Aluna - Body Pump

Aluna – ist ohne George zurück in den Clubs

In den ersten sechs Jahren ihres Bandgeschehens hätte es nicht besser laufen können. Mit ihren Songs Your Drums Your LoveAttracting Flies, Supernatural und You Know You Like It (feat. DJ Snake) sowie als Featuring-Act auf Disclosures White Noise hatten AlunaGeorge von 2012 bis 2015 die Clubs mit ihren Songs beherrscht und einen regelrechten Lauf. Auch die Chartpositionen wurden immer vielversprechender und erreichte ihr 2013 veröffentlichtes Debütalbum Body Music Platz 11 der britischen Albumcharts. Mit ihrem zweiten Album I Remember das 2016 erschien konnten sie jedoch nicht mehr an die Erfolge des Debüts anknüpfen. So erreichte die Leadsingle I’m In Control des zweiten Albums zwar mit Platz 39 noch die Top-40 der britischen Singlecharts, doch schaffte es bereits die zweite Single I Remember nicht mehr in die Top-100. Was folgte waren Singleveröffentlichungen, die jedoch alle erfolglos blieben.

Aluna Francis

Aluna Francis

Nun versucht sich Aluna Francis auf Solopfaden wieder in die Charts zu befördernd und hat mit ihrer Debütsingle Body Pump einen Song veröffentlicht, der mit modernem R&B, tiefen Bässen und einer glasklaren Stimme besticht. Dabei gab es bei Francis einen Punkt während ihrer Zeit bei AlunaGeorge, an dem sie sich plötzlich fremd fühlte. Als ständiger Featuring-Act von Künstlern, wie Gorgon City, Disclosure, Jack Ü, Peking Duck oder SG Lewis fühlte sich die farbige Sängerin, als würde ihr etwas fehlen – die Möglichkeit nicht gegeben werden, sie selbst zu sein. So beschloss die Londonerin ein wenig Ausschau zu halten, welche Künstler der Black-Community in der Vergangenheit bereits im Dance-Bereich erfolgreich waren. Francis arbeitete sich durch die Geschichte und lernte die elektronische Musik so wieder neu lieben. Auf ihren neuen Songs übernahm Francis schließlich vom Songwriting bis hin zum Produzieren alles selbst und behielt so die volle Kontrolle über ihre Musik. Body Pump zeigt nun eindrucksvoll, dass Francis auch Solo für ordentliche Beats sorgen kann und gleichzeitig einen Schritt weiter in Richtung Disco geht. Mit einem – von AlunaGeorge gewohnten – Hauch R&B ist Body Pump im wahrsten Sinne des Wortes zum Bewegen des Körpers gedacht und könnte es wieder zurück auf die Playlists der Clubs schaffen. Wann Ihr dazugehöriges Debütalbum veröffentlicht wird und wie es heissen wird, steht dabei noch nicht fest – sicher ist, dass es nicht mehr lange dauern soll, bis dieses veröffentlicht wird.

Washed Out - Time To Walk Away

Washed Out – Der Soundtrack für große Erinnerungen

Es klingt nach der Erinnerung, nach der wir uns alle sehnen. Ob es der Abschlussball, Albernheiten mit dem Partner machen, eine Hochzeit, eine Geburt, von den Klippen auf den Atlantik schauen oder den endlosen Küstenstraßen beim Sonnenuntergang folgen ist – all diese Momente und viele mehr bergen eine schier unbegrenzte Möglichkeit sich so reich an Liebe, Vertrauen, Zuneigung, Stärke oder Melancholie zu fühlen. Dabei sind es oftmals auch die Songs, die wir in diesen Momenten hören, die uns jedes Mal erneut – wenn der Song einmal läuft – zurück in diesen Augenblick katapultieren. Im Grunde weiss man vorher nicht, dass dieser Song einmal unverwechselbar mit einer Situation verbunden sein wird, an die wir uns immer wieder zurückerinnern werden. Doch was ist, wenn ein Song es ist, der dieses Gefühl transportiert – ohne, dass es so einen Moment bisher gab?

