Maps – Die Klangwolke des James Kenneth Chapman

Als Maps 2007 mit We Can Create rauskam, gab es ein kleines Beben in den britischen Feuilletons. Hatte James Kenneth Chapman doch mit seinem Debütalbum als Maps für eine volle Platte Dreampop gesorgt, die es galt, aus den verstaubten Subgenre Shoegaze rauszuholen. Mit Künstlern wie M83, Beach House oder Lana Del Rey ist es Künstlern gelungen, in ihren ganz eigenen Feldern den Dreampop populär zu machen. Maps allerdings, war ein Wegbegleiter der Ausbreitung des neuen Dreampops in den 2000ern. Mit Lost My SoulDon’t FearIt Will Find You, You Don’t Know Her Name und To The Sky hatte Maps gleich fünf Songs als Single veröffentlicht und wurde sogar für das beste Album für einen Mercury Music Prize nominiert. Nun ist Chapman nach 6 Jahren der Stille mit der Single Just Reflecting zurück und begeistert mit einem großen Sound, wunderbaren Bildern und James Kenneth Chapmans Dabei klingt Just Reflecting fast schon nach einem Befreiungsschlag. Mit großer Instrumentierung und ausufernden Sounds ist Just Reflection damit presenter denn je und zeigt uns, wie groß Kenneth Chapman klingen kann.

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Zulu – Mit einem Mix aus Indie und Elektro nach oben

Da legen sich aber drei Jungs ins Zeug. Kennen wir von den Bandmitgliedern der Würzburger Band Zulu nur die Vornamen Max, Basti und Jannis und haben sie sich erst Weihnachten 2016 – und damit gerade einmal vor zwei Jahren-  gegründet scheint der Band Gemächlichkeit allerdings fremd zu sein. Denn haben Zulu doch nur 15 Monate nach ihrer Gründung mit Analogue Heart bereits ein Debütalbum auf den Markt gebracht, welches aus verspielten Elementen, Indie und einem aus Elektro basierendem Sound besteht. Hierbei sind die Singles Digital Brain und Neukölln ganz vorne mit dabei. Nun hat das Trio mit Science eine weitere Single aus ihrem Debütalbum veröffentlicht, welche ein astreiner Indiehit werden könnte. Hierbei baut sich Science mit einer an Roosevelt Songs erinnernden Hookline zu einem wahren Ohrwurm auf. Dabei ist Science von einer Leichtigkeit geprägt, die fast schon Desinteresse ausdrücken könnte, wenn nicht gleichzeitig eine gewisse Verschmitztheit rauszuhören wäre. Aktuell hat die noch junge Band erst 1.500 Follower bei Facebook und knapp 700 bei Instagram, doch mit einem kleinen Push und der richtigen Platzierung dürfte für Zulu die Zukunft vielversprechend aussehen.

Walking On Cars – Mit Synthies kommt der neue Sound

Sie sind für ihre Hymnen bekannt. Mit ihrem ersten Album Everything This Way und den daraus veröffentlichten sechs Singles wie Speeding Cars, Always Be With You oder Catch Me If You Can hatten Walking On Cars ein grandioses Debütalbum veröffentlicht. War es doch gespickt mit großartigen Rockhymnen, die für das Stadion gemacht schienen. Der Erfolg, der im Anschluss folgte, bestätigte dies schließlich. Dass dieser Erfolg nicht von großen Plattenbossen kam, zeigt die Geschichte der Band. Denn hier kann man sehen, dass sie ihre Musik bereits vor ihrem Plattenvertrag mit auffällig guten Musikvideos veröffentlichte und die Songs selbst in einer Detailtreue in ihrer Heimat Irland produzierten. So konnte man, bereits bevor sie zu Virgin EMI kamen, die meisten Songs in Form von Musikvideos im Netz finden. Dieses Jahr kommen Walking On Cars mit dem zweiten Album Colours zurück und haben mit Monster Ende letzten Jahres bereits eine erste Single veröffentlicht. Nun folgt mit Coldest Water die zweite Auskopplung und überrascht mit einem Sound, der deutlich elektronischer ist. Hier schafft es die Band um Frontsänger Patrick Sheehy Alternative, Pop und Elektropop so zusammenzubringen, dass daraus eine frische aber doch auch neue Farbe der Band zum Vorschein kommt. Mit Coldest Water zeigen Walking On Cars eine angenehm neue Seite, ohne ihren Fans der ersten Stunde zu viel zuzumuten.

