Cat Power – Begeistert nach sechs Jahren Stille

Neun Alben hat die Amerikanerin Cat Power bereits veröffentlicht. War ihr Veröffentlichungrhythmus dabei stets zwischen einem und drei Jahren pro Album angesetzt, hatte sie bei Ihrem 2012er Album Sun bereits vier Jahre gebraucht, um dieses der Welt zu übergeben. Nun schreiben wir Herbst 2018 und somit sind satte sechs Jahre vergangen, seitdem ihr letztes Album veröffentlicht wurde. Damit ist es nun vorbei – für diesen Freitag hat Cat Power ihr zehntes Studioalbum Woman angekündigt und findet darauf zu alter Stärke zurück. Sie sei erwachsen geworden, hört man hier und da. Und tatsächlich behandelt Cat Power auf Woman Themen, die von Emanzipation, Realismus und Reflektion handeln. Dabei wurde ihr in den vergangenen Jahren von Plattenbossen nahegelegt, doch endlich auch mal so zu klingen, wie die großen Popstars. Dass dies nicht zu der Amerikanerin passt, wurde hierbei gänzlich ignoriert. Nun hat Cat Power mit dem Titelsong Woman ein Duett mit Lana Del Rey veröffentlicht, das so weich und ausgeglichen klingt, dass man sich fast hineinlegen möchte, in dieses Klangbett aus warmen Sound. Lana Del Rey unterstützt hierbei mehr, als im Vordergrund zu singen. Choral kommt Woman nicht daher, allerdings singen sich beide im Verlauf durch den Refrain, obgleich sie in den Versen in eine Art Frage-Antwort Gesang verfallen. Cat Power hat mit Woman wunderbaren Folkrock produziert, der ihre eigene Identität behält und dennoch überrascht.

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BØRNS feat. Lana Del Rey – Elitär mit Pop

Lana Del Rey hat in den letzten Jahren mit ihrem gehobenen – fast schon elitären – Sound für einen ganz neuen Musikstil gesorgt. Ihre geführte Präsentation und die leicht wabernde Musik sorgen auch sechs Jahre nach ihrem Durchbruch mit Video Games weiterhin für Begeisterung. BØRNS wiederum ist musikalisch so ziemlich das Gegenteil von Del Rey. Hat er auf seinem 2015er Debütalbum Dopamine mit exzentrischen Synthie- und Indie-Pop alle umgehauen, steht vor allem die Glam-Rock Single Electric Love ganz im Zeichen des Amerikaners. 2017 stießen Del Rey und BØRNS, im Zuge der Arbeiten an seinem zweiten Album Blue Madonna, aufeinander und veröffentlichen nun mit God Save Our Young Blood eine Single, die ihre beiden Musikstile vereint. So wird dem typischen BØRNS-Synthie einfach die Geschwindigkeit genommen und vermischt sich mit einem exaltierten Del Rey’s Sound. Rausgekommen ist mit God Save Our Young Blood ein Sound, der dennoch zu beiden passt und darüber hinaus überraschend klingt. Für BØRNS ist es nach der Zusammenarbeit mit Petite Meller die zweite Kollaboration – und die kann sich sehen lassen. God Save Our Young Blood ist ein wunderbarer Song um die Post-Silvester-Erinnerungen noch einmal Revue passieren zu lassen.

Lana Del Rey – In Love with a Video Game

Lana Del Rey - Love

Lana Del Rey – Love

Lana Del Rey bleibt eine ungewöhnliche Künstlerin. Man kann ihr Kalkül und Arroganz vorwerfen, doch ist die lasziv, zurückhaltend und unschuldig wirkende Art, Musik zu präsentieren, vollkommen aufgegangen. Hat sie doch innerhalb von sechs Jahren drei erfolgreiche Alben veröffentlicht und ist stehts gern gesehener Gast auf den roten Teppichen. Selten schafft es eine Künstlerin, einen derart besonderen Stil, in der aktuellen Musiklandschaft, so dauerhaft aufrechtzuerhalten. Da kommt Del Rey mit schwerem und pompösen Pop daher und kleidet das Ganze in einen 60’s-Stil, der erhaben und edel aussieht. Und doch oder gerade deshalb schafft sie es, auch das junge Publikum zu erreichen. Am vergangenen Wochenende schließlich, hat Del Rey ihre neue Single Love ins Netz gestellt und am Montag das dazugehörige Video hochgeladen. Wer Del Rey seit Beginn ihrer Karriere verfolgt hat, dem wird schnell die Assoziation zu Video Game aufkommen. Ist das Video in ähnlicher Bildsprache gehalten und klingt Del Rey mal hauchend erotisch, mal euphorisch und positiv. Dass diese Attribute so wunderbar zusammenpassen, bekommt man von der Amerikanerin einmal mehr gezeigt und fällt immer wieder aufs neue in Love.

Lana Del Rey hat eine Neue – High By The Beach

Zwei Alben, mehrere Hitsingles, ein fester Platz in der Boulevard-Presse wie auch im Feuilletons, später ist Lana Del Rey alles andere als ein One-Hit-Wonder oder Newcomer. Nun kommt sie mit ihrer ersten Single ‚High By The Beach‘ aus ihrem dritten Album ‚Honeymoon‘ zurück. Besteht der Song aus einem Trip-Hop Beat singt Del Rey eingängige Textzeilen und kommentiert diese in Interviews selbst mit den Worten; „Auf ‚High By The Beach‘ klingt meine Stimme eher monoton, doch mit dem Beat nimmt dich der Song gefangen.
Wenn wir ehrlich sind, ist genau diese monotone und gelangweilt klingende Stimme Del Reys das Eigentliche, das einen so fasziniert. So klingt ‚High By The Beach‘ wie eine Wolke, würde sie Geräusche machen, so wabert der Song mit tiefen Bässen vor sich hin und umschließt den Hörer. Welcome back Ms. Del Rey!

Lana Del Rey - High By The Beach

Lana Del Rey – High By The Beach

Lana del Rey – das Spiel mit Retro

Lana Del Rey bleibt irgendwie stehts unnahbar. Wenn einer von Euch schonmal in den Genuß ihrer Live-Performances gekommen ist, werdet Ihr wissen was ich meine. Da steht dieses Mädchen ein wenig lasziv, ein wenig neben sich auf der Bühne und haucht ihre Songs dahin und das Publikum staunt und ist begeistert. Woher diese Faszination kommt, könnte wohl kaum einer der Konzertbesucher sagen.

Es wird ihre Gleichgültigkeit sein mit der sie performed, gepaart mit dem Retrosound – der übrigens auch nur durch den Clip zu ‚Video Game‘ immer noch aufrecht erhalten wird. Ist das Album ‚Born To Die‘ doch auch nur von Leuten produziert worden, die ebenso Tracks für Kylie Minogue, Bruno Mars oder Dido produzieren. Bleibt also zu resümieren, dass Lana Del Rey einfach gut ist in dem was sie macht – die Leute für ein paar Minuten mit in ihre Welt zu nehmen.

Nun kommt sie mit ihrem neuesten Streich ‚West Coast‘ zurück und gibt uns einen Vorgeschmack auf die Richtung, die das kommende Album ‚Ultraviolence‘ einschlagen könnte. Weniger episch mehr an die sechziger gelehnt ist man geneigt zu sagen, doch ist es irgendwie trotzdem ein typischer Lana Del Rey Song. Und dafür mag man sie.