Hollow Coves - Borderlines

Hollow Coves – Der entscheidende Schritt

Knapp zwei Wochen noch, dann ist es endlich draußen – das Debütalbum der beiden Australier Ryan Henderson und Matt Carins – die zusammen Das Duo Hollow Coves bilden. Über die letzten Jahre konntet Ihr die Band hier auf SOML bereits begleiten und den sympathischen Folk des Duos lieben lernen. Mit den Singles Coastline und der zuletzt veröffentlichten Single When We Were Young zeigten sie, warum die aus Brisbane kommenden Musiker eine Act sind, den man im Auge behalten sollte. Nun haben sie mit Borderlines nicht nur eine weitere Single veröffentlicht, sondern stehen auch kurz davor, ihr Debütalbum Moments zu veröffentlichen, das am 18. Oktober erscheint. Mit einem entspannten Sound, der uns wahlweise in die Wälder Kanadas oder an die Küsten Australiens katapultiert, heben die Hollow Coves sich vom aktuellen Sound ab und spülen sich somit als Band dieses Genres erfolgreich an die Oberfläche. Borderlines schwelgt dabei in einer nostalgischen Stimmung und arbeitet sich immer wieder die großen Momente heraus, die durch Gitarrensolos und einem weiten Sound getragen werden. Erstaunlich hierbei ist, dass sich seit When We Were Young die Stimme des Sängers Henderson immer mehr zu der des Frontsängers von Coldplay Chris Martin bewegt und man unterbewusst, an eine neue Single der britischen Band denken muss. Dies tut der Authentizität des Duos allerdings keinen Abbruch, bleiben sie doch in ihrem Genre aktuell einer der aufstrebendsten Bands.

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Bon Iver - Naeem

Bon Iver – Ein Evolution in vier Akten

Bon Iver ist ein Aussätziger unter den Musikern. Mit seinen Soundmustern, die sich mit jedem seiner Alben verändern, über die Art zu singen, bis hin zu seinen kryptischen Titeln – kaum etwas ist richtig greifbar. Mit seinem nun veröffentlichten I,I setzt der US-Amerikaner Justin Vernon seinem Alter Ego Bon Iver einen vierten Akt auf und komplettiert damit die Soundästhetik, der vier Jahreszeiten. Auf seiner nun veröffentlichten Single Naeem kehrt Venon zurück zu den Anfängen seines Sounds und lässt eindringliche Pianoklänge über sanfte Bässe zu einem kratzig fordernden Gesang des Sängers legen. Dabei wirkt Naeem wie eine Folkballade, die sich aus den Einflüssen von Sigur Rós, The Lumineers und The Slow Show zusammensetzt. Einmal mehr schafft es Bon Iver so, dass seine Musik eine Kunstform annimmt, die sich für viele immer wieder aufs Neue als völlig eigenständig etabliert und zum Einfluss vieler anderer Künstler wird und ist darüber hinaus der perfekte Begleiter für den rauen Ton des nahenden Herbstes.

Iggy Pop - James Bond

Iggy Pop – Eine Legende findet sich neu

Iggy Pop ist jemand ganz besonderes. Hat er mit seinen 17 bisherigen Alben nie den ganz großen kommerziellen Erfolg feiern können, gilt der in Michigan, USA, geborene Sänger als Ikone des Punks und hat unzählige Bands und Musiker beeinflusst. Zwischenzeitlich lebte Pop zusammen mit David Bowie in einer WG in Berlin Schöneberg und schrieb mit ihm an zwei seiner erfolgreichsten Alben. Heute kennt Iggy Pop fast jeder – ist er doch der Rockstar, der immer Oberkörper frei auf der Bühne steht und mit seinen langen, blonden Haaren die Menge begeistert. Doch seine Songs sind vielen auch heute noch ehe unbekannt. Nun hat Pop mit Free sein – unglaubliches – 18. Studioalbum veröffentlicht und zeigt sich hier von einer gänzlich anderen Seite. Reflektiert, ruhig aber auch außer Atem präsentiert Pop seine Musik als völlig neue Interpretation seiner Person. Pop selbst sagt darüber, dass auf dem Album andere Künstler von ihm reden, Pop ihnen aber seine Stimme geliehen hat. So zeigt sich auf der aktuellen Single James Bond, dass Pop diese Schnittstellen hervorragend herausstellt. Denn hier klingt Pops Stimme, der, des 2003 verstorbenen Country-Sängers Johnny Cash fast zum verwechseln ähnlich. Diese Stimme ist nicht neu, nur nutzt sie Pop sehr selten und zeigt auf James Bond einen jazzigen Sound mit Trompeten und funkigen Elementen. Free ist Iggy Pops „Durchatmen“ vom bisherigen Sound und erfindet den Ausnahmemusiker, der seit 60 Jahren im Musikgeschäft ist, fast gänzlich neu. James Bond zeigt dabei die Erhabenheit des Sängers, sich diesem Moment anzuvertrauen.