Washed Out - Purple Noon

Washed Out – Purple Noon

Mit Washed Outs neuester Single Time To Walk Away stehen wir gerade vor so einem Song. Mit der im April veröffentlichten Single Too Late hatte Washed Out eine neue Richtung eingeschlagen und sich schneller und poppiger präsentiert. Nun ist mit Time To Walk Away die neueste Single da und zeigt, wie obsessiv sich Ernest Weatherly Greene Jr. in seiner Musik verlieren kann. Dabei ist es Washed Outs Anspruch, sich zwar mit neuen Klangideen weiterzuentwickeln, doch immer auch nach Washed Out zu klingen. Abschließend gibt Washed Out im Interview auch zu, dass seine Melodien oft eine Sehnsucht haben, die sich ziemlich melancholisch und traurig anfühlen kann – aber er habe das Gefühl, dass in seltenen Fällen dieselben Melodien gleichzeitig seltsam erhebend und hoffnungsvoll sein können. Dieses Erhabene greift zu 100 Prozent auf den Hörer über und erzeugt das Gefühl in einem Moment zu stecken, der so einzigartig ist, dass man ihn nur mit einem euphorisch aber entspannten Synthiesound untermalen kann. Time To Walk Away ist ein Song für die Erinnerung und gleichzeitig baut er selbst Momente auf, an die man sich gerne erinnern möchte. Time To Walk Away wird sich auf Washed Outs viertem Studioalbum Purple Noon befinden, das am 7. August veröffentlicht wird.

James Blake - Are You Even Real?

James Blake – Das Bindeglied zwischen damals und heute

Nach dem Ausflug in den R&B, Hip-Hop und Pop mit seinem vierten Studioalbum Assume Form, bietet uns der Brite James Blake nun mit seiner neuesten Single wieder einen Sound an, der sich wieder mehr auf den Künstler Blake zu fokussieren scheint. Dabei haben alle seine bisherigen Albumveröffentlichungen eine unterschiedliche Musikrichtung eingeschlagen. War es erst das Debütalbum James Blake, welches zum weltweiten Kritikerliebling wurde und mit einem modern-nostalgischen Mix aus Post-Dubstep und experimenteller Elektro begeisterte, machte sein Zweitling Overgrown bereits zaghafte Gehversuche im R&B. Auf seinem dritten Album The Colour In Anything, welches von Rick Rubin, Justin Vernon (Bon Iver) und Blake produziert wurde, ging es wieder deutlich zurückhaltender zu und wirkte mit Singles, wie Modern Soul und My Willing Heart fast schon ausschließend. Jedoch verband alle Alben eine Intimität, die Blake durch seinen fragilen Gesang bestimmte. Auf seinem letzte Album Assume Form waren jedoch zuletzt eher die Stimmen von Gast-Acts, wie RZA, Travis Scott, Rosalía, André 3000 oder Moses Sumney zu hören.

James Blake

James Blake

Knapp ein Jahr, nach diesem Album veröffentlicht Blake nun mit Are You Even Real? bereits seine zweite neue Single, die aktuell als Stand-Alone-Song veröffentlicht wird. Dabei hat sich der Musiker und Produzent zwei der aktuell renommiertesten Songwriterinnen dazugeholt. Starrah – die bürgerlich Brittany Talia Hazzard heisst und in Los Angeles lebt – hat die Nummer 1 Hits Havana von Camila Cabello und Girls Like You von Maroon 5 geschrieben. Aber auch Acts, wie Rihanna, Madonna, Major Lazer, Calvin Harris, Beyoncé, The Weeknd, Katy Perry oder Drake haben Songs der 30-Jährigen veröffentlicht. Doch Starrah ist nicht nur als Songwriterin beliebt, sondern auch als Featuring-Act, wie bei The Weeknd, Big Sean, G-Eazy oder Halsey. Als zweite Songwriterin ist die ebenfalls 30-jährige Künstlerin Alexandra Tamposi dabei, die sich musikalisch deutlich breiter aufstellt. Denn mit Songwritings für Kelly Clarkson, One Direction, Avicii, Nickelback, BTS, Jake Bugg, Ozzy Osbourne oder Blink-182 gibt es so gut wie kein Genre, welches die in Florida lebende Songwriterin nicht bedient. Zusammen haben Tamposi, Starrah und Blake eine Song veröffentlicht, der sich wie ein Traum anfühlt. Sanfte Synthies, warme Bässe und ein roher Gesang Blakes, der sich immer wieder in Wiederholungen zu verlieren scheint. Dabei leuchtet Blake mit einem R&B-lastigen Gesamtsound auf, der sich mit Geigen ins Melodramatische absetzt. Mit Are You Even Real? ist Blake wieder deutlich mehr zu seinen Wurzeln zurückgekehrt, ohne den soulig, modernen Weg der vergangenen Jahre auszublenden. Damit funktioniert Are You Even Real? sowohl als Liebessong, als auch an stickig heißen Sommertagen auf einer Decke am Wasser liegend.

