Cassia – Lasst uns wie die Irren tanzen!

…denn die neue Single Small Spaces der – aus Macclesfield, nahe Manchester kommenden – Indie-Hoffnung Cassia lässt nichts anderes zu. Mit einem Mix aus Afro- und Skaklängen, welche die Band selbst als Calypso Afro-Rock bezeichnet, sowie einer an Beatenberg und Vampire Weekend erinnernden Leichtigkeit schaffen es Rob Ellis, Lou Cotterill und Jake Leff, die sich hinter Cassia verbergen, sich in die Herzen aller Indieliebhaber zu spielen. Auf ihrer neuesten Single liefern sich die Jungs ein wahres Feuerwerk an Gesangswechseln und sind daher alle drei auf Small Spaces zu hören. Mit der Unterstützung von BBC Introducing haben sie es binnen kürzester Zeit geschafft, sich auf der britischen Insel eine Fangemeinde von über 30.000 Menschen zu erarbeiten. Sie selbst beschreiben sich gerne mit den Worten Wir sind eine Band die sommerliche Musik in Manchester macht – so einfach kann es manchmal sein. Dabei drehen sich die Themen nicht immer nur um Sonnenschein. So singen sie beispielsweise auf der aktuellen Single über die Tristesse der Routine und den Wunsch aus der eigenen Realität auszubrechen. Das sind dann schon deutlich erwachsenere Themen, als es die leichte Musik vermuten ließe. Mit einem Album im Gepäck, kommen Cassia im Frühling auf Tour und machen auch in Deutschland für ein paar Konzerte Halt. Bis dahin genießen wir das sommerliche Small Spaces und tanzen mit unseren Beinen drauf los.

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The Slow Show – Ein komplettes Leben in einer Stimme

Mit den beiden Alben White Water (2015) und Dream Darling (2016) legten die Briten von The Slow Show innerhalb von wenigen Monaten zwei so atemberaubende Alben vor, wie es so nur wenige andere Bands geschafft haben. Rob Goodwins Stimme war es vor vier Jahren, die für Begeisterungsstürme sorgte – hat sie mit der Tiefe und ihrem enormen Bass eine Wirkung, wie ein alter Geschichtenerzähler. Dabei setzt Goodwin seine Stimme so passend in die Arrangements der Band ein, dass es schließlich in den meisten The Slow Show Songs – wie Ordinary Lives oder Bloodline – zu einem wahren Ausbruch kommt. Einem Ausbruch der Instrumentierung, des Arrangements, der Emotionen, Goodwins Stimme und einem Gefühl, das unendliches Leid mit Aufbruch und Mut verbindet. Nun sind The Slow Show nach drei Jahren der Stille mit einem ersten neuen Song zurück und rufen damit alte Gefühle hervor. Denn auf Sharp Scratch greifen Rob Goodwin, Fred Kindt, Joel Byrne-McCullough, James Longden und Chris Hough zu den gewohnt opulenten Arrangements und zeichnen ein warmes Bett aus Instrumenten welches in unseren Köpfen Bilder erzeugt, die getrieben von Erinnerungen sind und abermals vor Emotionen zu explodieren scheinen. Dabei klingt Goodwins Stimme anfangs noch erzählerisch zu den Instrumenten, die schließlich wie ein mahnendes Gewitter ausbrechen um kurz darauf in sich zusammenzufallen und schließlich in einem versöhnenden Traum zu münden, den Goodwin mit seiner starken Stimme auffängt. The Slow Show singen nicht einfach nur Geschichten, sie machen sie durch ihre Musik erlebbar und lassen uns mitfühlen. Auch erleben können wir die Jungs bei einem ihrer vier Konzerte in Berlin, Amsterdam, Antwerpen oder London Mitte April. Doch die Konzerthäuser sind klein, also müsst Ihr schnell sein!

Tom Walker – Kraft, Soul, Indie und Herz

Er ist spannend, vielfältig und hat ganz viel Herz – Tom Walker hat eine Stimme, die drängt und berührt. Mit Songs, wie Fly Away With Me oder Sun Goes Down hat Walker, mit seiner rauen Stimme, einem zurückhaltenden Sound und einer kräftigen Portion Soul, die Herzen der Briten im Sturm erobert. Auf seiner neuen Single Leave A Light On ist davon nicht mehr viel übriggebliebene. Sein Stimme ist zwar weiterhin unglaublich kräftig und präsent, doch wird das, noch zurückhaltende, Klavierintro kurze Zeit später von einem, an Avicii erinnernden, Beat getoppt und macht aus Leave A Light On einen Hybriden aus, Folk, Indie, Singer/Songwriter und Pop. Jedoch nicht einen Moment zu kurz kommt das Gefühl der unglaublichen Stärke, die Tom Walker in seine Song steckt. Seine Stimme ist stark, klingt pressend, anklagend und wirkt! Ebenso empfehlenswert ist hier die Live Session-Version des Songs.

