Sault - 11

Sault – Wabernde Hinterzimmer Musik

Wie kann das sein?! fragt man sich, wenn man die Infos der britischen Band Sault zusammenfügt. 2019 gegründet, ist sie über die vergangenen dreieinhalb Jahre zu einem Mysterium avanciert. Warum? Weil bis heute nicht sicher gesagt werden kann, wer alles Mitglied in dieser Band ist. Aktuell geht man davon aus, dass Sault aus dem britischen Produzenten Inflo, der britischen Singer/Songwriterin Cleo Sol und der US-Amerikanischen Rapperin Kid Sister besteht. Inflo ist dabei kein Unbekannter, hat er doch bereits Alben mit The Kooks, Michael Kiwanuka, Jungle oder Little Simz aufgenommen. Aber auch die zwei bisher veröffentlichten Alben Rose in the Dark und Mother von Cleo Sol hat Inflo produziert. Kid Sister hat mit Ultraviolet bisher ein Album veröffentlicht und arbeitet momentan ebenfalls mit Inflo an ihrem zweiten Studioalbum. Daher liegt es nahe, dass die Drei tatsächlich als Trio hinter der – bei Kritikern beliebten – Band Sault stecken. Mit ihrem 2019er Song Let Me Go fing alles an. hier war dieser schnelle soulige Sound zu hören, der irgendwie an Aretha Franklin erinnert. In den dreieinhalb Jahren ihres Bandbestehens haben Sault allerdings bereits sage und schreibe elf Studioalben veröffentlicht. So brachten sie 2019 mit 5 und 7 und 2020 mit Untitled (Black Is) und Untitled (Rise) jeweils zwei Alben pro Jahr raus, ehe 2021 mit Nine und im April 2022 mit Air jeweils ein weiteres Album pro Jahr dazukam. Für die absolute Überraschung sorgten Sault aber im vergangenen Herbst, als sie am 1. November mit 11, AIIR, Earth, Today & Tomorrow und Untitled (God) gleich fünf Alben veröffentlichten – und damit sagenhafte 56 Songs insgesamt. Sault scheint keine kreativen Grenzen zu kennen und produziert Songs, wie kaum ein Anderer Act. Da es bei diesem Output auch kaum eine geregelte Singleveröffentlichung geben kann, wurde hier gänzlich darauf verzichtet. Allerdings haben einige der 56 Songs eine Eigendynamik entwickelt und genießen eine deutlich höhere Aufmerksamkeit, als andere. Fight For Love ist einer dieser Songs und zeigt die Band in einem relaxten Umfeld, das sich fast so anhört, als würde man in einem Hinterzimmer einer Bar auf der Couch sitzen, die Luft um einem herum ist dick und voller Zigarettenrauch während Einige um einen Billardtisch stehen, an dem sie eine Partie spielen. Dabei dreht sich alles um das Zusammenspiel zwischen den Personen und das Knistern, dass im Raum entsteht, wenn sich ihre Blicke finden. Hier treffen Sault einmal mehr ins Schwarze und befeuern das Mythos, das sich die Band selbst aufgebaut hat, einmal mehr.

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