Agnes Obel – Wie aus einer Fabelwelt

Berlin ist laut. Berlin ist schnell. Berlin ist aber vor allem auch ein Anziehungspunkt für den neuesten und heißesten Scheiß, denn es zu erleben gibt. Und in dieser urbanen Welt der Schnelllebigkeit, hat sich die Dänin Agnes Obel 2006 ihren Platz im Musikbusiness erarbeitet. Doch nicht etwa mit lauter Vereinnahmung – vielmehr hat Obel mit genau dem Gegenteil von sich Reden gemacht. Denn mit ihrer wunderbar, einnehmenden Klaviermusik hat es die Sängerin geschafft, einen ganz neuen Bereich zu bespielen. Mit Ihren drei bisher veröffentlichten Alben Philharmonics (2010), Aventine (2013) und Citizen Of Glass (2016) schaffte Obel es eine wahre Fabelwelt der Vorstellung zu erschaffen. Ob mit kleinen Trollen über die Wiese rennend, oder als eine romantische Situationsdarstellung fungierend, trifft uns die Stimme Obels immer wieder und reißt uns mit in die Welt der Träume. Auch mit ihrer neuen Single Island Of Doom zeigt uns die Sängerin, wie versiert sie mit dem Klavier umgehen kann und wie zart sie ihre Stimme einsetzt. Mit dem nächsten Album Myopia, dass am 21. Februar 2020 erscheinen wird, stellt sich die Sängerin der Frage, inwieweit sie ihrem eigenen Ich trauen kann und welche Entscheidungen und Urteile eventuell auch auf falschen Vermutungen fußen. Island Of Doom ist ein wahr gewordener Traum von zaghafter Sanftmut nach dem Wegfall von Liebe. Die Aufrichtigkeit der Zuneigung durchzieht jedes Wort, welches Obel singt und wirkt wie ein Heilungsprozess für die Seele. Agnes Obel bleibt in ihrer Intimität sehr nahe am Sound ihrer vorangegangenen Alben und zeigt doch, dass allein durch ihr Songwriting und die stimmlichen Nuancen, eine Weiterentwicklung ihres Sounds nicht durch eine Veränderung ihrer Musik geschehen muss.

Agnes Obel – Die schüchterne Dänin ist zurück!

Agnes Obel - Familiar

Agnes Obel – Familiar

2009 stand in ihrem Zeichen. Mit dem Song ‚Just So‘ hatte Agnes Obel, aus Kopenhagen, es geschafft, sich in die Herzen viele Liebhaber ruhiger Musik zu spielen. Mit ihrer klaren Stimme und dem liebevoll arrangierten Sound kamen auch Songs wie ‚Riverside‘ und ‚Fuel To Fire‘ an. Nun kommt die Dänin mit ihrem dritten Album zurück und zeigt mit der ersten Single ‚Familiar‘, dass sie weiterhin auf klare Strukturen und reine Sounds setzt. Spannend zu hören ist, dass Obel im Duett mit sich selbst singt. Ist es doch ihre Stimme, die man anfangs vielleicht als männlichen Gesangspart wahrnimmt, die durch eine Bearbeitung tiefer aufgenommen wurde. Wunderschön verträumt präsentiert sie sich mit Streichern und Klavier und so klingt ‚Familiar‘ genau nach dem, was der Titel sagt – familär. Agnes Obel ist wahrlich eine Oase der Musikindustrie, die partout nicht in die Hektik des Business passen will.