RAZZ - 1969 -Conrad

Razz – Auf dem Weg zum dritten Album

Letztes Jahr haben die Emsländer von Razz mit Bloc Party die Open-Air-Bühnen Deutschlands bespielt – nun stehen die Zeichen gut, dass wir uns bald auf Album Nummer 3 freuen dürfen. Dabei haben sich Razz in den vergangenen Jahren zu einer beliebten Liveband gespielt. Mit energiegeladenen Bühnenperformances und einem ursympathischen Auftreten bekommen sie immer auch die letzte Reihe zum Tanzen. Nach ihrem Debütalbum With Your Hands We’ll Conquer – mit dem sie auf Anhieb in die Charts kamen – und den Singles Youth & Enjoyment und Turning Shadows wurden sie in den Feuilletons landauf, landab gefeiert – und das, als gerade einmal, im Schnitt, 15-Jährige. 2017 folgte dann mit Nocturnal das zweite Album, das den Erfolg des Debüts noch übertreffen konnte. Mit dabei war nicht nur die Single Let It In, Let It Out, sondern mit Another Heart/ Another Mind auch die Kollaboration mit den Giant Rooks – die ebenfalls zur gleichen Zeit ihren Aufstieg erlebten. Spannend dabei ist, dass die beiden Bands unterschiedliche Wege genommen haben, ihre Musik zu veröffentlichen.

RAZZ - Credit- Martha Friedel
RAZZ – Credit- Martha Friedel

Während die Giant Rooks immer wieder einzelne Songs streuen und EP’s und Alben veröffentlichen, arbeiten Razz im Kontext der Albumproduktion zumeist relativ stringent. So arbeiteten Razz bisher an einem Album und veröffentlichen ersten Songs als Leadsingle daraus, wenn eine bevorstehende Albumveröffentlichung naht. Nun sind Razz vor einiger Zeit nach Berlin gezogen und haben sich im Umfeld der Hauptstadt musikalisch deutlich weiterentwickelt. War ihr Klang auf den bisherigen Veröffentlichungen von schnellen Gitarrenriffs geprägt, die immer auch den Klang einer Teenagerband hatten, klingen die Jungs um Frontsänger Niklas Keiser auf ihrer neuen Single 1969 – Conrad nun nach einem größeren Ganzen. Hier spielen die Synthies und Gitarren mit dem Bass ein Wechselspiel und lassen Keisers Stimme so großartig neu klingen, dass man nicht drum herum kommt, sich irgendwie an eine Stimme der Vergangenheit zu erinnern. Razz haben mit 1969 – Conrad eine grandiose neue Single veröffentlicht, die groß, frisch und reif klingt und Lust auf mehr macht.

RAZZ feat. Giant Rooks - Another Heart/Another Mind

Razz feat. Giant Rooks – Deutscher Rock schlägt internationale Konkurrenz

Wenn sich zwei der spannendsten Newcomer der letzten beiden Jahre für einen Song zusammenfinden, kann wahrlich nicht viel schief gehen. Haben die aus dem niedersächsischen Emsland kommenden Jungs von Razz 2017 bereits ihr zweites Album Nocturnal veröffentlicht, gelten sie nach wie vor als eines der heißesten Eisen im europäischen Rockzirkus. Dieses Jahr haben sich schließlich auch die, aus dem Nordrhein-Westfälischen Hamm kommenden, Giant Rooks hinzugesellt, die mit ihrer New Estate EP für absolute Begeisterungsstürme gesorgt haben. Klingen die Giant Rooks doch so gar nicht nach deutschem Indie, sondern orientieren sich ganz klar an britischen Vorbildern. zusammen haben diese beiden Bands nun den Song Another Heart / Another Heart veröffentlicht und heben damit die Qualität ihres Sounds nochmal auf ein ganz anderes Level. Wird Another Heart / Another Mind von Razz dominiert, ist gerade der zweite Teil des Songs klanglich eine Reminiszenz an die späten 90er Jahre und hat, durch Europop getragenen Gitarrenriffs, einen ganz besonders nostalgischen Charme. Hierbei klingt Another Heart / Another Mind jedoch nicht altbacken und bietet eine unglaubliche Tiefe. Nach wie vor sind, sowohl Razz, als auch die Giant Rooks ganz oben auf der Liste der Künstler, auf die man in den kommenden Monaten ein Auge werfen sollte, bevor sie den ganz großen Durchbruch haben. Denn dieser ist garantiert.

Razz - Turning Shadows

Razz – Frischlinge mit reifen Sound

Bereits im Januar habe ich hier einen Song der niedersächsischen Band Razz gepostet. Ende Mai konnte ich mich dann auf dem Berlin Festival live von ihnen überzeugen. Und nun wurde ihr erstes offizielles Video für den Song Turning Shadows veröffentlicht. Es ist nach wie vor unglaublich, was die vier blutjungen Musiker auf der Bühne an Leistung erbringen. Sowie ihr satter Gitarrensound, der sich eher am amerikanischen Alternative/Rock orientiert, im Zusammenspiel mit der rauen Stimme von Sänger Niklas Keiser reif, groß und opulent anhört. Noch in diesem Jahr soll ihr erstes Album veröffentlicht werden, was durch das anhaltende, positive Medienecho wohl so einige Käufer finden wird. Mit Turning Shadows liefern sie eine wunderbar laute Rockballade ab, die mal an Two Door Cinema Club und mal an den Sound der ersten The Killers Alben erinnert. Was nach diesem Song bleibt?! Der Wunsch ihn noch einmal zu hören.

RAZZ - Youth & Enjoyment

Razz – Deutschrock der so gar nicht danach klingt

Man könnte sagen, dass sie gerade einen Lauf haben. Razz, das sind vier aus dem Emsland kommende Jungs die alle um die 18 Jahre alt sind. Ihr Wohnort hört auf den Namen Schöninghsdorf und fasst gerade einmal 1.500 Einwohner. Daher war es nur noch eine Frage der Zeit bis die Vier flügge werden mussten und raus in die Welt wollten. So kam ihnen das Musizieren gerade Recht. Machen sie seit 2011 zusammen Musik haben sie sich jeden ihrer Auftritte hart erarbeitet und so ging der Weg nur in eine Richtung, nämlich nach oben. Und so können sie sogar einen Auftritt auf einer Hurricane-Festival-Bühne zu ihren Erfahrungen zählen. Ende 2014 folgte dann ein Auftritt bei der 16. FritzNacht der Talente. Hier hatten sie das Publikum sofort von sich überzeugen können und gingen am Ende als Sieger in der Kategorie Musik nach Hause. Nun wird fleißig am ersten Album gearbeitet, das noch 2015 erscheinen soll. Mit der Single Youth & Enjoyment zeigen Sie eindrucksvoll, wie der Rock-Sound der Neunziger in das Jahr 2015 transportiert werden kann! Und dieser Sound klingt groß, dabei fällt vor allem die Stimme Niklas Kaisers auf, die so rau und tief ist und durch einen einprägsamen englischen Akzent besticht.