Katie Melua - A Love Like That

Katie Melua – Europa in einer Stimme

Katie Melua ist wahrlich das, was man eine europäische Musikerin nennen kann. Geboren 1984 in Kutaissi, der drittgrößten Stadt Georgiens und mit einer erstmaligen Erwähnung um 13. Jahrhundert vor Christus auch eine der ältesten Städte der Welt, flüchteten Meluas Eltern mit ihr 1993 aus dem georgischen Bürgerkrieg nach Belfast in Nordirland. Von dort aus absolvierte sie ihre Oberschule und ging an die BRIT School für Performing Art mit der Ausrichtung für die Musik. Hier begann Melua Musik und Songtexte zu schreiben und überzeugte den Singer/Songwriter, Produzenten und Labelchef Mike Batt von ihrer Stimme. Mit Batt produzierte Melua dann auch ihre ersten drei Alben Call Off The Search (2003), Piece By Piece (2005), Pictures (2007) und das fünfte und sechste Album Secret Symphony (2012) und Ketevan (2013). Das vierte Album In House wurde von William Orbit produziert, der unter anderem Alben von Madonna, Beth Orton, All Saints und Blur produzierte. Mit ihrem siebten Album In Winter (2016) reiste die Sängerin schließlich nach Georgien zurück und nahm ein Album auf, das mit dem georgischen Gori Women’s Choir eingespielt wurde. Darauf enthalten waren unter Anderem traditionelle georgische Songs, sowie Neuinterpretationen von Liedern und Kompositionen von Joni Mitchell, Sergei Rachmaninoff oder Adolphe Adam. In den Jahren zwischen In Winter und heute veröffentlichte die Sängerin die Neuinterpretation von Blacks Song Wonderful Life und war immer wieder auch im deutschen Fernsehen und Bühnen zu sehen, so trat Melua zusammen mit Peter Maffey auf und sang Lieder, wie Freiheit, die ich meine oder Ich wollte nie erwachsen sein. Nun hat die Georgisch-Britische Sängerin mit der neuen Single A Love Like That einen ersten Vorgeschmack auf ihr achtes Studioalbum gegeben – welches sie pragmatisch Album No. 8 betitelt hat. Mit dem Hintergrund ihrer georgischen Wurzeln, spielt Ihr Mutterland auch hier wieder eine große Rolle und ist auf dem neuen Song A Love Like That in Form des Georgian Philharmonic Orchestra zu hören. Dieses bildet die wunderbar erhabene Stimmung eines James-Bond-Songs und trägt Meluas glasklare Stimme darauf weich und prominent. Melua lässt uns mit A Love Like That dazu kommen, wie sehr wir ihren klaren und ruhigen Folk-Pop und Blues vermisst haben. Doch das Warten ist vorbei und Album No. 8 ist für den 16. Oktober angekündigt. A Love Like That wird bis dahin unsere Abende mit Freunden bereichern und uns entspannt, freudig auf das Album vorbereiten.

Biffy Clyro - Instant History

Biffy Clyro – Veröffentlichen das Abwegigste

Es ist ein bewusster Bruch, den die Schotten von Biffy Clyro auf der Leadsingle Instant History begehen. Denn mit dem Wissen um die ebenfalls veröffentlichte, zweite Single End Of hört sich Instant History so weich und poppig an, wie man es von den Rockern sonst nicht gewohnt ist. Doch gleichwohl klingt auch End Of deutlich rauer, als das, was man sonst an Veröffentlichungen der Band kennt. Zeitweise erinnert dieser Song viel mehr an die Kanadier von Billy Talent. Doch zurück zu Instant History – das sich durch ein verträumtes Intro, bis hin zu Simon Neils kräftige Stimme aufbaut und schließlich im choralen Refrain aufgeht. Es ist der Song, der sich musikalisch am weitesten entfernt vom kommenden Album befindet und wurde gerade deshalb zur Leadsingle. Denn hier haben Biffy Clyro den größten und knalligsten Pop-Moment ihrer musikalischen Laufbahn veröffentlicht, wie Neil hinzufügt. Für die Veröffentlichung ihres achtes Studioalbum A Celebration of Endings war ursprünglich der 15. Mai angesetzt. Doch auch hier greift die weltweite Pandemie um das Corona-Virus immer weiter in den Alltag ein. So hat die Band gestern entschieden, die Veröffentlichung auf den 14. August zu verschieben, da sie hier eine größere Chance sieht, das Album mit der dazugehörigen Tour zu unterstreichen und auf Promo-Tour gehen können. Als Kommentar fügt Neil schließlich hinzu, dass es in dem Song darum geht, aus Fehlern zu lernen. Doch vielmehr passt ein Randsatz zu der allgegenwärtigen Situation und lässt Instant History damit noch viel deutlicher hervorstechen: Lasst uns ohne Angst an die Sache herangehen.

Coldplay - Orphans/Arabesque

Coldplay – Wenn Abwechslung die Konstante ist

In den letzten Jahren schien es für die britische Alternative-Rockband absolut keinen Halt mehr zu geben. Da sprudeln die Songs nur so und hat haben Coldplay mit Ghost Stories (2014) und A Head Full Of Dreams (2015) binnen kürzester Zeit gleich zwei Alben veröffentlicht, die so Abwechslungsreich, wie frisch waren. Das alles kam zu einer Zeit, in der man drei Jahre lang nichts von der Band hörte und die Gerüchte, um eine Pausierung der Band immer dichter wurden. Nun sind Chris Martin und Co. wieder zurück und haben gleich ganz früh mit einer ungewöhnlichen  Aktion auf ihr Album aufmerksam gemacht. Nicht nur, dass sie mit Orphans und Arabesque gleich zwei Songs als Leadsingles veröffentlichten, haben die Briten ihr achtes Studioalbum Everyday Life als Anzeigen in Tageszeitungen und per Post an ihre treuesten Fans verkündet. Mit einer solchen Marketingstrategie, kommt die Mund-zu-Mund-Propaganda ganz von selbst und beflügelt den Run auf die Band nur noch mehr. Um die Energie der Band weiter hochzuhalten, veröffentlichen sie Everyday Life als Doppelalbum mit den Seiten Sunset und Sunrise und lassen dabei die Spannung noch höher steigen.

