Jax Jones feat. Years & Years – Deep House und Pop auf vom Fließband

Dass Years & Years auf eine erfolgreiche Bandgeschichte zurückblicken können, liegt nicht nur an den unglaublich guten und mitreißenden Popsongs, sondern vor allem an Frontsänger Olly Alexander – aus dem die Ideen nur so rauszusprudeln scheinen. Gleichzeitig ist Olly Alexander eine schillernd, quierlige Persönlichkeit, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Dass sie dort stehen, wo sie jetzt sind, haben sie allerdings auch Produzenten wie The Magician zu verdanken, der die Band in einem frühen Stadium gefördert und bekannt gemacht hat. Dies geben Years & Years nun zurück und arbeiten auf der Single Play mit dem Londoner Produzenten Jax Jones zusammen. Steht Jones zwar nicht mehr vor dem Problem, erfolgreich werden zu müssen – immerhin hat er mit You Don’t Know Me und Breathe selbst zweimal die britischen Top-10 geknackt – beschränkt sich seine Bekanntheit mehr oder weniger ausschließlich auf die britischen Inseln. Dies könnte sich nun mit der poppigen Housenummer Play ändern, die mit eingängigen Beats und Olly Alexanders unverkennbarer Stimme zu einer ekstatischen Club-Hymne wird. So haben der Produzent und die Band einen Song produziert, der sich aufmacht, die Charts weltweit zu erklimmen.

Years & Years – Sie heiligen die neue Single

2015 waren sie plötzlich da – die britische Band Years & Years. Mit großen Popsongs wie Desire, King, Shine oder der Kollaboration mit The Magician auf Sunlight hatten die Jungs um Frontmann Olly Alexander es bis auf Platz 1 der britischen und europaweiten Charts geschafft. Hat Alexander von Beginn an keinen Hehl um seine sexuelle Orientierung gemacht, flossen diese Einflüsse direkt in die Musik und Videos der Band ein. Dabei sieht sich die Band als Vermittler der LGBT-Community. Nicht übertrieben aber immer hartnäckig lassen Years & Years dabei Tabus fallen. Auf ihrer, gestern veröffentlichten, neuen Single Sanctify klingen sie daher noch etwas extrovertierter und nutzen die Aufmerksamkeit, um Alexanders Erfahrungen mit Männern zu thematisieren. Weniger aus der Ich-Perspektive, denn viel mehr als erzählender Beobachter singt Alexander darüber, wie es ist Männer zu treffen, die sich selbst als heterosexuell beschreiben aber sich in der Gegenwart eines anziehenden Mannes nicht so verhalten und so mit ihrer eigenen Sexualität hadern. Dabei bedienen sich Years & Years auf Sanctify des Synthiepops, Elektro- und Dancepops. All das vermischt sich auf Sanctify zu einem energetischen Popsong, der so eingängig wie mitreißend ist und im Kopf bleibt. Years & Years wollen Spaß haben und klingen, trotz der hohen Erwartungshaltung an ihr neues Album, so gelassen und frisch, dass auch das Nachfolgealbum, des Millionensellers Communion, eine Hitgarantie besitzt.

Years & Years - King

Years & Years – Nach Disclosure & Rudimental entern Years & Years die elektronische Bühne

Years & Years eine gewöhnliche Band zu nennen würde den drei Briten nicht gerecht werden, zumnidest wenn man folgenden Fakten um den Frontsänger Oliver Alexander Thornton betrachtet. Ist Thornton doch bereits seit acht Jahren erfolgreich als Schauspieler tätig und hat in Serien, Filmen und auf Theaterbühnen gespielt. Der Film Bright Star brachte es sogar zu einer Academy Award Nominierung. Neben diesem Standbein ging ab 2010 um die Bandbildung Years & Years‘, die durch einen ungewöhnlichen Zufall zu Thornton’s Stimme kam. Sang er doch unter der Dusche und wurde von Jetzt-Bandkollegen Mikey Goldsworthy entdeckt. So brachten sie bereits 2012 ihre Debütsingle I Wish I Knew heraus. Es sollte allerdings noch zweieinhalb Jahre dauern, bis sie einem großen Publikum zu teil wurden. Als Gast-Act des The Magicians-Songs Sunlight stellten sie sich im Herbst 2014 dem Publikum vor. Es folgte ihre eigene Single Desire, die bis auf Platz 22 der britischen Charts stieg. Nun kommt mit King Single Nummer sechs heraus und macht klar, dass Years & Years Musik machen wollen, die auf eine lange Sicht abziehlt. Hinzu kommt, dass Thornton’s Stimme ein Timbre hat, dass an Nina Simone erinnert. So beherrscht er es Texte eindringlich wie wehleidig zu singen. Seiner Stimme gegenüber steht der treibend, positive Sound des Songs. Im dazugehörigen Video sieht man dann auch, ausschießlich an seiner Mimik, die schauspielerischen Qualitäten Thornton’s. Singt er doch so punktiert, dass man den Songtext förmlich aus seiner Mimik lesen könnte.

Years & Years - Desire

Years & Years – Sie bringen es auch solo

Wem Years & Years erst seit dem Featuring auf dem Song Sunlight von The Magician ein Begriff ist, darf beruhigt werden. Denn so ergeht es wohl den meisten, die dieses Trio nun mit ihrem neuen Song Desire hören. Ist es doch wieder einmal einem Umstand zu verdanken, den es bei britischen Künstlern nur zu oft gibt. So kommt eines der Bandmitglieder nämlich aus Australien und gibt den zündenden Anstoß eine Band zu gründen. Und wie der Geschmack es nun mal so von Australien will, kommen am Ende immer beatgeladene Songs heraus. So ist Desire in Anlehnung an die 90er Jahre entstanden, sowohl was den Euro-Dance-Beat als auch den Gesang, der an 90er Jahre R&B wie Dru Hill erinnert, angeht. Dies wird natürlich alles noch produktionstechnisch in das Jahr 2014 gehoben und raus kommt ein enorm tanzbarer Track. So dürfte dann in zwei, drei Monaten auch die Frage, wer den Years & Years seien, nicht mehr vorkommen.

The Magician - Sunlight

The Magician feat. Years & Years – Nun macht er es auch selbst

Alle werden wohl noch gut den Song I Follow River von Lykke Li im Kopf haben, wurde er doch gerade durch den Remix von The Magician zu einem europaweiten Nummer Eins Hit.
Nun hat der Belgier Stephen Fasano – der hinter The Magician Steckt – einen eigenen Song rausgebracht und entert gerade in zahlreichen Ländern die Radio- und Singlecharts. Gesanglich unterstützen The Magician auf Sunlight die Newcomer von Years & Years. Kein Wunder, ist doch Sunlight eine wahre Sommerhymne und könnte für die Clubs gleichfalls nicht gelegener gekommen um den Sommer noch einmal zurückzuholen.