Cassia - lovedrunk

Cassia – Mit neuem Sound und größer zurück

In den vergangenen Wochen wurde viel über Harry Styles und seine musikalische Entwicklung während seines Berlin-Aufenthaltes gesprochen. War und ist Berlin für die einen klar auf dem neuen Album Kiss All The Time. Disco, Occasionally. herauszuhören, sagen andere, dass dies mit dem Berlin-Sound nicht so viel gemein hat. Vielleicht ist es eher das Berlin-Gefühl, das einen deutlich größeren Platz im Sound des neuen Albums von Styles erhalten hat.

Eine weitere Band – ebenfalls aus Großbritannien – kennt dieses Berlin-Gefühl nur zu gut. Denn das Manchester-Trio Cassia hat während der Pandemie eine Zeit lang sogar in Berlin gelebt und von hier aus seinen Siegeszug begonnen. Ihre bisherigen Alben Replica (2019), Why You Lacking Energy? (2022) und Everyone, Outside (2025) zeigen uns dann auch eine frickelig-freche Indie-Variante der 2020er-Jahre – also genau die Zeit, in der Indie eigentlich für tot gehalten wurde.

Nun haben Frontsänger und Gitarrist Rob Ellis, Drummer Jacob Leff und Bassist Lou Cotterill mit lovedrunk – nur ein Jahr nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums Everyone, Outside – bereits eine neue Single am Start und zeigen, dass stehen bleiben keine Option ist. Denn lovedrunk fängt genau diesen Berlin-Vibe ein, den man in einer legendären Berlin-Nacht erleben kann. Erst völlig alleine in die Nacht startend, führt eine plötzliche und unerwartete Begegnung dazu, dass sich der Abend, die Nacht und der Morgen ganz anders entwickeln, als man es geplant hatte.

Cassia Pic: instagram.com/wearecassia
Cassia Pic: instagram.com/wearecassia

Dabei geht es nicht um Bettgeschichten, sondern vielmehr um das Zelebrieren des ersten Kennenlernens. Mal etwas verlegen, mal übermütig zeigt sich im Musikvideo zu lovedrunk, was die Nacht zu bieten hat: endlose Spaziergänge, mit einem Fusspilz vom Späti in der Hand, durch die Berliner Straßen bei Nacht ziehend und final auf den Dächern Berlins landend – denn irgendwo in Berlin ist immer eine Dachluke offen. So fängt lovedrunk genau dieses Gefühl der Freiheit ein.

Musikalisch begeben sich Cassia dafür auf neues Terrain und lassen deutlich mehr elektronische Einflüsse zu. Ein Hauch von Another Chance von Roger Sanchez schwingt hier die ganze Zeit mit. Sicher, Berlin ist nicht New York, Dance ist nicht Indie – aber am Ende haben beide Songs so viele Parallelen, dass man fast unweigerlich gedanklich an Sanchez’ Dancehit denken muss.

Für Cassia bedeutet lovedrunk einen Wandel hin zu tieferen Sounds aus Synthesizern, Drums und Perkussion. Hier wird nicht mehr sofort die Indie-Keule geschwungen, sondern machen Cassia den Raum für mehr Gefühl auf – am Ende sogar, mit Unterstützung des Musikvideos, mit dem typischen Berlin-Gefühl.

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