Echosmith - Favorite Sound

Echosmith – Die Weite ruft

Mit Cool Kids hatten Echosmith 2013 ihren ganz großen Wurf gelandet. Was folgte, war mit Bright eine zweite Single, ein Debütalbum und schließend immer wieder Ankündigungen, die sich nicht bewahrheiteten. So folgten zwar vier EP’s seit ihrem Durchbruch, ein zweites Album, welches 2017 veröffentlicht werden sollte, wurde immer wieder verschoben. Mittlerweile, zu einem Trio zusammengeschrumpft, haben Echosmith mit Favorite Sound einen ersten, neuen Song veröffentlicht, der zeigt, dass das Trio in eine gänzlich andere Richtung geht. Denn mit der Zusammenarbeit des Produzenten und DJ’s Audien, zeigen Echosmith, dass sie einen größeren Sound anstreben. Hier präsentieren die Geschwister sich modern, elektronisch und haben ihre folkige Musik abgestreift. Mit Favorite Sound läuten Echosmith eine neue Ära ein, die der Band hoffentlich den Erfolg zurückbringt, für den die US-Amerikaner so lange und hart gearbeitet haben. Mit der neuen Single, wird dies auf alle Fälle deutlich einfacher sein.

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Maya Lavelle - Dancing With A Bottle

Maya Lavelle – Musical trifft Pop

Die niederländische Sängerin Maya Lavelle ist weit mehr als nur eine Sängerin. Sie ist gleichzeitig Produzentin und Komponistin und hat ihren ganz eigenen Kopf. Das kann man auf ihrer aktuellen Single Dancing With A Bottle eindrucksvoll hören. Mit klassischen Elementen, wie einem dramatischen Klavierspiel, Violinen und ganz viel Eleganz klingt Dancing With A Bottle nach der musikalischen Untermalung eines 1920er Jahre Stummfilms, um gleichzeitig auch wie aus einem großartigen Musical zu kommen. Dabei bricht Lavelle innerhalb des Songs immer wieder mit den Tempi und wechselt wieder und wieder die Gesangsart – nur, um eine Exzentrik darzustellen, die ein eigenes Musical regelrecht voraussetzt. Auf Dancing With A Bottle besingt sie schließlich den Exzess. Einfach mal loszulassen und alle Hemmungen fallen zu lassen um der Langeweile zu entfliehen. Maya Lavelle ist mit diesem Musikstil alleine auf weiter Flur und dennoch erfolgreich im Mainstream unterwegs. An Künstlerinnen, wie Lana Del Rey, Caro Emerald oder Kate Bush erinnernd spielt Lavelle in ihrer ganz eigenen Genreblase und pumpt diese immer weiter auf – solange, bis ihr die Welt zu Füssen liegt. Und das dürfte nicht mehr all zu lange dauern – spätestens, wenn ihr Debütalbum Hobo im Juni erscheinen wird.

Caravan Palace - Miracle

Caravan Palace – Die Melodien kehren zurück

Für Schnellschüsse waren die Franzosen von Caravan Palace noch nie bekannt. Kam ihr Debütalbum Caravan Palace 2008 auf den Markt, dauerte es satte fünf Jahre, ehe mit Panic ihr zweites Album veröffentlicht wurde. Weitere drei Jahre später folgte mit <|°_°|> 2015 ihr drittes und bis heute erfolgreichstes Album. Hiermit konnten sie sich – nicht zuletzt durch den Erfolg der Single Lone Digger – sogar in den britischen Charts platzieren. Mit der Veröffentlichung des neuesten Songs Miracle beenden Caravan Palace, um Frontsängerin Zoé Colotis, nun abermals eine längere Pause von vier Jahren und zeigen, dass ihr Sound keinen Stillstand zulässt. So ist der vormals durch Elektroswing geprägte Sound einem verspielt, funkigen Elektropop gewichen, der an Songs wie Breathe von Télépopmusik erinnert. Dabei haben sich Caravan Palace für das Musikvideo etwas ganz besonderes ausgedacht. Mit der Produktionsfirma Double Ninja haben die Franzosen ein Musikvideo über die sexualisierte Darstellung von Frauen in den Medien und einem Aufzeig in umgekehrter Weise kreiert. Damit haben sie nicht nur dafür gesorgt, dass sie bei den Berlin Music Video Awards eine Nominierung erhielten, sondern gleichzeitig auch noch von Youtube als zu freizügig eingestuft wurden und man so das Musikvideo nur mit der Altersfreigabe Ü18 ansehen kann. Daneben ist Miracle ein verdammt guter Ohrwurm, der sich als sympathische Popnummer präsentiert, die unbeschwert und fröhlich klingt.

