Mura Masa - Teenage Headache Dreams

Mura Masa – Kontinuierlicher Wandel

Mura Masa ist ein Produzent, der vieles verbindet. Vor allem verbindet er Genres – denn mit seinem Mix aus House, Funk, R&B, Pop und Elektro zieht sich der 23-Jährige Musiker das Beste aus den jeweiligen Genres raus, um seinen eigenen Sound zu kreieren. Nach dem Erfolg des Debütalbums Mura Masa – vor allem bei den Kritiken – hat sich Alexander Crossan auf ausgiebige Tour begeben und an seinem zweiten Album R.Y.C. gearbeitet. Dieses erscheint in der nächsten Woche und hält mit Teenage Headache Dreams eine weitere Überraschung parat. Denn mit diesem Song holte der Brite Ellie Rowsell von der ebenfalls aus Großbritannien kommenden Indie/Alternative-Rockband Wolf Alice mit ins Boot und produzierte einen Song, der vom verträumten Folkpop in einen schwelgerischen Dreampop übergeht und schließlich zu einem euphorischen Kuss an alle Träumer mutiert. Durch seine rohe Sanftheit und den engelsgleichen Gesang Rowsells ist Teenage Headache Dreams ein Song, der für sich alleine steht und im Kontext der bisher veröffentlichten Musik nicht recht passen mag. Doch genau diese Ambivalenz ist es, die Mura Masa zu einem der spannendsten Künstler der letzten Jahre werden lässt.

Boris Brejcha feat. Ginger - Happinezz

Boris Brejcha – Mit High-Tech Minimal in den Jahreswechsel

Mit dunklen Beats, Houseelementen und einer mystisch-hallenden, weiblichen Computerstimme kriecht der Rheinland-Pfälzische DJ und Produzent Boris Brejcha mit seinem aktuellen Song Happinezz in die Köpfe der Leute. Dabei hat der – mittlerweile in Frankfurt am Main lebende – Produzent bereits fünf Alben veröffentlicht und macht seit 2006 professionell Musik. Sein Markenzeichen ist immer wieder die venezianische Maske, unter der er bei seinen Auftritten sein Gesicht verdeckt. Nun hat Brejcha für den 24. Januar 2020 sein neues Album Space Diver angekündigt und sorgt gleichzeitig mit der Auskopplung Happinezz für Furore. Diese schafft den Sprung von den Clubs und Tanzflächen der Stadt in die Radios des Landes und wird gleichzeitig zum Soundtrack des nahenden Jahreswechsels. Auf Happinezz holt sich der DJ die gesangliche Unterstützung seiner Freundin Ginger dazu und erzeugt einen dunklen, hypnotisierenden Song, der mit Retro-Soundschnipseln spielt und einmal gehört, nicht mehr aus den Kopf gehen möchte.

Icarus feat. Nathan Ball - Meet Me There

Icarus – Mit großer Ankündigung ins neue Jahr

Jetzt scheint es Schlag auf Schlag bei den britischen Brüder Ian und Tom Griffiths – alias Icarus – zu gehen. Hatten sie vor ein paar Wochen bereits mit Rae Morris die Single Dreams Of You veröffentlicht, folgt nun mit Meet Me There die nächste großartige House-Nummer. Dieses Mal als Sänger dabei ist der mittlerweile zum Wahllondoner gewordene Sänger Nathan Ball, den SOML seit einigen Jahren begleitet und bereits zum Interview hatte. Herausgekommen ist ein weiterer treibender House-Track, der mit Balls sehnsuchtsvollem Gesang perfekt die Mischung der Brüder verkörpert. Mit langen Bridges und deutlich größerem Gesangsanteil läuten Icarus eine Zeit ein, die vom Aufbruch und Beenden erzählt. Denn in den letzten Jahren haben die Brüder vieles erlebt und durchlebt, haben Bekanntschaften geschlossen und andere beendet, die ihre Persönlichkeit maßgeblich prägten. Diese Songs, aufgenommen mit ausgewählten Künstlern, zeugen von dieser Phase und lassen die Jungs gerade enorm wachsen. Bereits jetzt steht fest, dass Icarus im kommenden Jahr auf Clubtour gehen und mit UNFOLD ein Projekt veröffentlichen wird, welches noch viele weitere spannende Künstler parat halten wird.

