The Fratellis - Action Replay

The Fratellis – Indie weicht dem Dreampop

Das kam unverhofft. Konntet ihr hier Ende Februar 2020 noch davon lesen, dass The Fratellis mit Six Days In June eine neue Single veröffentlichten, die sich an dem alten Sound der Indie-Helden anschließt, kündigten sie damals auch ihr sechstes Album Half Drunk Under A Full Moon für den 8. Mai an. Doch das war alles noch vor der Pandemie, die ab Anfang März das Geschehen beherrschen sollte. So gaben die Schotten Im Frühjahr bekannt, dass sie ihre Tour und das Album auf 2021 verschieben würden. Nun – knapp ein Jahr später – stehen wir unverändert vor selbiger Situation und ist es immer noch nicht möglich, Konzerte zu spielen. Doch eines hat sich geändert – die Motivation von Bands und Acts, Musik unter einem neuen Hintergrund zu veröffentlichen. Nachdem das Album erst auf den Oktober 2020 verschoben wurde, soll es nun schließlich am 9. April erscheinen und hat mit Action Replay eine neue Single im Gepäck. Diese kann man als komplettes Gegenteil von Six Days In June werten, sind doch alle schnellen Gitarren verschwunden und klingt Jon Fratelli schwelgerischer denn je. Dabei schweift das Trio fast schon in den Dreampop ab und kommt mit der neuen Single den Songs von Beach House nahe.

The Fratellis
The Fratellis

Alle Songs auf dem neuen Album folgen einer Farbe, die sich Jon Fratellis als Konzept überlegt und mit denen er unterschiedliche Intensitäten während des Schreibprozesses erlebt hat. So wüsste er heute nicht, ob er diesen Weg des Schreibens noch einmal wählen würde. Mit Action Replay und dem dazugehörigen Musikvideo haben The Fratellis gleich auch eine Fortsetzung ihrer ersten Singleauskopplung des neuen Albums veröffentlicht und nochmals den britischen Schauspieler Rory J. Saper engagiert. Dieser ist aktuell in der dritten Staffel der Deutsch/Französischen Co-Produktion Find Me In Paris zu sehen. Mit ihrem fünften Studioalbum In Your Own Sweet Time (2018) haben es the Fratellis bis auf Platz 2 der schottischen und Platz 5 der britischen Albumcharts geschafft und können sich als Band glücklich schätzen, denn die Menschen möchten so gerne wieder auf Konzerte gehen und wir haben genau jetzt ein Album gemacht, dass genau zu dieser Stimmung passt. Als Band, die eine treue Fangemeinde hat, können wir uns glücklich schätzen, in dieser Lage zu sein, so die Band. Mit den beiden Singleauskopplungen Six Days In June und Action Replay haben The Fratellis zwei Songs veröffentlicht, die uns neugierig darauf machen, wie das Album mit den acht weiteren Songs sein wird. Action Replay ist dabei ein perfekter Vorbote, der uns die Ungeduld förmlich diktiert.

Kevin Morby - Sundowner

Kevin Morby – Auf den Spuren von Into The Wild

Es klingt alles so laid-back, was wir auf Kevin Morbys neuer Platte Sundowner zu hören bekommen. Da kommt das Gefühl auf, mit Emile Hirsch zusammen vor dem Bus aus dem Film Into The Wild zu sitzen und das ruhige Panorama der vor einem liegenden Steppe zu beobachten. Bei einem knisternden Lagerfeuer – das auch tagsüber vor sich hin brennt, um über die kühlen Tage zu kommen – gibt uns der US-Amerikanische Musiker, der in Texas geboren wurde und zwischenzeitlich in New York City lebte, ehe er sich in Los Angeles niederließ und schließlich vor drei Jahren zurück nach Kansas City zog, einen Ausschnitt aus seinem Leben. Dabei spielt der Tod auch immer eine Rolle, hat Morby doch in der Vergangenheit gleich mehrere Weggefährten und Freunde verloren. Sundowner erzeugt hierbei eine wunderbar warme und akustische Stimmung, die sich am Rock und Folk des Mittleren Westens orientiert. An den Songs für das Album arbeitet Morby bereits seit knapp drei Jahren und somit länger, als für die meisten Songs seines fünften Studioalbums Oh My God, das letztes Jahr erschien.

