Satin Jackets feat. Panama – Irgendwo ist immer Sommer

Treffen sich ein deutscher und ein australischer Musiker unter den warmen Sonnenstrahlen Kaliforniens und entdecken die Macht der Musik, kommt mitunter schier wunderbares zu Tage. Für den heutigen Song haben dies der deutsche Tim Bernhardt – alias Satin Jackets – und der Australier Jarrah McCleary – alias Panama – getan. Beide schätzen ihre Arbeiten gegenseitig und fanden die Songs des jeweils Anderen so gut, dass sie für Automatic zusammengekommen sind und einen wunderbar, smoothen Song produziert haben. Zeichnet sich Panama mit Songs wie Jungle und The Highs sowie mit der Zusammenarbeit mit Petite Biscuits für den Track Waterfall bereits für einige bekannte Songs verantwortlich, steht Satin Jackets diesem in nichts nach. Satin Jacktes selbst beschreibt Automatic mit der Möglichkeit, dass von überall auf der Welt in nur wenigen Flugstunden irgendwo die Nacht beginnt und man auf Open-Air Partys oder an einem einsamen Aussichtspunkt die sommerlichen Momente genießen kann, als Inspiration für seinen Song. Mit einem Einschlag zum French-House und Panamas wunderbar entspannter Stimme klingt Automatic nach dem süßlich-sommerluftigen Track, den man sich nicht entziehen kann. Automatic wird daher mit Sicherheit einer der Tracks des diesjährigen Frühlings und Sommers sein. Wir können daher gespannt sein, was Satin Jackets auf seinem, im April erscheinenden Album Solar Nights noch so für uns parat hält.

Werbeanzeigen

Tash Sultana – Konzertkritik

Tash Sultana ist eine absolute Überraschung – in jeglicher Hinsicht. Besteht Tashs bisherige Karriere doch aus Superlativen und Rekorden. Angefangen auf den Straßen in Australien, baute Tash sich über die letzten drei, vier Jahre eine unglaubliche Fangemeinde auf und schaffte es schließlich via YouTube auch international große Beachtung zu finden. So waren Tashs Konzerte vor zwei Jahren weltweit, ohne überhaupt einen Plattenvertrag in der Tasche zu haben, allesamt ausverkauft und mussten hier und da sogar in größere Konzerthallen verlegt werden. Nachdem Tashs Debütalbum Flow State Ende August veröffentlicht wurde, folgte nun die dazugehörige Welttournee mit Konzerten rund um den Globus und somit auch in Berlin.

Gleich für zwei Konzerte sollte Sultana am 10. und 11. September in die Berliner Columbiahalle kommen. Und so fand das Auftaktkonzert am 10. September vor einer restlos ausverkauften Halle statt.

Also Support-Act traten die Pierce Brothers auf die Bühne, bei denen es sich tatsächlich um die Zwillingsbrüder Jack und Pat Pierce handelt. Mit einer wunderbar energiereichen Folkperformance brachten die beiden Australier die Halle fast zum Beben und sorgten für eine angenehme Aufwärmphase. Dabei erinnern Songs wie AmsterdamBrother oder Ocean stark an die Anfänge von Mumford & Sons. Laut, schnell, und voller Freude spielten die beiden ihre Banjos, Gitarren und erfreuten sich einer großen Zustimmung vom Publikum, das bereitwillig dazu tanzte und die Brüder bis zum Ende ihrer Performance feierte.

Nun war es soweit und Sultana betrat die, mit Teppichen auf dem Boden für eine Wohnzimmeratmosphäre sorgende, Bühne völlig alleine. Der Abend sollte allerdings anders verlaufen, als es die meisten Fans erwartet hatten. Denn entgegen der Erwartung, Studioversionen zu spielen, konzentrierte sich Sultana darauf, freestyle zu spielen und sich in den einzelnen Songs auch immer wieder mal zu verlieren. So gingen Stücke, wie Big SmokeSynergy und Pink Moon in bis zu 7/8 minütigen Klangbergen auf und wurden bekannte Songs, wie Notion und Murder To The Mind eher samplehaft angespielt. Dass dies zu Sultana passt und der Stimmung keinen Abbruch tat, war allerdings ebenso klar – wenn man die sozialen Kanäle des Masterminds verfolgte. Denn hier wird schnell klar, dass Sultana nicht den üblichen Konventionen und Erwartungen folgt. Dieses Verhalten ist schließlich auch der Grund, warum Sultanas Debütalbum so lange auf sich warten ließ.

