Etwas mehr als 130 Jahre ist es her, dass in Pennsylvania der Valley Forge National Historical Park gegründet wurde. Hervorgegangen aus ehemaligen Winterlagern der Kontinentalarmee im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg beherbergt er heute den kleinen Berg Mt. Joy. Dass diese Info den Weg zu uns gefunden hat, haben wir der fünfköpfigen Folk-Band Mt. Joy zu verdanken, die sich nach diesem Berg benannt hat und äußerst erfolgreich ist. Dabei ist der Erfolg nicht in unzähligen Nummer 1 Hits oder Alben zu messen, sondern vielmehr anhand ihres kreativen Outputs und der immer größer werdenden Fangemeinschaft. Hat sich die Band erst 2016 begründet, ging ihre Musik direkt durch die Decke. So unterzeichneten Frontsänger Matt Quinn, Gitarrist Sam Cooper, Schlagzeuger Sotiris Eliopoulos, Keyboarderin Jackie Miclau und Bassist Michael Byrnes 2017 bei Dualtone Records ihren ersten Plattenvertrag und veröffentlichten bereits ein Jahr später 2018 mit Mt. Joy ihr Debütalbum. 2020 folgte mit Rearrange Us das zweite Album und 2022 mit Orange Blood ihr dritter Longplayer. Nun stehen Mt. Joy mit Hope We Have Fun vor der Veröffentlichung ihres vierten Studioalbums und haben mit Lucy die fünfte und letzte Single vor der Veröffentlichung des vierten Albums am 30. Mai 2025 herausgebracht. Der Erfolg der Band basiert hier auf einem stetig wachsenden Publikum an Fans, das sich das Quintett in den vergangenen neun Jahren hart erarbeitet und auf unzähligen Touren weltweit begeistert hat. Ihre letzte Tour brachte es insgesamt auf über 70 Konzerte, die sie vor allem durch Nordamerika und Europa führte und sie insgesamt mehr als 180.000 Tickets verkauften. Das Geheimnis der Band ist ein direkter und authentischer Folk-Sound, der sich ohne viele Spielereien an uns richtet.

Auf Lucy geht es wiederum um den Umstand der persönlichen Stärke und Schicksalsschlägen, die einen aus der Bahn werfen können. Denn während die Band 2024 mit einer ausverkauften Madison Square Garden Show einen neuen Höhepunkt erreicht hatten, erhielt eine Person aus dem Bandumfeld die Diagnose einen Gehirntumor zu haben, bei dem unklar war, wie weit fortgeschritten er bereits war und ob es eine Möglichkeit gäbe, dagegen anzukämpfen. In dieser Zeit kamen schlagartig viele nur allzu menschliche Unsicherheiten auf. Frontsänger Quinn sagt über den Song; von den unbesiegbaren Höhen dieses Märchens, das wir in dieser Band zum Glück erleben dürfen, bis hin zur Realität, wie zerbrechlich alles plötzlich sein kann – das war tieftraurig. Aber gleichzeitig war ich sofort inspiriert von der Vorstellung, dass jemand sein Leben furchtlos lebt, obwohl die Chancen gegen ihn stehen. Ich fand mit „Lucy“ ein Pseudonym und machte mich daran, ein Lied als Tribut zu schreiben. Und während die anderen vier bisher veröffentlichten Songs eine rockig offene Indie-Stimmung verbreiten, kommt Lucy mit einer folkigen Bescheidenheit daher, die sich nach einem Weg anfühlt, den man nur ganz alleine gehen kann. Einen Schritt nach dem anderen, bei dem man mit sich selbst ausmacht, ob der Weg nach links besser als der nach rechts ist. Aber was das Leben gelehrt hat ist, dass Lucy ein Bad Ass ist und recht hat – so besingt es zumindest Quinn im Song. Lucy ist eine Ode an den Lebenswillen, die Stärke und den Drang nicht aufgeben zu wollen. Dabei ist der Song einfühlsam, kräftig und bedächtig zugleich, er lässt uns treiben, fliegen, setzt uns wieder auf dem Boden der Tatsachen ab und ist dadurch am Ende unglaublich emotional. Mt. Joy sprechen uns direkt an, sie klingen authentisch und sind uns damit so nahe, als würden wir abends an einem Tisch zusammen mit Familie und Freunden sitzen und von einer Nachricht erfahren, die alles ändern sollte.