The Avalanches feat. Jamie XX, Neneh Cherry & CLYPSO - Wherever You Go

The Avalanches feat. Jamie XX, Neneh Cherry & CLYPSO – Ein Song, zu groß für das Jetzt

The Avalanches sind eine Band mit einer enormen Geschichte. Haben sich Ende der 90er Jahre ein paar Australier zusammengetan und unter dem Bandnamen Alarm 115 erste Songs veröffentlicht, folgte erst mit der Umbenennung in The Avalanches der erste Erfolg. 2000 waren sie auf ihrem ersten Höhepunkt und erreichten mit Since I Left You als Single und mit dem gleichnamigen Album die Charts weltweit. Nach wiederholten Ankündigungen, an einem zweiten Album zu arbeiten, folgte 16 Jahre lang keine neue Musik. Schließlich – von einem Sextett zu einem Duo zusammengeschrumpft – wurde mit Wildflower und der Single Subways 2016 wieder neue Musik veröffentlicht. Dabei schloß Wildflower an den Sound des ersten Albums an, konnte jedoch deutlich bessere Chartsplatzierungen vermelden, landete in ihrem Heimatland Australien auf Platz 1 und vermeldete mit Platz 27 erstmals auch eine Chartnotierung in den USA. Für ihr drittes Album wollten sich Robbie Chater und Tony Di Blasi schließlich nicht mehr so viel Zeit lassen und veröffentlichen gerade – nur vier Jahre nach ihrem zweiten Album – neue Songs. Dabei fällt auf, dass sich fast alle Songs mit namhaften Kollaborationen schmücken können. Ist es auf der ersten Single We Will Always Love You der US-Amerikanische Singer/Songwriter Blood Orange, sind auf der zweiten Auskopplung Running Red Lights Rivers Cuomo und Pink Siifu dabei. Nun veröffentlichen The Avalanches mit Reflecting Light feat. Sananda Maitreya, Vashti Bunyan und Wherever You Go feat. Jamie XX, Neneh Cherry & CLYPSO gleich zwei neue Songs.

The Avalanches

The Avalanches

Dabei wird Sananda Maitreya den meisten unter Terence Trent D’Arby etwas sagen – hat er doch unter diesem Namen Ende der 80er Jahre mit Songs, wie Wishing WellSign Your Name und dem ’93er Hit Delicate – zusammen mit Des’ree – mehrere Hits gehabt. Doch beschäftigt uns der zweite Song Wherever You Go viel mehr. Denn hier mischen The Avalanches einen Sound zusammen, der jenseits unserer Zeit ist. Mit Weltmusik, dem Hauch der frühen 2000er, einem modernen Housebeat und verspielten Future-Dance-Elementen holt das Duo zusammen mit seinen Featuring-Acts zum Rundumschlag aus und weisst die elektronische Gemeinschaft auf ihre Plätze. Dabei ist Wherever You Go keineswegs als purer Elektrosong zu sehen – vielmehr ist es das Zusammenspiel der verschiedensten Elemente, die den Song so universell klingen lassen. Gleichzeitig lassen alle Involvierten ihren typischen Sound einfließen. Da hören wir den Mix aus Jungle und Afropunk von CLYPSO, die Hip-Hop-Rhymes von Neneh Cherry und den Future-Dance eines Jamie XX‘. Gleichzeitig streuen sie mit Samples von Sergio Mendes‘ Magalenha und dem Beach Boys Snippet Vegetables – Ballad Insert Referenzen an eine Zeit ein, die dem heutigen Zuhörer wie aus einer anderen Welt vorkommen. Mit Wherever You Go haben The Avalanches einen Song veröffentlicht, der auch nach mehrmaligem Hören nicht greifbar ist und dennoch durch seine homogene Zusammensetzung zum Ohrwurm wird.

 

Sault - Let Me Go

Sault – Das Mysterium um eine Band

Es ist diese große soulige Stimme, welche die Band Sault gerade hypen lässt. Doch wer sich hinter diesem Pseudonym versteckt, ist bisher nicht ganz klar. Einige Seiten vermuten, dass der britische Produzent und Songwriter Dean Josiah, der auch unter dem Namen Inflo Remixe macht, ein Teil der Band Sault ist. Dieser hat vor allem Songs für Michael Kiwanuka, The Kooks und Jungle produziert und mit Little Simz, The S.L.P. und Tom Odell zusammengearbeitet. Hinter der Stimme wird die Rapperin Melisa Young – alias Kid Sister – vermutet, die vor allem durch ihre Kollaborationen mit Kanye West bekannt wurde. Doch wäre solch soulig, funkige Musik, wie auf der aktuellen Single Let Me Go eine dermaßen große musikalische Veränderung zu dem bisherigen Sound der aus Chicago kommenden Musikerin, dass man dies fast nicht glauben kann. Für Josiah wiederum klingt das ganze dem des Sounds der britischen Band Jungle schon sehr ähnlich und lässt die Vermutung daher recht plausibel erscheinen. Mit dem Debüt 5 ist bereits im Mai dieses Jahres ein ambitioniertes Album erschienen, welches durch Afrobeats, Soul, Funk und Elektro klingt, wie aus einer Parallelwelt. Sault sind so, gerade auch durch Let Me Go, zu einem regelrechten Phänomen gewachsen, welches es weiterhin gilt, zu entdecken.

