Kitty Solaris - Disco Blues Pic: Magdalena Zierkowska

Kitty Solaris – Zwischen Studio 54 und Berlin Anfang der 2000er

Es ist eine Fahrt in die Vergangenheit – hört man sich Kitty Solaris‘ neue Single Disco Blues an. Mit stampfenden Synthies, funkigen Gitarrenriffs, verspielten Perkussions und kleinen Extras im Sound bildet sich eine Mischung aus Disco und Altern-Elektro der frühen 2000ern in Berlin. Hier werden Erinnerungen an Tok Tok vs. Soffy O., den Chicks On Speed oder der Musik von Toni Kater und 2raumwohnung wach – sicher, nicht immer auf die Stimmen oder Texte, doch vielmehr auf das Gefühl der frischen, unverbrauchten Beats und direkten Art bezogen. Immer ein wenig schräg, immer ein wenig anders klingt Disco Blues genau nach diesem Tag auf der Berliner Torstraße, an dem man zu erst, am frühen Abend, in die Eckkneipe Prassnik geht, anschließend einen Abstecher ins gerade eröffnete Kaffee Burger macht um nach Stunden des weirden Tanzens aus der Tür zu stolpern und dem Highlife in Tüten der Torstraße zu begegnen. Hier treffen sich Hipsters vorm Schawarmaladen, da stehen Massen vor der Tür der Neuen Odessa Bar an und gegenüber springt man kurz ins Schmittz und spielt ein Runde Tischtennis mit Unbekannten.

Kitty Solaris Pic: Olga Blackbird
Kitty Solaris Pic: Olga Blackbird

Das wird nur getoppt mit dem, wenige Meter entfernten, Rosenthaler Platz, der gegen Mitternacht zum Schmelztiegel der Torstraße avanciert. Genau dieses Gefühl der Nachtkultur steckt in Kitty Solaris‘ neuem Song. Dabei ist die Berlinerin so etwas, wie das musikalische Netzwerk der Stadt. Denn, als sie vor 15 Jahren mit Future Air Hostess ihr Debüt veröffentlichte, baute sie auf ein Netzwerk aus Freunden und Bekannten, die an ihren Songs mitarbeiteten. So hat sich über die vergangenen anderthalb Jahrzehnte um Solaris eine Art LinkedIn der Berliner Musik- und Kunstszene aufgebaut. Jetzt ist Kirsten Hahn, wie Solaris bürgerlich heißt, also mit neuer Musik zurück und läutet mit Disco Blues als weiteren Vorboten des kommenden Albums Girls & Music, das am 16. September erscheinen wird, die Zeit des Tanzens ein. Drei Wochen lässt uns Solaris dann noch Zeit, die Songs rauf und runter zu hören, ehe sie am 7. Oktober zur Record Release Party ins Berliner Maschinenhaus in der Kulturbrauerei einlädt und mit uns zusammen in einen heißen Herbst tanzt.

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