Róisín Murphy – Für die Tanzfläche geboren

Róisín Murphy wurde für die Musik geboren. Hatte sie bereits mit ihrem Vater einen Musiker – der in verschiedensten Bands war und diverse Instrumente spielte – in der Familie, war es Murphys Mutter, die sie mit einer CD des Don’t Cry For Me Argentina Soundtracks dazu brachte, das Singen anzufangen. Geschah dies im Teenageralter, sorgte sie mit dem Umzug nach Manchester für die nötige musikalische Grundlage und begann Musik zu produzieren. Wenige Jahre später war Moloko geboren und die Geschichte des Britischen House-Duos geschrieben. Die Jahre nach Moloko wurden für Murphy zur absoluten Herausforderung, kam es nach ihrem zweiten Album Overpowered doch so einer Art Sinneskrise, aus der sie selbst nur sehr zögerlich herauskam und Diese erst durch die Unterstützung Anderer vollends überwinden konnte. Daraus resultierten mit Hairless Toys (2015), Take Her Up To Monto (2016) und der diesjährigen Einzelveröffentlichung Incapable eine große Anzahl an neuen Songs und Ideen. Mit ihrer nun veröffentlichten Discohymne Narcissus haut uns Murphy jedoch wieder einmal um und gibt uns eine 7:40 Minuten lange Vorstellung davon, wie sie in einer Disco zu feiern versteht. Mit einem wunderbar eingängigen Beat und vielen zarten Spielereien heizt uns die Irin die Tanzfläche von Dublin, über Manchester, bis nach Italien ein und zeigt sich als Europäische Club-Königin. Dabei ist die Exzentrik in ihrer Stimme eines der Hauptmerkmale ihrer Produktionen und fungiert fast schon als Drop – wie es bei den angesagten Clubsongs üblich ist. Bisher hat sich Murphy noch nicht zu einem neuen Album geäußert, doch tröstet die Schlagzahl neuer Veröffentlichungen allemal darüber hinweg.

Satin Jackets feat. Panama - Electric Blue

Satin Jackets feat. Panama – Wenn eine Zusammenarbeit nach mehr ruft

Treffen sich ein deutscher und ein australischer Musiker unter den warmen Sonnenstrahlen Kaliforniens… So begann Anfang Februar dieses Jahres ein Blogbeitrag hier auf SOML über die Zusammenarbeit des Produzenten Tim Bernhardt alias Satin Jackets und des Musikers Panama, hinter dem Jarrah McCleary steckt, für ihren Song Automatic. Dabei zeigte sich, dass die beiden Musiker genau das richtige Gespür für Melodien, Stimmungen und Beatfolge hatten. Denn mit seinem entspannten Elektrosound wurde Automatic zu einem festen Begleiter des Frühjahres 2019 und tauchte in unzähligen Streaming-Playlisten auf. Nun haben sich Satin Jackets und Panama abermals zusammengetan und mit dem Song Electric Blue einen weiteren Nu-Disco Song veröffentlicht, der durch smoothe Housebeats einmal mehr ein perfekter Begleiter für die Nacht ist. Über die erneute Zusammenarbeit mit Panama äußerte sich Bernhardt so: Die Zusammenarbeit mit Jarrah zu Automatic war mir eine Ehre und wir wussten von Anfang an, dass diese Zusammenarbeit nicht die letzte sein würde, die wir zusammen haben werden. Für Satin Jackets gab es seit dem Tag der Veröffentlichung seines Albums Solar Nights nur eine Aufgabe, die, sich an neues Material für das nächste Album zu setzen und so kam Electric Blue ganz organisch und schnell als erster Song heraus und passte wunderbar zu der Stimme McClearys. Electric Blue ist der Eisbrecher für die kalte Jahreszeit und wird uns alle in den kommenden Wochen und Monaten ordentlich einheizen.

