Gorgon City feat. Drama - Nobody

Gorgon City – Schalten einen Gang runter

Gorgon City haben in den vergangenen Jahren mit den verschiedensten Künstlern zusammengearbeitet – von, bis dahin völlig Unbekannte, sowie auch bekannten Größen. Herausgekommen sind Housetracks, die sich vor allem durch markante Basslines und die Featuring-Acts – zusammensetzten. Ob mit Here For YouUnmissableGo All NightSaving My LifeAll Four WallsDelicious oder Go Slow – immer sind es große Stimmen, unter die das Produzenten-Duo ihre Housebeats legt. Schafften Gorgon City mit ihrem Debütalbum Sirens (2014) den direkten Einstieg in die Top-10 der britischen Albumcharts, konnte sich ihr Nachfolger Escape (2018) immerhin noch in den Top-50 platzieren.

Nun arbeiten Kye Gibbon und Matt Robson-Scott an ihrem dritten Album und nutzen die Social Distance-Zeit, um ihren dritten Longplayer schneller zu beenden. Sind nach Escape bereits 5 weitere Songs als Stand-Alone-Singles veröffentlicht worden, darf angenommen werden, dass diese Veröffentlichungen es wohl nicht auf das neue Album schaffen werden. Anders sieht es bei dem nun veröffentlichten Song Nobody aus, der zusammen mit dem Chicagoer Electro-Duo DRAMA aufgenommen wurde.

DRAMA bestehen aus dem Produzenten Ne’el Shehade und der Sängerin Via Rosa die Musik machen, die sich aus einem Mix aus Electro, Soul & R&B zusammensetzt und immer auch einen melancholischen Touch besitzt. Davon begeistert, waren Gorgon City schon länger Fans des Duos – überzeugten sie doch Gibbons bei einem Konzert während eines Aufenthalts in Chicago. Dieser fragte bei dem Duo an und so verabredeten sich für eine Studiosession.

Herausgekommen ist Nobody, ein Song, der sich – im Vergleich zu den Songs zuvor – deutlicher zurücknimmt und durch einen melancholischen Vibe geprägt wird. Für dieses Gefühl dürfte DRAMA hauptverantwortlich sein, fühlt sich das Duo doch tendenziell in diesem musikalischen Umfeld wohl. In dem dazugehörigen Musikvideo interpretieren die Briten den Klassiker West Side Story neu und geben mit Street Art Performances von lokalen Chicagoer Street Dance Gruppen eine moderne Auflage des Musicals wieder. Nobody bleibt trotz der zurückhaltenderen Beats ein absoluter Dancehit und wird seine Kreise einmal mehr durch die Clubs von Ibiza über London bis nach Berlin ziehen.

Yates - Digital Karma

Yates – Wer hat an der Uhr gedreht?!

Heute beginnt die Sommerzeit. Grund genug also, alle unsere analogen Uhren um eine Stunde nach vorne zu stellen. Benjamin Jacob Yates – kurz Yates – hat allerdings bereits am vergangenen Freitag an der Uhr gedreht und diese nicht nur eine Stunde verstellt, sondern gleich einmal 40 Jahre zurückgedreht. Denn auf Yates‘ neuer Single Digital Karma hören wir die puren 80er Jahre Sounds von Synthies über pochende Basslines, bis zu Yates eloquenten Gesang. Digital Karma ist nicht etwa an die 80er Jahre angelehnt, sondern reiht sich musikalisch wunderbar zwischen Kraftwerks Das Model oder Gary Numans Cars ein und funktioniert dabei völlig aus der Zeit gefallen. Zusätzlich hat Yates für das Musikvideo mit David Hayes zusammengearbeitet. Hayes, der aus Berkhamsted in Hertfordshire – nördlich von London – kommt, ist ein Spezialist in Sachen analoger Musikvideos und zeigt auf Digital Karma wie stark auch er von den 80er Jahre geprägt wurde und hier mit einfließen lässt. Mit Digital Karma hören wir die erste Auskopplung aus Yates kommender EP 0/1, für die bisher noch kein Veröffentlichungsdatum bekannt ist. Schauen wir uns seine beiden EP’s Mercury (2016) und Holiday Apartment (2018) an, dürfen wir allerdings davon ausgehen, dass die weiteren Songs auf 0/1 ebenfalls thematisch zueinander passen werden – was bedeutet – dass uns der großartige 80er-Jahre-Vibe von Digital Karma auch auf den übrigen Songs der EP begleiten wird.

Lea Porcelain - Future Hurry Slow

Lea Porcelain – Wie stark ist unsere Gemeinschaft

Wir stehen vor einer Herausforderung, in der wir eigentlich schon mitten drin stecken. Mit social distancing und Kontakteindämmung, sehen wir uns immer öfter in den eigenen vier Wänden sitzen und die Zeit wegrennen sehen und ertappen uns dabei das ein oder andere plötzlich anzuzweifeln. Lea Porcelain haben darüber ein Lied geschrieben und zeigen uns auf Future Hurry Slow ihre Interpretation der Lage. Dabei braucht das Berliner Duo gar nicht all zu sehr auf die brandaktuelle Lage eingehen, sondern zeigt viel allgemeiner, wie sehr jeder mit sich selbst beschäftigt ist. Mit der eigenen Angst, eigenen Gedanken, Gefühlen und dem ganz eigenen Glück. Liesst man sich die Zeilen unter dem Musikvideo durch, während Future Hurry Slow läuft, wirkt es wie eine Retrospektive eines gesellschaftlichen Ausschnitts. Und damit sind wir genau an dem Punkt, an dem uns Lea Porcelain sagen, dass Zeit kein Gut ist, mit dem man beliebig arbeiten kann. Sondern vielmehr müssen wir mehr denn je lernen, dass Zeit ein fließender Vorgang ist und wir nicht einfach Pause drücken können – wie es Lea Porcelain beschreiben. Mit einer Gitarre und sanften Arrangement wird Markus Nikolaus‘ flehende Stimme fast resignierend. Denn Future Hurry Slow ist nur eine Interpretation von Zeit und nicht die Gewissheit. Aber eine unglaublich schöne Interpretation.