City And Colour - Living In Lightning

City And Colour – Wie ein Hauch im Nacken

Das Projekt City And Colours ist nur eines der vielen musikalischen Zweige des kanadischen Sängers Dallas Green. Als reiche es ihm nicht, mit einem Projekt Musik zu machen, hat er 2014 zusammen mit Pink das äußerst erfolgreiche Projekt You & Me gestartet und landete prompt in den Top-10 von acht Ländern. Kurze Zeit später veröffentlichte der Sänger mit If I Should Go Before You sein fünftes Album als City And Colour. Nun ist Green mit der bereits dritten Singleauskopplung Living In Lightning zurück und kündigt damit für den 4. Oktober sein sechstes Studioalbum A Pill for Loneliness an. Dabei geht Green den Weg, weg vom rein akustischen Sound, weiter und blüht förmlich in einem warmen Sound aus Gitarren, Schlagzeugen und sanften Bässen auf. Greens Stimme präsentiert sich hier einmal mehr glasklar – lässt jedoch hier und da kurz den Wunsch nach einem puren A Capella Part aufkommen, bei dem man sich auf die fantastische Stimme des Sängers fokussieren möchte. City And Colour ist das Vorzeigeprojekt des Multitalentes Dallas Green und beweist einmal mehr, wie sicher Green dieses Genre beherrscht.

Ro Bergman - Clouds

Ro Bergman – Über den Wolken

Ro Bergman hatte es bereits 2016 geschafft, eine mediale Aufmerksamkeit zu erlangen, die ihm den Status eines Newcomers verlieh. Doch während andere sich vom Ruhm überwältigt in die schnelle Produktion weiterer Hits machen, hat sich Bergman etwas zurückgezogen und an seiner Musik gefeilt. Dabei betrachtete er den schnellen Ruhm seiner Single Best Time – die von seinem österreichischen Landsmann Skistar Marcel Hirscher als Saison-Hymne ausgewählt wurde – mit gemischten Gefühlen, ging dem Singer/Songwriter doch der schnelle Aufstieg zu rasant. Nach der, im Mai veröffentlichten, Single Horizon hat Bergman nun mit Clouds einen weiteren Song seiner im Herbst erscheinenden EP herausgebracht, die verträumt, locker und gleichzeitig schwer klingt. Dabei kommt die Schwere von den hallenden Gesängen des Sängers, der sich vor allem auf Clouds einer hohen Ähnlichkeit zu Coldplays Frontsänger Chris Martin nicht entziehen kann. Hinzu kommt das treibende Soundarrangement, welches von Ferne, von Unbeschwertheit und Lebensfreude zeugt. Den Titel, sowie den Sound des Songs erklärt uns der Sänger dann auch passender Weise mit den Worten, Wolken nehmen einen mit in eine unendliche, große Welt, in der alles erlaubt ist, dabei ist der Song in einem winzigen Proberaum irgendwo in Tirol entstanden. Damit ist dem Österreicher eine Punktlandung gelungen – von der wir uns auf Clouds eindrucksvoll überzeugen lassen können.