Everything Everything – Verquerer Indie-Sound

Everything Everything – Can’t Do

Art-Pop beschreibt das Indie-Rock Quartett Everything Everything wohl am besten. Sind ihre Songs doch so speziell, dass man immer wieder zwischen Popkultur und einem eloquenten Kunstwerk pendelt – niemals ganz sicher, was man hier gerade vorgesetzt bekommen hat. Mit Songs wie Regret, Distant Past und Cough Cough beweisen sie immer wieder aufs Neue, dass sie sich nur schwer auf ein Genre festlegen können. Da hört man opernhafte Songparts genauso wie Synthies, Gitarren und Schlagzeug. Nicht zu überhören ist dabei der wunderbar, changierende Gesang von Frontsänger Jonathan Higgs und Background-Sänger Jeremy Pritchards – die sich mal mit Kopfstimme, mal rappend durch ihren neuen Song Can’t Do arbeiten. Dabei ist Can’t Do gleichzeitig noch elektronischer geworden und lässt die Band total verrückt spielen. Einmal mehr liefern Everything Everything damit eine Indie-Hymne ab, die sich durch den Sommer ziehen wird. Auch nicht verpassen solltet Ihr das dazugehörige Video, dass Everything Everythings Art-Pop noch ein deutliches Ausrufezeichen dransetzt.

The Slow Show – Eine Stimme geht unter die Haut

The Slow Show - Ordinary Lives

The Slow Show – Ordinary Lives

Es gibt Stimmen, die gehen sofort unter die Haut. Sie erzeugen ein kribbeln und schließlich Gänsehaut. Von der britischen Band The Slow Show gibt es nicht ein einziges Lied, bei dem sich die Gänsehaut nicht aufbäumt. Vor allem bei Songs wie Bloodline oder Dresden packt uns unweigerlich das Gefühl der Verletzlichkeit, Melancholie und Einsamkeit. Sich durch die Songs von The Slow Show zu hören ist, wie einer tragischen Geschichte zu lauschen die voll von Liebe, Emotionen, Kraft und Mut ist. Diese Band, die so viel erzeugt, fügt ihrer Geschichte ein neues Kapitel hinzu. Mit Ordinary Lives sind die fünf Jungs, die aus Manchester kommen, zurück. Dabei haben sie sich musikalisch etwas geöffnet. Mit Ordinary Lives klingen The Slow Show nun nicht mehr nur nach der Verletzbarkeit die das Debütalbum ausmachte. Auf Ordinary Lives klingen sie nach Aufbruch und dem Mut, etwas Neues zu beginnen. Rob Goodwin, singt sich hier mit seiner Bariton-Stimme durch 4 Minuten voll mit Streichern, Gitarren und Schlagzeug. Opulent bleiben The Slow Show auch auf dem neuesten Song, doch entlockt Ordinary Lives dem Hörer nun ein zaghaftes Lächeln. Dies alles passiert unterbewusst und löst Gefühle aus, bei denen man sich nicht sicher ist, ob sie herzzerreißende Momente oder aufkommende Freude bedeuten. Goodwin hatte mal einen Satz, als Beschreibung des The Slow Show Sounds gesagt, der die Wirkung ihrer Songs nicht besser beschreiben könnte. Stille ist das lauteste Geräusch, das Musik haben kann. Sowohl auf einem Album als auch bei einem Konzert erzeugt Stille Spannung wie auch Unbehagen und ist deshalb so kraftvoll. Und auch wenn auf Ordinary Lives keine Stille existiert, trifft dieser Satz einmal mehr auch hier zu.