Jade Bird - Love Has All Been Done Before

Jade Bird – Rasierklingen scharfer Rocksound

Jade Bird ist mit ihren 21 Jahren, als Britin, durchaus schon viel rumgekommen. Hatte sie doch mit ihrem Vater, der beim Militär arbeitete, immer wieder Umzüge erlebt. Mal nach Deutschland, mal in die USA und dann wieder zurück nach England. So begann sie diese Einflüsse zu verarbeiten und schrieb an ihren ersten Songtexten. Mit 12 Gitarre gelernt, studierte sie mit 16 darstellende Künste an der BRIT School in Croydon. Nach einem fulminanten Einstand mit ihrer 2017 veröffentlichten EP Something American und ihrem kleinen Hit Lottery steht sie nun kurz davor, ihren großen Durchbruch zu feiern. Bereits von der VOGUE und dem Rolling Stone als eine der Künstlerinnen betitelt, auf die es ein Auge zu haben gilt, hat Bird mit ihrer aktuellen Single Love Has All Been Done Before ein wahres Brett abgeliefert. Mit Einflüssen aus Rock & Roll, Indie, Blues und Country klingt Love Has All Been Done Before nach einer frischen Courtney Love und zählt als Einflüsse von Avril Lavigne über Bruce Springsteen auch Dolly Parton zu ihrer bisherigen Singer/Songwriter-Laufbahn. Nun steht mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum Jade Bird die Veröffentlichung für kommenden Freitag kurz bevor und zeigt bereits die Schlagzahl der Interviews und Berichte, dass dieses Album wohl sehr weit oben in den britischen Charts einsteigen wird. Das alles wäre mehr als gerechtfertigt – gab es doch so eine Rockröhre, wie Jade Bird es ist, seit mindestens 15 Jahren nicht mehr im Mainstream zu hören.

Ten Tonnes - Lucy

Ten Tonnes – Musik der Generationen

Was haben George Ezra und Dan Auerbach von den Black Keys gemein?! Ten Tonnes! Denn hinter Ten Tonnes steckt der britische Musiker Ethan Barnett, der sich laut Radio Fritz anhört, wie der jüngere Bruder von George Ezra und bereits mit Dan Auerbach zusammen an Musik gearbeitet hat. Dass ist aber noch längst nicht alles, denn die Lobeshymnen eilen Ten Tonnes nur so voraus. Überschlagen sich in Großbritannien die Lobhudeleien bezüglich des aus Hertford kommenden Musikers, hat der 22-jährige Sänger auch einiges auf dem Kasten. Erscheint am 3. Mai sein Debütalbum Ten Tonnes veröffentlicht er nun mit Lucy einen Song, der für den Musiker vieles bedeutet. Denn begleitet den Briten Lucy bereits seit seiner Studienzeit – in der er mit dem Song auch auftrat und frenetischen Applaus erhielt – hat er ihn nun für das Album nochmal neu aufgenommen. Dabei klingt Lucy wie ein Hybrid aus Musik den 80ern, 2000ern und der britischen Indiepop-Musik, die heute auf der Insel vorrangig herrscht. Hier kommen Synthies, Gitarren, eine fantastische Hookline zusammen und erinnern irgendwie an The Kooks. So greift Ten Tonnes alle Register der Genrekunst und lässt Lucy zu einem satten Indieaufschrei werden. Wenn es auch nur einen Hauch einer Gefährdung eines fantastischen Indiesommers geben könnte, sollte man auf jeden Fall Ten Tonnes auflegen!

