White Lies – Lösen sich von Traditionen

Das Format Album ist für die meisten Bands auch im Jahr 2019 und knapp 15 Jahre nach dem kommerziellen Start von mp3-Downloads und acht Jahre nach dem Durchbruch von Musikstreams ein fester Bestandteil der musikalischen Arbeit. Ein, in sich geschlossenes, Projekt von tiefer Bedeutung der Musik-Acts. Dass sich dies in den vergangenen Jahren immer weiter auflöste, zeigen die Erfolge von – vorrangig deutschsprachigen Musikern des Genres Rap – die Woche für Woche die Chartspitzen erobern und dabei größtenteils durch Streams erfolgreich sind.
Die White Lies folgten dem Muster der in sich geschlossenen Albumproduktion bis heute fast schon stoisch. Songs schreiben, Album einspielen, abmischen lassen, veröffentlichen, auf Tour gehen und wieder von vorne beginnen. Damit hatten sie es immerhin – seit der Veröffentlichung ihres Debütalbum To Lose My Life 2009 – mit all ihren fünf Alben in die Top-15 der britischen Charts geschafft. Nun arbeitet sich die Band allerdings von diesem Gerüst frei und veröffentlicht mit Hurt My Heart erstmals eine Single fernab eines Albumreleases. Dabei könnte der Wunsch nicht größer sein, diesen Song einen Platz auf einem Albumformat einzuräumen. Denn Hurt My Heart schlägt die Richtung des Debütalbums ein und zeigt mit massiven Gitarrenriffs und wohleingesetzten Synthies, wie episch die Band auch im Jahr 12 nach ihrer Gründung klingen kann. Mit einem überraschend brachialen Gitarrensolo im letzten Teil des Songs greifen sie dabei zu den ganz großen Rockattitüden und lassen Hurt My Heart damit vielseitig, nostalgisch und frisch zugleich klingen. Mit der unbändigen Energie, neues Material an die Fans rauszuhauen, sind die White Lies dieser Tage so aktiv, wie selten zuvor und versprechen uns auf ihrer 10-Jahre Jubiläumstour zu To Loose My Life im Dezember auch Hurt My Heart zu präsentieren.

White Lies – Zum Finale eine neue Single

In zwei Wochen ist es endlich wieder soweit und wir können ein neues Album der White Lies in unseren Händen halten. Ist das fünfte Studioalbum der Londoner Post-Punk und New-Wave Rocker simpel Five betitelt, klingen die Songs wieder einmal größer, als man es von dem Trio in Erinnerung hatte. Mit der monumentalen Single Time To Give, dem an das Debütalbum erinnernden Believe It und der nun veröffentlichten Single Tokyo zeigen sie einmal mehr, dass sie ihr Alleinstellungsmerkmal des episch, monumentalen Sounds treu bleiben. Dabei zeigt sich Tokyo als grandiose Stadionhymne, die deutliche Referenzen an 80er-Jahre-Rock aufweist. Dazu gibt es ein Musikvideo, bei dem sich Harry, Charles und Jack abermals mit dem mexikanischen Regisseur David Pablos zusammentaten. Hatte Pablos bereits beim Musikvideo zu Take It Out On Me Regie geführt, folgt nun mit Tokyo eine weitere Arbeit, die so schräg, wie fesselnd ist. Dabei bekommen wir Einblicke in verschiedene Häuser und verschiedene Charaktere, die sich im Laufe des Videos wandeln. Spannend ist das Video auch deshalb, da es sich bei den Außenaufnahmen des Musikvideos – bei denen die White Lies auf den Brüsten eine riesigen Frauenbüste sitzen – um das berühmte Mermaid House in Puerto Nuevo, Mexiko handelt – einem Haus, an dem eine nackte Frauenbüste lehnt, die drei Etagen hoch ist. Mit Tokyo haben die White Lies also einen ganz und gar würdigen letzten Teaser für das, am 1. Februar erscheinende, Album Five veröffentlicht und lassen die Freude darauf bei uns ins unermessliche steigen.

