Karen O – die Stimme der 2000er ist zurück

Mit ihrer Band Yeah Yeah Yeahs hatte Karen O die 2000er mit ihrem aggressiven, Indie-Rock geprägt. Neben Gossip, Fall Out Boys und anderen, waren die Yeah Yeah Yeahs die lautesten und zogen eine ganz neue Bewegung – die der Indie-Rocker – hinter sich her. 2013 kam das bisher letzte Album Mosquito der Band raus, ein Jahr später folgte mit Crush Songs O’s Solo-Debüt. Nun kommt O mit einem Song für den Soundtrack eines KENZO Werbekurzfilms zurück und hat sich dafür den Briten Michael Kiwanuka dazugeholt. Dass Soundtracks nicht Neues für sie sind, zeigte O bereits 2009, als sie die Filmmusik des Fantasy-Dramas Where The Wild Things Are machte. Nun hat sie mit Kiwanuka ein romantisches aber auch melodramatisches Stück gemacht, dass – laut O’s eigener Aussage – an asiatische Melodramen erinnern soll. Und tatsächlich, wirkt diese Vorstellung sehr realistisch, betrachtet man den Kampagnenfilm KENZOs. Hier kommt es zu quietschbunten Szenen, bei denen Karen O brachial und laut ist, um nur kurze Momente später in einem lethargischen Traumzustand zu versinken. Yo! My Saint ist diese kunstvolle amerikanische Sängerin, die vor allem durch einen hohen Output an musikalischer Vielfalt stets überzeugt. Dabei klingt Kiwanuka, wie aus einem 70er Jahre Krimifilm, der in den Straßen New Yorks spielt und ganz viel Trenchcoat mit Stehkragen beinhaltet. Karen O lässt mit Yo! My Saint nach längerem wieder etwas von sich hören und wir liegen ihr zu Füßen.

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Michael Kiwanuka – Wenn Soul mit Pop verschmilzt

Michael Kiwanuka - Black Man In A White World

Michael Kiwanuka – Black Man In A White World

Ist es tatsächliche bereits vier Jahre her, dass uns der Brite Michael Kiwanuka mit seinem Debütalbum und seinem Song ‚Home Again‘ verzauberte? Seine soulig, warme Stimme und das Understatement, dass er damals verkörperte, sprach viele an.
Nun kommt er Ende Mai mit seinem Zweitling ‚Love And Hate‘ zurück und schenkt uns eine erste Singleauskopplung, die nochmal deutlich mehr Soul beinhaltet, als seine vorherigen Songs. Hier wird sowohl textlich als auch von der Produktion ein deutlicher Verweis zum Südstaaten Soul á lá Motown gesetzt. Da kommen Gospel und Rhythm’n’Blues zusammen und lassen Kiwanuka direkter klingen als noch zuletzt. So klingt ‚Black Man In A White World‘ fast schon wie ein Aufschrei eines, in die Einsamkeit verbannten, Ausnahmetalentes. Kiwanuka drängt und singt fast ein wenig aggressiv, doch niemals zurückweisend. ‚Black Man In A White World‘ ist ein perfekter Rundumschlag für all die, die Kiwanuka bereits kennen und schätzen und für all diejenigen, die ihn durch diesen Song erst kennenlernen werden.