Kevin Morby
Kevin Morby

Nun ist am vergangenen Freitag die komplette Platte erschienen und begeistert mit einem organisch, knisternden Sound. Es ist der typische Aussteiger-Sound, dem Morby hier eine besondere Atmosphäre verleiht. Dabei sind die Songs des Singer/Songwriters nahe am Vibe von Künstlern, wie Angus & Julia Stone, lassen sich viel Zeit und geben den einzelnen Songs viel Raum, um sich zu entfalten. Oftmals erinnert Morbys Stimme an alte Bekannte, auf dessen Namen wir einfach nicht kommen wollen, bleibt sich aber immer auch treu und verfolgt die Erzähllinie seiner Geschichten, die sich um die Orte drehen, an denen er gelebt hat. Mit einer Ode an den Mittleren Westen und seine Heimatstadt Kansas City, in der er aufwuchs, hört man der gesamten Platte eine verschrobene Melancholie an, die sich zwischen den Gefühlen von Sehnsucht und Heimkehr bewegen. Sundowner ist ein Album, das für den Herbst und die Momente, wenn man sich unter einer warme Decke verkriecht, gemacht ist und mit ganz viel Wärme zu überzeugen weiß.

The Coronas - Light Me Up

The Coronas – Wenn ein Jahr die Veränderung bringt

Es ist eine verrückte Zeit für die irische Band The Coronas. Noch im Mai 2019 hatten sie mit Find The Water die erste Single ihres kommenden, sechsten Albums True Love Waits veröffentlicht. Dann gab die Band mitten in der Vorweihnachtszeit plötzlich die Trennung von Gitarristen Dave McPhillips bekannt – der sich auf eigenen Wunsch aus der Band zurückzog. Was zur Folge hatte, dass sich die Band neu strukturieren musste – wer übernimmt den Part McPhillips und wie wird sich das auf die Band auswirken? Im Januar veröffentlichte die – nun zu einem Trio zusammengeschrumpfte – Band mit Haunted schließlich die zweite Single. Plötzlich, nur sechs Wochen später, folgte der nächste Schock. Denn auch in Irland hatte die Pandemie so große Auswirkungen, dass die Band ihre Promotion-Tour für das kommende Album absagen musste – immerhin eine der größten in der Geschichte der Band, mit Gigs in den USA, Kanada, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und der Schweiz. Selbst ein eigenes Festival wurde für das Release-Wochenende unter dem Namen Nowhere We’d Rather Be angekündigt und sollte Acts, wie Tom Walker, Gabrielle Aplin, Hudson Taylor und natürlich The Coronas auf der Bühne performen sehen. Auch hier musste die Band den Fans leider mitteilen, dass das Festival nicht stattfinden wird und The Coronas nun ihr neues Studioalbum ohne große Promotion am kommenden Freitag veröffentlichen wird.

The Coronas

The Coronas

Doch The Coronas werden nicht müde – so hat die Band schließlich doch noch eine kreative Lösung für eine Promo-Tour gefunden und fährt ab kommenden Donnerstag bis einschließlich Montag mit einem Eiscremewagen durch das Land mit Stops in Cork, Limerick, Waterford, Galway, Kilkenny und Dublin. Dabei gibt es nicht nur Eiscreme, sondern auch das neue Album zu kaufen. Mit dieser Ankündigung haben der Sänger Danny O’Reilly, Drummer Conor Egan und Bassist Graham Knox gleichzeitig eine neue Version ihrer neuesten Single Light Me Up – veröffentlicht, welche die Band zusammen mit Cian, vom irischen Newcomer-Trio True Tides eingespielt hat. Dabei dürfte den irischen Konzertgängern das Trio True Tides – bestehend aus drei Brüdern – durch die Dubliner Konzerte von The Coronas bekannt sein, spielte die Band doch hier als Support. Mit dem emotionalen Light Me Up haben The Coronas nochmals und kurz vor dem Release des Albums eine Single veröffentlicht, die sich an die ganz großen Momente anschmiegt und einmal mehr zeigt, wie eindrucksvoll die Musik der Dubliner Band ist. Wird das Album True Love Waits an diesem Freitag in Irland veröffentlicht, müssen wir international noch eine Woche warten, bis es auch in anderen Ländern verfügbar sein wird. Bis dahin freuen wir uns über großartigen Rocksound, der schon fast zum Stadionrock gezählt werden kann.