In der Columbiahalle spielte sich Sultana mittlerweile durch Mellow MarmaladeFree Mind und Jungle und war dabei immer derart auf die Looping-Machine und das Einspielen der jeweiligen Instrumente konzentriert, dass hier nur sehr sporadisch mit dem Publikum interagiert wurde, was den Fokus noch deutlicher auf die Kunst auf der Bühne lenkte. Somit verlor sich das Publikum immer wieder in den langen Intros und noch längeren Outros. Sultana, derweil die Mütze nach dem 15. mal richten abgesetzt, machte ein Foto von sich und dem Publikum und verschwand hinter der Bühne. Für einige Minuten im Ungewissen gelassen, applaudierte das Publikum ununterbrochen, bis Sultana für eine Zugabe mit Harvest Love und Blackbird zurück auf die Bühne trat um den Abend zu beenden.

Tash Sultana @Columbiahalle Berlin http://www.soundtrack-of-my-life.com

Sultana tickt anders und zeigt dies auch offen. Das damit verbundene Konzert hat dies eindrucksvoll gezeigt. So zeigt sich Sultana mit Herzblut und bei der Sache und vergisst selbst hier und da, dass sie gerade auf einer Bühne und vor tausenden Fans steht.

Jungle – bleiben Jungle

Vor fast genau vier Jahren haben Jungle ihr gleichnamiges Debütalbum Jungle veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt gerade einmal ein Jahr als Band formiert, eroberte das Kollektiv, mit Songs wie Busy Earnin‘ Großbritannien im Sturm. Nach langer Wartezeit, ist das Kollektiv um Josh Lloyd-Watson und Tom McFarland – kurz J und T – nun zurück. Die Planung, ein Musikprojekt aus verschiedenen, kreativen Köpfen zu formen, indem einer für das Artwork, einer für ästhetische Videos und andere in verschiedenen Bereichen tätig werden, ging vollends auf und sorgte dafür, dass Jungle – auch abseits der Musik – als qualitativ extrem hochwertig wahrgenommen wurden. Da verwundert es auch nicht, dass es vier Jahre dauern musste, um neues Material von der Band zu hören. Mit Happy Man und House In L.A. sind sie dafür gleich mit zwei neuen Songs zurück und haben bereits im Vorfeld eine ausgedehnte Welttournee angekündigt. Happy Man spielt mit den typischen Jungle-Elementen aus Funk, Soul, Pop und dem Vibe der 70er Jahre. Immer etwas träge, wird Happy Man zu einer schwoofig, klebrigen Soundmaschine, die einen verschluckt, nach 3:11 Minuten ausspuckt und selig zurücklässt. Jungle beherrschen es, dem Hörer das zu geben, was er von der Band erwartet und gerade deshalb die Nachfrage nach weiteren Songs abermals zu steigern.

