Amber Run - Affection

Amber Run – Das Leiden der jungen Briten

Man möchte sagen, dass es schön ist, wieder etwas von Amber Run zu hören. War ihr letzter Song Fickle Game doch schon wieder zwei Jahre alt. Doch dieser Schein trügt. Haben die drei Briten aus Nottingham doch nie aufgehört weiterhin Musik zu schreibe. So folgten nach ihrem zweiten Album For a Moment, I Was Lost nicht nur zwei EPs, sondern Ende 2018 mit Carousel auch das erste Anzeichen eines neuen Albums. Nun sind Frontsänger Joshua Keogh, Bassist Tom Sperring und Keyboarder Henry Wyeth mit einer weiteren Single aus dem am 27. September erscheinenden Album Philophobia. Schon 2015 hatten Amber Run mit ihrem Song Spark gezeigt, wie groß und gefühlvoll ihre Musik sein kann. Nun wiederholen sie dieses Gefühl mit Affection abermals und haben dabei nichts von ihrer Ehrfurcht eingebüsst. Mit verspieltem Intro geht es durch eine verträumte Popballade, die sich im Verlauf zu einen langsam ziehenden Gewitter entwickelt. Nur, um schließlich in sich zusammenzufallen und ein Gefühl von Verlust entstehen zu lassen. Dabei hat sich die Band darauf besonnen, den Hörer – entgegen der langjährigen Abwehrhaltung des Trios – enger an die sich zu binden und eine Beziehung zu ihren Fans aufzubauen. Mit solch eindrucksvollen Songs wird dies fast wie von selbst gehen.

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Amber Run - Fickle Game

Amber Run – Eine Band wächst zu schnell

Denn man muss regelrecht Angst als Hörer haben, nicht alles mitzubekommen, was Amber Run aus Großbritannien veröffentlichen. Bereits bei ihrem Debütalbum 5am hatten sie mit dem Song Sparks alle Kritiker überzeugt. Nun ist ihr zweites Album For a Moment, I Was Lost veröffentlicht und daraus zu hören ist die wunderbare Ballade Fickle Game. Diese überzeugt mit einem einfachen Klavier-Intro und Frontsänger Joe Keoghs sanfter Stimme. Fickle Game ist eine Ballade im besten Sinne – verletzlich, zurückhaltend und defensiv. Beachtlich hierbei ist, dass sich das Quartett trotz des zweiten Albums anhört, als würde es in seinem Gründungsjahr 2012 spielen. Das nicht etwa, weil sich der Song Fickle Game nach Anfängern anhört – diesen Sound konnten Amber Run eh noch nie bedienen. Nein, 2012 deshalb, weil sie frisch und anders klingen und sich nicht vom schnellen Pop der Gegenwart überrollen lassen. Wer sich auf Fickle Game einlässt wird einen Begleiter durch viele verregnete, dunkel Tage haben und gleichzeitig zielstrebig auf die Sonne zugehen.

Amber Run - Spark

Amber Run – Folk-Rock aus Nottingham

Amber Run gibt es als Band gerade einmal zwei Jahren – doch konnten sie die Aufmerksamkeit bereits mit wenigen EP’s auf sich lenken und haben so sogar das BBC-Radio mit ins Boot holen. Sind die Jungs noch so jung, dass sie die Zeit des musizierens mit der Uni teilen müssen, haben sie mit ihrem aktuellen Song Sparks eine Nummer abgeliefert, die stark an Mumford & Sons erinnert, wenn auch die Stimme von Frontsänger Joe Keogh eher an Gary Lightbody von Snow Patrol denken lässt. Sparks ist eine wunderbare Folkhymne die es auf den Herbst abgesehen hat und uns schöne Momente bescheren könnte.