Møme, Ricky Ducati - Got It Made

MØME feat. Ricky Ducati – Wenn die Disco zu Dir kommt

Er ist mit neuem Material zurück! Hat der Franzose Jérémy Souillart unter seinem Musik Alter-Ego MØME in den letzten beiden Jahren vor allem die Trilogie Møment I, Møment II (beide 2018) und Møment III (2019) veröffentlicht, ist es sein unverwechselbarer Discosound, der MØME auf jeder Tanzfläche zum Hit werden lässt. Zusammen mit Ricky Ducati veröffentlicht MØME nun abermals einen Song, in dem der kalifornische Sänger mit seiner hohen Stimme glänzen kann. Dabei klingt Ducati auf Got It Made fast schon einem der Bee Gees Brüder zum verwechseln ähnlich. Mit einem hervorstechenden Bassbeat und dem hallenden Gesang Ducatis wird Got It Made zum Ausreißer in die 70er Jahre und lässt uns an die Bilder aus Saturday Night Fever denken. Dabei können wir auf noch deutlich mehr Musik der beiden hoffen, hat MØME doch ein Album angekündigt, welches er zusammen mit Ducati aufgenommen hat, Flashback FM heissen und voraussichtlich im kommenden Jahr erscheinen wird. Mit der geballten Ladung French House, Elektro, Disco, Synthie und Funk bereitet uns der Franzose mit Got It Made also auf eine satte Ladung Discotunes vor. Zusammen mit dem passenden Musikvideo haben MØME und Ducati eine kleine Zeitreise gewagt, erklärt der Franzose. Wir stellten uns ‚Got It Made‘ als eine Zeitreise in die 70er/80er Jahre von Los Angeles vor, die von einem imaginären Pop-Radiosender stammt – wir hätten Kalifornien zu dieser Zeit wirklich gerne kennengelernt. Wir wollten, dass das Video eine visuelle Interpretation davon ist. Dies ist den beiden gelungen und zeigt gleichzeitig, dass sich MØME für dieses Projekt deutlich persönlicher präsentiert. Hier klingt der Song nicht mehr nur nach einem Sommerhit, sondern gleichzeitig auch noch stärker nach einem Charakter, als wir es von seinen vorherigen Songs gewohnt sind. Mit Got It Made dürfte MØME zusammen mit Ducati für einen heißen Sommer sorgen, der bedingt durch die Pandemie aus unseren Wohnzimmern eine Disco werden lässt.

