Nun ist es draußen, das Debütalbum der US-Amerikanischen Produzentin und DJ The Blessed Madonna. Dass es dazu gekommen ist, ist nicht selbstverständlich. Zwar ist The Blessed Madonna bereits seit mindestens zehn Jahren ein fester Bestandteil der elektronischen Szene, tritt auf Elektrofestivals auf und spielt in Boiler Room-Sessions, doch ein Album gab es von der Produzentin bisher noch keines. Dabei stand Marea Stamper schon einmal vor der Veröffentlichung eines Debütalbums. Godspeed ist zwar Stampers Debütalbum doch gleichzeitig ist es nicht wirklich ihr erstes. Denn bereits vor der Pandemie hatte sie eine ganze LP fertiggestellt, das Projekt dann aber komplett auf Eis gelegt, als die Pandemie ausbrach. Schneller Vorlauf ins Jahr 2021: Sie hatte keinen Plattenvertrag, ihr Vater war gestorben und die Zukunft war alles andere als sicher. Die Party schien vorbei zu sein. Aber anstatt aufzugeben, fing sie noch einmal von vorne an. Dieser Text steht gerade in ihrer Spotify-Bio und gibt einen Einblick in den Menschen Stamper. Denn zu dieser Zeit ist auch der – für Stamper, wie auch für Fred Again.. – so wichtige Songs Marea (We’ve Lost Dancing) entstanden. Mit diesen niederschmetternden Erfahrungen, stellt es die Worte, die Stamper auf dem Audio-Snippet zu Fred Again.. Sound sagte; We’ve lost. The hugs with friends and. And people that we loved. All thеse things that we took for granted (wе’ve lost dancing) in eine ganz neue Betrachtung. Wie geht man mit dem Verlust des Vaters um, mit dem Verlust eines Plattendeals, mit dem Verlust der Freiheit – die in der Pandemie für Viele zur Herausforderung wurde.

Stamper hat den Schritt nach vorne gewagt. So hat sie ihre bis 2021 fast fertige Platte zur Seite geschoben und neue Songs produziert, alte verändert und mit Godspeed am vergangenen Freitag ein Album veröffentlicht, das sich in vielerlei Hinsicht von der Dunkelheit der Vergangenheit loslöst. Godspeed ist eine Werksschau der US-Amerikanerin, das vor Lebensfreude nur so strotzt. Es ist ein Album mit vielen Beteiligten – neben hierzulande eher unbekannteren Acts, wie Mother Marygold, Ric Wilson oder Danielle Ponder sind auch große Namen, wie Joy Anonymous, A-Trak, James Vincent McMorrow, Jamie Principle oder Kylie Minogue mit dabei. Mit satten 24 Songs hat Stamper gleichzeitig auch ein Album herausgebracht, dass mit seinen 73 Minuten komplett gegen den aktuelle Trend der kurzen Songs und kurzen Alben geht. Als The Blessed Madonna hat uns Stamper mit Godspeed ein Album geschenkt, dass eine funkig, elektronische Ekstase in uns auslöst und ein absoluter Garant für eine großartige Party ist. Und dann steht da noch in der Spotify-Bio Das Album ist ein Werk der Liebe, eine Hommage an Stampers Wurzeln, die es zugleich für die Zukunft aktualisiert und das Zitat Stampers gleich hinterher; Gleicher Mist, neuer Soundtrack. Es beschreibt Stampers Sicht auf vieles und nimmt sich dabei nie zu ernst. Gleichzeitig dürfte ihr Album aber zu den wichtigsten dieses Jahres gehören und prägt damit eine Zeit, die zwischen Krisen und Aufbruch den Wunsch an das Positive verdeutlicht.