 

T. Williams & James Jacob feat. Kelli-Leigh - The Remedy

T. Williams – Im absoluten Tanzrausch

Im Frühjahr 2018 schaffte es ein Track des britischen Produzenten-Duos T. Williams & James Jacob in die Hype- und Club-Charts weltweit. Mit Learning Process hatten die beiden für einen großen Clubhit gesorgt, der durch die Zusammenarbeit mit Tim Delxue erst richtig durchstartete. Anderthalb Jahre später sampelt das Duo seinen eigenen Song erneut und legt auf die Housebeats noch die Vocals der Londonerin Kelli-Leigh. Diese wiederum hatte bereits vor zwei Jahren mit ihrem Featuring auf James Hypes More Than Friends für einen Clubhit gesorgt. Nun sind es T. Williams & James Jacob, die sich die wunderbar klare Stimme der Britin zu Nutzen machen und aus Learning Process den Song The Remedy werden lassen. Darauf zu hören sind 90er-Jahre Pianoklänge, die mit Eurodance und Trompeten begleitet werden. Mit The Remedy könnten T. Williams & James Jacob direkt aus den 90er Jahren kommen und würden selbst dort zum Hit werden. Dabei schraubt sich der Track, durch Plays von Größen wie Basement Jaxx, Sister Bliss oder Riva Starr immer höher in den Clubcharts weltweit und ist zu Recht einer der Hits für die kommende Silvesterparty.

Yeah But No - Run Run Run

Yeah But No – Eintauchen in den dunklen Sound der 80er

Bereits die ersten Sekunden deuten an, Run Run Run ist dunkel. Mit stampfendem Bass, frickeligen Soundspielereien und immer neuen Instrumenten heben sich der Produzent Douglas Greed und der Singer/Songwriter Fabian Kuss auf eine Ebene mit Bands, wie Hurts und klingen hier und da sogar entfernt nach Depeche Mode. Zusammen sind sie Yeah But No und machen damit einen Sound, der irgendwo zwischen Retro-Synthies und modernem House eingeordnet werden kann. Hinzu kommt Kuss‘ klare Stimme, die sich beim elektrostampfenden Beat einreiht und weder untergeht, noch zu sehr in den Vordergrund rückt. Run Run Run spielt dabei mit der Zielgruppe, denn einerseits ist der derbe produzierte Housesound, den Greed hier zusammengesetzt hat, sowas von bereit für den Club und dessen dunkle Ecken – andererseits ist da der wunderbar zugängliche Gesang von Glass, der dem ganzen eine Greifbarkeit verleiht und Run Run Run so auch Radiokompatibel werden lässt. Auf alle Fälle ist dem Duo gelungen, was oft nur sehr schwer zu vereinen ist – den Club ans Tageslicht und gleichzeitig das Radio in den Club zu bringen.