Mando Diao by Viktor Flumé

Mando Diao – Fulminante Rückkehr

Nun ist es raus! Album Nummer Acht hört auf den Namen BANG und wird am 18. Oktober erscheinen. Mit der ersten Singleauskopplung daraus, heben die Schweden von Mando Diao den Sound der Anfangsjahre hervor und zeigen, dass ihnen der rotzige Rock immer noch am besten steht. Auf One Last Fire klingt die Band um Frontsänger Björn Dixgård dann auch, wie zu Beginn ihrer Karriere mit Bring ‚Em In und Hurricane Bar. Dabei verliert die Band nichts vom eingängigen Sound des ErfolgsalbumGive Me Fire!. Als Dixgård nach der Bedeutung des Songs gefragt wird, erwidert er [der Song] handelt davon, den Funken in sich zu spüren und sich dafür zu entscheiden ein Feuer zu entfachen anstelle es zu löschen […]. Vielleicht ist es das Feuer, der alten Tage, an denen die Band noch weit von einem internationalen Durchbruch entfernt war und unbekümmert Musik machen konnte, die sie so sehr vergöttern. Auf One Last Fire hört man zumindest, dass die Jungs eine neue Spielwut für sich entdeckt haben, die dem Song eine großartige Energie verleiht und Mando Diao zurück ins Rampenlicht holt.

Anna Ternheim - This Is The One

Anna Ternheim – Winter im Sommer

Stellt euch vor, ihr bringt ein Debütalbum raus, mit einem veritablen Radiohit und plötzlich realisiert ihr, dass es eigentlich schon das dritte Album ist. So könnte es 2008 gewesen sein, als das Album Halfway to Fivepoints der schwedischen Sängerin Anna Ternheim in den USA veröffentlicht wurde. Denn vorher hatte sie bereits mit Somebody Outside (2004) und Separation Road (2006) zwei wunderbare Alben veröffentlicht. Doch der große Durchbruch kam erst mit ihrem, ebenfalls 2008 veröffentlichten, Album Leaving on a Mayday und der Single What Have I Done. Dieser klang mit seinen Streichern, Bongos und dem düsteren Beat war mystisch und typisch skandinavisch. Nun ist Ternheim mit einem neuen Album, welches sie am 20. September veröffentlicht und A Space Of Lost Time heißen wird, zurück. Dabei hört sich die erste Singleauskopplung This Is The One nicht mehr ganz so hektisch an. Mit einem zurückhaltend eingesetzten Klavier und dumpfen Bass singt sich Ternheim in eine Melancholie, die an einen ruppigen Wintertag erinnert. Dabei singt Ternheim so zart und klar, dass jedes Wort scheint, als würde es uns direkt in den Gehörgang wandern und die Schritte auf den Membranen vibrieren. Mit diesem Gefühl und der Sorgfalt, die Ternheim in die Produktion des Songs gesteckt hat, läutet sie zum achten Album ein und versüsst uns die heißen Tage mit kühler, nordischer Musik.

The Cranberries - The Pressure

The Cranberries – ein letztes Mal Dolores O’Riordan

Anderthalb Jahre ist es bereits her, dass Dolores O’Riordan im Januar 2018 in einem Londoner Hotel bewusstlos aufgefunden und später für tot erklärt wurde. Nicht nur für die Fans war dies ein großer Schock, sondern auch für viele Musikliebhaber weltweit, die nicht zu den ersten Fans von O’Riordans Band The Cranberries gehörten. Durch Songs wie Zombie und Dreams brannten sich die vier Iren Anfang der 90er Jahre unwiderruflich in die Erinnerungen ein. Nachdem sich die Band 2003 auflöste, jedoch seit 2009 wieder zusammen Musik aufnahm und tourte, kam die Band nun – durch den Tod O’Riordans – ein zweites Mal in die Situation sich aufzulösen. So beantwortete der Gitarrist Noel Hogan die Frage, ob die Band auch ohne die Frontsängerin weiter machen würden, mit den Worten Die Cranberries bestanden aus vier Bandmitgliedern. Wir wollen das alles ohne Dolores einfach nicht fortführen und werden daher, nach dem kommenden Album das Kapitel Cranberries für immer schließen. Nun ist vor drei Wochen das achte und finale Album In The End erschienen und beinhaltet den wunderschönen Song The Pressure. Dieser wurde als Single ausgekoppelt und zeigt noch ein letztes Mal eindrucksvoll die Stärken der Band und die unverwechselbare Stimme von Dolores O’Riordan. Dabei können wir nur vermuten, was sie zu diesem Songtexte bewogen hat, stammte er doch aus einer Demoversion, bei der nur O’Riordans Gesang enthalten war und der schließlich von den drei verbliebenen Bandmitgliedern Noal Hogan, Mike Hogan und Fergal Lawler in das typische Cranberries-Gewand gesteckt wurde. The Pressure ist der traurig, schöne Abschied einer Band, die seit über 30 Jahren so viele Menschen begleitet hat und die durch das Album In The End unsterblich werden.