Sara Hartman - Girl

Sara Hartman – #whathappenedtohartman?

Es ist ein Hashtag, der Bestürzung hervorruft – vermutet man doch Schlimmeres dahinter. Doch im Falle von Sara Hartman kann Entwarnung gegeben werden. Denn, auch wenn der Hashtag auf eine Phase voller Fragen deutet, kann ich vermelden, dass die Sängerin wohlauf ist. Gleichzeitig befeuert der Hashtag aber auch unsere Neugier um die 24-Jährige. Denn vor 5 Jahren trieb es die aus Sag Harbor von den Hamptons – nahe New Yorks City – kommende US-Amerikanerin nicht etwa in die Häuserschluchten New York Citys, sondern nach Berlin. Und steht Berlin damit dem Stellenwert New Yorks in der Musikbranche einmal mehr in nichts nach. So ließt man in ihrer Bio, dass es ziemlich offensichtlich sei, dass der Umzug in die blühende Stadt die Sängerin nachhaltig beeinflusst hat. Bei Vertigo (Universal Music) unter Vertrag, hat Hartman 2016 die EP Satellite veröffentlicht. Herauf zu finden, sind wunderschöne Popballaden, die Hartmans hauchenden Gesang eine wunderbare Atmosphäre geben. Es schien gut zu laufen, trat sie doch mit Clueso auf dem Erfurter Domplatz auf, spielte als Support von X Ambassadors, Ellie Goulding, MS MR und Family Of The Year. Es folgten einzelne Veröffentlichungen – wie Buttons – die in die Richtung großer Popsongs gingen. Doch plötzlich war sie weg. Seit 2018 hörte man nichts mehr von der Sängerin und fragte sich What happened to Hartman? – Was ist mit Sara Hartman passiert? Was in den vergangenen zwei Jahren bei der Musikerin los war, kann nicht gesagt werden, doch hat sich ihr Sound signifikant verändert. Denn mit der Single Girl ist die Wahlberlinerin nun zurückgekehrt und holt mit der Unterstützung einer großen Youtube-Promoaktion die ganz großen Geschütze raus, um sich wieder zurück ins Rampenlicht zu singen. In diesem Rampenlicht stehend, wird es dann wieder ganz ruhig um die Sängern – allerdings nur, weil ihr neuer Song Girl eine Tiefe besitzt, die sich aus scheinbar völlig neuer Motivation speist. Mit sanften Synthesizerklängen und einer erstaunlichen Tiefe in ihrer Stimme, wirkt Hartman wie neu erfunden. Hinzu kommen epische Sequenzen von Streichern und Hartmans intim gehaltener aber großer stimmlicher Ausbruch. Auf ihrem, vor wenigen Tagen hochgeladenen, Video #CORONAGIRL stellt sie Fragen – Fragen die sich mit ihrem Sein auseinandersetzen, mit ihrem Abdruck, den sie hinterlassen wird, mit den Erlebnissen, die sie erfahren hat und mit den – von der Gesellschaft – vorgegebenen Stigma. Und stellt fest, dass all diese Punkte von äusseren Umständen und Handelnden beeinflusst werden. Doch was wäre, wenn man wieder mehr zu sich selbst findet? Sein Leben selbst bestimmt und sich nicht von der Aussenwelt diktieren lässt, wie man zu leben hat? Ihre Geschichte scheint dunkler geworden zu sein – konstatiert der Text in ihrer Bio. Und tatsächlich klingt Hartman tiefer, trauriger, erfahrener und erwachsener, als auf all ihren bisher veröffentlichten Songs und trifft damit ein Gefühl, welches nicht allein um das Herz herum funktioniert, sondern vielmehr auch unsere Motivation und unseren Antrieb anregt.

Yaeji - Waking Up Down

Yaeji – Hypnotisierender Chill-Sound

Er klingt, als würden wir uns auf einer kosmischen Wolke – durch die Galaxien reitend – befinden. Dies allerdings auf unserer heimischen Couch sitzend und als Trip bezeichnend. Dass Drogen gar nicht notwendig sind, zeigt uns die New Yorker Heldin Yaeji mit ihrer neuen Single Waking Up Down. Denn diese Single begeistert einmal mehr mit einem entspannten Elektrosound. Mit ihrem bisher erfolgreichsten Song Raingurl und dem Nachfolger One More zeigte sich Yaeji bereits fest verankert auf allen hippen Homepartys. Mit ihrem Remix des Robyn Songs Beach 2k20 wurde sie schließlich noch einmal deutlich populärer und konnte mit Hilfe von Robyn tausende neue Hörer erreichen. Mit Waking Up Down schließt der Song an die Vorgänger an und begeistert durch ein Zusammenspiel aus modernen aber relaxten Elektrobeats und einer Mischung aus englischen und koreanischen Lyrics. Dabei ist Waking Up Down der wahrgewordene Hypnosesong, der uns in neue Sphären hebt. Die entspannte Produktion, die High-End Riffs und der Fabriksound lassen Yaejis neuesten Streich so nahtlos an die Produktionen der US-Amerikanerin anschließen, dass sich der Hype um die 26-Jährige damit einmal mehr verstärken wird. Beobachten können wir dies auch an den Konzerthallen, die in Deutschland gebucht werden. War es im Sommer 2018 noch das Prince Charles in Berlin-Kreuzberg, wird für das im November geplante Konzert nun bereits das Astra bespielt. Mit der kommenden Veröffentlichung ihres neuesten Mixtapes What We Drew – das am 2. April veröffentlicht wird – werde mit Sicherheit weitere Fans dazustoßen. Bis dahin genießen wir mir ihrer Laid-Back-Veröffentlichung Waking Up Down die neugewonnenen Freiheit, auf unserer Couch zu entspannen.