Fritz Kalkbrenner – Der König des Elektrosouls singt wieder

Er ist wieder da! Der Berliner DJ und Produzent Fritz Kalkbrenner hat mit Kings & Queens gerade seine erste Single aus dem kommenden, sechsten Album True Colours veröffentlicht, das im März 2020 erscheinen wird und ihn einmal mehr als König des Elektrosouls präsentieren wird. Bereits in der Vergangenheit hat sich der jüngere Bruder von Paul Kalkbrenner mit Songs wie Facing The SunRight In the Dark, Little By Little oder dem instrumentalen Track Lose eine hervorragende Diskografie aufgebaut. Dabei stand für Kalkbrenner immer die warme, soulige Stimme im Vordergrund, die durch verträumte Housebeats verfeinert wurde und ein Gefühl des Treiben lassens auslöste. Kings & Queens wirkt so entspannt und losgelöst, dass man sich die Botschaft dahinter kaum vorstellen kann. Doch Kalkbrenners Intention war es, ein gesellschaftliches Bewusstsein in schwierigen Zeiten zu wecken und dabei mit Sätzen, wie Könige und Königinnen der zerstörten Heimat, bauen einen Schutz aus Latten und Steinen. Verstecken sich darunter und finden trotz allem noch die Liebe aufhorchen zu lassen. In solch schwierigen Zeiten, wie wir sie heute erleben, ist es eine Art Schutzraum, den uns Kalkbrenner mit Kings & Queens hier geschaffen hat. Ein Schutzraum aus Wärme, Tiefe und Geborgenheit.

DJ Regard – Mit Sample nach ganz oben

Es wird abwechslungsreicher – vor allem bei der elektronischen Musik. Waren hier früher die Briten federführend, sind es nun DJs und Produzenten aus Frankreich, dem Baltikum oder Südosteuropa. Aus letzterer Gegend kommt Dardan Alu, der als DJ Regard gerade mit seinem Songs Ride It durch die Decke geht. Dabei hat sich der Kosovare eines elf Jahre alten R&B-Songs bedient und den Briten Jay Sean damit noch einmal einen zweiten Frühling verschafft. Denn DJ Regards Version hat den 2008er Erfolg mit Platz 11 in den britischen Singlecharts längst eingeholt und befindet sich seit gestern auf Platz 2 in Großbritannien. Dabei geht der Song bereits seit ein paar Wochen durch die Clubs der Welt und wird zunehmend auch in den USA zum Hit, worauf DJ Regard lange gewartet hat. Mixt er doch seit fast zehn Jahren Musik zusammen und legt fast ebenso lange auf – kam der nötige Erfolg erst vor knapp zwei Jahren. Von seinem – größtenteils – Deep House und House ist Ride It überraschend weit weg und zeigt die Bandbreite des Produzenten. Ride It ist ein perfekter Song für die großen Partys mit Freunden, sowie für die Momente alleine zu Hause, an denen wir die Lautsprecher ganz weit aufdrehen und uns zu den chilligen Beats von DJ Regard bewegen.

Roberto Surace - Joys

Roberto Surace – Genießt es!

