Schiller feat. Schwarz – Eine Lawine ohne Halt

Nach und nach veröffentlicht Christopher von Deylen als Schiller immer mehr Songs seines, am kommenden Freitag erscheinenden Albums Morgenstund und gibt damit auch immer mehr Einblick in den Sound, der sich bereits mit der Single Morgenstund aus dem gleichnamigen Album andeutete. An den Sound seiner ersten Alben erinnert, ist der geschätzte Musiker und Produzent mit viel Epos, welches von Freiheit, Weite, Liebe, Wärme und Antrieb erzählt, mit einem frischen und doch bekannten Sound zurück. Dabei passt Schwarz‘ Stimme so unglaublich gut zum produzierten Sound, dass man sich fast wünscht, diesen Song einmal in einem emotionsgeladenen Werbeclip zu sehen, der auch schon Bag Riders, Jonah oder Empire Of The Sun zu der verdienten Aufmerksamkeit verhalf. Dass Schiller diese Aufmerksamkeit gar nicht nötig hat, zeigen die – wiederholt – auf Platz 1 der Albumcharts gelandeten Alben. Allerdings konnten die Singles nicht mehr den Erfolg wiederholen, den er noch Mitte der 2000er erzielen konnte. Schwarz ist dabei der perfekte Featuring-Act, der dem Song einen ganz eigenen Drive gibt und mit seiner hohen Stimme fast schon zu einer Dream-Pop Nummer werden lässt. Für Schwarz dürfte es rund um seine, aktuell mehr als umtriebige, Arbeit an neuer Musik sehr passend sein, dass er auf der Schiller Single Avalanche mit Synthies in Berührung kommt – ist er doch selbst in einem voluminösen Elektrosound aus Synthies und Beats zu Hause. Auf Avalanche bilden Schiller und Schwarz eine Symbiose und klingen dabei so organisch, dass man eine langjährige Zusammenarbeit fest vermutet hat und dann doch überrascht wird, dass es der erste Song der beiden Musiker ist. Somit werden die letzten Tage vor der Albumveröffentlichung von Morgenstund gefühlt nochmal verkürzt und bildet der Song eine wunderbare Klangwolke aus Kreativität und Kraft.

Werbeanzeigen

Roosevelt – So frisch als wäre es sein Debüt

Es ging durch die Musikredaktionen, wie ein Lauffeuer. Ob Stereogum, Intro, Tonspion oder auch internationale Blätter wie das niederländische Onlinemagazin Nieuweplaat – alle hatten kurze Zeit nach der Veröffentlichung des Songs ihre Beiträge parat. Denn mit seinem selbstbetitelten 2016er Debütalbum Roosevelt wurde er nicht nur in Deutschland zum gefeierten Act, sondern zog auch im Ausland die Aufmerksamkeit auf sich. Doch ist der Hype um Roosevelt gerechtfertigt!? Hört man sich die frühen Lieder des Wahlberliners an und vergleicht diese mit denen des Debütalbums, ist schon ein Unterschied zu erkennen. Waren Lieder wie Soleil, Montreal und Elliot von hallendem Gesang und fast schon Delirium empfindenden, elektronischen Klangbetten geprägt, fanden sich auf Roosevelt vermehrt klare Klangstrukturen, die einem Muster folgten, welches Marius Lauber sortierter zeigte. Nun ist mit der Ankündigung seines zweiten Albums Young Romance auch die erste Single daraus erschienen und zeigt abermals, wie sich Roosevelt weiterentwickelt hat. Dabei klingt er auf der Single Under The Sun noch ein wenig sauberer hat jedoch wieder deutlich mehr Euphorie im Sound. Auch singt er auf Under The Sun so viel, wie man es von ihm bisher noch nicht gehört hatte. Hier gibt es einen kompletten Songtext und eine Geschichte, die Roosevelt vorher stehts zu Gunsten des Sounds einen Schritt zurückgestellt hatte. Under The Sun klingt nach den frühen Songs von Empire Of The Sun, Gypsy & The Cat oder Bag Raiders. Mehr Pop, größere Gesten und deutlich mehr Songtext lassen Roosevelts Ursprung als Songwriter noch mehr aufblühen. Dabei hat Roosevelt ganz nebenbei einen Sommerhit geschaffen, der bei richtiger Platzierung gar zum Charthit avancieren könnte.

