Bonobo - Linked

Bonobo – Der Wille sich treiben zu lassen

Simon Green – alias Bonobo – ist ein wahres Genie der elektronischen Musik. Mit seinen treibenden Dancebeats, dem Mix aus Instrumenten und Synthesizern und dem stets wohl bedachten Einsatz von Stimmen hat es Bonobo vor allem mit seinem fünften (The North Borders) und sechsten Album (Migration) geschafft eine derartige Popularität zu erlangen, dass man ihn getrost als einen der einflussreichsten elektronischen Künstler aus Großbritannien bezeichnen kann. Dabei ist seine Musik oftmals weder groß gedacht, noch für die breite Masse produziert und erreicht genau damit gerade so viele Menschen. Nun hat der britische Produzent, der seit einigen Jahren in Los Angeles lebt mit der neuen Single Linked für eine wahre Begeisterungswelle gesorgt. Dabei orientiert sich Linked wieder stärker am Clubsound und ist ein euphorisierender Track, der sich anschickt, uns in andere Sphären zu transportieren. Mit hallenden Gesängen und einem verspielt, energiereichen Beat ist Linked der Bereiter des Sommers und zeigt sich so facettenreich, wie frisch. Noch ist nicht sicher, ob Linked als Teil einer weiteren Compilation erscheinen wird, oder gar Vorbote eines neuen Albums sein wird. Fest steht bisher nur, dass uns Bonobo dieses Jahr auf dem MELT Festival mit einem Auftritt umhauen wird – dieses findet vom 19. bis 21. Juli in Gräfenhainichen statt.

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Bat For Lashes - Kids In The Dark

Bat For Lashes – Mystisch und in Trance

Seit jeher gilt Natasha Khan alias Bat For Lashes, als ganz große Sängerin des Indie- und Dream-Pops. Mit ihren Alben Fur And Gold (2006), Two Suns (2009) und The Haunted Man (2012) hatte sie so wunderbare Songs, wie DanielLaura oder In God’s House, Bat For Lashes begeistert immer wieder mit ihrer klaren Stimme, einem dunklen Sound und mysteriösen Beats. Nachdem sich ihr 2015er Album The Bride etwas von diesem Sound wegbewegte, ist sie nun mit voller Kraft und der neuen Single Kids In The Dark zurück. Laut Kahn ist es ein Sound, der eine Hommage an Los Angeles darstellt, und die Zeit zelebriert, ein Kind der 80er Jahre und von Filmen beeinflusst worden zu sein, die einen berührten und veränderten. Das dazugehörige Album Lost Girls ist dabei als ein Album voller Romanzen zu sehen. Es wird am 6. September erscheinen und insgesamt zehn Songs beinhalten. Mit Kids In The Dark lässt sich Kahn ein weiteres Mal auf den wohltuenden Sound als Klangwolke ein, der uns Hörer umschließt und ähnlich kräftig – wie bei ihrem Berlin-Konzert im Huxley’s Neue Welt (2012) – in ihren Bann zieht. Mit einer Ausstrahlung weit größer als so einige Weltstars ist Bat For Lashes mit einer wunderbaren neuen Single zurück.