MIA. - No Bad Days

MIA. – Es lohnt sich Fan zu sein

In genau einer Woche steht das neue MIA.-Album Limbo – mit den Singles Limbo und KopfÜber – überall in den Regalen. Doch obwohl die Möglichkeit, das Album tatsächlich auch physisch zu erhalten, momentan so gut wie nicht vorhanden ist, gibt es einige Ausnahmen um an die CD zu kommen. Natürlich ist das mittlerweile siebte Studioalbum digital über alle Kanäle zu erhalten – ob als Download, im Stream oder eben doch physisch über die Onlineseiten vom eigenen Shop über Amazon, JPC, Saturn/Media Markt und Ähnlichen – an Möglichkeiten mangelt es nicht. Dass es in diesen Zeiten darauf ankommt unsere Kultur am Leben zu halten – obwohl den Künstlern mit den verschobenen oder abgesagten Konzerten eine enorme Einnahmequelle verloren geht – wird vielen immer bewusster. Und so können wir die Bands unterstützen, indem wir ihre Musik hören, sie kaufen und im Bestfall natürlich selber – durch den Erwerb einer physischen CD – etwas am Ende in den Händen halten. Dass es auf die Verbindung zwischen Künstlern und Fans ankommt, zeigen MIA. nun mit ihrer neuen Singleveröffentlichung No Bad Days. Hier schenken sie nicht nur einem ihrer größten Fans einen Song, sondern zeigen gleichzeitig auch, wie sehr die Fans die Band zu Songs inspirieren können und am Ende sogar als Single veröffentlicht wird. Auf No Bad Days begleiten wir MIA. durch den Tag, an dem die Berlinerin Marie – MIA.-Fan mit Leib und Seele – von der Band überrascht wird und daraus ein Musikvideo dreht. Dabei kommt sowohl die Band, als auch Marie unglaublich sympathisch rüber. Mit gewohntem Pop/Rock, der sogar ein wenig an das Debütalbum Hieb & Stichfest erinnert, singt Mieze eine Hymne auf eine positive Grundeinstellung und dem Willen, sich durch alles durchzuboxen und das Positive zu sehen. Genau dieses Gefühl kennen und lieben wir von der Band und wird auch diese Zeit überwinden. Durch laute Gitarren und präsentem Schlagzeug lassen MIA., so – im Wohnzimmer von Marie – die Katze aus dem Sack. Mit dem neuen Album im Gepäck, geht es dann hoffentlich im Herbst auf Tour. Wir holen uns aber ab kommenden Freitag das Album nach Hause – egal ob auf digitalem Weg oder durch die physische CD. MIA rocken halt.

KLAN – Uhhh Baby, Baby

Sie könnten nicht besser zeigen, dass sich die Brüder Michael und Stefan Heinrich im Musikbusiness eingegroovt haben. Waren sie Ende 2018 mit ihrer Single Mama noch von einer besonnenen Ruhe geprägt und haben mit Wann Hast Du Zeit? ihr Debütalbum veröffentlicht. Nun haben sie mit der EP Winterseite acht neue Songs veröffentlicht. Einer davon ist Baby Baby und zeigt, wie wohl sich die Brüder im Musik machen fühlen. Mit einem groovigen Hip-Hop-Beat, der sich vieler poppiger Elemente bedient, singt sich Michael durch den Song, auf dem seine stimmlich Klangfarbe erstaunliche Ähnlichkeit zu der Stimme des Sängers Clueso aufweist. Produziert von Nico Rebscher, der bereits für Hits von Sunrise Avenue, Alice Merton, Aurora und Milow mitverantwortlich war, klingt Baby Baby wunderbar eingängig und handelt vom Scheitern und wieder aufrappeln. Dies zeigen die Textzeilen Beim ersten Mal tut’s weh. Beim zweiten Mal ok. Beim dritten Mal Uh, Baby Baby! wunderbar und  sollen gleichzeitig ermutigen, weiterzugehen. Im dazugehörigen Musikvideo zeigen sich die Brüder äußerst kreativ und bilden eine Szene aus dem Klassiker Titanic als Neuinterpretation ab. Im Mai können wir KLAN dann live sehen und grooven uns mit Baby Baby schon mal ein.

Jon Bryant - Bad Happens

Jon Bryant – Sanfte Untermalung eines Roadtrips

Mit seiner Single Paradise aus dem Sommer 2018 hatte sich der kanadische Sänger Jon Bryant mit einem fast schon hypnotisierenden Song zurückgemeldet und sein viertes Studioalbum Cult Classic für 2019 angekündigt. Nun, ist Bryant bereits wieder ins Studio zurückgekehrt und zeigt mit seiner neuen Single Bad Happens, wie sanft ein Trennungssong klingen kann. Dabei singt sich Bryant durch all die schlechten Angewohnheiten, die man in einer Beziehung entwickelt. Er selbst übt sich darin, mit der einhergehenden Verbitterung umzugehen. Dass ihm dies scheinbar gut zu gelingen scheint, können wir nun auf Bad Happens hören. Klingt der Song nicht ganz nach einem typischen Break-Up-Song, wird vielmehr klar, dass sich Bryant hier auf eine Art Roadtrip begibt, um aus dem emotionalen Loch rauszukommen. So wird mit Perkussions, Gitarren und einem eingängigen Refrain das Weiterkommen angetrieben, welches Bryant zu diesem entspannten Trennungssong kamen ließ. Mit einer Mini-EP von nur zwei Liedern veröffentlicht Bryant neben Bad Happens auch den Song Headphones und wird Anfang April in Hamburg (07.04.), Berlin (08.04.) und München (09.04.) für Konzerte vorbeikommen.

Gengahr - live@Maze Club Berlin

Gengahr – Vom überflüssigen Ballast lösen – Ein Interview

Es war ein milder aber verregneter Donnerstag im Februar, an dem ich Felix und Hugh von Gengahr im Berliner Maze Club zum Interview traf. Zwei Menschen aus einer Band, die momentan als eine der Wenigen gilt, die den britischen Indie hoch halten. Im Maze Club – bekannt für seinen rauen Kellercharme – sprachen wir über den Einfluss, den Bombay Bicycle Club Frontmann Jack Steadman hatte, über das Jonglieren mit Erwartungen und Druck und über den frischen Mix der verschiedensten Genreeinflüsse, die Sanctuary enthält.