Jonah – Musik auf Weltniveau

Jonah - Deep Deep Blue

Jonah – Deep Deep Blue

Zwischen Gipsy & The Cat, Empire Of The Sun und weiteren Vertretern dieses Genres, hatten sich vor zwei Jahren die beiden Jungs von Jonah hinzugesellt. So hatte das Berliner Duo Jonah bereits mit der ersten Single einen durchschlagenden Erfolg erzielen können. Wurde ihr Song All We Are doch für die Untermalung eines Vodafone-Werbespots genutzt. War diese Chance eine der besten um auf sich aufmerksam zu machen, hatten Jonah jedoch Song Nummer zwei erst ein Jahr später veröffentlicht. Das erstaunliche hierbei ist, dass Deep Deep Blue – abermals ein Jahr später – für die hiesigen Radiostationen interessant wird und nun die Rotation einsetzt. Deep Deep Blue ist dabei ebenso wie All We Are, ein Elektropop-Song, der mit schwelgenden Sound und Schlagzeug eine Mischung ergibt, die zum internationalen Sound ausschließt. Mit diesen zwei Singles und einem Ausblick auf 2017 bleibt zu hoffen, dass ein ganzes Album nicht mehr lange auf sich warten lässt.

The Best Of 2016 Vol.: 09

The Best Of 2016 Vol.: 09

The Best Of 2016 Vol.: 09

01. Empire Of The Sun – High And Low

02. Norah Jones – Carry On

03. White Lies – Take It Out On Me

04. Sophie Ellis-Bextor – Come With Us

05. Malky – Lampedusa

06. Wallis Bird – Change

07. MUNA – Loudspeaker

08. Thomston – Float

09. NAO – Girlfriend

10. Nathan Ball – Right Place (Oak Sessions)

11. TIEKS feat. Dan Harkna – Sunshine

12. Declan McKenna – Isombard

13. SG Lewis feat. Gallant – Holding Back

14. Rag’n’Bone Man – Human

15. Sportfreunde Stiller – Raus In Den Rausch

16. Nimmo – My Only Friend

17. SOHN – Signal

18. The Magician – Shy (Michael Calfan Remix)

19. Silbermond – Das Leichteste Der Welt

20. No Wyld – Let Me Know

21. Rooney feat. Soko – Why

Empire Of The Sun – Durch Höhen und Tiefen

Empire Of The Sun - Two Vines

Empire Of The Sun – Two Vines

2008 mit einem grandiosen ersten Album, Walking On A Dream, gestartet, brauchte das australische Duo fünf Jahre um den Nachfolger, Ice On The Dune – das hinter allen Erwartungen zurückblieb, 2013 zu veröffentlichen. Ganz so lange brauchen wir auf das dritte Album nicht zu warten. Steht doch der 28. Oktober 2016 als Veröffentlichungstermin von Two Vines fest. Mit High & Low haben Luke Steele und Nick Littlemore nun die erste Single veröffentlicht. Und – was soll man sagen – liegen goldrichtig mit diesem Song. So singen sie von dem Gefühl langer Nächte im Sommer, nicht enden wollender Partys und dem Gefühl einfach mal alles zu genießen. Und genau dieses Gefühl kann man auch in jedem einzelnen Song Empire Of The Suns wiederfinden. Nicht fehlen darf natürlich ein sommerlich, treibender Beat und Luke Steele’s hallende Stimme. So startet der Song erst noch ruhig um dann nach einer Minute in eine euphorischen Klangexplosion überzugehen. So machen Empire Of The Sun alles wieder gut, was ihr zweites Album vermissen lassen hat.

Empire Of The Sun - High & Low

Empire Of The Sun – High & Low