Go Go Berlin - Love Me

Go Go Berlin – Mystisch und Groß

Mit brachialem Einfühlungsvermögen beeindruckt uns die dänische Band Go Go Berlin nun auf ihrer neuesten Single Love Me. Denn hier lassen sie nicht nur einem ganz starken Gefühl viel Raum, sondern bringen genau dieses Gefühl – nach einer gescheiterten Liebesbeziehung in einer Art Vakuum zu leben – in ein Soundgerüst unter. Dabei haben sich Go Go Berlin in den letzten Jahren eher weniger laut gezeigt, denn nach einer exzessiven Tour rund um die Welt im Jahr 2015 brach ein Gefühl in der Band aus, welches von Leere und Unsicherheit geprägt war – worauf sich die Band eine Pause verordnete. Diese währte drei Jahre und führte schließlich dazu, dass die Jungs um Frontsänger Christian Vium ihre Blockade lösten und in Spiellust umwandeln konnten. So gingen sie für das kommende, dritte Album, welches am 16. August 2019 erscheinen wird, nach Los Angeles und produzierten ein paar Songs, die von der Weite Kaliforniens geprägt sind. Auf Love Me kann man sich davon am besten überzeugen. Denn beginnt der Song mit einem hypnotisierenden Bassbeat und Viums melodischem Gesang, bricht er kurze Zeit später regelrecht auseinander und lässt den Song in eine großartige Rocknummer wechseln, dessen Sound und Gesang nun an Bands wie Muse oder den großartigen Chris Cornell erinnern. Schließlich geht Love Me nach circa drei Minuten Gitarrenfeuerwerk in eine hypnotisch, wabernde Soundwolke über, die mystisch, dunkel und schmerzerfüllt klingt. Go Go Berlin haben damit einen Song geschrieben, der schon jetzt das Zeug zum Klassiker hat.

Gorgon City feat. Kaskade & Roméo - Go Slow

Gorgon City feat. Kaskade & Roméo – Zwischen Radio und Club

Mit ihren Singles steht das britische Duo Gorgon City immer wieder ganz oben auf dem Treppchen der heißesten Housetracks in den Clubs weltweit. Dabei schaffen es Kye Gibbon und Matt Robson-Scott immer wieder sowohl im Radio, als auch auf den Tanzflächen der Clubs gespielt zu werden. Obendrein gehören sie, wie Disclosure und Rudimental zu den Bands bzw. Produzenten, die kontinuierlich neue Künstler supporten und damit eine Plattform bieten, die unterstützender kaum sein könnte. Auf ihrer brandneuen Single Go Slow haben sie dann auch mit dem Singer/Songwriter Roméo aus Los Angeles einen Künstler dabei, der bereits Songtexte für Rudimental geschrieben hat und seine eigene Musik gerade erst anfängt, zu produzieren. Mit Kaskade wiederum haben sich Gorgon City einen Act geangelt, der sieben mal mehr Fans hat, als das Produzenten-Duo selbst. Interessant hierbei ist, dass Kaskade in den USA als einer der größten Dance-DJs gehandelt wird,  doch auf dem europäischen Markt, bei Radiosendern eher unbekannt ist. Dies wird sich mit Go Slow nun ändern – verbindet der Song doch die sommerliche Weite der US-Amerikanischen Westküstenstaaten mit dem dunklen House-Sound der britischen Insel und wirkt durch Roméos Gesang darüber hinaus melodisch und immer auch poppig. Damit haben Gorgon City einen Song produziert, der auf dem Weg ist, der nächste große Hit des Duos zu werden.

MØME – In kleinen Schritten zu grandiosen Beats

Bereits mit den Songs Alive (2016) und When We Ride (2018) bewies der französische Produzent MØME, dass er die ganz großen Beats wie ein Leichtes aus den Ärmeln zaubert. So setzt Jérémy Souillart – der hinter MØME steckt – abermals auf die Unterstützung einer markanten Stimme und hat sie auf Sail Away beim kalifornischen Sänger Ricky Ducati gefunden. Dabei präsentiert sich der Tropical-House Song in einem tosend, stampfenden Sound, der sich thematisch um die dunkle Seite des Alltags dreht. Dabei steht der treibende Sound bewusst im Zwiespalt zu dem Text, der sich um das unterdrücken von Problemen kümmert, welche MØME in unserer heutigen Zeit als eine der größten Herausforderungen empfindet. Sind wir doch so aufgewachsen, dass wir uns nur an den positiven Erlebnissen festhalten und Negativen oftmals keinen Platz geben. Mit dieser Herangehensweise zeigt dann auch das Musikvideo zu Sail Away ganz bewusst, diese Kontraste. Ist Sail Away als Teil der im Dezember veröffentlichten EP Møment II erschienen, fügt MØME seiner Diskografie damit ein weiteres Puzzlestück hinzu, welches ein immer größeres Bild des, aus Nizza kommenden, Produzenten zeichnet.

