Birdy - Loneliness

Birdy – Ist die Einsamkeit Freud oder Leid?

Dieser Frage geht die britische Sängerin Birdy auf ihrer neuen Single Loneliness nach. Dabei besingt sie den Moment, aus einer Beziehung zu kommen und zwischen tiefem Trennungsschmerz und wiedergewonnener Freiräume zu pendeln. Es sind diese Momente, bei denen wir uns nicht festlegen können, ob wir uns der tiefen Trauer hingeben wollen und damit den gesamten Seelenschmerz voller schöner Erinnerungen an eine Zeit, in der man mit inniger Liebe die Zärtlichkeiten des Partners oder der Partnerin genossen hat, aufarbeiten möchten. Oder an diese Momente, in denen ein fast schon rivalisierender Kampf in der Partnerschaft das Zusammenleben vergiften konnte. Dabei ist Loneliness kein klarer Trennungssong. Vielmehr möchte die Britin, dass wir ihn als Liebessong an die Einsamkeit verstehen. Hierbei fungiert das von Musikvideo-Regisseurin und Grammy-Gewinnerin Sophie Muller gedrehte Video so wunderbar mystisch und passend, dass sich die Atmosphäre des Songs multipliziert. Für Muller – die über 300 Musikvideos gedreht und mit Acts, wie Eurythmics, No Doubt, Beyoncé, Kylie Minogue, London Grammar oder Kings Of Leon zusammengeabeitet hat – ist Loneliness bereits die zweite Zusammenarbeit mit Birdy – hat sie doch auch bei Surrender Regie geführt.

Birdy - Loneliness (Video)
Birdy – Loneliness (Video)

Birdy schafft es mit ihrer klaren und fragilen Stimme abermals, Gefühlen einen Sound zu geben, die uns dadurch direkt erreichen. Hier braucht es keine Erklärung, keine Anleitung, sondern einzig die Stimme der 24-jährigen Jasmine Lucilla Elizabeth Jennifer van den Bogaerde. Mit Loneliness veröffentlicht Birdy auch neue Informationen um ihr kommendes Studioalbum Young Heart. Dieses wird satte 16 Songs enthalten und sich um den Schmerz des Vermissens einer geliebten Person drehen. Dabei bleibt offen, ob dies eine Beziehungsperson oder eine Person aus dem persönlichen Umfeld der Sängerin ist. Hierbei ist es allerdings nebensächlich, um wen es in den Songs geht, schafft es Birdy doch mit ihrer Musik diverse Situation zu untermalen und uns damit einen Halt in schweren Momenten zu geben. Gleichzeitig hören wir auf Loneliness auch eine Art von Aufbruch heraus, der den Weg an hellere Orte leitet. Birdy zeigt sich auf ihrer zweiten Singleauskopplung verletzlich und stark zugleich und lässt uns in weiten Teilen an ihren Emotionen teilhaben.

Glasvegas - Dying To Live

Glasvegas – Das roughe Leben einer Glasgower Band

Im vergangenen Sommer überraschte uns das Schottische Trio Glasvegas – nach sieben Jahren der Stille – plötzlich mit neuer Musik. So kam Mitte August 2020 mit Keep Me A Space die erste Single seit ihrem dritten Studioalbum Later…When the TV Turns to Static (2013) raus. Nachdem die Band um Frontsänger James Allan Anfang Dezember mit My Body Is A Glasshouse (A Thousand Stones Ago) eine zweite Single veröffentlichte, folgt nun mit Dying To Live die dritte Auskopplung, bevor im April mit Godspeed das vierte Album der Band erscheinen wird. Dabei behandelt Dying To Live die Abhängigkeit von Drogen und hier ganz besonders von Heroin. Allan, der alle Texte selber geschrieben hat, beschreibt hier – ohne, dass er Heroin jemals angefasst hat – wie es sich anfühlen muss. Denn für ihn gab es eine Zeit, in der er verwirrt und auf der Suche nach einem ganz bestimmten Gefühl war. So hatte er sich vorgestellt, ob wohl Heroin diese Gefühle wecken würde. Dem wiederstehend, schrieb der Schotte die Lyrics zu dem Song und setzte ein raues Gitarrenspiel drunter. Dabei erinnert Dying To Live anfangs sogar ein wenig an die Riffs der Arctic Monkeys. Hierbei klingt Allans Stimme aggressiv und in den Bridges sogar arrogant – nur, um dem Song die Atmosphäre von etwas Bedrückendem zu verleihen. Zwischenzeitlich kommen auch psychedelische Parts hinzu, die dem Drängen von Glasvegas nur gerecht werden. Dying To Live ist eine große Rocknummer, die den Sound der Band neuerlich sehr stark und frisch präsentiert.