 

 

 

SOML:
Als ich Euch das erste Mal sah, standet Ihr auf der Mainstage des Melt! Festivals Mitte Juli 2015 – ungefähr vier Wochen nach der Veröffentlichung eures Debütalbums A Dream Outside. Vor Euch standen vielleicht 100 Leute und es hat regelrecht geschüttet vor Regen. Könnt ihr euch noch daran erinnern, we es sich anfühlte, in solch einer frühen Phase der Band, auf einer derart großen Bühne zu stehen

Hugh:
Absolut, das war eine abgefahrene Erfahrung. Das war bis dato die größte Bühne, auf der wir gespielt hatten und gleichzeitig war es das Festival mit den wenigsten Leuten, vor denen wir gespielt hatten. Doch es war ein reinstes Wasserspiel. Zu diesem Zeitpunkt fegte ein Unwetter über das Festivalgelände und alle versteckten sich in ihren Zelten und unter Imbissständen. Obendrein wurde das Konzert auch noch gefilmt und auf ARTE Concert übertragen, was eigentlich ganz gut war, wäre da nicht dieses Unwetter gewesen. Aber uns hat das nichts anhaben können. Wir lieben es weiterhin Musik zu machen und es war sonst auch ein wunderschönes Festival mit einer atemberaubenden Kulisse. Wir würden uns freuen, irgendwann zurückzukommen und einen richtigen Auftritt hinzulegen – solange es nicht wie aus Eimern regnet.

Felix:
Das ist perfekt zusammengefasst, es war wirklich so. Es war eine Erfahrung, auf die wir uns alle im Vorfeld gefreut hatten und am Ende ziemlich enttäuschend war. Aber leider ist die Realität manchmal einfach nicht ganz so, wie man es sich vorgestellt hat. Und das alles nur, durch widrige Wetterbedingungen.

 

 

SOML:
Ihr habt angefangen professionell Musik zumachen, das war 2014/2015, als Indie Musik eigentlich komplett am Boden lag. Speziell in Großbritannien war dies so. Doch dann beschrieb der The Clash Magazine Journalist euch als Retter der britischen Gitarrenmusik. Woher habt ihr damals eure Inspiration gezogen Gitarrenmusik zu machen?

Felix:
Der Einfluss von Gitarrenmusik begann bei uns recht früh. Wir hatten in unserer Kindheit recht ähnliche Bedingungen, wenn es um unsere Eltern geht. Denn die waren allesamt Kinder der Hochzeit britischer Gitarrenmusik. Von den Stones bis zu den Beatles. Deren Begeisterung hat uns angesteckt. Denn irgendwie wachsen wir alle in einer solchen Umgebung auf und hören als erstes das, was die Eltern hören. Bei uns kam dann noch Musik von John Martin, James Taylor und Joni Mitchell hinzu. Hier steckt das Herz unserer Musik drin und kommt der Einfluss her. Und schließlich wuchs unsere Musik auch durch unser erwachsen und Teenager werden weiter. Wir begannen Nirvana und ähnliche Bands zu hören, bei denen die Gitarre nicht einfach nur eine Begleitung darstellte, sondern vielmehr zum Hauptakteur des Songs wurde. Es gibt also verschiedene Einflüsse, die bei unserer Musik mitspielen. Wir studierten regelrecht Bands wie The Smashing Pumpkins, bei denen recht klar zu erkennen ist, dass die Gitarre ein Hauptteil der Songs ausmacht. Was wiederum bei einem Großteil der Musik aus den 60er und 70er Jahren nicht so offensichtlich ist. 

Gengahr - live@Maze Club Berlin

Gengahr – live@Maze Club Berlin

SOML:
Ihr seid aber nicht nur im Indie zu Hause, sondern habt mit einem Mix aus Psychedelic Rock, Indie und atmosphärischen Gesangsparts angefangen. Wenn wir uns euer neues Album Sanctuary anhören, finden wir zwar immer noch Indie und dem atmosphärischen Gesang aber auch große Unterschiede zwischen den Songs. Everything And More hat immer noch genau dieses psychedelic Rock Gefühl, während AnimeIcarus und Atlas Please deutlich beeinflusster vom Pop erscheinen. Heavenly Maybe und Soaking In Formula gehen sogar einen großen Schritt in Richtung Disco. Was hat euch dazu gebracht, einen so diversen Sound einzuspielen?

Hugh:
Ich denke, dass wir schon immer diese Aspekte der verschiedenen Genres in unserer Musik vereint haben – auch schon in unseren ersten beiden Alben – allerdings nie so produziert, dass sie deutlich wurden. Mit dem jüngsten Album Sanctuary haben wir uns bemüht, die Richtung unserer früheren Songs beizubehalten und sie dennoch auf den neuen Songs weiter voranzutreiben. Wir haben versucht, unser Album so vielfältig wie möglich zu gestalten, ohne zu verwirrt zu sein – hoffen wir zumindest. (lacht)

Felix:
Vieles davon kommt auch durch die Art und Weise zustande, wie diese Aufnahmen entstanden sind. Auf unseren ersten beiden Alben sind wir ins Studio gegangen, haben das Schlagzeug aufgestellt und den Klang des Raumes genutzt, in dem wir aufgenommen haben. Ungeachtet des Genres der Songs gibt es immer einen roten Faden, der den Sound dann doch ziemlich ähnlich klingen lässt. Zumindest die Art und Weise, wie wir diese Aufnahmen gemacht haben, hat viel Zeit in Anspruch genommen, denn die Songs sind in den verschiedenen Schlafzimmern von allen Beteiligten geschrieben und aufgenommen worden. Daher gab es also, auf der gesamten Platte, keinen linearen Produktionssound. Jedes Lied darf also ein bisschen mehr für sich sein, als er es vielleicht gewesen wäre, wenn wir ihn auf traditionellere Weise aufgenommen hätten.

 

 

SOML:
Auch dein Songwriting hat sich während deiner Bandpräsenz weiterentwickelt. Wie fühlt es sich heute im Vergleich zur Früher an, Musik zu schreiben und was bedeutet es für dich?

