Mando Diao – Schritt für Schritt zum neuen Hit

Mando Diao – Shake

Seit nunmehr 15 Jahren beschenken uns Mando Diao mit einer Extraportion Schweden-Indie und ehe man sich versieht, wird Album Nummer acht veröffentlicht und damit wieder einmal eine neue Musikrichtung vorgegeben. Wo sind die Jungs hin, die mit ihrem Schrammel-Indie die Tanzflächen einer jeden Indiedisco füllten?! Spätestens mit dem Album Give Me Fire und dem Überhit Dance With Somebody hatten sie ihren Durchbruch auch im Mainstream-Radio und schafften es bis auf Platz 2 der Deutschen Singlecharts. Dies schreckte viele alten Fans ab und zog gleichzeitig neue Fans an. Wer sich allerdings die sieben bisher veröffentlichten Alben einmal genau anhört, wird feststellen, dass Mando Diao sich schon seit Beginn ihrer Karriere mit Veränderungen auseinandersetzten. Da gab es auf den ersten vier Alben eine stetige Veränderung – weg vom harten Indie – hin zu mehr Melodie und ruhigeren Songs. Mit Give Me Fire kam dann schließlich ein, auf kommerziellen Erfolg, produziertes fünftes Album, ehe sie mit dem gänzlich auf Schwedisch eingesungenen Album Infruset, den internationalen Markt fast komplett außen vor ließen. Ælita, als siebtes Album, war hier mit seinem 80er-Jahre Synthie-Rock einmal mehr der Beweis, dass die Band sich nicht auf einen Stil beschränken möchte. Da kommt das im Mai erscheinende, achte Album Good Times gerade richtig, zeichnet es doch eine Band, die sich von drögen Erwartungen freispielt, und mit dem ersten Song Shake einen Mix aus allen vorherigen Sounds veröffentlicht. Shake erinnert deutlich an Dance With Somebody und hat zugleich einen Groove, der garantiert im Club zum Tanzen anregt. Hier sind nicht mehr die harten Gitarren im Vordergrund, sondern ein eingängiger Beat aus Bassgitarre, Synthies und Schlagzeug. Und natürlich fehlt auch Björn Dixgårds rauchig, kräftige Stimme nicht und macht Shake schlußendlich doch noch zum typischen Mandio Diao Hit. Ob sie an ihren Erfolg von 2009 anknüpfen können ist ungewiss. Ob sie es überhaupt wollen ist hier die viel interessantere Frage. So steht Shake und das kommende Album wohl für sich und zeigt eine, zum Quartett geschrumpfte Band in Bestform.

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