Ben Howard - What A Day

Ben Howard – Die Stille bricht auf

Er ist bekannt für seine zurückhaltenden Songs. Die irgendwo zwischen unnahbar und zutiefst berührenden Songs, spielen sich bisher auf den drei Alben Every Kingdom (2011), I Forget Where We Were (2014) und Noonday Dream (2018) ab. Dabei sind es vor allem die letzten beiden Longplayer, die den Sänger mitunter nicht greifbar werden lassen. Denn hier sorgt ein Mix aus Folk, Ambient und Psychedelic dafür, dass sich das weite Publikum die Songs nur schwer erschließen kann. Nun hat der Brite mit What A Day einen ersten neuen Song aus seinem kommenden, vierten Studioalbum veröffentlicht, das am 26. März erscheinen und Collections From The Whiteout heissen wird. Darin handeln die zehn Songs von unterschiedlichen Geschichten und stellen somit eine Art Geschichtsband dar – wie Howard zur Ankündigung hinzufügt. Gleichzeitig überrascht er auf What A Day mit einem fröhlichen, bis humorvollen Tenor und grenzt sich damit stark von seinen früheren Veröffentlichungen ab. Hier kommen auch erstmalig andere Musiker zum Zuge – hat sich Howard doch auf Collections From The Whiteout nicht nur musikalisch geöffnet, sondern auch bezüglich der Personalien seines neuen Albums.

Ben Howard - Collections From The Whiteout
Ben Howard – Collections From The Whiteout

Mit dabei ist Bassist und Gitarrist Aaron Dessner von The National, der nicht zuletzt als Produzent durch die beiden Folkalbem Folklore und Evermore von Taylor Swirft im vergangenen Jahr zwei der meistverkauften Alben des Jahres produziert hat. Mit What A Day legt sich Howards neuer Song durch einen folkig, luftigen Sound wie eine leichte Decke über uns und lässt das schelmische Katz und Mausspiel beginnen. Mit wenigen verspielten Loops kommt der Track schnell in Fahrt und gibt ein Tempo vor, das zusammen mit Howards markanter Stimme verspielt und neckisch klingt. Hier treffen leichte Synthies und Gitarren, sowie ein Klavierspiel aufeinander und sorgen für einen Moment der Unbekümmertheit. Gleichzeitig zur Songveröffentlichung gibt es auch ein passendes Musikvideo, welches in absurder Weise zeigt, worauf wir uns bei Howards neue Musik einstellen können. Ben Howard hat einen Song veröffentlicht, der die Fassade des sonst so zurückhaltenden Musikers einreisst und Platz für einen neuen Teil seiner Persönlichkeit macht.

Birdy

Birdy – Tiefe Gefühle in einer Stimme

Bereits im vergangenen September begeisterte die britische Sängerin Birdy mit neuer Musik. Damals war es der Song Open Your Heart und die EP Piano Sketches, mit der die Sängerin nach vier langen Jahren der Stille wieder ein Lebenszeichen von sich gab. Dabei erfreute die Fans, dass ihr Sound wieder zurück zu den Pianoballaden des Debütalbums gingen. Gleichzeitig nutzte Birdy aber auch die EP, um so viele Songs, wie möglich, aus ihren vergangenen fünf Jahren abseits der Öffentlichkeit zu veröffentlichen. Denn bereits da stand fest, dass ihr viertes Album im Frühjahr 2021 erscheinen sollte. Nun hat die 24-Jährige mit Surrender nicht nur die erste Single aus ihrem kommenden Album veröffentlicht, sondern mit Young Heart auch ihr neues Album für den 30. April angekündigt. Hier bringt Birdy all die Eindrücke zusammen, die sie während ihres Aufenthaltes in Nashville und Los Angeles erlebte. Es war die Zeit, die sie brauchte, um Abstand von all dem Trubel um ihre Person, ihre Musik und ihre Erfolge zu bekommen. Dabei ist Surrender zu einer Kur geworden, die sich mit all ihrer emotionalen Kraft in uns breitmacht.