Lo Moon – Sie nehmen Dich in den Arm

Wenn sich eine Band 2016 gegründet hat und bereits 2017 und 2018 – also keine zwei Jahre später – als Vorband von den Glass Animals, Phoenix und London Grammar durch die Welt tourt, kann man schon mal von einem Sensationsstart sprechen. Die aus Los Angeles kommende Band Lo Moon hat dies hinbekommen. Hatten sie bereits beim London Grammar Konzert im Berliner UFO als Vorband die Menge ins schwelgen gebracht, ist ihr selbstbetiteltes Debütalbum eine Ansammlung von schweren Songs, die ihren Platz dort haben, wo ein gebrochenes Herz zu finden ist. Mit sanfter Behäbigkeit singt Frontsänger Matt Lowell sich in die Herzen und baut mit Keyborderin Crisanta Baker und Gitarrist Samuel Stewart eine warme, Wolke aus Zweisamkeit und dem Gefühl, als würde man die Fingerspitzen über die warme Haut einer anderen Person gleiten lassen, nur um diese zu entdecken. Bei der Auswahl eines bestimmten Titels mag man sich eigentlich gar nicht festlegen, sind alle 10 Stücke doch gleichauf faszinierend und schwebt immer auch ein Hauch der 80er Jahre mit umher. Mit Tried To Make You My Own reizen sie den 80er-Sound noch ein Stück mehr aus und erinnern an manchen Stellen fast schon an Chris Isaaks Wicked Game. Sowohl live, als auch auf ihrem Debütalbum zeigt das US-Amerikanische Trio, warum es binnen kürzester Zeit so erfolgreich geworden ist. So lehnen wir uns zurück und lassen das Debüt Lo Moon gleich noch einmal von vorne abspielen.

Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Lange Stille endet

Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Und in der Tat ist es bereits sechs Jahre her, dass Orlando Tobias Edward Higginbottom alias Totally Enormous Extinct Dinosaurs sein Debütalbum Trouble veröffentlichte. Bereits damals seit Jahren auf Tour gab er unaufhörlich ein Konzert nach dem anderen und steigerte so seine Popularität enorm. Zurecht betitelte TEED damals das Album Trouble – ohne zu ahnen, was sich die kommende Jahre bei ihm einstellen würde. Denn bereits für die Arbeiten am zweiten Album setzte eine massive, kreative Blockade ein. Zeitgleich mit der Unzufriedenheit über die vertraglichen Schwierigkeiten zwischen ihm und den großen Plattenlabels, entschied er sich, erst wieder Musik zu machen, wenn sie auch ihm wieder Spaß machen würde. So zog er in das sonst so Einfluss nehmende London, nur um festzustellen, dass diese Stadt für ihn nichts bereit hielt. Darauf weiter nach Los Angeles gezogen, kamen TEED langsam aber allmählich erste Skizzen in den Kopf. Und so klingt seine erste Single seit vier Jahren dann auch anders, als das, was man bisher von ihm gewohnt war. Ruhig beginnend, ist Leave A Light On erst Ballade, um sich innerhalb der kommenden 4:18 Minuten zu einem wabernden, voluminösen und intensiven Pop-Song zu entwickeln, der einen Hauch von Weltraum versprüht und die 80er Jahre zurückholt. Hier bricht TEED aus der dunklen Vergangenheit der Blockade aus, spielt und singt sich frei und kommt imposanter zurück als wir es uns erhoffen konnten.