Flecks - Cinematic Heartbreak

Flecks – Von der Story zwischen Red Eyes und Big Lies

Es ist wie zu Weinachten, jede neue Veröffentlichung des irischen Duos Flecks ist, wie ein weiteres Geschenk, das man auspackt. Mit ihren großen Synthie-Songs haben Freya Monks und Scott Halliday in den letzten zwei Jahren so großartige Veröffentlichungen, wie SamuraiYou Bet I Would oder Hold On hervorgebracht, dass man immer wieder aufs neue ins Schwärmen kommt, wenn man über dieses Duo berichtet. Mit immer stärkeren Rotationen ihrer Songs auf irischen Radiosendern, dem Einsatz im irischen Fernsehen – wie RTÉs Striking Out – und der Wahrnehmung bei Musikmagazinen, wie Hotpress – dem wichtigsten Musikmagazin des Landes – stellt jede Single eine weitere Stufe für das Duo dar, die sie hinaufsteigen. Dabei haben sich Monks und Halliday bewusst aufs Land zurückgezogen und ihre Musik fernab des Großstadtdschungels geschrieben. Auf ihrer neuesten Veröffentlichung Cinematic Heartbreak geht es dem Duo darum von Liebe und Konflikten zu erzählen. Hier haben Flecks die beiden Charaktere Red Eyes und Big Lies kreiert und musikalisch von einem Leben aus Herzschmerz und Distanzierung zueinander erzählt. Gerade in der Phase des Lockdowns hatte auch das Duo damit zu kämpfen, wie sich Distanz anfühlt und musste sich gleichzeitig deutlich stärker auf den Partner fokussieren. Dabei war vieles um ihr Grundstück und Haus herum gar nicht mal so verändert, wie man es in den städtischen Gebieten mitbekommen hat, doch haben Flecks diese außergewöhnliche Zeit genutzt um neue Musik zu produzieren. Mit Cinematic Heartbreak strahlen die Iren noch deutlicher, als mit ihren vorherigen Singles und zeigen sich heller im Sound. Freya Monks‘ Stimme klingt – trotz der bedrückenden Lyrics – positiver und nimmt an Geschwindigkeit auf. Gleichzeitig bleibt Cinematic Heartbreak eine großartige Synthiehymne, die uns einmal mehr an die Kindheit aus den 80er Jahre erinnert – mit all seinen wunderbaren Facetten. Cinematic Heartbreak ist die fünfte Songveröffentlichung, zu der es weder eine EP, noch eine Albumankündigung gibt. Doch dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis wir von den Iren einen Longplayer erwarten können.

Sarah Walk - Another Me

Sarah Walk – Aus der Enge befreien

Es ist ein emotionaler Teil ihres Lebens, den die US-Amerikanische Singer/Songwriterin Sarah Walk mit Unravel veröffentlicht. Dreht sich in dem Song doch alles um die Absicht, selbst in der Hand zu haben, wie mit einem umgegangen wird. Mit Songzeilen, wie Nothing’s hurt me more than men that grew up with no consequences, why is it my job to fix this mess? You’re always ready to defend, you hear my concern as anger, and no-one wants an angry woman. [Nichts verletzt mich mehr, als zu sehen, dass es Männer gibt, die ohne Konsequenzen für ihr Handeln aufgewachsen sind. Warum ist es meine Aufgabe, dieses Chaos zu beheben? Du verteidigst dein Handeln immer sofort, hörst meine Besorgnis und Wut und weisst, niemand will eine wütende Frau erleben.].

Sarah Walk Credits: Voe Ray

Sarah Walk Credits: Voe Ray

Hier hat die Singer/Songwriterin mit Produzenten Leo Abrahams – der Alben für Regina Spektor, Brian Eno, Belle And Sebastian oder Pulp produziert hat – ein Album geschaffen, welches sich um das Thema der Emanzipation dreht. Dabei geht es nicht direkt um Bewegungen, wie #metoo, sondern viel mehr um die alltäglichen Momente, in denen sie als Frau so behandelt wurde, wie sie es keinem wünscht. Es geht darum, nein sagen zu können, sich Raum zu verschaffen, selbst aufzublühen und dies auf lange Sicht zu verteidigen. Mit Unravel hat Walk diese Gefühle sehr gut in Musik umgesetzt und zwischen feinen Momenten und einem aufbrausenden Mittelteil die Emanzipation herausgearbeitet, welche die Sängerin aus eigener Erfahrung beisteuern konnte. Unravel ist dabei die zweite Singleauskopplung aus ihrem neuen Album Another Me, welches am 28. August veröffentlichen wird. Walk selbst beschreibt die Songs auf dem Album als eine selbstreflektive Reise durch eine Zeit voller persönlicher Umbrüche. Marginalisierung, Überleben, Tod, Frauenfeindlichkeit und Verletzlichkeit, die auf der Suche nach sich selbst helfen, prägen und stärken. Mit diesen geballten Emotionen, die gleichzeitig so ruhig und stark von Walk präsentiert werden, dürfte ihr neues Album viele Möglichkeiten für uns bieten, zuzuhören.

