Bonobo feat. Jordan Rakei - Shadows

Bonobo feat. Jordan Rakei – House für den Moment allein

Mit Bonobos Musik ist es immer ein wenig, als würde man sich zwischen fragilen Gegenständen versuchen durchzuschleichen. Man möchte nichts berühren oder kaputt machen und die Ruhe, die herrscht, nicht stören. Doch gleichzeitig überkommt einen mit jedem weiteren erfolgreichen Schritt, ohne etwas berührt zu haben, die Siegessicherheit, es durchzuschaffen. Der Brite Simon Green, baut sich als Bonobo nämlich seine ganz eigene Musik aus House und Chillout auf. Dabei klingen seine Songs immer treibend und fließen elegant dahin. Ob mit seinem 2019er Songs Linked, der Zusammenarbeit mit Totally Enormous Extinct Dinosaurs auf Heartbreak und 6000 ft. oder als Remixer für Michael Kiwanukas Song Final Days – Bonobo sorgt dafür, dass sich seine Flügel in voller Weite entfalten können. Damit läuft beim britische Produzent bereits seit längerem alles richtig. Nun hat Bonobo vor knapp drei Wochen mit Fragments sein siebtes Studioalbum veröffentlicht und stieg damit erstmals in die Top-3 der deutschen Albumcharts ein. Doch auch in Großbritannien, Schottland, Australien den Niederlanden und Österreich wurden Top-10 Platzierungen erreicht und lässt Fragments damit zum erfolgreichsten Album des Briten werden. Mit dem Song Shadows, bei dem er mit dem Wahllondoner Musiker Jordan Rakei zusammengearbeitet hat, hat Bonobo einen weiteren treibenden, entspannten Housetrack veröffentlicht, der für die Momente gemacht ist, in denen man alleine ist. Auf Shadows dabei, ist die Dunkelheit, die immer wieder zu pulsieren scheint – stärker und wieder schwächer werdend. Shadows ist damit ein Track, der zu leben scheint, während man ihn hört. Der einatmet und wieder ausatmet und sich mit stolzer Brust zeigt oder auch wieder zusammenfällt und sich zurückzieht.

Bonobo Pic: Grant Spanier
Bonobo Pic: Grant Spanier

Shadows war eines der ersten Stücke für das neue Album und die Zusammenarbeit mit Jordan war eine solche Freude. Wir hatten vorher viel Zeit miteinander verbracht. Er ist mit uns getourt und ich bin ein großer Fan von ihm. Als Mitarbeiter war er eine leichte Wahl. Das Instrumental existierte als sich langsam entwickelndes Retro-Detroit-Ding. Ich hatte Leute wie Theo Parish und Moodyman im Kopf, als ich es machte. Es ist seit dem ersten Tag einer meiner Favoriten des neuen Albums, so Bonobo. Entstanden ist der Song auf Distanz, wie Jordan Rakei der Songveröffentlichung hinzufügt. Wir haben zu Beginn des Lockdowns 2020 aus der Ferne an diesem Lied gearbeitet. Simon hat mir den Track geschickt und ich hatte drei verschiedene Strophen und drei verschiedene Refrains geschrieben. Wenn man auf Distanz arbeitet, ist es wirklich schwierig einzuschätzen, ob eine Idee zu einer Vision passt oder nicht, also wollte ich sicherstellen, dass ich mehr als genug an Bonobo sende, haha. Simon wählte schließlich seine Lieblingsstrophe und seinen Lieblingsrefrain aus und ich ging in mein Londoner Studio und nahm sie auf. Am Ende entstand ein Song, der einmal mehr für den intelligenten, organischen Sound steht, den Bonobo immer wieder kreiert und lässt uns damit für ein paar Minuten alles um uns herum vergessen.

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