High Contrast - Going Up

High Contrast – Musik der Kontraste

Er ist ein Künstler der Kontraste. High Contrast – wie sich der Brite Lincoln Barrett als Künstler nennt – bedient mit seinem Musikgenre Drum and Bass nicht nur die Kontraste, sondern hat auch bei seiner wichtigsten Entscheidung die Kontraste an einander gemessen. Mit 17 Jahren hatte der, in der Nähe von Cardiff aufgewachsene, DJ noch die Vision irgendetwas mit Filmen zu machen. Wenig später beeinflusste Barretts Nebenjob ihn so sehr, dass er sich in die elektronischen Musik und im Speziellen dem Drum And Bass verliebte. Daraus ist schließlich eine Produzenten- und DJ-Laufbahn entstanden, die mitlerweile knapp 20 Jahre andauert. Bis heute bringt es Barrett als High Contrast auf sechs Alben, mehrere EPs und Compilations und unzählige Singles, von denen einige es bis in die Top-50 der britischen Singlecharts schafften. Mit seiner neuesten Singleauskopplung Going Up hat der Waliser eine euphorische Jungle- und Drum And Bass Hymne produziert, die energiegeladen und verträumt zugleich klingt. Mit seinen ausbremsenden Klavierparts und den daraufhin einsetzenden schnellen Beats ist Going Up ein wunderbarer Sound zum darin verlieren und auf der Tanzfläche den Moment des Abends zu erleben. Darüber hinaus wird Going Up wohl die Single werden, die das größte Potential hat, eine. großen Charterfolg zu feiern.

Sultans Court - Haunted

Sultans Court – Verstörend guter Sound mit Genderfrage

Mittlerweile befinden sich Sultans Court bereits im fünften Jahr ihrer Bandgschichte. Hört man sich nun die aktuellen Singles No Man’s Land und Haunted an, fragt man sich, ob man den großen Knall etwa nicht gehört hat. Die Berliner Band, die zu erst aus dem Duo Julius Klaus und Konstantin Hennecke entstanden ist, tritt mittlerweile als Quartett auf. Nun geht es mit geballter Kraft und den beiden Singleveröffentlichungen allerdings Schlag auf Schlag. Dabei klingt Haunted so spannend wie fordernd. Denn hier zeigt die Band nicht nur, dass ihr Sound eine umfangreiche Klangwolke aus Alt-J-Gitarrenriffs perfekt inkludieren kann, sondern gleichzeitig auch noch nach James Blake, Jungle und Bonobo klingt. Damit sind die eh schon komplexen Vorbilder der Band auch gleich genannt und zeigen Sultans Court ihre Einflüsse auf die imposanteste Art und Weise. Denn hier hat die Band neben den Gitarrenriffs, einen kräftigen Bass und der abgeklärt klingenden Stimme des Frontsänger Julius Klaus‘ eine spannende Mischung aus Singer/Songwriting und Elektro anzubieten. Hinzu kommt im dazugehörigen Musikvideo die Frage nach den Geschlechterrollen auf, die hier so perfide, wie schön dargestellt werden. Haunted ist dabei Indie, Elektro und eine Priese Singer/Songwriting zugleich und überlässt uns gar nicht die Entscheidung, den Song nicht auf Repeat zu hören.

