, die sich euphorisch nach vorne wenden und den Blick in die Vergangenheit möglichst vermeiden möchten. Gleichzeitig sind die Drums, Gitarren und der Bass so präsent, wie man es aus den Hochzeiten des deutschsprachigen Rocks kennt. Dabei lässt sich kaum entscheiden, ob es Johannes’ Gesang oder die Melodie und der Takt von Neue Erinnerungen sind, die sofort wieder fesseln und eine kleine Throwback-Party im Kopf entstehen lassen.

Madsen haben sich auf ihrem zehnten Album offenbar dafür entschieden, ihrem Sound eine zusätzliche Melancholie zu verleihen. Durch die kraftvolle Instrumentierung wirkt diese jedoch nie schwer oder stillstehend. Vielmehr zieht die Band einen klaren Schlussstrich unter Vergangenes und macht gleichzeitig deutlich, dass der nächste Schritt nach vorne führen soll. Madsen waren nie wirklich weg und wirken nun trotzdem neu und frisch – fast so, als hätten sie ihrer eigenen Band ein kleines Reset verpasst. Das kommende Album Smile dürfte damit ebenfalls nichts Geringeres als die Pole Position anpeilen.

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