darkDARK - We Forget When We're Apart

darkDARK – Zukunft und Vergangenheit in einem Sound

Ein großer Sound, braucht eine Große Bühne. Ist der Sound bei dem US-Amerikanischen Duo darkDARK schon da, arbeiten Genevieve Vincent und Chris James gerade daran, die Bühnen zu erobern. Dabei könnte das Duo keine besseren Vorraussetzungen mitbringen. Lebt Vincent in Los Angeles und James in Austin läuft der Hauptteil ihrer Zusammenarbeit über das Internet ab. Damit bringen sie nicht nur einen gewisse Distanz mit sich, sondern steuern auch Eindrücke ihrer jeweiligen Heimatorte bei, die wir deutlich in ihrer Musik hören können. Während ihre Synthie-Pop Songs von einer nicht enden wollenden Nacht im aufgedrehten Los Angeles handeln könnten, haben sie auch immer eine realistische und zurückhaltende Atmosphäre in sich, die durch den texanischen Konservatismus geprägt sein könnte. Diese Vielseitigkeit liegt in der beruflichen Laufbahn der beiden Musizierenden. Denn während Vincent eine ausgebildete Komponistin und Produzentin ist und sich für Kompositionen in Trailern von Netflix, MTV und Serien wie Survive verantwortlich zeichnet, hat James als Mixing Engineer und Sound Designer vorrangig Sounds kreiert, die in Werbespots von Google, Levi’s, Volvo, HP, HBO, McDonald’s oder Audi zum Einsatz kommen.

darkDARK

darkDARK

Als darkDARK haben sich die beiden für einen Sound entschieden, der eine emotionale Weite ausstrahlt, die sich aus wabernden Synthies und einem fragilen Gesang Vincents zusammensetzt. Hier springen Vincent und James so leichtfüßig durch die Zeit, dass ihr Sound aus psychedelischen Elementen sowie einem Hauch Dreampop in den 80er Jahren genauso laufen könnte, wie in Science-Fiction-Filmen über das Jahr 2050. Dabei spielt die treibende Produktion von Songs, wie No Symmetry eine ganz große Rolle. Wirken sie doch, als würde unser eigenes Zögern durch die Musik verdrängt und wir förmlich vorwärts gedrückt werden. Gleichzeitig umgibt die Songs ihrer neuen EP We Forget When We’re Apart eine Dunkelheit, die uns wiederum anzieht und sich in uns festsetzt. Neben dem Giraffagen Remix ihres Songs No Symmetry ist es vor allem auch Save It – gleich zu Anfang der EP – der mit seiner großartigen, zurückhaltenden und verspielten Art wie ein weiches aber schwere Lacken wirkt, dass uns wohlig umschlingt. Nach ihrer Debüt-EP Heathered erscheint am 31. Juli die zweite EP We Forget When We’re Apart von darkDARK und zeigt uns, wie eine Fusion aus cineastisch, klassischer Musik klingen kann, die mit elektronischen Elementen regelrecht auf uns zuzustürmen scheint.