Satin Jackets feat. Panama – Irgendwo ist immer Sommer

Treffen sich ein deutscher und ein australischer Musiker unter den warmen Sonnenstrahlen Kaliforniens und entdecken die Macht der Musik, kommt mitunter schier wunderbares zu Tage. Für den heutigen Song haben dies der deutsche Tim Bernhardt – alias Satin Jackets – und der Australier Jarrah McCleary – alias Panama – getan. Beide schätzen ihre Arbeiten gegenseitig und fanden die Songs des jeweils Anderen so gut, dass sie für Automatic zusammengekommen sind und einen wunderbar, smoothen Song produziert haben. Zeichnet sich Panama mit Songs wie Jungle und The Highs sowie mit der Zusammenarbeit mit Petite Biscuits für den Track Waterfall bereits für einige bekannte Songs verantwortlich, steht Satin Jackets diesem in nichts nach. Satin Jacktes selbst beschreibt Automatic mit der Möglichkeit, dass von überall auf der Welt in nur wenigen Flugstunden irgendwo die Nacht beginnt und man auf Open-Air Partys oder an einem einsamen Aussichtspunkt die sommerlichen Momente genießen kann, als Inspiration für seinen Song. Mit einem Einschlag zum French-House und Panamas wunderbar entspannter Stimme klingt Automatic nach dem süßlich-sommerluftigen Track, den man sich nicht entziehen kann. Automatic wird daher mit Sicherheit einer der Tracks des diesjährigen Frühlings und Sommers sein. Wir können daher gespannt sein, was Satin Jackets auf seinem, im April erscheinenden Album Solar Nights noch so für uns parat hält.

Tash Sultana – Konzertkritik

Tash Sultana ist eine absolute Überraschung – in jeglicher Hinsicht. Besteht Tashs bisherige Karriere doch aus Superlativen und Rekorden. Angefangen auf den Straßen in Australien, baute Tash sich über die letzten drei, vier Jahre eine unglaubliche Fangemeinde auf und schaffte es schließlich via YouTube auch international große Beachtung zu finden. So waren Tashs Konzerte vor zwei Jahren weltweit, ohne überhaupt einen Plattenvertrag in der Tasche zu haben, allesamt ausverkauft und mussten hier und da sogar in größere Konzerthallen verlegt werden. Nachdem Tashs Debütalbum Flow State Ende August veröffentlicht wurde, folgte nun die dazugehörige Welttournee mit Konzerten rund um den Globus und somit auch in Berlin.

Gleich für zwei Konzerte sollte Sultana am 10. und 11. September in die Berliner Columbiahalle kommen. Und so fand das Auftaktkonzert am 10. September vor einer restlos ausverkauften Halle statt.

Also Support-Act traten die Pierce Brothers auf die Bühne, bei denen es sich tatsächlich um die Zwillingsbrüder Jack und Pat Pierce handelt. Mit einer wunderbar energiereichen Folkperformance brachten die beiden Australier die Halle fast zum Beben und sorgten für eine angenehme Aufwärmphase. Dabei erinnern Songs wie AmsterdamBrother oder Ocean stark an die Anfänge von Mumford & Sons. Laut, schnell, und voller Freude spielten die beiden ihre Banjos, Gitarren und erfreuten sich einer großen Zustimmung vom Publikum, das bereitwillig dazu tanzte und die Brüder bis zum Ende ihrer Performance feierte.

Nun war es soweit und Sultana betrat die, mit Teppichen auf dem Boden für eine Wohnzimmeratmosphäre sorgende, Bühne völlig alleine. Der Abend sollte allerdings anders verlaufen, als es die meisten Fans erwartet hatten. Denn entgegen der Erwartung, Studioversionen zu spielen, konzentrierte sich Sultana darauf, freestyle zu spielen und sich in den einzelnen Songs auch immer wieder mal zu verlieren. So gingen Stücke, wie Big SmokeSynergy und Pink Moon in bis zu 7/8 minütigen Klangbergen auf und wurden bekannte Songs, wie Notion und Murder To The Mind eher samplehaft angespielt. Dass dies zu Sultana passt und der Stimmung keinen Abbruch tat, war allerdings ebenso klar – wenn man die sozialen Kanäle des Masterminds verfolgte. Denn hier wird schnell klar, dass Sultana nicht den üblichen Konventionen und Erwartungen folgt. Dieses Verhalten ist schließlich auch der Grund, warum Sultanas Debütalbum so lange auf sich warten ließ.

In der Columbiahalle spielte sich Sultana mittlerweile durch Mellow MarmaladeFree Mind und Jungle und war dabei immer derart auf die Looping-Machine und das Einspielen der jeweiligen Instrumente konzentriert, dass hier nur sehr sporadisch mit dem Publikum interagiert wurde, was den Fokus noch deutlicher auf die Kunst auf der Bühne lenkte. Somit verlor sich das Publikum immer wieder in den langen Intros und noch längeren Outros. Sultana, derweil die Mütze nach dem 15. mal richten abgesetzt, machte ein Foto von sich und dem Publikum und verschwand hinter der Bühne. Für einige Minuten im Ungewissen gelassen, applaudierte das Publikum ununterbrochen, bis Sultana für eine Zugabe mit Harvest Love und Blackbird zurück auf die Bühne trat um den Abend zu beenden.

Tash Sultana @Columbiahalle Berlin http://www.soundtrack-of-my-life.com

Sultana tickt anders und zeigt dies auch offen. Das damit verbundene Konzert hat dies eindrucksvoll gezeigt. So zeigt sich Sultana mit Herzblut und bei der Sache und vergisst selbst hier und da, dass sie gerade auf einer Bühne und vor tausenden Fans steht.