Es ist wieder diese Zeit des Jahres, an der die großen Ibiza-Hymnen ihren Weg aus den Clubs der Sonnen- und Partyinsel in die Clubs nach ganz Europa schaffen. Dies liegt zum einen daran, dass die ganzen Touristen diese Songs mit aus ihrem Urlaub nach Hause nehmen und die Nachfrage daher steigt. Zum anderen aber auch, weil sich Plattenfirmen die besten Tracks greifen und die Künstler für Veröffentlichungen unter Vertrag nehmen. So ist es auch im Falle des italienischen DJs und Produzenten Roberto Surace gewesen, der mit seinem Song Joys zum diesjährigen Sommerhit auf Ibiza geworden ist und von Defected Records unter Vertrag genommen wurde. Mit Rotationen bei den angesagten DJs, wie dem Urgestein Ibizas Marco Carola oder Joey Daniel wurde Joys bin in kürzester Zeit zum absoluten Überhit der Houseszene der Partyinsel. Dabei funktionieren vor allem die vielfachen Drops und das Sample des 1986er Songs The Finest der The S.O.S. Band so wunderbar und machen den Song gerade catchy genug, im auch im Mainstream anzukommen aber dennoch weiterhin ein absoluter Banger im Club zu bleiben. Surace selbst hat, seitdem er 17 Jahre als ist – und damit seit 2008 – kontinuierlich darauf hingearbeitet und sich über die Jahre ein wunderbares Gespür für Beats und Melodien angeeignet. Und so ist Joys verspielt und tanzbar zugleich und bleibt mit seiner Bassline immer auch so stark, dass man ihn im Club einfach nur genießen kann. Dabei ist der Songtitel durchaus amüsant zu Stande gekommen, singen The S.O.S. doch im Refrain If I had to choose und hört sich dies – ohne den Songtext genau anzuhören – wie If I had a joys was damit wiederum auf die Namensgebung des Songs hinweist.

Purple Disco Machine - Emotion

Purple Disco Machine – Die Disco ist zurück!

Holt Eure Tanzschuhe raus, der heutige Song wird Euch von den Stühlen reißen. Denn bei Purple Disco Machine ist der Name Programm. Vor zehn Jahren zum Leben erweckt, hat der in Dresden als Tino Piontek geborene Produzent in den vergangenen Jahren eine beispiellose Karriere hingelegt und ist dabei dennoch im Mainstream ein mehr oder weniger unbeschriebenes Blatt. Mit seinem 2013er Song My House katapultierte sich der Produzent bis auf Platz 3 der Beatport-Charts und wurde über die nachfolgenden Monate zur Nummer 2 der meistverkauften Songs aller Zeiten auf Beatport. Was folgte, waren House-Hits am Stück und so zeichnete sich der Dresdener in diesem Jahr auch für den – zum Klassiker avancierenden – Clubtrack Body Funk verantwortlich. Nun ist mit Emotion ein weiterer Song veröffentlicht worden, der den Liebhaber des Discosounds einmal mehr an die Spitze der Beatport-Chart bringen wird. Mit typischen 70er Jahre Grooves und einer ordentlichen Portion Housemusik baut sich Purple Disco Machine einen wahren Schatz an hervorragenden Clubtracks auf und lässt uns keine andere Wahl, als alle Energie, zu Emotions, aus dem Körper zu tanzen.

Leftwing:Kody – Wenn jetzt Sommer wär‘

…dann würden wir alle zu diesem Track tanzen. Es ist der perfekte Sommer Open-Air Song, der mit einer satten 90er Jahre Stimmung und hypnotisierend, prägnanten Vocals auftrumpft. Dabei sind Leftwing & Kody zwei DJs, die sich 2012 zusammentaten, nachdem sie bereits seit Ende der 90er Jahre separat Musik produzierten. Mit ihren ersten Songs hatten sie eingeschlagen, wie eine Bombe und bekamen sowohl vom Publikum, als auch von anderen, großen DJs positives Feedback. Mit I Feel It haben sie nun einen Track veröffentlicht, der die Tanzfläche zum rasen und dabei die Energie der beiden DJs zum kochen bringt. Mit einer grandiosen Bassline und den Ohrwurmlyrics ist I Feel It eine der angesagtesten Housetracks aktuell und wird uns sicherlich auch noch den Herbst über begleiten.