White Lies – Nummer 5 strahlt in Überlänge

Sie sind wieder da! Das britische Trio White Lies, um Frontsänger Harry McVeigh hat vor 24 Stunden seine Leadsingle zum bevorstehenden, fünften Studioalbum veröffentlicht. Kommt das Album – schlicht Five benannt – erst am 1. Februar 2019 raus, haben sie mit dem Song Time To Give gleich eine siebeneinhalb minütigen Single veröffentlicht, die es in sich hat. Beginnt der Song noch recht melodisch mit Synthies und McVeighs großartiger Stimme, sammeln sich immer mehr Instrumente an und bilden ein wahres Bauwerk aus Synthies, Gitarren, hallendem Gesang, bis hin zu fast schon psychedelischen Einlagen. Time To Give klingt dabei wie eine Reminiszenz der eigenen vier Vorgängeralben. So kommt die Dunkelheit von To Lose My Life… zum Vorschein, wie auch die Größe von Rituals und Weite Big TVs bis hin zu den poppigeren Synthiesounds von Friends. Wenn man sich diese Mischung anguckt, verwundert es nicht, dass Time To Give siebeneinhalb Minuten lang ist und überrascht dennoch als ein Stück Musik, welches die Herzen der White Lies-Liebhaber in Wallung bringen wird und mit wunderbarem Gitarrensound überzeugt.

White Lies @Huxley's Neue Welt, Berlin

White Lies – Konzertkritik (Huxley’s Neue Welt Berlin)

31. Oktober 2016 – Halloween! Der Tag, der vielen so viel Spaß am Verkleiden bringt, macht auch vor Konzerten keinen Halt. Und so haben sich die Briten von White Lies eine ganz besondere Show ausgedacht. Doch zuvor waren erst einmal die Jungs von The Ramona Flowers an der Reihe.

Das düstere ist der Freude gewichen

The Ramona Flowers sind als Support längst keine Unbekannten mehr. Hatten sie doch bereits vor zwei Jahre als Vorband von Bombay Bicycle Club im Berliner Postbahnhof gespielt. Damals noch mit einem eher melancholisch, wuchtigen Sound, sorgten sie dieses Halloween dafür, dass das Publikum im Huxley’s bereits im Vorfeld enorm angeheizt wurde. So spielten sie dann, mit Tokyo auch nur einen einzigen Song ihres Debütalbums Dismantle and Rebuild. Alle anderen sechs Songs kamen ausnahmslos vom aktuellen Album Part Time Spies und überzeugten durch mehr Direktheit und stadionlastigen Refrains. Selbst Steve Bird – Frontsänger der Band – zeigte mit einer offensiven und teils schon aggressiv gut gelaunten Art, dass sich die Band in nur zwei Jahren deutlich weiterentwickelt hat. Sehr angenehm wurde es, nachdem sie durch Hurricane, Dirty World und Skies Turn Gold führten, mit dem Song Start To Rust, der demnächst als Single veröffentlicht wird. Hier zeigt sich sowohl die Band, als auch Bird in alter Form und begleiten einen durch ein ruhiges aber intensives Soundkostüm, das durch Birds mal defensiven, mal offensiven Gesang an Tempo zunimmt. Zum Ende führt ein opulenter Sound und intensiver Gesangsausbruch, der beim Publikum punktete. Es ist schön zu sehen, dass The Ramona Flowers sich weiterentwickelt und dennoch den Sound ihres Debüts nicht verloren haben.

Aus der Gruft zwischen Orgeln und Sorgen um eine Stimme

So konnte man den Konzertauftritt der White Lies beschreiben. Kamen sie doch in Halloweenkostümen auf die Bühne, waren umgeben von Spinnweben und einer Gruftathmosphäre und schienen selbst den Sound angepasst zu haben. So fiel bereits bei den ersten beiden Songs Take It Out On Me und There Goes Our Love Again auf, dass die Synths deutlich klarer und fast schon nach einer Kirchenorgel klangen. Verstärkt wurde das ganze durch Charles Cave am Bass, der hier an den Sound der Rocky Horror Picture Show erinnerte. All diese Nuancen wurden so fein in die Songs eingearbeitet, dass man es kaum merkte. Doch spätestens bei To Lose My Life kamen dann diese Nuancen deutlich hervor und vom Nebel umgeben, verwandelte sich das Huxley’s in eine Hiernach sollte dann auch eine kleine Erklärung zwecks des Bühnenoutfits folgen. So hatte der Tour-Manager der Band zwar gesagt, dass Halloween in Deutschland nicht ganz so groß zelebriert wird, wie bei Ihnen, doch war Frontsänger Harry McVeigh dennoch überrascht, dass es so wenig verkleidete Menschen gab. Denn die Quote ging gegen Null.