The Best Of 2018 Vol.: 05

01. Royal T feat. Roísín Murphy – Crookers

02. Rüfüs Du Sol – No Place

03. CliQ feat. Alika – Wavey

04. Kid Francescoli – Moon

05. Tash Sultana – Salvation

06. Sam Fender – Play God

07. Clueso – Du und Ich

08. Abi Ocia – Running

09. Noga Erez – Bad Habits

10. Jungle – House in L.A.

11. Jain – Alright

12. Lily Allen – Lost My Mind

13. Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Leave A Light On

14. Portugal. The Man – Live In the Moment

15. Lo Moon – Tried To Make You my Own

16. Mallrat – Groceries

17. HAEVN – Back In The Water (Mark McCabe Remix)

18. Goldfrapp feat. Dave Gahan – Ocean

19. The Paper Kites – Bloom

The Best Of 2018 Vol.: 04

01. Passenger – Hell Or High Water

02. Lenny Kravitz – Low

03. Disclosure feat. Fatoumata Diawara – Ultimatum

04. HONNE – Sometimes

05. Maggie Rogers – Fallingwater

06. Snow Patrol – Life On Earth

07. Dennis Lloyd – Nevermind

08. Christine And The Queen feat. Dâm-Funk – Damn dis-moi

09. Blaudzun – islands_

10. Sonia Stein – Muse

11. Celine Dion – Ashes

12. Parcels – Tieduprightnow

13. Leo Kalyan – Get Your Love

14. Jungle – Happy Man

15. Harrison Brome – Looking At You

16. Gorillaz feat. George Benson – Humility

17. Gavin James – Always

18. Foster The People – Sit Next To Me

19. Florence + The Machine – Hunger

20. Das Paradies – Discoscooter

21. Cesár Samson – Nobody But You

Panama – Mit The Highs ins Wochenende

Vor zwei Jahren präsentierte ich Euch hier die Single Jungle, des Australiers Jarrah McCleary alias Panama. Wiederum zwei Jahre zuvor, veröffentlichte Panama – damals noch als Duo – die Single Always. So ist es nur konsequent, abermals zwei Jahre später – und damit bereits im Sommer 2017 – wieder neues Material zu veröffentlichen. War die Vorfreude auf ein nahendes Album mit der Veröffentlichung von Jungle 2015 groß, wissen wir heute, dass ein Debütalbum immer noch auf sich warten lässt. So hat Panama nun mit Hope For Something seine dritte EP gleich in zweifacher Ausführung veröffentlicht – einmal die Originale und einmal als Alternate Versions. Darauf enthalten ist die nun ausgekoppelte Single The Highs, auf der Panama erst mit einem ruhigen Klavier beginnt, ehe sich sein hallender Gesang mit einem elektronischen Beat zu einer ekstatischen Hymne aufbaut. Panama ist für seine treibenden Klänge bekannt und zeigt uns mit The Highs, dass es irgendwann auch mal mit einem Album klappen muss. Doch bis dahin sind wir froh über jede Veröffentlichung des Australiers.

Her – Zurück und gegen den Strom

Her feat. ZéFire – Swim

Habt Ihr schon mal von Her gehört? Stellt man diese Frage wartet der gegenüber darauf, dass nun der Name der Band kommt – doch da war er schon ausgesprochen. Das deutsch-französische Duo Her, bestehend aus Victor Solf aus Düsseldorf und Simon Carpentier lernten sich bereits zu Schulzeiten kennen. 2015 veröffentlichten sie mit Five Minutes einen wahnsinnigen Song, der es bis zur Untermalung eines Apple-Werbespots schaffte. Dabei nutzen Her einen Indie-Sound, der mit Sprechgesang und Funk angereichert ist. Erinnerten Her mit dem Song Five Minutes noch an das Londoner Neo-Soul und Dance-Kollektiv Jungle, haben sie nun mit ihrer neuen Single Swim eine noch deutlich stärker mit Funk-Elementen ausgestattene Single veröffentlicht. Dabei klingt Swim nach Aufbruch und einem Hindernis zugewandt, statt abgewandt. Her beschreiben den Song damit, dass sie in Zeiten von wachsender Gewalt, Hassparolen im Internet oder wachsendem Extremismus ein Zeichen für das Positive und eine Kraft setzen wollten, um sich gegen dieses Hindernis zu stellen und gegen den Strom zu schwimmen. Swim hat mit seinen markanten Synthies und einem Saxofon alles, was ein Funksong benötigt und beweist durch bedachte Lyrics, dass sich all das homogen zusammenfügen kann. Hinzu kommt der kanadische Sänger ZéFire, der Swim mit seinem souligen Gesang untermalt. Und wer sich dem Song einfach nur melodisch hingeben möchte, hat mit Swim aktuell einen der besten Songs gewählt.