Felix:
Natürlich willst du immer das Gefühl haben, dass du besser wirst. Was ich auf jeden Fall fühle, ist, dass es immer etwas zu lernen gibt. Immer wenn du ein Album machst, kommst du am Ende etwas weiser heraus – auch mit ein paar neuen Tricks natürlich. Der gesamte Prozess, in einer Band zu sein, ist ein Prozess des Wachstums und der Evolution. Wir versuchen immer, das zu verbessern, was wir zuvor getan haben, und versuchen, ein Album zu machen, auf das wir wirklich, wirklich stolz sein können.

Hugh:
Wir können nicht einfach dasselbe zweimal tun. Wir versuchen es zu vermeiden, doch es könnte trotzdem etwas Ähnliches herauskommen. Wir versuchen immer, an jedes Album anders heranzugehen.

Gengahr - live@Maze Club Berlin

Gengahr – live@Maze Club Berlin

SOML:
Einige Songs sind überraschend direkt und andere eher vage gehalten. Ihr als Band, aber auch jeder einzelne Bandkollege habt in der Vergangenheit einige Herausforderungen erlebt. Wie wirken sich persönliche oder von außen einprasselnde Erfahrungen auf eure Songs aus?

Hugh:
Persönliche Erfahrungen oder Eindrücke von außen – insbesondere stark emotional aufgeladene, finden ihren Weg in unsere Kompositionen. Ob das nun durch Texte oder nur über den Ton und Stimmungen bestimmter Noten oder Akkordproduktionen ist. Ich denke, wir hatten alle unsere Höhen und Tiefen und sie alle helfen der Kreativität.

Felix:
Ich denke, wir alle wissen, dass ich diese Emotionen nutzen und versuche, daraus etwas Positives zu kreieren. Einige der besten Musikstücke sind auch gleichzeitig die Herzzerreißendsten. Und ich denke, dafür gibt es einen Grund. Die Art und Weise, wie ein Zuhörer sich verbinden und in Beziehung zu einem Song setzen kann, ist etwas sehr Mächtiges. Bei unterschiedlichen Musikstilen und natürlich mit wirklich großen Popsongs existiert diese Verbindung irgendwie nicht und dennoch funktioniert sie trotzdem noch aus irgendeinem Grund. Aber der wirkliche Höhepunkt eines großartigen Songwritings ist, wenn man Songs hat, die auf beiden Ebenen funktionieren: die sich musikalisch und emotional verbinden. Und dann wirst Du zum Gewinner.

SOML:
Felix, in einem Interview hast du gesagt, dass du eine Zeit lang alle Songs, die du geschrieben hattest, auf ein Soloalbum packen wolltest. Warum hast du dich entschieden, dies nicht zu tun und stattdessen eine neue Gengahr-Platte daraus zu machen?

Felix:
Es war nicht so, dass ich alle Songs auf eine Soloplatte bringen wollte. Aber als wir mit der Arbeit an Where Wildness Grows fertig waren, schrieb ich bereits eine Menge Sachen auf, die mir durch den Kopf gingen, denn ich wollte schreiben und weiterarbeiten. Und wir als Band waren zu diesem Zeitpunkt alle ein bisschen müde und ich konnte mir gut vorstellen, dass einige Bandmitglieder nicht unbedingt Teil dieser nächsten Platte sein wollten oder hatten erst einmal genug. Umso überraschter war ich im positiven Sinne, dass ich in diesem Punkt falsch lag. Einige von uns brauchten länger, um wieder an Bord zu kommen und ihren Fokus voll auf die Band zu setzen als andere. Aber am Ende sind wir alle irgendwie wieder dort angekommen. 

Gengahr - live@Maze Club Berlin

Gengahr – live@Maze Club Berlin

SOML:
Euer Plattenlabel Liberator Music ist die Heimat vieler Independent-Bands und Künstler wie Totally Enormous Extinct Dinosaurs und RY X. Aber auch großer Acts wie Kylie Minogue, CHVRCHES und alt-j. Wie positioniert ihr euch in dieser Umgebung? Und in die Zukunft gedacht – gebt ihr euch eine Chance, vielleicht mit einem dieser Acts etwas gemeinsam zu machen?

Hugh:
Ja, sag niemals nie. Kylie Minogue kann immer ein paar Back-Vocals auf unseren Tracks machen, wenn sie ihre Freuden zeigt. Wir sind seit Anfang an Liberate Music gesigned. Sie waren unser australisches Label, bevor wir in Großbritannien einen Plattenvertrag unterschrieben. Schließlich haben wir mit ihnen die Entscheidung getroffen, eine weltweite Vermarktung unserer Musik zu versuchen. Aus heutiger Sicht, sind wir sehr zufrieden mit dieser Entscheidung. Sie sind einfach großartig und unterstützen uns in allen Bereichen tatkräftig. In Australien ist es ein riesiges Label und machen riesige Fortschritte auch im Rest der Welt als Label bekannter zu werden. Es ist daher wirklich aufregend, ein Teil ihrer größeren Pläne und Projekte zu sein.

Felix:
Ja, und ihre neuen Horizonte. Wir sind das Zentrum dieser neuen Horizonts. (lacht)

 

 

SOML:
Ihr habt kürzlich mit Jack Steadman von Bombay Bicycle Clubs zusammengearbeitet. Er produzierte auch Sanctuary.
Wie kam es zu dem Kontakt?

