RAZZ ist eine Band, die sich mit ihren Alben Zeit lässt. Wurde das Debütalbum With Your Hands We’ll Conquer im Herbst 2015 veröffentlicht, folgte das Nachfolgealbum Nocturnal noch zwei Jahre später im Jahr 2017. Doch ihr drittes Studioalbum Everything You Will Ever Need ließ anschließend bereits fünf Jahre auf sich warten und erschien 2022.
Nun kommt mit Medusa erstmals seit vier Jahren wieder neue Musik von der aus Twist an der holländischen Grenze im Emsland stammenden Band RAZZ. Damit dürfte RAZZ wohl zu den Bands gehören, die sich deutlich mehr Zeit zwischen ihren Veröffentlichungen lassen. Den Chartplatzierungen scheint das allerdings nicht zu schaden, stieg die Band doch mit jedem ihrer Alben höher in die Charts ein und erreichten zuletzt mit Platz 22 der deutschen Albumcharts ihre bisher beste Platzierung.

Auf Medusa singen RAZZ von Selbstzweifeln innerhalb einer Beziehung. Von jenen Gedanken, die langsam, aber stetig beginnen, eine Beziehung auszuhöhlen und das Verlangen nach der anderen Person zu stören. Dabei kommen Fragen nach Aufrichtigkeit, echter Zuneigung und Wertschätzung auf. Was bleibt, wenn all das nicht mehr gegeben ist?
Musikalisch klingt Medusa dabei schroff und rau und strahlt gleichzeitig eine gewisse Abgeklärtheit aus. Mit einem verzerrten, schnarrenden Synthesizerbett, präsenten Gitarren und Drums sowie dem Gesang von Niklas Keiser geht der Song offensiv nach vorne. Statt sich hinter den besungenen Zweifeln zu verstecken, geht Medusa vielmehr in den Frontalangriff über.
Begleitet wird die Veröffentlichung des Songs von der Ankündigung einer Tour, die im Frühjahr 2027 durch Deutschland führen wird. RAZZ sind damit wieder zurück und zeigen eine musikalische wie gesangliche Weiterentwicklung der Band, die sich sicherlich auch auf einem – hoffentlich bald – kommenden vierten Studioalbum widerspiegeln dürfte.