Icarus feat. Rae Morris - Dreams Of You

Icarus – Mit Melodic House zum Höhepunkt

Hat man den Song einmal gehört, wird man das Bild von ekstatisch feiernden Festivalbesuchern auf einem Feld, welche die Augen schließen, die Hände spirituell in die Höhe strecken und dabei tanzen nicht mehr los. Bei Icarus ist dieses Gefühl Alltag. Denn mit ihrem Melodic-House schaffen sie es immer wieder wahre Hymnen zu produzieren. Hatten sie 2016 mit Home und der Stimme der norwegischen Sängerin Aurora bereits einen grandiosen Song veröffentlicht, folgten in der Zeit danach mehrere EPs wie die 2019er EP This Must Be The Place. Nun haben die beiden Brüder Ian & Tom Griffiths aus Bristol neues Material veröffentlicht, welches wieder einmal mit Gastsängern begeistert. Auf Dreams Of You haben sich die beiden Produzenten die britische Art-Pop Sängerin Rae Morris dazugeholt und einen wunderbaren Housetrack produziert, der nach einem langen Intro zu einem intimen, energiegeladenen Powersong wird. Gerade diese Mischung ist es, die Icarus ausmacht und sie ein ums andere Mal frisch inszeniert. Denn das Zusammenspiel aus schnellen Beats und einem verstohlen, balladesken Gesang sorgen immer wieder dafür, dass sich die Songs ins Ohr brennen und den Körper zum Feiern anregen. Ob in der U-Bahn, auf der Straße oder zu Hause – mit euphorischer Freude am Song tanzen wir uns durch knapp fünf Minuten und vergessen fast, wo wir gerade sind.

Digitalism - jpeg

Digitalism – Steigen in neue Sphären auf

Seit gut 20 Jahren begleitet uns das Hamburger Duo Digitalism bereits mit seinem Crossover aus Elektro-, Rock- und Indiesound und ist mit Songs wie Idealistic (2007), 2 Hearts und Zdarlight (2011) oder auch der Zusammenarbeit mit Youngblood Hawke auf Wolves (2014) immer wieder äussert erfolgreich gewesen. Mit ihrem – am kommenden Freitag – erscheinenden Album jpeg haben sich Jens Moelle und İsmail Tüfekçi wieder mehr zum sphärischen Housesound hinbewegt und die Gesänge etwas in den Hintergrund gesetzt. Mit der dazugehörigen Single Panavision zeigen sie nun auch, wie sich das ganze anhört und laden uns gleich zu Beginn in ein chaotisches Soundwirrwarr ein, ehe nach anderthalb Minuten der Beat einsetzt und der Clubmoment beginnen kann. Dabei setzt sich Panavision aus French-House Elementen und späteren – vor allem aus der australischen Clubszene kommenden – Housebeats zusammen und erinnert mit seiner Euphorie sogar an DJ Kozes letztes Album Knock Knock. Digitalism veröffentlichen damit ein Album, welches die Energie der Nacht in gebündelter Form wiedergibt und zum absoluten Clubsoundtrack wird.

Róisín Murphy – Für die Tanzfläche geboren

Róisín Murphy wurde für die Musik geboren. Hatte sie bereits mit ihrem Vater einen Musiker – der in verschiedensten Bands war und diverse Instrumente spielte – in der Familie, war es Murphys Mutter, die sie mit einer CD des Don’t Cry For Me Argentina Soundtracks dazu brachte, das Singen anzufangen. Geschah dies im Teenageralter, sorgte sie mit dem Umzug nach Manchester für die nötige musikalische Grundlage und begann Musik zu produzieren. Wenige Jahre später war Moloko geboren und die Geschichte des Britischen House-Duos geschrieben. Die Jahre nach Moloko wurden für Murphy zur absoluten Herausforderung, kam es nach ihrem zweiten Album Overpowered doch so einer Art Sinneskrise, aus der sie selbst nur sehr zögerlich herauskam und Diese erst durch die Unterstützung Anderer vollends überwinden konnte. Daraus resultierten mit Hairless Toys (2015), Take Her Up To Monto (2016) und der diesjährigen Einzelveröffentlichung Incapable eine große Anzahl an neuen Songs und Ideen. Mit ihrer nun veröffentlichten Discohymne Narcissus haut uns Murphy jedoch wieder einmal um und gibt uns eine 7:40 Minuten lange Vorstellung davon, wie sie in einer Disco zu feiern versteht. Mit einem wunderbar eingängigen Beat und vielen zarten Spielereien heizt uns die Irin die Tanzfläche von Dublin, über Manchester, bis nach Italien ein und zeigt sich als Europäische Club-Königin. Dabei ist die Exzentrik in ihrer Stimme eines der Hauptmerkmale ihrer Produktionen und fungiert fast schon als Drop – wie es bei den angesagten Clubsongs üblich ist. Bisher hat sich Murphy noch nicht zu einem neuen Album geäußert, doch tröstet die Schlagzahl neuer Veröffentlichungen allemal darüber hinweg.