Middle Kids - Real Thing

Middle Kids – Wenn die Teenage-Zeit ein Song wäre

Die Middle Kids sind ambitioniert – waren sie schon immer. Bereits im Alter von 12 Jahren hatten Frontsängerin Hannah Joy im Sydney Opera House gespielt. War es damals noch als Teil eines Gewinnspiels – stand sie nun, zusammen mit ihren Bandkollegen Tim Fitz und Harry Day wieder auf der Bühne des Sydney Opera House und spielte Musik ihrer eigenen Band. Dabei handeln die Songs der drei Australier vom Erwachsenwerden. Von den Gefühlen, was es bedeutet in der heutigen Welt jugendlich zu sein, aufzuwachsen und sich damit auseinanderzusetzen. So gab ihnen ihr 2018er Debütalbum Lost Friends die Möglichkeit weiter, an diesen Themen zu arbeiten und kontinuierlich Musik zu veröffentlichen. Denn steht bereits für Mai dieses Jahres mit New Songs For Old Problems ein neues Album – im Miniformat – an. Miniformat deshalb, weil New Songs For Old Problems aus sechs neuen Songs besteht. Einer davon ist Real Thing, den die Middle Kids gerade als Single veröffentlicht haben. Hierauf begeben sich Middle Kids auf die Suche nach Bedeutung – so, wie sie jeder Jugendliche mindestens einmal durchlebt und sich selbst hinterfragt. Dabei sind Middle Kids eine Coming-Of-Age-Band der modernsten Form und lassen mit ihrem gitarrengespickten Sound ihrer direkten Wirkung freien Lauf. Real Thing ist Hymne und Melancholie, Aufbäumen und Niedergeschlagenheit und immer auch ein wenig Chaos – aber nie gezwungen oder unglaubwürdig. Damit haben Middle Kids das Potential eine der besten Bands ihrer Zeit zu werden.

Lea Porcelain – Bestreiten neue Wege

Mit einem düsteren industrial Elektrosound und den daraus entstandenen großartigen Hymnen, waren Lea Porcelain in den letzten Jahren zu einem Aushängeschild dieser Art von Musik für Deutschland geworden. Ob in Großbritannien oder den USA, überall stießen sie auf offene Ohren. Vor allem durch die Songs Out Is InWarsaw Street und dem Bruce Springsteen Cover Streets Of Philadelphia hatten sie beeindruckende Songs abgelegt. Nachdem ihr Debütalbum Hymns To The Night 2016 veröffentlicht wurde, tourten die beiden – mittlerweile in Berlin lebenden – Jungs ausgedehnt durch die Welt. Nun sind Lea Porcelain mit einem neuen Song zurück und zeigen, dass ihre Reise Spuren hinterlassen hat. Denn auf ihrem neuen Song I Am OK geht es, wie Sänger Markus Nikolaus in einem Interview mit dem US-Amerikanischen Radiosender KEXP beschreibt um eine Zeit im Leben eines Jeden, in der er den Glauben an sich selbst, an Jemanden oder an das Leben selbst verloren hat, doch muss er nur von Jemandem hören, dass eines Tages alles wieder in Ordnung sein wird. Egal was, mit Zeit und Geduld wird alles wieder in Ordnung sein. Und genau das hört man I Am OK auch an – ist nichts mehr geblieben vom großen elektronischen Gewand des Debütalbums und wurden Synthies durch eine Ukulele ersetzt. So wird I Am OK durch die Stimme Nikolaus‘ und einem präsenten Ukulelenspiel getragen und gibt eine ganz neue Richtung vor. Dabei klingen Lea Porcelain trotz ihres radikalen Soundwechsels authentisch und frisch. Und weisen uns mit I Am OK den Weg in den Frühling mit der Hoffnung, dass alles in Ordnung geht.

Tash Sultana – Weite und Wucht auf 3:14 Min.