Shura – verträumt bis fröhlich

Shura - What's It Gonna Be

Shura – What’s It Gonna Be

Jetzt wird es ernst. Aleksandra Lilah Denton alias Shura hatte in den letzten drei Jahren hart dafür gearbeitet, einen Plattenvertrag zu bekommen – und es schließlich geschafft. Mit ‚Touch‘, ‚2 Shy‚ oder ‚Indecision‚ hatte die Britin aus Manchester 2014 für einen regelrechten Blogger-Hype gesorgt. Auch hier auf Soundtrack-of-my-life.com konntet Ihr Shura’s Werdegang von Anfang an verfolgen. Anfang 2015 wurde sie bereits zu einem der Acts des BBC Sound of 2015 gewählt, doch fehlte der zündende Schritt. Mit ihrem Album ‚Nothing’s Real‘, das am 8. Juli veröffentlicht wird, geht sie diesen Schritt. Passend dazu veröffentlicht Shura mit ‚What’s It Gonna Be‘ nun eine neue Single, die gleichzeitig bereits die sechste Singleauskopplung des langerwarteten Debütalbums ist.

‚What’s It Gonna Be‘ ist eine wahnsinnig sympathische Synthiepopballade, die nur so mit 80er-Jahre Verweisen vollgestopft ist. Da werden nicht nur die bildlichen Stilelemente und Verweise auf den Serienhelden Alf und der typischen 80er-Kleidung aufgegriffen, sondern klingt auch der Sound nach einer Mischung aus Madonna, Kylie Minogue und Haim. ‚What’s It Gonna Be‘ ist eine lebensbejahende Pophymne mit einem ganz großen Lächeln und einer ebenso warmen Botschaft. Shura – der Fleiß wird belohnt!

Blossoms – Wir wollen so groß werden wie möglich

Blossoms - Getaway

Blossoms – Getaway

„Wir wollen nicht im Untergrund bleiben. Wir wollen so groß werden, wie nur möglich.“ so Frontsänger Tom Ogden. Wenn das mal kein bescheidenes Statement ist, dann wären die Briten von Blossoms nicht da, wo sie nun stehen. Auf Platz vier der jährlichen BBC Wertung für die Newcomer 2016 gekommen, haben Blossoms bereits für The Libertines und The Courteeners als Vorband gespielt. Somit kann getrost gesagt werden, dass Zurückhaltung und Bescheidenheit nicht zu ihren Stärken zählen. Müssen sie aber auch gar nicht, wenn man sich erst anhört, was die fünf aus Stockport, südlich von Manchester, kommenden Jungs hier fabrizieren. Denn erst Ende 2013 gegründet, heimsen Blossoms gerade wirklich alle Lorbeeren ein, die es einzusammeln gibt. Ihr Sound gibt ihnen recht. Hört man sich ihre aktuelle Single ‚Getaway‘ an, wird man ein wenig an die ersten Schritte von The Kooks erinnert. Selbst Ogden’s Stimme klingt irritierend vertraut. Dabei ist ‚Getaway‘ musikalisch eine Mischung aus Alternative und Indie-Rock. Untermalt wird der Song durch ein farbenprächtiges Musikvideo, dass an die 70er Jahre erinnert.
Authentizität steht hier ganz oben. Und wenn Sound und Auftreten stimmen, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Da werden Blossoms in den kommenden Monaten noch so einige Lorbeeren folgen.

Blossoms - Getaway

Blossoms – Getaway

The Slow Show – All der Schmerz in einer Stimme

Es ist ein wenig wie in einer Rückblende. Man hat diese Erinnerungen an längst vergessene Zeiten, die voll von Emotionen sind und kann sie nicht recht verarbeiten. So in etwa klingt auch die Musik der, aus Manchester kommenden, Band The Slow Show. Besonders die Stimme Rob Goodwins, seines Zeichens Sänger der Band, ist so fantastisch tief und rau. Dazu kommt, dass die Jungs um Goodwin einen Sound kreieren, der episch und brüchig zugleich klingt, sich aber dennoch um die Stimme des Sängers schmiegt wie eine warme, weiche Decke.
Bereits 2011 wurde die BBC mit ihrem Introducing Gigs auf die fünfköpfige Band aufmerksam und unterstützte sie in ihrem weiteren Verlauf immer wieder. So tourten The Slow Show bis heute durch viele europäische Länder. Nun gelang es ihnen mit dem deutschen Plattenlabel Haldern Pop Recordings ihr erstes Album in Großbritannien zu veröffentlichen. Ebenfalls wurde gerade das Video zur aktuellen Single Bloodline online gestellt. Eine Single wie aus einen Coming-of-age Film bei dem hiermit die Rückblenden untermalt werden. So winkt The Slow Show mit etwas Glück bald der große Erfolg. Die Songs sind zumindest vielversprechend.