Birdy - Surrender
Birdy – Surrender

Hier hören wir Birdys glasklare Stimme so bedächtig und langsam singen, dass jeder einzelne Ton wie eine akzentuierte Tastenauswahl auf einem Klavier erscheint. Hinzu kommt dann auch noch, dass Birdy wieder zurück zu ihrem großartigen Klavier gefunden und alle anderen Beiwerke konsequent weggelassen hat. So sagt Birdy über ihr neues Album, dass es keine Dekoration gibt. Dieses Album fühlt sich einfach sehr persönlich an. Ich bin in den vergangenen fünf Jahren sehr gewachsen und habe neue Dinge erlebt, die mein Verständnis der Welt geprägt haben, zugleich aber auch, wer ich als Künstlerin bin. Dieses Album bedeutet mir viel – ich will es beschützen. Gleichzeitig kapituliert Birdy vor ihrer eigenen Vergangenheit, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Surrender ist eine faszinierende Pianoballade, in der wir uns gerne verlieren und unseren Emotionen freien Lauf lassen. Denn eines schafft Birdy mit ihren Balladen immer wieder – die Hörerenden nicht in Trauer zurückzulassen, sondern vielmehr ihnen eine Stärke an die Hand zu geben, neuen Mut zu fassen.

NEØV - Burnt My Fingers

NEØV – Introvertierte Atmosphäre trifft auf finnische Kühle und britischen Indie

Mit ihrem dritten Album Volant hatten NEØV Anfang 2019 eine Platte veröffentlicht, die mit Songs, wie Elysion, an die großartige Zeit des Indierocks der 70er und 80er und frühen 2000er anknüpfte. Auch live konnte man sich im Berliner Club Monarch Anfang 2019 davon überzeugen, wie sich der weite Sound des Albums in Konzertform anhören sollte. Nun haben sich NEØV für ihr neues Album wieder ins Studio begeben und neun neue Songs für das kommende Album Picture Of A Good Life eingespielt. Während sich die erste Singleauskopplung Marathon noch deutlich abstrakter zeigte und durch ein opulentes Intro und langgezogen, hymnische Strophen und Refrains auszeichnete, geht die neue Single Burnt My Fingers wieder deutlich mehr nach vorne und besticht durch schnelle Gitarren, präsente Drums und einen hervorstechenden Gesang Anssi Neuvonens.

NEØV
NEØV

Somit setzt sich der Prozess des Öffnens der Band weiter fort und kommt von einem introvertierten Start, über das deutlich zugänglichere Album Volant nun zu einem neuen Höhepunkt. Produziert wurde Picture Of A Good Life dabei von Sebastian Muxfeldt, der bereits mit Elbow und Albert Hammond Jr. zusammenarbeitete. Burnt My Fingers ist die Indie-Hymne, die wir Anfang der 2000er hörten, als wir Liebeskummer hatten, Ärger mit unseren Eltern oder einfach dachten, uns gehöre die Welt und wir müssten diese erkunden. Musikalisch erinnert der Song ein wenig an The Cure und lebt dabei von der gleiche dunklen Energie eines Hits, wie Lullaby. Mit Picture Of A Good Life bringen NEØV am 15. Januar 2021 ihr viertes Studioalbum auf den Markt und begeistern erneut mit einer Mischung aus britischen Indierock, finnischer Kühle und einer introvertierten Atmosphäre, die einen der ganz großen Reize der Band ausmacht.

Of Monsters And Men - Visitor

Of Monsters And Men – Schneller, Größer, Weiter

Der Drang nach neuer Musik schien bei der isländischen Folk-Band Of Monsters And Men groß gewesen zu sein. Nachdem ihr drittes Album Fever Dream und die Single Wars gerade erst vor 13 Monaten veröffentlicht wurden, kamen die fünf in Reykjavík lebenden Musiker im August mit einer Coverversion des Post Malone-Songs Circles wieder auf die Bildfläche zurück. Nun haben Nanna Bryndís Hilmarsdóttir, Ragnar Þórhallsson, Brynjar Leifsson, Kristján Páll Kristjánsson und Arnar Rósenkranz Hilmarsson mit Visitor eine komplett neue Single veröffentlicht und damit den Startschuss für eine ganze Reihe neuer Songs und anderer Inhalte gegeben. Damit wollen Of Monsters And Men das zehnjährige Bandjubiläum feiern und kündigen für das Jahr 2021 noch weitaus mehr Musik an. Visitor ist damit die erste große Veröffentlichung, die ihren einst so reduzierten Folksound weiter in Richtung Stadionsound bringt und gleichzeitig nichts vom sympathischen Gerüst der Musik der Isländer verloren hat.