Satin Jackets feat. Panama - Electric Blue

Satin Jackets feat. Panama – Wenn eine Zusammenarbeit nach mehr ruft

Treffen sich ein deutscher und ein australischer Musiker unter den warmen Sonnenstrahlen Kaliforniens… So begann Anfang Februar dieses Jahres ein Blogbeitrag hier auf SOML über die Zusammenarbeit des Produzenten Tim Bernhardt alias Satin Jackets und des Musikers Panama, hinter dem Jarrah McCleary steckt, für ihren Song Automatic. Dabei zeigte sich, dass die beiden Musiker genau das richtige Gespür für Melodien, Stimmungen und Beatfolge hatten. Denn mit seinem entspannten Elektrosound wurde Automatic zu einem festen Begleiter des Frühjahres 2019 und tauchte in unzähligen Streaming-Playlisten auf. Nun haben sich Satin Jackets und Panama abermals zusammengetan und mit dem Song Electric Blue einen weiteren Nu-Disco Song veröffentlicht, der durch smoothe Housebeats einmal mehr ein perfekter Begleiter für die Nacht ist. Über die erneute Zusammenarbeit mit Panama äußerte sich Bernhardt so: Die Zusammenarbeit mit Jarrah zu Automatic war mir eine Ehre und wir wussten von Anfang an, dass diese Zusammenarbeit nicht die letzte sein würde, die wir zusammen haben werden. Für Satin Jackets gab es seit dem Tag der Veröffentlichung seines Albums Solar Nights nur eine Aufgabe, die, sich an neues Material für das nächste Album zu setzen und so kam Electric Blue ganz organisch und schnell als erster Song heraus und passte wunderbar zu der Stimme McClearys. Electric Blue ist der Eisbrecher für die kalte Jahreszeit und wird uns alle in den kommenden Wochen und Monaten ordentlich einheizen.

Fritz Kalkbrenner – Der König des Elektrosouls singt wieder

Er ist wieder da! Der Berliner DJ und Produzent Fritz Kalkbrenner hat mit Kings & Queens gerade seine erste Single aus dem kommenden, sechsten Album True Colours veröffentlicht, das im März 2020 erscheinen wird und ihn einmal mehr als König des Elektrosouls präsentieren wird. Bereits in der Vergangenheit hat sich der jüngere Bruder von Paul Kalkbrenner mit Songs wie Facing The SunRight In the Dark, Little By Little oder dem instrumentalen Track Lose eine hervorragende Diskografie aufgebaut. Dabei stand für Kalkbrenner immer die warme, soulige Stimme im Vordergrund, die durch verträumte Housebeats verfeinert wurde und ein Gefühl des Treiben lassens auslöste. Kings & Queens wirkt so entspannt und losgelöst, dass man sich die Botschaft dahinter kaum vorstellen kann. Doch Kalkbrenners Intention war es, ein gesellschaftliches Bewusstsein in schwierigen Zeiten zu wecken und dabei mit Sätzen, wie Könige und Königinnen der zerstörten Heimat, bauen einen Schutz aus Latten und Steinen. Verstecken sich darunter und finden trotz allem noch die Liebe aufhorchen zu lassen. In solch schwierigen Zeiten, wie wir sie heute erleben, ist es eine Art Schutzraum, den uns Kalkbrenner mit Kings & Queens hier geschaffen hat. Ein Schutzraum aus Wärme, Tiefe und Geborgenheit.