Sam Austins - Seasons

Sam Austins – Zurückgezogener Hyperpop

Detroit ist hierzulande vor allem durch Detroit Techno bekannt. Gehört dieser Teil der elektronischen Musik doch fest zur Berliner Kulturszene und strahlte Anfang der 90er Jahre von hier aus auf ganz Deutschland und Europa aus, ist Detroit-Techno als die Geburtsstätte der Techno-Bewegung zu sehen und war Deutschland und Europa damit knapp 10 Jahre voraus. Doch neben Techno gab es in Detroit jahrzehntelang auch eine andere Musikrichtung, die den Grundstein für viele US-Amerikanische Künstler legte. Denn in Detroit wurde das weltbekannte Musiklabel Motown Records gegründet, dass sich vor allem auf die Musikgenres Soul, R&B und Pop spezialisierte. So gehören zu den bekanntesten Acts, die durch Motown Records berühmt geworden sind, Bands, wie The Supremes mit Diana Ross, Marvin Gaye, The Temptations, Gladys Knight und The Jackson Five. Mit der Öffnung zum Pop, folgten später Acts, die musikalisch bis heute Einfluss auf Bands und Acts haben. Michael Jackson, Lionel Richie sowie seine Band The Commodores, Jemaine Jackson, Boyz II Men, Shanice, Queen Latifa, Erykah Badu oder India.Arie. Damit zeigt sich Detroit als Inspiration für den heutigen Sound von Acts, wie Beyoncé, Black Eyed Peas oder The Weeknd.

Sam Austins Pic: instagram.com/samaustins
Sam Austins Pic: instagram.com/samaustins

Nun rutscht ein Detroiter Künstler in den Vordergrund, der mit einer Fusion dieser doch recht gegensätzlichen Genres einen gemeinsamen Nenner gefunden hat. Auf seinem Song Seasons vereint Sam Austins eine voluminöse, vibrierende Elektro-Produktion mit soulig, sensiblem Gesang und spielt dabei mit Synthies und Loopstation so lange rum, dass am Ende ein Song entstanden ist, der sich wie eine warme Wolldecke um einen legt und einen innige Verbindung aufbaut. Mit wabernd, leichten Bässen und einem, vom Vocoder, verzerrten Gesang erinnert Sam Austins damit an die Musik von Empire Of The Sun. Mittlerweile in Los Angeles beheimatet hat Sam Austins neben dem Song Season – der sich nach seiner Veröffentlichung im Frühjahr 2024 nun seit einigen Wochen einer immer größeren Beliebtheit erfreut – auch noch den Song Say What You Mean veröffentlicht. Aktuell steuert Seasons allerdings Woche für Woche neue Höhepunkte an, was selbst Sam Austins überwältigt. Ich war schockiert, dass ein so ungewöhnlicher und unkonventioneller Song so viel Aufmerksamkeit erregen kann – und das sogar auf globaler Ebene. Das ist für mich enorm. Für unabhängige Künstler ist das ein großer Erfolg, und ich hoffe, es inspiriert andere dazu, einfach genau das zu machen, worauf sie Lust haben. Mit Seasons liefert Sam Austins einen Song ab, der auf vielen Ebenden funktioniert und gleichzeitig eine emotionale Verbundenheit schafft.

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