Pohlmann - Glashaus

Pohlmann – …der werfe den ersten Stein

Es geht um die Frage unserer Zeit – wie stark können wir unser Verhalten und wie stark sollten wir unser Verhalten ändern. Das besingt Pohlmann auf seiner neuesten Veröffentlichung. Dabei klingt die Frage nach unserem Verhalten so banal – sind sich doch die meisten bewusst, dass wir in Zugzwang gekommen sind und endlich Taten folgen lassen müssen. Doch wie sieht dies aus? Wir alle kennen die Momente, die uns als Konsumenten den Spiegel vorhalten. Kaufe ich die Hähnchenbrust aus der nachhaltigen Aufzucht oder doch die Stallhaltung. Hole ich Obst und Gemüse frisch und einzeln oder kaufe ich es in der Plastikverpackung?! Am Ende weisen Preisunterschiede oftmals den Weg und halten uns den Spiegel unseres eigenen Anspruches vor. Denn dann zeigt sich, wie ernst wir es mit unseren Absichten meinen. Bequemlichkeit und Gewohnheit spielen hier eine große Rolle und bedeuten nicht, den Finger auf andere zu zeigen, sondern ganz nüchtern bei sich selbst zu beginnen. Von dieser Misere handelt auch Pohlmanns neue Single Glashaus, die gekonnt mit Sprichwörtern arbeitet und hinterfragt, wie konsistent mein Handeln ist. Dabei singt Pohlmann aus der Ich-Perspektive und hält keinen Vortrag. Mit der gewohnt lässigen Art und der ruhigen Stimme Pohlmanns, ordnet sich die Gitarre wunderbar zurückhaltend in den Song ein und lässt die losen Percussions den Takt angeben. Glashaus ist bereits die dritte Singleauskopplung aus seinem – für den 11. September angekündigten – neuen Album falschgoldrichtig. Schaut man sich die Single Besonnen an, wird klar, dass dieses Album einmal mehr sehr viel Tiefgang haben wird.

Angels & Airwaves - All That's Left Is Love

Angels & Airwaves – Was uns bleibt ist Liebe

Seit der Entstehung der Band im Jahr 2005 gab es Spekulationen über die Zugehörigkeit Tom DeLonges zu Blink-182, als auch zu Angels & Airwaves. War es ein Nebenprojekt während der Blink-182-Bandpause? Oder war es der Aufbau einer ganz neuen Band, die schon bald DeLonges Hauptband sein würde? 15 Jahre später wissen wir es und steht DeLonge mit bereits fünf Studioalben voll im Saft des Angels & Airwaves-Projektes. Bereits seit fünf Jahren von Blink-182 getrennt, zeigte sich, dass DeLonge eine andere Art des musikalischen Ausdrucks favorisierte. Mit introvertierten Sounds und ausufernden Arrangements sorgte DeLonge mit Angels & Airwaves schnell für ein würdiges Zurückkehren der ehemals prägnanten Blink-182-Stimme. Doch auch abseits dessen waren Angels & Airwaves von Beginn an auf etwas Größeres ausgelegt. Mit wechselnden Musikern und der Fokussierung auf andere Bereiche der Kunst – wie auf Film- und Grafikprojekte – umfasste die Band ein immer größer werdendes künstlerisches Feld. Erschien mit The Dream Walker das letzte Angels & Airwaves-Album 2014, hat die Band mittlerweile mit Rebell GirlKiss & Tell zwei Songs veröffentlicht, die nun durch All That’s Left Is Love ergänzt wird und die Vermutung über ein baldiges Erscheinen des sechsten Studioalbums vermuten lässt. Dabei klingt All That’s Left Is Love einmal mehr so mitreissend und nach Alternative Rock, dass wir uns mit der Stimme DeLonges sofort wieder wohlfühlen. Im Verlauf der vier Minuten baut sich All That’s Left Is Love zu einer großen Hymne auf, die der aktuellen Situation, in der wir alle stecken, Tribut zollt. Mit hoffnungsvollen Textzeilen, wie We have never been here before. To not love less, to love more oder We‘re locked inside our beds, but we Laugh at what is said, remember how it all begins A little smile from your friends. lassen Angels & Airwaves keinen Zweifel daran, dass diese Pandemie auch einen enormen Zuwachs an sozialem Zusammenhalt erkennen lassen hat. So kommentiert DeLonge den Song dann auch in einem Interview wie folgt: Freunde – wir alle sitzen gerade zu Hause fest und während wir die unglaublichen Ereignisse, die gerade weltweit geschehen, beobachten, konnten wir auch kleine leuchtende Sterne auf der ganzen Welt entdecken – die die positive Seite der Menschheit zeigen, die manchmal in unserem Alltag verloren gegangen sind. Darum geht es in dieser Band letztendlich seit dem ersten Tag – Hoffnung. Vor diesem Hintergrund haben wir beschlossen, unsere Gefühle in ein Lied zu lenken. Die gesamten Einnahmen von All That’s Left Is Love gehen dabei an eine Organisation, die – ähnlich wie die Archen in Deutschland – den Kindern in den USA eine warme Mahlzeit gibt, die diese durch Schulschließungen und die Armut der Eltern sonst nicht erhalten hätten. Mit Songs wie diesen haben es Angels & Airwaves geschafft, zu einer der großartigsten Alternative-Bands der letzten 15 Jahre zu werden und zeigen einmal mehr, dass die gebündelte Kreativität so Einiges erreichen kann.