Felix:
Jack ist mittlerweile ein alter Freund von uns. Hugh und ich gingen beide auf das Sixth-Form Collage – was in Deutschland dem Gymnasium gleich kommt. Hier trafen wir Ed, den Bassisten im Bombay Bicycle Club, denn wir waren mit ihm in der selben Musikklasse. Der Klasse für Music Technology, um genau zu sein. Jack haben wir schließlich auf einer Privatparty getroffen. Da waren wir um die 17 oder 18 Jahre alt und hatten uns damals zunächst noch nicht so oft gesehen, um ehrlich zu sein. Dann trafen wir uns im Laufe der Jahre auf einigen Festivals immer wieder und sprachen irgendwann darüber, einmal einen Song zusammen aufzunehmen. Wir wollten damals, dass der Song etwas anders wird, als das, was wir bisher gemacht hatten. Daher suchten wir Jemanden, der unserer Musik etwas gibt, das wir selbst vielleicht nicht hatten beitragen können. Die fiel die Auswahl auf Jack. Er ist nicht nur ein großartiger Produzent, ich denke, einen anderen Songwriter im Raum zu haben, hilft jedem, sich ein bisschen auszuprobieren. Und gleichzeitig möchte man sicherstellen, dass man sein Bestes gibt. Es gibt dir nicht die Möglichkeit, dich auf deinen Lorbeeren auszuruhen und es schafft eine wirklich positiv aufgeladene Atmosphäre, wenn du jemanden hast, den du respektierst – nicht nur als Produzent – sondern eben auch als Songwriter. Nachdem wir diesen Song zusammen gemacht hatten, kam die Frage über die Aufnahme eines kompletten Albums wie von selbst auf. Und zum Glück waren alle begeistert und neugierig darauf. Und hier sind wir jetzt.

Hugh:
Ja, es ist eine schöne Kombination aus Alt und Neu mit Jack, weil wir diese Vertrautheit haben. Aber, wie Felix sagte, hatten wir nie wirklich einen richtigen Produzenten mit im Studio, als wir an den ersten beiden Platten arbeiteten. Das war eine schöne Kombination.

 

 

SOML:

Als Jemand, der Bombay Bicycle Club wirklich gerne hört, erkenne ich in vielen Songs die Stimmung von Jacks musikalischer Note wieder. War diese Wendung in eurer Musik geplant und was war anders, im Vergleich zu den vorherigen Platten, durch die Zusammenarbeit mit Jack?

Felix:
Jack hat sehr unterschiedliche Spielmuster. Er hat seine Rolle in unserer Band sehr effizient gestaltet. Er ist sehr gut darin, den richtigen Ort zu finden, um sich zu positionieren. Ich denke, er hatte nie das Gefühl, sich in einen der Songs gegen unseren Willen einzumischen. Aber es ist auch sehr klug, wenn es darum geht, die Arrangements zusammenzustellen und sie zu verbessern. Ich bin mir sicher, dass unsere Musik durch Jack viel mehr von diesem verzögerten Sound erhalten hat – diese kleinen Macken, die er im Sound von Bombay Bicycle Club benutzt. Ich denke, wir haben gelernt uns selbst als sehr effektive Werkzeuge zu sehen, um einige unserer Arrangements zu verbessern.

Hugh:
Ja, den Mist einfach rauszuschneiden. Einfach die vielen unnötigen Teile in unseren Arrangements zu entfernen, die nicht zum Gesamteindruck beitragen.

Felix:
Ich würde sagen, dass es wahrscheinlich die größte Stärke ist, die er hat. Wenn wir uns eine aussuchen müssten, wäre es wahrscheinlich sein Gespür für die Arrangements. Er hat ein sehr gutes Ohr für das, was da drin sein sollte und was nicht notwendig ist.

Gengahr - live@Maze Club Berlin

Gengahr – live@Maze Club Berlin

SOML:
Ihr habt das Musikvideo von Heavenly Maybe in Berlin gedreht. Wie kam es dazu und was für eine Beziehung habt ihr zu Berlin?

Hugh:
Wir lieben Berlin. Wir haben im Laufe der Jahre viele Male hier gespielt und einige unserer Urlaube in der Stadt verbracht. Uns war es wichtig, das Video definitiv nicht in Großbritannien zu drehen. Irgendwo in Europa sollte es sein. Und da wir eine ziemlich starke Verbindung zu Berlin haben, dachten wir, dass wir hierher kommen müssten. Wir haben hier Freunde, die uns beim Dreh des Videos helfen würden. Also machte es wirklich Sinn. Heavenly Maybe geht wirklich schon in die Richtung eines Disco-Songs, es machte also total Sinn, das Musikvideo daher auch in einem Club zu filmen. In Heavenly Maybe geht es darum zu Feiern, um nicht an deine Probleme zu denken oder sie zu unterdrücken. Und ich denke, viele Leute kommen nach Berlin, um das zu tun. Wir dachten also, das wäre das Richtige, dieses Gefühl in Berlin zu erzählen.

 

 

SOML:
Viele Bands haben Druck, dadurch, dass sie sich hohe Ziele setzen oder mit hohen Erwartungen konfrontiert werden – und scheitern daran. Wie geht ihr mit solchen Erwartungen um? Sei es auf die Entstehung eurer Songs bezogen, eurem Erfolg oder euren ganz persönlichen Erwartungen und Zielen?

Felix:
Es ist immer eine herausfordernde Situation, sich selbst zu finden. Ich denke, jeder wird das wahrscheinlich sehr ähnlich fühlen. Ob du ein Ed Sheeran bist oder ob du in einer Band – wie wir es sind – bist, die ihr drittes Album veröffentlicht haben und immer noch unermüdlich dafür arbeiten und so viel wie möglich touren, während wir den Rest unseres Tages damit verbringen, alles unter einen Hut zu bekommen. Du willst immer das Gefühl haben, dass du dich vorwärts bewegst. Natürlich haben auch wir ganz persönliche Erwartungen. Wir fordern viel von uns. Aber ich denke, es ist oft wichtig, zurückzutreten und das Gesamtbild zu betrachten. Du solltest dich immer wieder fragen; würde mein jüngeres Ich glücklich sein, damit, wo ich jetzt bin? Ich bin der Meinung, dass wir diese Frage – glücklicherweise – fast immer mit Ja beantworten können. Wir haben also einen ziemlich guten Job gemacht. Ich denke, es schadet aber auch nicht, auf mehr zu hoffen und sich auch mehr zu wünschen.