Of Monsters And Men

Of Monsters And Men

Darin geht es darum, sich von der Welt, wie sie jetzt ist, loszulösen und zu sehen, wie die alte Welt immer weiter verschwindet, sich dabei aber plötzlich als Besucher dieser neuen Welt wahrzunehmen. Geschrieben wurde der Song lange vor der Pandemie und doch passt der Song, als hätte die Band geahnt, was kommen würde. Haben sie das Musikvideo noch vor dem großen Ausbruch im Februar in Island aufgenommen, präsentiert die Band ihren Fans nun diesen so erschreckend passenden, wie großartigen Song. Mit großen Gesten, einem schnellen Schlagzeug und voluminösen Synthies ist Visitor ein Song für die ganz große Bühne. Nach ihrem Kritikerliebling Fever Dream, sowie dem Debütalbum My Head Is An Animal (2011) und dem zweiten Album Beneath The Skin (2015) – von dem die starken Singles Crystals, I Of The Storm und Wolves Without Teeth kamen – könnte sich 2021 damit anstelle eines neuen Albums ein erstes Best-Of-Album ankündigen. Mit Visitor holen uns Of Monsters And Men – auch wenn es kein neues Studioalbum geben sollte – zumindest akustisch mit einem frischen Sound ab und lassen uns im kommende Jahr auf spannendes, neues Material hoffen.

GASHI feat. Sting - Mama

GASHI feat. Sting – Das Schicksal selbst bestimmen

Die bewegendsten Geschichten gibt es oftmals von den unscheinbarsten Menschen. Dabei ist der in New York lebende Musiker GASHI optisch alles andere als unscheinbar. Mit seiner kräftigen Statur und seinem modernen Sound lässt GASHI aktuell immer öfter von sich hören. War es im Frühjahr der Song Sicko von Felix Jaehn, bei dem GASHI als Featuring-Act beteiligt war, arbeitete der Musiker, Rapper und Songwriter in der Vergangenheit bereits mit Musikern, wie Travis Scott und Chris Brown zusammen. Nun kam vor wenigen Tagen sein neuestes Album 1984 raus. Dabei hat der Musiker nicht nur eine lebhafte Diskografie vorzuweisen – so hat er seit Beginn seiner Karriere bereits drei weitere Alben, sechs EPs und drei Mixtapes veröffentlicht. Doch auch sein eigenes Leben schreibt eine lebendige Geschichte. Geboren in Tripoli, Libyen ist er das Kind albanischer Eltern aus dem Kosovo, die in den 90er Jahren als Flüchtlinge in mehreren Flüchtlingsunterkünften in ganz Europa lebten. Schließlich führte ihr Weg sie nach Brooklyn in New York, von wo aus Labinot Gashi – so sein bürgerlicher Name – seit 2008 Musik macht.

GASHI - 1984

GASHI – 1984

Auf seinem neuesten Album 1984 – dessen Name an das Hochzeitsjahr seiner Eltern angelehnt ist – gibt sich GASHI vollends dem Sound der 80er Jahre hin. Seine neueste Single Mama zeigt nun eindrucksvoll, wie zeitlos die Musik der 80er Jahre sein kann. Denn zusammen mit der britischen Rocklegende Sting hat sich GASHI einen Traum erfüllt und eine Kollaboration mit seinem Idol aufgenommen. Mama lehnt sich dabei mit seinen großartigen Synthies und Drums an den aktuell aufkommenden Hype um den Sound der 80er Jahre an. Mit einem Mix aus Dance- und Hip-Hop-Elementen ist Mama nicht mehr länger nur eine Single von einem – vornehmlich im Rap agierenden – Musikers, sondern reiht sich in den aktuellen Trend der großartigen 80er-Jahre-Soundwelle ein, mit der The Weeknd mit seinem Blinding Lights so richtig durchgestartet ist. Mama hat mit Stings Stimme, GASHIS Gesang einem eingängigen Refrain und einer clubtauglichen Produktion alles, was ein guter Song braucht und könnte sich so in den kommenden Wochen durchaus zu einem Hit mausern.