sir Was - No Giving Up

sir Was – Schwedischer Klammertanz

Es ist wie eine Erinnerung in Slow Motion. Eine Art Blase, in der man alles nur gedämpft mitbekommt. Diese Beschreibung trifft es recht passend, hört man sich No Giving Up – die neueste Single des schwedischen Singer/Songwriters sir Was – an. Da tönt ein gleichmäßiger Grundbeat zu hallenden Instrumenten und einem verstohlenen Gesang. Gerade dieser verträumte Gesang war es auch, der Joel Wästberg mit seinem 2017er Debütalbum Digging A Hole aufhorchen ließ. Und so ist der Multiinstrumentalist auf seinem neuen Album Holding On To a Dream in eine Geschichte eingetaucht, die sich aus den Erfahrungen einer vergangenen Beziehung speist. Hier singt der Sänger über Herzschmerz aus einer Beziehung, in der er zwischen Aufgabe und dem schmerzlichen Kämpfen um einen Erhalt der Partnerschaft hin und her gerissen war. No Giving Up ist dabei nur ein Kapitel und können wir die komplette Geschichte ab dem 20. September hören – ist hier doch der Veröffentlichungstermin seines zweiten Albums angesetzt. So treibt es uns langsam auf die Tanzfläche eines Ballsaales und bringt uns dazu, im Klammertanz diesem schwedischen Künstler zu folgen und aus unserer Blase alles in Slow Motion zu betrachten.

The S.L.P. - Nobody Else

The S.L.P. – Kasabian gehen solo…

…bleiben aber dennoch zusammen. Kasabian sind ohne Zweifel eine der großartigsten britischen Bands, die es momentan gibt. Seit 22 Jahren als zusammen, gab es im Laufe ihrer Karriere eine Menge Stilrichtungen, welche die Jungs ausprobiert haben. Nun hat das Kasabian-Songwriter-Mastermind Sergio Lorenzo Pizzorno ein Soloprojekt gestartet und unter der Abkürzung seines Namens als The S.L.P. den Song Nobody Else veröffentlicht. Während seine Bandkollegen und Pizzorno eine Pause mit Kasabian einlegen, hat sich der Brite mit italienischen Wurzeln selbst ausprobiert und seiner Kreativität freien Lauf gelassen. Herausgekommen ist ein satter French-House Song, der nur so vor Lebensfreude strotzt. Dabei kommen raue Beats genauso zur Geltung, wie ein eingängiger Klavierpart und verträumte Gesänge Pizzornos. Das gleichnamige Debütalbum wird am 30. August erscheinen und bietet neben Nobody Else, mit Favourites bereits einen zweiten Track an, der allerdings in ganz gegensätzliche Genres vordringt und eine Kollaboration mit der Hip-Hop- und Grimes-Künstlerin Little Simz ist. Pizzorno wollte Ausbrechen und sich selbst fordern – Musik schreiben, die frei von irgendwelchen Zwängen sei. Mit Nobody Else ist dies eindrucksvoll gelungen und hat der Sänger gleichzeitig einen wahren House-Klassiker mit Indieeinfluss geschaffen.

Sam Smith - How Do You Sleep?

Sam Smith – Authentizität schlägt alles

Sam Smith ist zurück mit einem Song, der zeigt, wie sehr sich der britische Sänger mittlerweile selbst gefunden hat. Fühlte sich Smith noch vor ein, zwei Jahren in seiner Haut nicht wohl, kann heute keine Rede mehr davon sein. Mit seinem offenen Umgang bezüglich seiner Homosexualität, seinem Drang nach körperlicher Darstellung und dem dazugehörigen Sound, der immer öfter auch einen leichten, elektronischen Beat besitzt, hat sich der Brite freigetanzt und lässt seine innere Dancing Queen raus, wie er selbst sagt. Dass der Song How Do You Sleep? allerdings keinesfalls nur eine tanzbare Popnummer ist, zeigt der Text, der sich mit I’m done hating myself for feeling/I’m done crying myself awake/I’ve gotta leave and start the healing/But when you move like that I just want to stay deutlich mit den Themen Bodyshamings und der Selbstakzeptanz auseinandersetzt. Sam Smith hat in den vergangenen Jahren eine Transformation vom scheuen, pummeligen Sänger mit einer fantastischen Stimme zu einem Mann mit Aussage und Haltung gemausert und zeigt diese auch. Dabei sind seine Songs – wie seine neue Single How Do You Sleep? – grandiose Popnummern, die einen mitreißen und ein ganz besonderes Gefühl der Verbundenheit vermitteln. Mit How Do You Sleep? durfte die Ankündigung zum dritten Studioalbum des Sängers nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Hugh - Sense To You

Hugh – Steht der große Sprung bevor?