Tash Sultana hat in den letzten zwei Jahren fast alles eingesammelt, was es zu sammeln gibt. Eine ausverkaufte Welttournee, ein Debütalbum, welches selbst das Feuilleton zum Teil – positiv – überforderte und ein stetes veröffentlichen von neuem Material. Nachdem mit Free Mind im August 2018 die letzte Single aus dem Album Flow State veröffentlicht wurde, ist Sultana gestern mit einem ersten neuen Song wieder zurück auf das internationale Parkett getreten – dafür brauchte Sultana gerade einmal acht Monate und lässt mit der abermals auf Welttournee-Niveau ausgedehnten Sommertour schon fast auf ein zweites Album hoffen. Doch bis dahin sollten wir uns erst einmal mit Can’t Buy Happiness vertraut machen, bei dem Sultana wieder mit den Gegensätzen spielt. Steht Sultana Anfangs nur mit ihrer Gitarre und ein paar verträumten Gitarrenriffs da, wandelt sich der Song zum letzten Drittel mit einem enormen Gitarrenspiel und Schlagzeug zu einer emotional ausufernden Aussage wie es nur Sultana auf so engem Raum schaffen kann. Zum Ende hin ebbt Can’t Buy Happiness schließlich fast schon erschöpft ab und lässt einem das Gefühl da, als hätte man Berge versetzt. Tash Sultana schafft es wie kaum ein anderer Künstler momentan Songs zu schreiben, die introvertiert und doch so ausufernd sind, dass man sich berührt und gleichzeitig aufgefordert sieht. Wenn das nicht eine gute Motivation ist, eines der Konzerte, die Sultana diesem Sommer spielt, zu besuchen!

Billie Eilish – Rolemodel Generation Z

Sie steht für die Generation Z, wie kaum eine andere Künstlerin aktuell. Billie Eilish ist mit ihren gerade einmal 17 Jahren der Inbegriff einer neuen Generation von Heranwachsenden geworden, die sowohl zu den Digital Natives gehören, als auch willensstark, fokussiert und laut ihre Vorstellungen von Werten verkünden. Dabei ist markant, dass sich die Werte meist um soziale Verantwortung, Nachhaltigkeit und ein Umweltbewusstsein auf globaler Ebene drehen. Mit den alten Konventionen brechen – das zeigt auch Eilish mit ihren Songs immer wieder. Seit sie im Oktober 2015 mit Ocean Eyes ihre Debütsingle veröffentlichte, sind nicht nur dreieinhalb Jahre vergangen, sondern auch eine Flut von 16 weiteren Songveröffentlichungen, darunter When the Party‘s Over. Erst am vergangenen Freitag wurde schließlich mit When We All Fall Asleep, Where Do We Go? ihr lang erwartetes Debütalbum veröffentlicht und zeichnet sich bereits jetzt ein weltweiter Hit ab. Daraus nun veröffentlicht, hat Eilish die Single Bad Guy, die mit einer Mischung aus Pop, Trap und einem extrem tanzbaren Beat einmal mehr die Kreativität der Sängerin unterstreicht. Gleichzeitig ist das dazugehörige Musikvideo so abgefahren und unterhaltsam, dass man Eilish nur zujubeln kann. Das Rolemodel der Generation Z zeigt uns dabei aber auch, dass wir Angst haben sollten – das allerdings nur im positivsten Sinne.

Dean Lewis – Wird sich der Erfolg wiederholen?

Mit Be Alright hatte der Australier Dean Lewis 2018 einen satten Welthit hingelegt. Konntet Ihr bereits im Herbst 2017 und im Winter 2018 hier bei SOML über Lewis und seine Songs etwas lesen, ist er mit Be Alright mittlerweile in 26 Ländern in die Charts eingestiegen und in 14 davon bis in die Top-10 gelangt. Nach diesem Erfolg wird es für jede Single danach schwer, den Erfolg zu wiederholen. Mit Stay Awake sieht dies allerdings völlig anders aus. Noch nicht ganz den Erfolg der vorherigen Single verdaut, steigt Stay Awake kontinuierlich die Charts hinauf. Dabei ist der folkige Song des Singer/Songwriters treibend, euphorisch und klingt anders, als es der Songtext aussagt. Denn während sich der Song selbst recht fröhlich und nach Guter-Laune anhört, besingt Lewis darin, wie er versucht an einer Person die er liebt festzuhalten, die im Begriff ist ihn zu verlassen. Dabei mischt er abermals ein Erfolgsrezept zusammen und lässt einen weiteren Hit auf die Welt los. Gelungen ist Lewis dies mit Stay Awake auf alle Fälle.