Jungle – bleiben Jungle

Vor fast genau vier Jahren haben Jungle ihr gleichnamiges Debütalbum Jungle veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt gerade einmal ein Jahr als Band formiert, eroberte das Kollektiv, mit Songs wie Busy Earnin‘ Großbritannien im Sturm. Nach langer Wartezeit, ist das Kollektiv um Josh Lloyd-Watson und Tom McFarland – kurz J und T – nun zurück. Die Planung, ein Musikprojekt aus verschiedenen, kreativen Köpfen zu formen, indem einer für das Artwork, einer für ästhetische Videos und andere in verschiedenen Bereichen tätig werden, ging vollends auf und sorgte dafür, dass Jungle – auch abseits der Musik – als qualitativ extrem hochwertig wahrgenommen wurden. Da verwundert es auch nicht, dass es vier Jahre dauern musste, um neues Material von der Band zu hören. Mit Happy Man und House In L.A. sind sie dafür gleich mit zwei neuen Songs zurück und haben bereits im Vorfeld eine ausgedehnte Welttournee angekündigt. Happy Man spielt mit den typischen Jungle-Elementen aus Funk, Soul, Pop und dem Vibe der 70er Jahre. Immer etwas träge, wird Happy Man zu einer schwoofig, klebrigen Soundmaschine, die einen verschluckt, nach 3:11 Minuten ausspuckt und selig zurücklässt. Jungle beherrschen es, dem Hörer das zu geben, was er von der Band erwartet und gerade deshalb die Nachfrage nach weiteren Songs abermals zu steigern.

The Best Of 2018 Vol.: 05

01. Royal T feat. Roísín Murphy – Crookers

02. Rüfüs Du Sol – No Place

03. CliQ feat. Alika – Wavey

04. Kid Francescoli – Moon

05. Tash Sultana – Salvation

06. Sam Fender – Play God

07. Clueso – Du und Ich

08. Abi Ocia – Running

09. Noga Erez – Bad Habits

10. Jungle – House in L.A.

11. Jain – Alright

12. Lily Allen – Lost My Mind

13. Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Leave A Light On

14. Portugal. The Man – Live In the Moment

15. Lo Moon – Tried To Make You my Own

16. Mallrat – Groceries

17. HAEVN – Back In The Water (Mark McCabe Remix)

18. Goldfrapp feat. Dave Gahan – Ocean

19. The Paper Kites – Bloom

The Best Of 2018 Vol.: 04

01. Passenger – Hell Or High Water

02. Lenny Kravitz – Low

03. Disclosure feat. Fatoumata Diawara – Ultimatum

04. HONNE – Sometimes

05. Maggie Rogers – Fallingwater

06. Snow Patrol – Life On Earth

07. Dennis Lloyd – Nevermind

08. Christine And The Queen feat. Dâm-Funk – Damn dis-moi

09. Blaudzun – islands_

10. Sonia Stein – Muse

11. Celine Dion – Ashes

12. Parcels – Tieduprightnow

13. Leo Kalyan – Get Your Love

14. Jungle – Happy Man

15. Harrison Brome – Looking At You

16. Gorillaz feat. George Benson – Humility

17. Gavin James – Always

18. Foster The People – Sit Next To Me

19. Florence + The Machine – Hunger

20. Das Paradies – Discoscooter

21. Cesár Samson – Nobody But You

Panama – Mit The Highs ins Wochenende

Vor zwei Jahren präsentierte ich Euch hier die Single Jungle, des Australiers Jarrah McCleary alias Panama. Wiederum zwei Jahre zuvor, veröffentlichte Panama – damals noch als Duo – die Single Always. So ist es nur konsequent, abermals zwei Jahre später – und damit bereits im Sommer 2017 – wieder neues Material zu veröffentlichen. War die Vorfreude auf ein nahendes Album mit der Veröffentlichung von Jungle 2015 groß, wissen wir heute, dass ein Debütalbum immer noch auf sich warten lässt. So hat Panama nun mit Hope For Something seine dritte EP gleich in zweifacher Ausführung veröffentlicht – einmal die Originale und einmal als Alternate Versions. Darauf enthalten ist die nun ausgekoppelte Single The Highs, auf der Panama erst mit einem ruhigen Klavier beginnt, ehe sich sein hallender Gesang mit einem elektronischen Beat zu einer ekstatischen Hymne aufbaut. Panama ist für seine treibenden Klänge bekannt und zeigt uns mit The Highs, dass es irgendwann auch mal mit einem Album klappen muss. Doch bis dahin sind wir froh über jede Veröffentlichung des Australiers.