Yves V feat. Afrojack & Icona Pop - We Got That Cool

Yves V feat. Afrojack & Icona Pop – Hitmaschine aus BeNeLux und Skandinarvien

Es sind oftmals die kleinen europäischen Länder, welche die größten Hits hervorbringen – ob aus Belgien mit Lost Frequencies und Stromae, aus den Niederlanden mit Tiësto oder Martin Garrix oder aus Schweden mit Swedish House Mafia, Avicii oder Eric Prydz. Nun haben sich auf dem Song We Got That Cool – der vom belgischen DJ und Produzenten Yves V kommt – auch der niederländische DJ Afrojack und die Schwedinnen von Icone Pop zusammengefunden und einen absoluten Sommerbanger produziert. Mit nostalgischen Beats und einem Sample des Klassikers Gypsy Woman (She’s Homeless) – das 1991 von Crystal Waters veröffentlicht und bereits unzählige Male gesampelt wurde – haben die drei einen Track voller Energie, Sommervibes und guter Stimmung produziert, der von einem entspannten Elektrosound in einen absoluten Housetrack mutiert und so nicht nur die Tanzflächen in Clubs zum beben bringt. Yves V hat sich den Song als Begleiter durch den Sommer gedacht und hofft, dass jeder dazu singen und, ob im Auto, am Strand oder während er auf einem Festival ist, dazu abgehen wird. Bisher ist We Got That Cool nur in Belgien gechartet, doch dürfte es nicht mehr lange dauern, bis auch andere Länder diesen grandiosen Housetrack für sich entdecken und er den Sommer 2019 in die Verlängerung schicken wird.

Robyn - Beach 2k20 (Yaeji Remix)

Robyn & Yaeji – Zwei Soundgenies auf einem Track

Robyn ist bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr aus dem Popbusiness wegzudenken. Mit innovativen Sounds und frischen Beats veröffentlicht die Schwedin Album für Album absolute Hits. Auf ihrem aktuellen Album Honey gibt es so auch wieder ein Meisterwerk nach dem anderen. Einer davon – Beach2k20 – ist nun von der New Yorker Größe Yaeji geremixt worden. Yaeji steht mit ihrem Sound aus House und Hip-Hop und einem Gesangsmix aus Englisch und Koreanisch für sich selbst und hat dabei einen der größten musikalischen Hypes der letzten Jahre in New York ausgelöst. Ihre Partyreihen sind stets ausverkauft und auch weltweit reissen sich die Fans darum, sie einmal live zu sehen. Auf Beach 2k20 treffen sich nun beide Künstlerinnen und kreieren eine Version des Songs, der irgendwo zwischen Leichtigkeit und Clubsound wandelt und einen entspannt groovigen Beat besitzt. Dabei hält sich Yaeji bei ihrem Remix deutlich mehr an das Original, als es andere Remixe sonst machen und würdigt Robyns Musik damit dafür, dass man hier nur noch Feinheiten einbauen kann und der Song sonst schon perfekt ist. Auf dem Remix Beach 2k20 treffen sich zwei Soundgenies, die so auch gerne öfter zusammenarbeiten können.

Reyko - Lose Myself

Reyko – Wenn hauchend, dann vibrierend!

Mit ihrer Debütsingle Spinning Over You (2017) und der EP Midnight Sunshine (2018) hat in London lebende Duo Reyko in den vergangenen 24 Monaten ein paar verheißungsvolle Songs veröffentlicht. Das die Sängerin Soleil und der Produzent Igor – übrigens beide aus Spanien kommend – zusammengekommen sind, ist dem Auftritt eines gemeinsamen Freundes zu verdanken. Denn während der Freund auftrat, kamen die beiden ins Gespräch und formten die Grundlage der heutigen Band. Zum damaligen Zeitpunkt studierte Igor noch Musikproduktion an der University of West London und Soleil arbeitete als Osteopathin. Dass sich daraus so spannende Musik, wie auf ihrer neuen Single Lose Myself entwickelt, hatte wohl keine gedacht. Mit diesem, nun veröffentlichten, Song kommen die verschiedenen Ansätze und Einflüsse der beiden hervor und werden durch die sanft hauchende Stimme Soleils und den massiven Basslines Igors kaum greifbar. So fungiert Lose Myself als Dreampop, Housetrack und zeigt in seiner Struktur typische Anleihen von Popmusik. Spannend, knisternd, brechend – Reyko springen zwischen den Genres und lassen auf mehr hoffen.