Katie Melua - A Love Like That

Katie Melua – Europa in einer Stimme

Katie Melua ist wahrlich das, was man eine europäische Musikerin nennen kann. Geboren 1984 in Kutaissi, der drittgrößten Stadt Georgiens und mit einer erstmaligen Erwähnung um 13. Jahrhundert vor Christus auch eine der ältesten Städte der Welt, flüchteten Meluas Eltern mit ihr 1993 aus dem georgischen Bürgerkrieg nach Belfast in Nordirland. Von dort aus absolvierte sie ihre Oberschule und ging an die BRIT School für Performing Art mit der Ausrichtung für die Musik. Hier begann Melua Musik und Songtexte zu schreiben und überzeugte den Singer/Songwriter, Produzenten und Labelchef Mike Batt von ihrer Stimme. Mit Batt produzierte Melua dann auch ihre ersten drei Alben Call Off The Search (2003), Piece By Piece (2005), Pictures (2007) und das fünfte und sechste Album Secret Symphony (2012) und Ketevan (2013). Das vierte Album In House wurde von William Orbit produziert, der unter anderem Alben von Madonna, Beth Orton, All Saints und Blur produzierte. Mit ihrem siebten Album In Winter (2016) reiste die Sängerin schließlich nach Georgien zurück und nahm ein Album auf, das mit dem georgischen Gori Women’s Choir eingespielt wurde. Darauf enthalten waren unter Anderem traditionelle georgische Songs, sowie Neuinterpretationen von Liedern und Kompositionen von Joni Mitchell, Sergei Rachmaninoff oder Adolphe Adam. In den Jahren zwischen In Winter und heute veröffentlichte die Sängerin die Neuinterpretation von Blacks Song Wonderful Life und war immer wieder auch im deutschen Fernsehen und Bühnen zu sehen, so trat Melua zusammen mit Peter Maffey auf und sang Lieder, wie Freiheit, die ich meine oder Ich wollte nie erwachsen sein. Nun hat die Georgisch-Britische Sängerin mit der neuen Single A Love Like That einen ersten Vorgeschmack auf ihr achtes Studioalbum gegeben – welches sie pragmatisch Album No. 8 betitelt hat. Mit dem Hintergrund ihrer georgischen Wurzeln, spielt Ihr Mutterland auch hier wieder eine große Rolle und ist auf dem neuen Song A Love Like That in Form des Georgian Philharmonic Orchestra zu hören. Dieses bildet die wunderbar erhabene Stimmung eines James-Bond-Songs und trägt Meluas glasklare Stimme darauf weich und prominent. Melua lässt uns mit A Love Like That dazu kommen, wie sehr wir ihren klaren und ruhigen Folk-Pop und Blues vermisst haben. Doch das Warten ist vorbei und Album No. 8 ist für den 16. Oktober angekündigt. A Love Like That wird bis dahin unsere Abende mit Freunden bereichern und uns entspannt, freudig auf das Album vorbereiten.

Tash Sultana - Greed

Tash Sultana – Wenn sich das Umfeld verändert

Tash Sultana ist umtriebig. Hat Sultana ein Projekt abgeschlossen, wird ein Neues begonnen. Dabei sind die EP Notion (2018) und das Debütalbum Flow State (2018) als solche Projekte auf so viel Gehör gestoßen, dass Sultana die Preise und Nominierungen förmlich zuflogen. Mit einer ausgedehnten Welttournee und ausverkauften Hallen rund um die Welt, konnte es Sultana auf eine beachtliche Anzahl an Menschen bringen, die – auch lange bevor Sultana einen Plattenvertrag hatte – Sultana bereits live sehen konnten. Nach der Veröffentlichung des Debütalbums folgten 2019 weitere Auskopplungen – sowohl als Solosongs (Can’t Buy Happiness) sowie Kollaborationen mit Milky Chance (Daydreaming) und Matt Corby (Talk It Out). Dabei war Sultana vor allem mit Can’t Buy Happiness wieder zurück im Element, weite und große Musikmomente zu transportieren. Durch Sultanas markantes Gitarrenspiel und dem Verlieren in einer Musik, die so intim und sinnlich klingt, schafft es Sultana immer wieder aufs Neue zu begeistern. Nachdem Sultanas Coverversion des 2012er Shawn James Originalsongs Through the Valley für das PlayStation Videospiel The Last of Us Part II veröffentlicht wurde, folgte während der Lockdownphase im Frühjahr die Single Pretty Lady. Zeitgleich verkündete Sultana die Nachricht, dass aller Voraussicht nach im Herbst ein zweites Album veröffentlicht wird.