Glasvegas - Keep Me A Space

Glasvegas – Die große Rückkehr

Sie hatten einen kometenhaften Aufstieg und einen ebenso tiefen Fall. Glasvegas waren mit ihrem gleichnamigen Debütalbum Glasvegas 2008 aus dem Nichts bis auf Platz 2 der britischen Albumcharts gekommen – mit über 300.000 verkauften Platten ein wahnsinniger Erfolg. Auch in zehn weiteren Ländern – darunter Deutschland – konnte die Band eine Chartnotierung vermelden. Hier war der Erfolg vor allem der Single Geraldine und Daddy’s Gone zu verdanken. Während Geraldine in einer üppigen Stadionhymne aufgeht, konnte Daddy’s Gone mit einem düsteren Tenor überzeugen. Mit dem zweiten Album EUPHORIC /// HEARTBREAK \\\ holten sie schließlich den großen Sound raus und veröffentlichten die großartige Rockhymne Euphoria, Take My Hand. Überzeugte das Album viele Kritiker, blieb es jedoch hinter den Erwartungen und schaffte nur noch mit Mühe den Einstieg in die britischen Top-10 auf einem 10 Platz. Mit dem 2013 veröffentlichten Album Later…When the TV Turns to Static ging die Schere aus positiver Kritik und kommerziellen Erfolg schließlich so weit auseinander, dass sich die Band in eine Schaffenskrise flüchtete. Denn während abermals die Kritiken überwiegend positiv ausfielen, verkaufte sich ihr Album in der ersten Woche nur knapp 3.000 Mal. Was folgte, war eine siebenjährige Pause von der Musik, die der Band zunehmend zusetzte. Als Resultat dessen, wurde im Juni dieses Jahres verkündet, dass Jonna Löfgren – die seit 2010 am Schlagzeug saß – die Band verlassen hatte.

Glasvegas

Glasvegas

Mit einem ehrlichen Post auf Facebook wandte sich Frontsänger James Allan schließlich vor wenigen Tagen an seine Fans und erklärte, warum es so lange dauerte, neue Musik der schottischen Band zu hören. Denn für das kommende Album hatte sich Allan den Wunsch des alleinigen Produzierens, Einspielens und Abmischens erfüllt. Gleichzeitig kündigte er damit neue Musik an und hatte nur vier Tage später mit Keep Me A Space sein Wort gehalten. Einher ging die Ankündigung des vierten Studioalbums Godspeed, welches am 2. April 2021 veröffentlicht wird. Mit 13 Konzerten in Großbritannien verkündete die Band darüberhinaus auch wieder erste Konzerte. Keep Me A Space ist die erste Veröffentlichung seit sieben Jahren für die Band und überzeugt mit dem einst so fulminanten Indie Rock, der sich aus Theatralik und großen Momenten zusammensetzt. Dabei ist es einmal mehr der persönliche Text von Allan, der dem Song so viel Tiefe und Aufrichtigkeit verleiht – bittet er in Keep Me A Space doch seine Cousine darum, immer einen Platz für ihn bereitzuhalten, auch wenn man sich nicht mehr so regelmäßig sieht, wie es noch in Kindertagen der Fall war. Glasvegas haben in den vergangenen Jahren viel erlebt. Vom Verlust ihres Plattenvertrages über den Ausstieg von Löfgren, bis hin zu einer kreativen Schaffenskrise. Mit Keep Me A Space und Godspeed kehrt die Glasgower Band zu ihrem Ursprung zurück und begeistert mit einem großen und emotionalen Indie-Sound, der sicher auch das Geburtsland des Indierocks überzeugen wird.

Bob Marley feat. Robin Schulz - Sun Is Shining

Bob Marley & The Wailers feat. Robin Schulz – Der ewige Sommerhit

Es ist ein Song, der im Sommer kaum präsenter sein könnte. Dabei wurde Sun Is Shining bereits vor rund 50 Jahren veröffentlicht und musste lange Zeit auf seinen Ruhm warten. Wurde der von Bob Marley And The Wailers aufgenommene Song erstmals auf dem 1971 veröffentlichten Album Soul Revolution rausgebracht, fand er sich 1973 auf African Herbsman und 1978 auf Kaya – neu aufgenommen – nochmals wieder. Ist der Song heute ein großartiger Sommerhit und wird jedes Jahr wieder in der Sommerzeit rauf- und runtergespielt, hatte Marley den Song zu Lebzeiten nur sehr selten performed – so sind bis heute nur zwei Momente bekannt, zu denen Marley den Song jeweils als Opening Track gesungen hatte. Nach seinem Tod sollten noch knapp 18 Jahre vergehen, bis dieser Song endlich zu seinem verdienten Ruhm gelangte. Dieses Mal galt allerdings eine Remixversion als Auslöser. Denn der dänische Produzent Funkstar De Luxe remixte Sun Is Shining so herausragend, dass ihm damit der internationale Durchbruch und Erfolg gelang. So schaffte es der Song in 20 Ländern in die Charts und in 13 davon bis in die Top-10. Dabei haben die Songs Marleys seit jeher immer wieder ihren Weg in die Clubszene gefunden, wie der Remix Is This Love von den Produzenten und DJs LVNDSCAPE & Bolier zeigt.

