Was sich ein wenig makaber anhört, entspricht so aber fast der Realität. Sicher, macht man sich in solchen Momenten, in denen sich Frontsänger Kieran Shudall Anfang 2023 befand, wenig Gedanken um ein neues Album – sollte man vielleicht zumindest. Doch gleichzeitig hat Shudall eine verstopfte Arterie und eine daraus resultierende Not-Operation bewusst werden lassen, was er möchte und vor allem, as er noch sagen will. So ist das sechste Studioalbum Death & Love Pt.1 entstanden, das am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde. Darauf enthalten sind neun schnelle Indiesongs, die das Zepter dieses Genre ganz weit oben halten. Mit hektischen Gitarren, lauten Drums und Shudalls Gesang findet man sich unweigerlich in der Zeit um Mitte der 2000er wieder, als Franz Ferdinand, die Arctic Monkeys, The Kooks, Caesars oder Phantom Planet allesamt das Genre zum kochen brachten.

Heute ist Indie zwar nicht tot, kann man das Genre aber sicherlich keine prominente oder tragende Rolle in der aktuellen Poplandschaft zurechnen. Mit einer regelrechten Euphorie hatte sich Shudall aus dem Krankenhaus zurück an die Arbeit gemacht und Songs geschrieben, als wäre es das Debütalbum. Ich dachte, ich könnte sterben, bevor ich diese Platte mache. Aber dann tat ich es nicht und ich konnte ein Album mit Musik machen, die ich liebte. In gewisser Weise waren die Fesseln gelöst, weil ich eine neu entdeckte Freude und Begeisterung am Leben hatte, so Shudall. Die aktuellste Singleauskopplung Let’s Leave Together ist dann auch ein absoluter Ohrwurm, der so vom Debütalbum Tourist History der britischen Indielegenden Two Door Cinema Club hätte kommen können. Mit hellen Synthies, Gitarren und einem enorm eingängigen Gesang lassen uns Circa Waves an die Hochzeit der Indiepartys denken und machen Lust auf genau diese. Mit Let’s Leave Together tanzt man sich schnell in eine absolute Euphorie, als wäre es die letzte Gelegenheit, zu Indie tanzen zu können.