Zurück in die 80er

Mit Hold Back Your Love sorgten sie dann für ein sattes 80er Jahre Gefühl. So passten Nebel, lila-blaue Bühnenstrahler, Synthies und ein Retrobeat in die 80er, dass man sich kurzzeitig nach dem DeLorean aus Zurück in die Zukunft umsah. Abermals zurück zu den Orgeln ging es dann natürlich mit Unfinished Business, bei dem das Publikum ohne Aufforderung mit klatschte und den Text mit sang. Als nächstes folgte eine kleine Überraschung, spielten sie doch mit Price Of Love einen Song, den sie seit 5 Jahren nicht mehr live performten und sorgten so für viele zufriedene Gesichter. Hier war dann auch das erste Mal festzustellen, dass McVeigh’s Stimme zum Ende hin brach, was im Laufe des Abends noch häufiger der Fall sein sollte. So viel gerade bei den langgezogenen Gesangsparts auf, dass McVeigh die Tonlage auf Dauer des Öfteren nicht halten konnte. Dies tat allerdings der Dynamik und Sound keinen Abbruch und überzeugte die Band umso mehr mit einer energievollen Show.

In die Vergangenheit und zurück

Zwischen Farewell To The Fairground und E.S.T. fassten die White Lies zwei ihrer poppigsten Nummern des neuen Albums FriendsMorning In LA und Is My Love Enough, ein. Immer wieder sorgten McVeigh und Cave mit kurzen Smalltalks dafür, dass das Publikum dran blieb und bei Songs wie Getting Even mitsang und tanzte. Es kamen selbst Parts vor, an denen McVeigh aufhörte zu singen, da das Publikum so laut mit sang und so den Song weiter trug. Immer wieder in den Gesichtern der Band zu lesen, war die Freude und Dankbarkeit, die sie dann auch nach jedem zweiten Song zum Ausdruck brachten.

Mit viel Euphorie ins Finale

Setzt bei anderen Konzerten im letzten Teil des Konzertes eine Müdigkeit ein, trat bei Songs wie Streetlights, A Place To Hide , Don’t Want To Feel It All und Death eine Euphorie ein, die sich in Jubel und langanhaltendem Klatschen äußerte. Stimmlich von Cave unterstützt, beendete McVeigh das Konzert mit einem Danke und wenig später nochmals für Big TV, Come On und schließlich Bigger Than Us zurück auf die Bühne zu kommen. Nach mehrmaligen Verbeugungen und einem Versprechen, so schnell wie möglich wieder nach Berlin zu kommen, verschwand die Band im Dunkeln.

Nach dem Nummer 1 Debütalbum To Lose My Life… wurde es in den letzten Jahren nicht einfacher für das britische Trio erfolgreich zu bleiben. Spülte es doch in den letzten Jahren unzählige Bands an die Oberfläche, die einen langanhaltenden Erfolg kaum noch möglich machen. Doch mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und der Öffnung zu Soundelementen, die man noch vor drei Jahren niemals bei den White Lies vermutet hätte, zeigen sie, dass die Band in Bewegung ist und ihr eigenes Erfolgsrezept nicht einfach nur kopieren wollen. Dies ist Harry McVeigh, Charles Cave und Jack Lawrence-Brown mit dem vierten Album Friends gelungen. Sowohl im Studio, als auch Live.

White Lies – Auf den Spuren Joy Divisions

White Lies - Take It Out On Me

White Lies – Take It Out On Me

Nun ist es raus! Die erste Single zum vierten Album der White Lies. ‚Take It Out On Me‘ klingt so vielversprechend, dass man sich fast an ihr Debütalbum zurück erinnert fühlt. Ist doch Harry McVeigh stimmlich wieder einen Schritt zurück zu den Anfängen der White Lies gegangen und singt schneller und voller Druck. Musikalisch wandeln die White Lies mit ‚Take It Out On Me‘ auf den Spuren von Joy Division. Klingt der Song doch nach Post-Punk und Indie-Rock und überzeugt mit einem schnellen Taktwechsel sowie viel Gitarrensound.
‚Take It Out On Me‘ ist die erste Single aus dem, am 7. Oktober erscheinenden, vierten Album ‚Friends‘. Hatten sie bisher alle zwei Jahre ein neues Album veröffentlicht, zögerten die drei Briten es nun drei Jahre hinaus.
Sollte das Album so klingen wie ‚Take It Out On Me‘, dann haben die White Lies das vielleicht beste Album ihrer Bandgeschichte produziert. Doch dies bleibt abzuwarten. Und so werden wir uns noch dreieinhalb Monate gedulden müssen. Bis dahin hilft uns ‚Take It Out On Me‘ über die Zeit.

White Lies - Take It Out On Me

White Lies – Take It Out On Me