Nun hat Sultana mit Greed eine weitere Single veröffentlicht und dabei abermals mit Matt Corby zusammengearbeitet. Während die beiden mit dem Musikproduzenten Dann Hume zusammen am Song schrieben, zeichnet sich Sultana komplett alleine für die Produktion verantwortlich. Bereits zu Pretty Lady hatte Sultana die Musik erstmal zusammen mit einer Band eingespielt und setzt dies auch auf Greed fort. Dabei singt Sultana auf dem neuen Song darüber, wie sehr sich das Umfeld – seitdem Sultana erfolgreich ist – verändert hat. Einst von Mitschülern für das Gitarrenspiel gedisst, möchten diese heute auf der Gästeliste stehen. Menschen, die Sultana vorher fremd waren, drängen sich in das Leben. Gute Freunde wiederum werden immer leiser und verschwinden aus dem Leben. Mit dem gewohnt entspannten Sound aus Gitarre und Loop-Station – in Verbindung mit einem hallenden Gesang – lässt Sultana dem Sound wieder viel Raum um sich zu entfalten. Mit Greed dürfen wir einmal mehr auf ein weiteres Album voller emotionaler und doch entspannter Songs hoffen, die den unverwechselbaren Sound Tash Sultanas ausmachen.

BRONSON feat. Totally Enormous Extinct Dinosaurs - Dawn

BRONSON – Sound von Meistern ihres Genres

Sie klingt wie eine endlose Nacht auf einem der hiesigen Elektrofestivals – die Musik, die das Trio BRONSON veröffentlicht. Sie ist so treibend, dass wir uns kaum zurückhalten können das Projekt – das auch gerne als Supergroup bezeichnet werden kann – zu loben. Denn hinter BRONSON steckt zum einen der australische House-DJ Thomas George Stell – alias Golden Features – der mit Songs wie Tell Me (mit Nicole Millar), No One (mit Thelma Plum) oder Wolfie (mit Julia Stone) und seinem 2018er Debütalbum Sect einen fantastischen Start in die Szene hinlegen konnte. Zum anderen sind keine Geringeren, als die US-Amerikaner Harrison Mills und Clayton Knight – alias ODESZA – mit dabei. Diese sind mit ihrem Mix aus Breakbeat, House und Indietronic und Songs, wie Say My NameLine of Sight und Late Night und ihren bisher veröffentlichten drei Alben zu absoluten Festival-Giganten avanciert. Nun haben diese beiden Acts das Projekt BRONSON ins Leben gerufen und mit Vaults und Heart Attack bereits zwei Songs mit absoluten Statementcharakter veröffentlicht.

Auf ihrer dritten und finalen Singleauskopplung Dawn – welche auf dem am 7. August erscheinenden gleichnamigen Debütalbum BRONSON den letzten Titel darstellen wird – haben sie sich keinen Geringeren als den britischen Soundtüftler Totally Enormous Extinct Dinosaurs dazugeholt. Hier liefert die Supergroup sogar noch einen Supergroupsong ab, der mit Totally Enormous Extinct Dinosaurs nochmals alles toppt. Dabei besitzt der Sound von Dawn eine Dramaturgie, die sich durch den mehr als sieben minütigen Song schlängelt und so Platz bietet, für verschiedenste Emotionen. Zwischen House, treibenden Synthies und Elemente, die an Trance erinnern, lässt sich Dawn nur schwer in ein Gerüst stecken. Dabei bieten die verschiedenen Einflüsse von ODESZA, Golden Features und Totally Enormous Extinct Dinosaurs eine Soundkulisse, die zu begeistern weiss und gleichzeitig auch den Horizont weiter in die Ferne setzt. Denn als Idee hinter Dawn hatte BRONSON, einen Song zu produzieren, den man mit auf eine Reise nehmen kann. Ob über Bergpässe und dem damit verbundenen weiten Blick, einer Fahrt durch Täler voller satter, grüner Wiesen oder einfach als Open Air-Moment an einem Strand irgendwo auf dieser Welt – Dawn weiss diese Momente musikalisch zu untermalen und setzt die Messlatte für das Debütalbum der drei Musiker enorm hoch.