Cassia – Lasst uns wie die Irren tanzen!

…denn die neue Single Small Spaces der – aus Macclesfield, nahe Manchester kommenden – Indie-Hoffnung Cassia lässt nichts anderes zu. Mit einem Mix aus Afro- und Skaklängen, welche die Band selbst als Calypso Afro-Rock bezeichnet, sowie einer an Beatenberg und Vampire Weekend erinnernden Leichtigkeit schaffen es Rob Ellis, Lou Cotterill und Jake Leff, die sich hinter Cassia verbergen, sich in die Herzen aller Indieliebhaber zu spielen. Auf ihrer neuesten Single liefern sich die Jungs ein wahres Feuerwerk an Gesangswechseln und sind daher alle drei auf Small Spaces zu hören. Mit der Unterstützung von BBC Introducing haben sie es binnen kürzester Zeit geschafft, sich auf der britischen Insel eine Fangemeinde von über 30.000 Menschen zu erarbeiten. Sie selbst beschreiben sich gerne mit den Worten Wir sind eine Band die sommerliche Musik in Manchester macht – so einfach kann es manchmal sein. Dabei drehen sich die Themen nicht immer nur um Sonnenschein. So singen sie beispielsweise auf der aktuellen Single über die Tristesse der Routine und den Wunsch aus der eigenen Realität auszubrechen. Das sind dann schon deutlich erwachsenere Themen, als es die leichte Musik vermuten ließe. Mit einem Album im Gepäck, kommen Cassia im Frühling auf Tour und machen auch in Deutschland für ein paar Konzerte Halt. Bis dahin genießen wir das sommerliche Small Spaces und tanzen mit unseren Beinen drauf los.

Palace – Wenn der Schmerz die Heilung bringt

Bereits vor zwei Jahren kamen die Single Break The Silence und das Debütalbum So Long Forever des britischen Trios Palace auf den Markt. Dieses beinhaltete dunkle Indie-Songs, die von Schmerz und Weite getragen wurden. Nun sind Frontsänger Leo Wyndham, Matt Hodges und Rupert Turnersie nach zweijährigem Touren und Song-schreibens zurück und bieten uns mit No Other eine würdevolle neue Single als Nachfolger des Sounds ihres Debütalbums. Dabei ist No Other thematisch der Übergang ihres 2016er Albums, welches sich um Schicksalsschläge und eine dunkle Vergangenheit drehte. Denn hier besingt Wyndham den spannenden Moment, als in seinen dunkelsten Momenten plötzlich eine Person in sein Leben trat, die ihn aus der ausweglosen Situation holte, in der Wyndham keine Hoffnung mehr hatte und sich beinahe verloren hätte. Diese Person entfachte in ihm eine neue Leidenschaft und das wunderbare Gefühl der Liebe. Musikalisch äußert sich dies in einem epischen Indie-Song, der sich oft zu verlieren scheint, nur um sich dann wieder selbst aufzufangen. Hier kommen die ganz großen Gefühle zum Ausdruck und zeigen die Band in all ihrer Kraft.