The Killers - Caution

The Killers – Als hätten sie es gewusst

Was für eine wunderbare Rückkehr der Alternative- und Indie-Rockband aus Las Vegas. The Killers sind zurück mit einer Hymne voller Pomp, Glamour und großartigen Gitarrenriffs. Dass Brandon Flowers noch nie ein Mann der leisen Worte war, wussten wir bereits seit Singles wie Mr. Brightside und Somebody Told Me. Doch erst durch ihre 2008er Single Human kam es in Deutschland zum absoluten Durchbruch. Von ihrem dazugehörigen Album Day & Age verkaufte die Band über drei Millionen Platten, doch danach wurde es unsteter bei den Jungs und veröffentlichten The Killers in den letzten zwölf Jahren mit Battle Born (2012) und Wonderful Wonderful (2017) gerade einmal zwei Alben. Nun sind The Killers mit Caution zurück und fegen uns regelrecht weg mit einem voluminösen Synthiesound, der durch einen ausufernden Einsatz des Schlagzeugs wieder zum typischen Bombastsong wird, den wir alle gewohnt sind und lieben. Vom Gefühl dürfte Caution sich bekannt anfühlen, legt der Song doch die gleiche Euphorie and den Tag, wie Human oder Mr. Brightside. Das dazugehörige Album Imploding The Mirage wird am 29. Mai veröffentlicht und überrascht mit einer erfrischend, hohen Anzahl an Gastmusikern. So sind, neben dem The War On Drugs-Produzenten Shawn Everett auch The War On Drugs-Frontsänger Adam Granduciel, k.d. lang, Fleetwood Mac-Gitarrist Lindsey Buckingham, sowie die New-Yorker-Indieband Lucius mit dabei und sorgen dafür, dass Imploding The Mirage eines der abwechslungsreichsten Alben der Bandgeschichte werden könnte. Mit Caution sorgen The Killers auf jeden Fall jetzt schon Mal dafür, dass wir die Tanzschuhe noch nicht all zu weit in den Schrank räumen werden. Und als hätten sie es gewusst, passt der Songtitel so treffend zur aktuellen Lage überall auf der Welt.

The Fratellis - Six Days In June

The Fratellis – Neues Album, neue Single

Man ist fast geneigt, zu sagen, dass die Fratellis endlich zurück sind. Doch trügt der Schein, denn eigentlich war die Band nie wirklich weg. Entgegen der Entwicklung in Deutschland, in dem die Band 2006 nur mit ihrem Debütalbum Costello Music in den Top-50 der Albumcharts landen konnte, haben es Jon, Barry und Mince Fratelli – ob einer dreijährigen Bandpause von 2009 bis 2012 – geschafft, fünf Alben zu veröffentlichen und damit zuletzt mit ihrem 2018er Album In Your Own Sweet Time auch wieder an den Erfolg ihrer ersten beiden Alben anknüpfen können und landeten auf Platz 5 der britischen Albumcharts. Nun haben The Fratellis mit Six Days In June eine erste neue Single veröffentlicht, die zum angekündigten sechsten Studioalbum Half Drunk Under a Full Moon gehört, welches die Band am 8. Mai 2020 veröffentlichen wird. Mit ihrem absoluten Überhit Chelsea Daggers der mittlerweile zum britischen Kulturgut gehört und im Laufe einer Nacht in jedem Pub mindestens einmal gesungen wird, haben sich die Jungs einen Platz an der Sonne des britischen Indies erarbeitet. So konnten sie sich auf den folgenden Alben ausprobieren und mit neuen Sounds arbeiten. Nun zeigen sich The Fratellis auf Six Days In June allerdings wieder in alter Stärke und veröffentlichen eine Single, die mit Trompeten, Gitarren und einem mitreißenden Beat wieder zum mitsingen einlädt. Damit werden The Fratellis hoffentlich auch wieder hierzulande deutlich öfter gespielt und begeistern mit einem bekannten und allseits beliebten Sound ihr Publikum.