Mallrat – Durch den Supermarkt rauschen

Mallrat ist 19 Jahre alt und hat bereits mit den Singles Better und Uninvited für viel Furore gesorgt. Mit ihrem sonnig, leichten Elektropop begeistert die Australierin immer wieder und sorgt nun mit ihrer neuesten Single Groceries einmal mehr dafür, dass man sich wünscht, mit der Sängerin auf dem Supermarktparkplatz abzuhängen. Mit einer Gitarre beginnend, kommt auf Groceries Mallrats Gesang dazu und baut sich in den nächsten dreieinhalb Minuten zu einer positiven Indie-Pop-Hymne auf. Dabei schafft es Mallrat locker und unbeschwert zu klingen und wird in ihrem Heimatland gerade auch wegen ihres eigenwilligen Gesangsstils als rappende Sängerin gehandelt. Seit Jahren nur noch in ihre Musik vertieft, reiste sie bereits seit drei Jahren nicht mehr durch die Welt. Nun ist ihr nächster Schritt, nach Los Angeles zu ziehen, um ihre Musikkarriere voranzutreiben. Mit Uninvited, Better und Groceries im Gepäck dürfte ihr das nicht all zu schwer fallen. SOML ist bereits Fan und freut sich auf alles was kommen mag.

Foster The People – Ein Ohrwurm, der seine Zeit braucht

Mit Pumped Up Kicks hatte die amerikanische Band Foster The People 2010 gleich mit ihrer Debütsingle einen Welterfolg landen können. Mit eingängigen Beats und einem Songtext zum mitsingen, gelang es ihnen den Song in 23 Ländern in die Charts zu bringen – 13 Mal davon sogar in die Top-10. Nach ihrem zweiten Album Supermodel (2014) erschien letztes Jahr mit Sacred Heart Club ihr dritter Longplayer. Darauf enthalten ist die Single Sit Next To Me, die offiziell bereits am 13. Juli 2017 veröffentlicht wurde. Da der Song aber irgendwo zwischen Ed Sheerans Shape Of You und Luis Fonsis Despacito unterging, versucht das Trio aus Los Angeles nun erneut einen Anlauf. Ihr positiver Indie-Pop lässt sich auf Sit Next To Me perfekt mit der heutigen Geschwindigkeit der Jugend verknüpfen – was die Jungs wunderbar im dazugehörigen Musikvideo umsetzen. Hier haben sie ihre Fans nach Videobeiträgen für den Song gebeten- herausgekommen ist eine InstaStory, wie wir sie auf dem Social-Network täglich sehen. Schnell, charmant und euphorisch wechseln sich die unterschiedlichsten Posts ab und erwecken Sit Next To Me zum Leben. Allein das Musikvideo wäre schon Grund genug, beim zweiten Veröffentlichungsanlauf endlich Erfolg zu haben. Wir drücken ihnen dafür auf jeden Fall die Daumen.

Chris James – Keine Angst vor Pop

Pop hat heute einen recht negativen Beigeschmack. Zu oft gibt es lieblose Produktionen, die von „Stimmgebern“ präsentiert werden. Dass die Festplatten vieler Plattenfirmen voll mit vorproduzierten Songs sind, die nur darauf warten, einem neuen Sänger oder Sängerin übergestülpt zu werden, wird niemanden überraschen, doch ist gerade der Mut zum waschechten Pop oft lohnenswert. Dabei war sich der in Deutschland lebende Amerikaner Chris James lange gar nicht bewusst, was er wollte und reiste von Hilden, in Nordrhein-Westfalen, nach Los Angeles, Nashville, um schließlich – wieder zurück in Deutschland – nach Berlin zu ziehen. All diese Etappen beeinflussten James so sehr, dass er sich zwischen R&B, Songwriter und Pop für letzteres Schwergewicht entschied. Natürlich nicht, ohne auch ein bisschen von den anderen beiden Genres zu übernehmen. Auf seiner aktuellen Single I Know You Can Dance präsentiert James dann auch mit einer gewissen Kindsköpfigkeit seinen Song, der mit einem markanten Sound und dem wunderbar, rhythmischen Refrain direkt ins Ohr geht. Hier wird man an Songs à la Britney Spears‘ … Baby One More Time oder High School Musical erinnert. Mit schmissigen Gitarren und Breakbeats rechnet man jeden Moment damit, dass eine Baseball- und Cheerleadermannschaft um die Ecke kommt und eine Choreografie abliefert. I Know You Kan Dance ist ein Moment fernab von Stress, der einfach nur Spaß macht.