Emma Louise – Liefert hochwertig ab

Emma Louise - Talk Baby Talk

Emma Louise – Talk Baby Talk

Mit Ihrer Debütsingle ‚Jungle‘ blieb der Australierin Emma Lousie 2011 noch der große Durchbruch verwehrt. Sollten es doch noch zwei weitere Jahre dauern, bis ‚My Head Is A Jungle‘ – die Remixversion des Berliner DJ’s Wankelmut – durch die Decke ging. Und so landete Louise 2013 europaweit in den Charts. Nun ist die 25 jährige Sängerin mit dem Album ‚Supercry‘ zurück, dass dieser Tage veröffentlicht wurde. Darauf enthalten ist die zweite Single ‚Talk Baby Talk‘, die Louise mit einer reifen Stimme zeigt. Klang sie auf ihrem 2013er Debütalbum stimmlich noch eher mädchenhaft, ist auf ‚Talk Baby Talk‘ eine deutliche verändern, hin zu einer erwachsenen Louise, zu erkennen. Musikalisch liegt ‚Talk Baby Talk‘ irgendwo zwischen einem dunklen Housetrack und der Intimität einer Agnes Obel. So wird ‚Talk Baby Talk‘ zu einem hypnotischen Song, der im richtigen Moment die Gänsehaut hochtreiben kann.

Balthazar – Little by little

Balthazar - Bunker

Balthazar – Bunker

Bald zwölf Jahre sind vergangen, seitdem sich Maarten Devoldere, Jinte Deprez, Patricia Vanneste entschlossen eine Band zu gründen. Die damals 18 Jährigen hatten sich aus ihrem kleinen Orten Kortrijk und Ghent, in Belgien, zusammengefunden um einen Weg zu finden, sich auszudrücken. So nahmen sie an Regionalen und später nationalen Wettbewerben teil und gewannen einen Preis nach dem anderen. 2010 kam schließlich ihr selbst produziertes Debütalbum Applause auf den Markt, mit dem sie für einen regelrechten Run auf die Band sorgten. Knapp ein Jahr später folgte mit einem Plattenvertrag von PIAS Recordings ein weiterer großer Schritt in der internationalen Vermarktung der Band. Mittlerweile zu fünft sind Balthazar nun auch über die Landesgrenzen hinaus erfolgreich. Die Single Bunker aus ihrem dritten Album Thin Walls, dass im Frühjahr 2015 erschien, besteht aus einem Indie-Rock-Sound, der mal zwischen Lethargie und Coolness wandelt und sich in einem smoothen Beatgewand präsentiert. Man möge fast ein wenig an Jungle’s Busy Earnin erinnert werden. Doch Deprez‘ Art zu singen und dem ganzen Song damit eine gewisse Belanglosigkeit zu unterstellen, macht Bunker einfach unwiderstehlich.

Jungle – We are the guys from the Jungle

Sie haben sich wahrlich keinen Namen gegeben, den man leicht im Internet finden kann. Gibt man bei Google ‚Jungle‘ ein, werden einem tausende Vorschläge zu naturbelassenen Wäldern angezeigt. Schaut man auf auf ihre Facebookseite, stellt man fest, dass es die Band erst seit dem 10. August 2013 dort gibt – also noch kein Jahr. Die Dance-Gruppe aus London ist also noch weitestgehen unbekannt und man kennt nur zwei Mitglieder mit den ebenso wenig aussagekräftigen Namen ‚J‘ und ‚T‘. Aussagekräftiger ist allerdings das, was sie an Musik fabrizieren. So ist doch nach Tracks wie ‚The Heat‘ und ‚Platoon‘ nun der neueste Song in den Radiostationen Großbritanniens aufgetaucht. ‚Busy Earnin‘ schafft es damit sogar von der Insel runter in die Festlandplaylisten der Radiosender. Hört und vor allem schaut Euch das hörens- und sehenswürdige Lied an.