The Strokes - At The Door

The Strokes – 7-Jährige Pause episch beendet

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer – die US-Amerikanische Band The Strokes hat mit At The Door vorgestern die erste Single nach sieben Jahren ohne neue Musik veröffentlicht. Sorgten die Strokes Anfang der 2000er mit großen Indie-Hits, wie Last NightSomeday oder 12:51 für volle Tanzflächen, werden diese Songs auch heute noch auf jeder Indie-Party gespielt. Während es für die Band in den Jahren nach ihrem großen Erfolg zunehmend schwerer wurde, sich im Indie-Bereich an der Spitze zu halten, schafften es viele Bands – vor allem aus Großbritannien – an die Oberfläche und ganz nach oben. Nun sind seit ihrem letzten Album Comedown Machine (2013) sieben Jahre vergangen, in denen die Band zwar noch Konzerte spielte, aber so gut wie keine neue Musik mehr veröffentlichte. Doch immer wieder streute die Band über die Jahre die Nachricht, dass die Jungs um Julian Casablancas an einem neuen Album arbeiten würden – nur, um es kurze Zeit später wieder zu dementieren. Doch mit der Veröffentlichung vom fast sechs-minütigen Song At The Door betreten die Strokes eine Welt, die sich irgendwo zwischen Retro-Futurismus à la Tron und Science-Fiction-Epos einordnet. Mit starken Synthies, einem gänzlichen Verzicht der Gitarre und deutlichen Referenzen an die Franzosen von Daft Punk ist At The Door nichts geringeres, als ein Epos, das melancholisch und in Slow-Motion an uns vorbeizieht. Dabei sehen wir im Musikvideo Zusammenschnitte aus dem Zeichentrickfilm Watership Down – Unten am Fluss mit seinen verstörenden Bildern. The Strokes haben für den 10. April 2020 endlich ihr sechstes Studioalbum The New Abnormal angekündigt, das von Rick Rubin produziert wurde. Mit At The Door als erste Single dürfen wir also gespannt sein, wie sich das neue Album in voller Länge anhören wird.

Boris Brejcha feat. Ginger - Happinezz

Boris Brejcha feat. Ginger – Mit High-Tech Minimal in den Jahreswechsel

Mit dunklen Beats, Houseelementen und einer mystisch-hallenden, weiblichen Computerstimme kriecht der Rheinland-Pfälzische DJ und Produzent Boris Brejcha mit seinem aktuellen Song Happinezz in die Köpfe der Leute. Dabei hat der – mittlerweile in Frankfurt am Main lebende – Produzent bereits fünf Alben veröffentlicht und macht seit 2006 professionell Musik. Sein Markenzeichen ist immer wieder die venezianische Maske, unter der er bei seinen Auftritten sein Gesicht verdeckt. Nun hat Brejcha für den 24. Januar 2020 sein neues Album Space Diver angekündigt und sorgt gleichzeitig mit der Auskopplung Happinezz für Furore. Diese schafft den Sprung von den Clubs und Tanzflächen der Stadt in die Radios des Landes und wird gleichzeitig zum Soundtrack des nahenden Jahreswechsels. Auf Happinezz holt sich der DJ die gesangliche Unterstützung seiner Freundin Ginger dazu und erzeugt einen dunklen, hypnotisierenden Song, der mit Retro-Soundschnipseln spielt und einmal gehört, nicht mehr aus den Kopf gehen möchte.

Fritz Kalkbrenner – Der König des Elektrosouls singt wieder

Er ist wieder da! Der Berliner DJ und Produzent Fritz Kalkbrenner hat mit Kings & Queens gerade seine erste Single aus dem kommenden, sechsten Album True Colours veröffentlicht, das im März 2020 erscheinen wird und ihn einmal mehr als König des Elektrosouls präsentieren wird. Bereits in der Vergangenheit hat sich der jüngere Bruder von Paul Kalkbrenner mit Songs wie Facing The SunRight In the Dark, Little By Little oder dem instrumentalen Track Lose eine hervorragende Diskografie aufgebaut. Dabei stand für Kalkbrenner immer die warme, soulige Stimme im Vordergrund, die durch verträumte Housebeats verfeinert wurde und ein Gefühl des Treiben lassens auslöste. Kings & Queens wirkt so entspannt und losgelöst, dass man sich die Botschaft dahinter kaum vorstellen kann. Doch Kalkbrenners Intention war es, ein gesellschaftliches Bewusstsein in schwierigen Zeiten zu wecken und dabei mit Sätzen, wie Könige und Königinnen der zerstörten Heimat, bauen einen Schutz aus Latten und Steinen. Verstecken sich darunter und finden trotz allem noch die Liebe aufhorchen zu lassen. In solch schwierigen Zeiten, wie wir sie heute erleben, ist es eine Art Schutzraum, den uns Kalkbrenner mit Kings & Queens hier geschaffen hat. Ein Schutzraum aus Wärme, Tiefe und Geborgenheit.