Krezip – Nach zehnjähriger Pause mit neuer Single zurück

Krezip – das war die unglaublich erfolgreiche niederländische Band, die sich 1997 gründete, als die meisten Bandmitglieder gerade einmal 15 oder 16 Jahre alt waren. Mit dem Song I Would Stay stürmten sie im Sommer 2000 die Charts  und hielten sich drei Wochen auf Platz 1 der niederländischen und neu Wochen auf Platz 1 der belgischen Singlecharts. Im selben Sommer, gab es den legendären Auftritt – der gerade einmal so volljährigen Band – auf dem niederländischen Pinkpop Festival, der die Newcomer zusätzlich pushte. Was dann folgte, ließt sich als absolute Erfolgsgeschichte. Mit dem Debütalbum Nothing Less standen sie zehn Wochen auf Platz 1 der Albumcharts ihres Heimatlandes, legten mit Days Like This (2002), What Are You Waiting For (2005), Plug It In (2007), einer Best Of Krezip Platte und dem finalen Album Sweet Goodbye einen Marathon in den Charts hin. Zwischen der Veröffentlichung ihres Debüts und der Auskopplung des letzten Albums waren sie kumuliert sage und schreibe fünf der zehn Jahre dauerhaft mit einem ihrer Alben in den Charts vertreten. Doch 2009 kam es zur Auflösung und der finalen Single Sweet Goodbye, die mit so viel Gefühl von einer Band erzählt, die sich glücklich trennt um neue Wege zu beschreiten und sich bei den Fans mit den wärmsten Worten bedankt. Für Fans, die der Band weiterhin die Treue geschworen hatten, waren die letzten Tage ein regelrechtes Feuerwerk. Führte anfangs die Änderung des Profilbildes in die Farbe Pink für Vermutungen und einer ersten Verbindung zu einem möglichen Pinkpop-Revival, folgte am Montag die Mitteilung, dass die Band einmalig auf dem Pinkpop Festival 2019 und Ende Oktober im Ziggo Dome in Amsterdam spielen wird. Gestern dann – nur einen Tag, nachdem sie die Bombe platzen ließen, folgte mit der Veröffentlichung einer neuen Single die nächste Bombe. Im Musikvideo zu Lost Without You greift die Band auf emotionale Momente ihrer Karriere zurück und verbindet diese mit einer wunderbaren Gitarrenballade, die gewohnt warm und herzlich klingt. Hinzu kommt mit Annelies Kuijsters auch wieder die zweite Stimme und mit Zeilen wie I’d be lost without you. You’re someone to fight for. Someone to die for. Oh look at us now. I’d be lost without you. You’re someone to care for. Someone to be there for. Oh look at us now ein Text, der sich sowohl als Liebesbeweis an die tiefe Freundschaft der Band lesen lässt, als auch die tiefe Verbundenheit zu ihren Fans aufzeigt. Mit Jacqueline Govaert, Annelies Kuijsters, Anne Govaert, Jan-Peter Hoekstra, Joost van Haaren und Bram von den Berg stehen sie in der Besetzung ihres Trennungsjahres 2009 als Krezip wieder im Rampenlicht und lassen und hoffen, dass eine weitere Bombe – in Form eines neuen Albums – noch platzen wird. Krezip, es ist toll euch zurückzuhaben!

Sofi Tukker & ZHU – Derbe Beats und schräger Sound

Sofi Tukker leben in ihrer ganz eigenen Welt. Sind die Songs von Sophie Hawley-Weld und Tucker Halpern wahnsinnige Partybanger, stehen sie vor allem für genreübergreifende Vielfalt und singen einige ihre Songs neben Englisch auch noch auf Portugiesisch. Ihr bis heute größter Hit ist Best Friend der nur so vor Lebensfreude und Energie zu explodieren scheint. Nach ihrem 2018er Debütalbum Treehouse haben Sofi Tukker nun mit Mi Rumba eine neue Single veröffentlicht, bei der sie mit dem US-Amerikanischen Produzenten ZHU zusammengearbeitet haben. Verlief der Entstehungsprozess unglaublich natürlich, fügt Sängerin Hawley-Weld hinzu, dass der dreckige und frivole Sound ganz bewusst gewählt wurde und den Song – durch die massiven Bassbeats – zu einer enorm wuchtigen Produktion machen. Sofi Tukker und ZHU sind ein Zusammenspiel, welches es gut zu koordinieren gilt, da beide Acts so viel Energie besitzen, dass man von so einem Song regelrecht weggefegt werden könnte.