Hugh:
Ja, es ist schwierig mit den Erwartungen. Auch für mich persönlich. Ich denke, dass es in allen Lebensbereichen aber auch immer sehr nützlich ist, die Erwartungen mal runterzuschrauben. Denn es kann sehr starken psychischen Druck erzeugen, wenn man sich sich zu hohe Erwartungen setzt. Aber es geht auch darum, ein Gleichgewicht zu finden und Fortschritte zu machen und die Ziele, die man sich setzt, auf verschiedenen Wegen zu erreichen aber ohne sich Einzelheiten zu verlieren.

Felix:
Mach Dich nicht fertig!

Hugh:
Auch Mitgefühl für sich selbst zu haben ist wichtig.

Felix:
Aber dennoch auch das harte Arbeiten. (lacht)

 

 

 

 

Interview: Marten Zube

Gengahr - live@Maze Club Berlin

Gengahr – Getting rid of unnecessary parts – An interview

It was quite a mild but wet Thursday in February, when I met Felix and Hugh of Gengahr two days ago in Berlin Maze Club to have that interview with these two of one of currently best British Indie-keeping bands. In a very rough surrounding of Maze Club we talked about the influences of Jack Steadman. About handling expectations so as pressure and about their mixture of various numbers of genres.

 

 

 

SOML:
The first time I saw you was at the MELT Festival in mid-July 2015. That was around four weeks after releasing your debut album A Dream Outside. You played the Mainstage, with around 100 people in front of you and it was raining. Can you remember how it felt to be in that early phase of the band playing on that big stage?

Hugh:
Yeah, that was a strange show for us. That was probably the biggest stage we’ve played on at that stage of our career. And it was the festival with the fewest people we’ve played on a festival. So, it was a wash out. Everyone was hiding in their tents. And they filmed it and put it on TV which was actually good. But I think we were still loving life back then as we are now and it was a beautiful festival to play and an amazing surrounding. So, love to come back again and do it properly when it’s not pissing down.

Felix:
You summarized that one quite perfectly, really. It was a disappointing opportunity we were very excited about. But sadly sometimes the reality is just not quite what you had envisaged. But yeah, by nothing other than unfortunate weather circumstances.

 

 

SOML:
You guys started your music career in 2014 and 2015 where Indie based music was nearly dead. Especially in the UK and then Haydon Spenceley of the Clash Magazine just called you the saviors of British guitar music. So what interests me is: who has influenced you and where does your interest in guitar music come from?

Felix:
I think with guitar music influences, something that starts very early. We all have kind of similar backgrounds in music when it comes to our parents, I think. They were all that sort of children of the kind of prime time for British guitar music. You know The Stones and the Beatles. So, the hype of their kind have influenced us. And I think we all grew up on the background of listening to that. And lots of other folk music like John Martin, James Taylor, Joni Mitchell. And I feel like that is sort of somewhere the heart of the music we write were those influences still there. And we kind of expand of ourselves growing up, becoming teenagers. Start to listen to things like Nirvana and heavier guitar music where the guitar is less of a kind of a companying instrument and becomes a lot more the lead. So, there is also a kind of that throwing in. I think there was a lot of time obsessing and listening to bands like Smashing Pumpkins and with those guys in particular you can see the guitar is really a very direct lead instrument which I think is less obvious in a lot of the 60’s and 70’s music we like. 

 

Gengahr - live@Maze Club Berlin

Gengahr – live@Maze Club Berlin

SOML:
But you’re not all indie. You’ve started with a mixture of Psychedelic Rock, Indie and an atmospheric singing part. If we listen to your new album Sanctuary, there is still Indie and a few parts of that atmospheric singing. But also huge differences between the songs. Everything and More still has that psychedelic rock feeling, whereas songs like Anime, Icarus and Atlas Please are more Pop influenced and Heavenly Maybe or Soaking In Formula is even going to a Disco direction. What was your intention behind this diversity of sound?

Hugh:
I think we’ve always had aspects of those different genres in our music – in the other two albums. But they weren’t ever produced in a way to draw them out. So, I think with the recent album Sanctuary we made an effort to retain the early direction of the songs and pushed them further. I think we’re trying to make our album as diverse as possible without being too confused – I hope.

Felix:
I think a lot of it comes as well through the way this record was made. On previous albums you go into the studio, you set up the drums, you kinda have that sound of the room when you’re recording things. Despite what the genre the songs might be – there’ll always be that sort of continuous thread where the sound is quite similar. The way we made this record, a lot of time it was written and recorded within peoples’ bedrooms and stuff. So, it didn’t have that sort of linear production sound across the record. So, every song is kind of allowed to be itself a little bit more than perhaps it would had been if we recorded it in a more traditional fashion. 

 

 

SOML:
Also your songwriting has evolved during your band presence. Compared to the early time how does it feel today to write music and what does it mean to you?

Felix:
I think, naturally you always wanna feel as though you’re getting better. What I  certainly feel is though there is always so much to learn. Whenever you make an album you come out the other end a little wiser. With a few more tricks obviously, I think. The whole process of being in a band is one of growth and evolution. We’re always trying to do better what we’ve done before and try to make an album that you can be really, really proud of. 

Hugh:
Yeah, I think you can’t do the same thing twice. You try not to but it might come out similar. We always trying to do something different every album.

 

Gengahr - live@Maze Club Berlin

Gengahr – live@Maze Club Berlin

SOML:
Some songs are surprisingly direct and some others are more vague. You as a British band but also as every single band mate has experienced some challenging time in the past. How do personal or external experiences affect your songs?

Hugh:
Well, personal and external experiences, especially heavily emotional charged ones, naturally seek into ones composing. Whether that would be with lyrics or just tone and vibe of specific notes or chord productions. I think, we all had our ups and downs and I think they all help to the creative melting pot.

Felix:
I think you know I’ve to got to harness those emotions and try to turn it into something positive, I think. Some of the most amazing music is also the most heartbreaking. And I think there is a reason for that. The way a listener can connect and relate is something very powerful. Very different styles of music and of course with big, big pop tunes often there isn’t that connection but it still works for whatever of reason. But the sort of real pinnacle of great songwriting is when you have some which works on both levels: where it can kind of connect musically and emotionally. And that’s when you’re onto  a real winner. 