Das Quartett Hugh hat uns 2017 mit den wunderbaren Songs This Is How It Starts und Go so richtig verzaubert. War es doch dieser verträumt, frickelige Sound auf This Is How It Starts und die wunderbar warmen Gesänge, sowie der Deep House Beat und 80er Jahre Vibe auf Go mit dem sich die Londoner Band präsentierte und in das wir uns verliebten. Nun sind Izzy Brooks, Andy Highmore, Joshua Idehen und Tino Kolarides mit neuem Material zurück und haben nach der, im April veröffentlichten, Single Sober nun mit Sense To You einen wunderbaren Sound produziert, der sich irgendwo zwischen Hot Chip, fernöstlichen Einflüssen und sattem 80er-Jahre-Computerspiel anhört und in Zusammenarbeit mit dem kanadischen Produzentenduo Bonjay entstanden ist. Dabei klingt Idehens Stimme leicht nach Autotune und bleibt dennoch warm und entspannt. Schließlich setzt Brooks mit einem hallenden Gesang ein, der Sense To You erhaben klingen lässt. Idehens Gefühl hinter dem Song beschreibt der Sänger als etwas, dass Dir bekannt vorkommt. Du gehst abends mit Freunden etwas trinken, bist auf nichts bestimmtes aus und plötzlich treffen sich die Blicke mit einer Person, die Dich fasziniert. Deine Worte werden plötzlich zur Nebensache und Du vergisst Dich halb, dafür zählt aber der Moment. Und ehe Du Dich umsiehst, stolperst Du die Tür hinaus und verabschiedest Dich von Deinen Freunden. Dieser warme Sound, den Hugh dabei produzieren, wirkt vertraut und umgibt einen förmlich wie ein warmer Hauch. Also lassen wir uns darauf ein und genießen die musikalische Liebkosung.

The Bad Tones - Over Me

The Bad Tones – Musik, die alles vereint

Gleich vorneweg, die aktuelle Single Over Me von dem lettischen Quartett The Bad Tones ist eine Reise in die vergangenen 40 Jahre Musik. Dabei orientiert sich Over Me nicht direkt an einem Genre, sondern greift auf die Einflüsse aus Rock, Soul, Alternative, Blues und Singer/Songwriting zurück und vermischt das ganze zu einem Sound, der sich zwischen in Erinnerung an die ganz großen Songs schwelgen und modernem Rock und Blues befindet. The Bad Tones haben dabei schon eine lebendige Bandgeschichte vorzuweisen. Bereits unter dem Bandnamen The Pink Elephant hatten sie mit Mellowing (2015) und Cassette Concert (2016) Alben veröffentlicht. Nun als The Bad Tones unterwegs, gab es 2018 mit der EP Bad Tunes einen ersten Vorgeschmack. Jedoch soll für die Band aus Riga das Jahr 2019 als Wendepunkt fungieren. Denn am 5. Juli wird mit Is It Good Enough? ihr Debütalbum erscheinen, bei dem sie gleich vorneweg die Erfahrungen verarbeiten, die sie mit The Pink Elephant und The Bad Tones bisher gemacht haben. Over Me ist dabei eine clever arrangierte Soundkulisse, die auf verschiedenen Ebenen arbeitet. Kommen hier tiefe sowie klare Gitarrenriffs zum Einsatz, geht Sänger Edvards Broders so entspannt mit den Lyrics um, um diese schließlich in Synthiearrangements und Saxophonwolken einzubetten. Dadurch erinnern The Bad Tones an so viele Bands in nur einem Song. Hier kommen Assoziationen zu Bombay Bicycle Club, Tame Impala oder Fleet Foxes auf. Mit Over Me haben The Bad Tones den perfekten Song veröffentlicht, um sich als Band bei uns vorzustellen.