HÆLOS – Spannendes zweites Album kommt

Mit ihrem Debütalbum Full Circle und Singles wie Separate Lives hatten HÆLOS 2016 alles richtig gemacht. Befriedigten sie doch mit einem vielschichtigen Sound aus TripHop, Ambient, Elektro und Pop die Kritiker und schafften es mit ihrem tiefen und dunklen Klang viele Fans zu gewinnen. Nun haben die Briten um Lotti Benardout mit Tokyo die erste Single aus ihrem zweiten Album Any Random Kindness veröffentlicht. Erscheint das Album Mitte Mai ist die Single Tokyo eine treibend, zerbrechliche Nummer, die durch viele einzelne Soundelemente zu einem spannenden Hybriden aus einer fernen Zukunft wird. Abermals schaffen es HÆLOS über alle Kanäle hinweg ein Netz aus kryptischen Botschaften zu weben und bleiben dabei dunkel und dystopisch. Klingt Tokyo einerseits, als würde ein Telefonat durch einen Störsender verzerrt werden, bauen die Beats und der Sound ein verrückt hektisches Klangbett auf und wirken dennoch irgendwie beruhigend und schläfrig. HÆLOS ist aktuell eine der spannendsten Bands und schafft es um sich herum eine geheimnisvolle Welt aus Musik und Botschaften aufzubauen.

Billie Eilish – Ein Traum von einem Song

Mit ihren Songs Bored und Lovely war die amerikanische Sängerin Billie Eilish bereits in den ersten beiden Staffeln des Netflix-Hits 13 Reasons Why – Tote Mädchen Lügen Nicht zu hören. Nun ist sie auch fernab des Supports durch Serien mit ihren Songs erfolgreich und ist dabei nicht einmal 18 Jahre alt. Dieser Tage ist es aber vor allem der Song When The Party’s Over der durch das Netz geistert. Ist er doch so fragil und emotional, dass man sich kaum das dazugehörige Musikvideo anschauen möchte. Hier sehen wir nämlich Eilish auf einem Stuhl sitzen und mit sich hadern, bis schließlich schwarze Tränen ihr Gesicht hinablaufen. Stimmlich und auch musikalisch erinnert When The Party’s Over dabei an Songs von Lana Del Rey und lässt ebenso Del Reys Melancholie aufleben. Für 2019 ist Eilishs Debütalbum angekündigt und lässt darauf hoffen, dass es noch weitere dieser Songs auf ihr erstes Album schaffen werden. Mit When The Party’s Over hat sie uns aber schon jetzt vollkommen in ihren Bann gezogen.

Circa Waves – Der dritte Streich

Hört man, dass sich eine Band 2013 gegründet hat, erwartet man noch nicht all zu viel. Vielleicht ein Album, vielleicht aber auch erst das harte hocharbeiten durch hunderte von Auftritten pro Jahr, um sich einen Namen zu machen. Schaut man sich die Circa Waves aus Liverpool an, stehen sie gerade vor der Veröffentlichung ihres dritten Studioalbums. Somit ist die Historie des britischen Quartetts also alles andere als gemächlich. Denn bereits mit ihrem Debütalbum Young Chasers und der Single T-Shirt Weather hatten Kieran Shudall, Sam Rourke, Colin Jones, Joe Falconer sowie der mittlerweile ausgestiegene Sian Plummer es geschafft, die Indieherzen europaweit zu erobern. Mit schnellen Gitarrenriffs, zappeligen Beats und eingängigem Gesang waren sie für so einige Ohrwürmer verantwortlich. Nun sind sie mit der ersten Singleauskopplung Movies ihres, Anfang April erscheinenden, dritten Studioalbums What’s It Like Over There? zurück und sorgen einmal mehr für einen satten Ohrwurm, der nur so vor Indiepower strotzt. Dabei bedienen sich die vier Jungs im Video bei kultigen Filmen wie Clockwork OrangeThelma & Louise oder Wayne’s World und lassen das Musikvideo amüsant Fahrt aufnehmen. Die Circa Waves liefern mit Movies das ab, was Fanherzen höher schlagen lässt, auch wenn sie bereits angekündigt haben, dass sich ihr drittes Album etwas weiter weg, von der Indiemusik bewegen wird. Wir dürfen also gespannt sein und lassen uns von der neuen Platte der Circa Waves gerne überraschen.