 

 

SOML:
In an interview you, Felix, described that – in some time – you wanted to put  all the songs you wrote on a solo record. What made you decide to not do this and instead make a new Gengahr record out of this?

Felix:
I’m not so tried to put all the songs onto a solo record. But when we finished working on Where Wildness Grows, I was already writing a lot of in the kind of headset to write and continue working. And we were all a little bit tired and fatigued at that point and I can sort of envisage perhaps the potential that certain band members wouldn’t really necessarily want to be a part of this next record. Or perhaps maybe they had enough and I was pleasantly surprised that I wasn’t right in that aspect. It did sort of take a few of us longer to kinda get back on board and get their head in the game than others. But we all kinda got there in the end. There was certainly a period where things were slightly more lonesome and less collaborative than they were at the end. 

 

Gengahr - live@Maze Club Berlin

Gengahr – live@Maze Club Berlin

SOML:
Your record label Liberator Music is home for independent bands and artists like Totally Enormous Extinct Dinosaurs and RY X but also for big players like Kylie Minogue, CHVRCHES and alt-j. How do you position yourself in that surrounding? And talking about the future. Do you see a possibility to collaborate with one of these artists in future?

Hugh:
Yeah, never say never. Kylie Minogue can always do some back vocals on our tracks if she shows her pleases. We’ve signed to Liberator Music from the start. They’d been our Australian label before we were singed in the UK. And we made the decision with them to do a world wide release. We are really happy with that decision. They’ve been great, very supportive in all different realms. It’s a massive label in Australia and they’re making inroads in the rest of the world. So, it’s exciting to be part of their bigger plans and project. 

Felix:
Yeah, their new horizons. We’re the center of the new horizon. 

 

 

SOML:
You recently collaborated with Bombay Bicycle Clubs lead singer Jack Steadman. He produced Sanctuary. How did you get in contact with him?

Felix:
So, Jack is kind of an old friend of ours, really. Hugh and I both went to sixth form Collage. So, we met Ed, who’s the bass player in Bombay Bicycle Club and we were in the same music class. Music technology class, to be precise. And then we met Jack through going to kind of house parties. So, we met Jack when we were 17 or 18 years old and hadn’t seen a lot of each other, to be honest. We bumped into each other at a few festivals over the years. And we were talking about doing a one-off single. We wanted it to be kind of different I guess to what we’ve done before and find somebody to come on board who’d add something we didn’t perhaps already have within the four of us. So, the selection of Jack was quite an astute one in that sense. He isn’t just a great producer. Having another songwriter in the room I think helps push everybody to just try up their game a bit. You wanna make sure that you’re giving your best self in those circumstances. It doesn’t afford you the ability to sort of like rest on your laurels. It creates a really  a positively charged atmosphere when you have someone that you respect, not just as a producer but also as the writer in the room. After doing that stand-alone single we had a discussion about recording an album. And thankfully everyone was really excited about doing that. And here we are now.

Hugh:
Yeah, it’s a nice combination of old and new with Jack cause we have this familiarity with him because we go so far back. But also pushing ourselves, as Felix said, we never really had a proper producer in the room with us when we were working on records. It was a nice combination. 

 

 

SOML:
As a Bombay Bicycle Club listener I can hear in many songs the vibe of Jacks music. Was that turn in your music planned and what was different in working with Jack compared to your previous records?

Felix:
I think Jack has some very distinctive kind of patterns of play. He has created his own role in our band very efficiently. He’s very good in finding the right place to position himself. I think he never feels as though he was encroaching or in sort of writing any of the songs. But also it’s very astute when it comes to putting together and enhancing the arrangements. A lot the more loopy delayed stuff was come about through Jack I think more than anything. Those kinda little quirks that he does use in a lot of Bombay Bicycle Club stuff. We found to be quite effective tools in sort of spoosing up some of our arrangements as well I think. 

Hugh:
Yeah, cutting the crap. Getting rid off lots of unnecessary parts in arrangements that are not adding to the overall.

Felix:
I think, it’s probably the biggest strength he has, if we had to pick one, it would  probably is his sense of within the arrangements, I think. He’s got a very good ear for what should be in there and what isn’t necessary, I think.

 

Gengahr - live@Maze Club Berlin

Gengahr – live@Maze Club Berlin

SOML:
You’ve filmed the music video of Heavenly Maybe in Berlin? How come and what’s your relationship to Berlin?

Hugh:
We love Berlin. We’ve played many times over the years. We also visited just for holidays. We wanted to do it definitely not in the UK. Somewhere in Europe. And given we have quite a strong connection with Berlin, we thought that we would come here. We have friends here that were gonna help us out shooting the video. So it made sense, really. For Heavenly Maybe, the song is actually kinda disco song. So filming it in a discotheque made a lot of sense too. It’s all about partying to avoid or suppress your problems. And I think a lot of people come to Berlin to do that. So, we thought that would the right thing to do.

 

 

SOML:
Many bands having pressure by setting goals or being confronted with high expectations and failing. How do you work with expectations? That is: in your music, in your success or expectations with personal goals?

Felix:
It is a challenging predicament to find yourself in. I think of everybody will  probably feel very similar. Whether you’re sort of Ed Sheeran, whether you’re a band like us who are on their third album and still working tirelessly and touring as much as possible whilst juggling the rest of our lives. You always wanna feel is that you moving forward. We have our own personal expectations. We demand a lot of ourselves. But I think it’s important often to try and step back and have a look of the bigger picture. You know, you often gotta kinda say to yourself. Would your younger self be happy with where you are now. And I think often, we’re thankful enough to say Yes is the answer. We kinda have done a pretty good job. I think there is no harm in hoping for more and wishing for more.

Hugh:
Yeah, it’s a tricky one with expectations. Also for me personally. I think lowering expectations is always quite useful in all works of life. It can create mental health pressures by giving yourself to too high expectations. But it’s about finding the balance and wanting to progress and carry on doing what you doing in various ways. But without being hung up on specifics. 

Felix:
Don’t beat yourself up

Hugh:
Self compassion

Felix:
But also work pretty hard. (laughing)

 

 

 

 

Interview: Marten Zube