James Blake – Der ewig Einsame

James Blake – My Willing Heart

Dass James Blake mittlerweile der Liebling der großen Stars ist, dürfte keinen verwundern. Dafür ist seine Musik auch viel zu sehr Anti-Pop. Genau dieser Anti-Pop ist es allerdings, der so viele Menschen anzieht. Schaut man sich an, woraus Blakes Songs zusammengesetzt sind, spricht das normalerweise für Nerds und Aussenseiter. Doch schafft es ein Künstler, Klavier, träge Bässe und falcettartigen Gesang zu einer angesagten Mischung zu vereinen, kann es nur James Blake sein. Dessen Mix schaffte es bereits Dub-Step, Soul, R&B und Singer/Songwriter in eine Wolke zu packen, die von allen anderen fernab zu schweben scheint. Bei My Willing Heart singt Blake mit „The first time your name was used. It was beauty and I knew“ über eine Liebe? Über einen gerade neu geborenes Leben? Beides passt und Blake bleibt dabei so sanft und verborgen, dass man ihm keinen bösen Willen zurechnen möchte. Irgendwo zwischen anklagend und bemitleident, zwischen Traurigkeit und Resignation gibt uns Blake eine weiche Welt der Emotionen Preis. Im dazugehörigen Video sehen wir die hochschwangere, im Wasser schwimmende, Natalie Portman, mit leichten Bewegungen alle Aufmerksamkeit auf ihren Bauch lenkend. Dieser Bauch, der Leben und Vitalität ausstrahlt und Portmans ungeborenes Kind dabei zeigt, wie sich durch die Bewegungen die Bauchdecke wölbt. Dies geschieht in einer so intimen Art, dass man sich mit dabei wähnt. My Willing Heart ist Blakes dritte Singleauskopplung vom letztjährig, veröffentlichten Album The Colour In Anything. Das einstige Wunderkind des britischen Elektros bleibt ein Ausnahmetalent und hört nicht auf, fragil, robuste und mitunter brutal ehrliche Songs zu machen. James Blake begeistert und bleibt trotzdem im Hintergrund – ganz so, wie es sein muss, wenn nur die Musik zählt.

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James Blake – Das Wunderkind kehrt zurück

James Blake - Modern Soul

James Blake – Modern Soul

Mit seinen ersten beiden Alben hatte der Brite James Blake für einen regelrechten Begeisterungssturm der Kritiker gesorgt. Waren doch Songs wie das Feist Cover ‚Limit To Your Love‘, ‚The Wilhelm Scream‘ und ‚Retrograde‘ Songs, die für sich alleine standen. Was als Singleveröffentlichungen auf die Massen wirkte, ließ auf ganzer Albumlänge kaum Wünsche offen. So vereint Blake Dubstep und klassische Instrumente, wie das Klavier, mit einem einfühlsamen Gesang, der Gänsehaut garantiert.

Nun ist mit ‚Modern Soul‘ der erste Song aus Blake’s, noch in 2016 erscheinendem, dritten Album ‚Radio Silence‘ erschienen. Ging es auf dem zweiten Album ‚Overgrown‘ mehr um ausgefeilten Dubstep und einer gewissen Prise Experimentierfreudigkeit, klingt ‚Modern Soul‘ wieder deutlich hörbarer nach klassischen Einflüssen. Hier sind die Dubstep-Elemente auf das nötigste reduziert und wurde dafür Blake’s Gesang in den Vordergrund gerückt. Blake, der seit Anfang an als britisches Wunderkind betitelt wird, macht diesem Namen auch auf ‚Modern Soul‘ wieder alle Ehre.