Bob Marley
Bob Marley

Nun – abermals knapp 20 Jahre später – ist es der deutsche DJ und Produzent Robin Schulz, der sich des Songs nochmal angenommen hat und eine pumpende Reggae-Fusion präsentiert. Mit dem Vibe von dicker, heißer Sommerluft zeigt uns Schulz seine Interpretation des Marley-Klassikers. Dabei bearbeitete Schulz Sun Is Shining ähnlich zurückhaltend, wie zuletzt auf seiner Interpretation des Wes‘-Songs Alane. Hier wechseln sich die typischen Elemente des Originals mit einer stampfenden, von Trompeten begleiteten Bridge ab und weisen mit frickligen Soundspielereien auf einen modernen Anstrich hin. Nach mehreren erfolgreichen Singles, wie SpeechlessIn Your Eyes und Alane ist Sun Is Shining bereits die achte Single, die ohne ein dazugehöriges Album veröffentlicht wurden. Ob es von Schulz demnächst ein viertes Studioalbum geben wird, steht aber weiterhin noch nicht fest. Doch lassen uns so sommerliche Songs, wie Sun Is Shining darüber hinwegsehen und Robin Schulz‘ neuen Song direkt wieder auf unsere Playlist setzen.

Washed Out - Time To Walk Away

Washed Out – Der Soundtrack für große Erinnerungen

Es klingt nach der Erinnerung, nach der wir uns alle sehnen. Ob es der Abschlussball, Albernheiten mit dem Partner machen, eine Hochzeit, eine Geburt, von den Klippen auf den Atlantik schauen oder den endlosen Küstenstraßen beim Sonnenuntergang folgen ist – all diese Momente und viele mehr bergen eine schier unbegrenzte Möglichkeit sich so reich an Liebe, Vertrauen, Zuneigung, Stärke oder Melancholie zu fühlen. Dabei sind es oftmals auch die Songs, die wir in diesen Momenten hören, die uns jedes Mal erneut – wenn der Song einmal läuft – zurück in diesen Augenblick katapultieren. Im Grunde weiss man vorher nicht, dass dieser Song einmal unverwechselbar mit einer Situation verbunden sein wird, an die wir uns immer wieder zurückerinnern werden. Doch was ist, wenn ein Song es ist, der dieses Gefühl transportiert – ohne, dass es so einen Moment bisher gab?

Washed Out - Purple Noon

Washed Out – Purple Noon

Mit Washed Outs neuester Single Time To Walk Away stehen wir gerade vor so einem Song. Mit der im April veröffentlichten Single Too Late hatte Washed Out eine neue Richtung eingeschlagen und sich schneller und poppiger präsentiert. Nun ist mit Time To Walk Away die neueste Single da und zeigt, wie obsessiv sich Ernest Weatherly Greene Jr. in seiner Musik verlieren kann. Dabei ist es Washed Outs Anspruch, sich zwar mit neuen Klangideen weiterzuentwickeln, doch immer auch nach Washed Out zu klingen. Abschließend gibt Washed Out im Interview auch zu, dass seine Melodien oft eine Sehnsucht haben, die sich ziemlich melancholisch und traurig anfühlen kann – aber er habe das Gefühl, dass in seltenen Fällen dieselben Melodien gleichzeitig seltsam erhebend und hoffnungsvoll sein können. Dieses Erhabene greift zu 100 Prozent auf den Hörer über und erzeugt das Gefühl in einem Moment zu stecken, der so einzigartig ist, dass man ihn nur mit einem euphorisch aber entspannten Synthiesound untermalen kann. Time To Walk Away ist ein Song für die Erinnerung und gleichzeitig baut er selbst Momente auf, an die man sich gerne erinnern möchte. Time To Walk Away wird sich auf Washed Outs viertem Studioalbum Purple Noon befinden, das am 7. August veröffentlicht wird.