Sticky Fingers - Kick On

Sticky Fingers – Die, die den Schweiß auflecken

Wenn sich eine Band mit den Worten wenn The Clash, Pink Floyd und die Arctic Monkey drei Schweißperlen sind, die deinen Rücken hinablaufen, so sind es die Sticky Fingers, die sie auflecken vorstellt, kreiert das erst einmal ein recht schräges Bild von einer Band. Bei den aus Sydney kommenden Jungs von Sticky Fingers ist das zwar passend, allerdings nur ein Teil der Wahrheit. Denn mit ihrem Indie-Rock voller Energie schaffen die Sticky Fingers einen kleinen Kosmos um sich herum. Die aktuelle Single Sunsick Moon ist dabei das beste Beispiel. Hier zeigen sich die Jungs um Frontsänger Dylan Frost verträumt aber trotzdem laut. Damit haben sie einen Song produziert, der wunderbar in das Konzept ihres aktuellen Albums Yours To Keep passt, welches an einen 2016 verstorbenen Produzenten ihrer Alben erinnern soll. Erinnerung ist dabei ein ganz zentrales Thema, da die Australier sich auf ihrem aktuellen Album reflektieren und sowohl in Erinnerungen schwelgen – was unter anderem im Song Sunsick Moon stark zu hören ist – als auch eine Art Aufbruchstimmung transportieren. Waren die Sticky Fingers erst am vergangenen Wochenende in Berlin und konnte sie der ein oder andere nicht live sehen, können wir uns auf dem Album Yours To Keep von diesem wunderbaren Indiesound überzeugen lassen.

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The Kooks – Doppelsingle zum 5. Album

Doppelsingles scheinen aktuell stark in Mode zu sein. Nicht anders ist es zu erklären, dass Honne, Snow Patrol oder nun auch The Kooks gleich zwei Singles veröffentlichen, um ein neues Album anzukündigen. Ihr fünftes Studioalbum hört auf den Namen Let‘s Go Sunshine und ist für Ende August angekündigt. Mit den beiden Singles No Pressure und All The Time haben The Kooks um Frontsänger Luke Pritchard zwei äußerst unterschiedliche Singles veröffentlicht. Klingt No Pressure noch typisch nach The Kooks, ist es gerade die Single All The Time, die überrascht. Denn hier haben The Kooks einen Song produziert, der sich an großen Künstlern wie Kansas und Arctic Monkeys orientiert. Nicht von ungefähr kommentieren viele YouTube-Nutzer, dass sie sich an den Song Dust In The Wind erinnert fühlen. Musikalisch auch mit im Rennen, ist ein rauerer Klang, der Pritchards Stimme verfremdet und damit den bekannten Kooks-Sound verlässt. Dabei gehen sie einen Tanz mit Pop und Rock ein und liefern einen Refrain ab, der im Ohr bleibt. Nach dem Album Listen haben The Kooks entschieden, tanzbarer zu werden und beweisen auf den ersten beiden Singles, das ihnen dies vorzüglich gelungen ist.

Ladytron – Sieben lange Jahre sind vorbei

Mit Destroy Everything You Touch hatte die Liverpooler Band Ladytron 2005 ihren bisher größten Hit gelandet. So wurde der Song zur Hymne einer ganzen Generation und ist auch heute noch ein Garant für jede Indiedisco. Nach einer fünfjährigen Bandpause sind Ladytron nun endlich mit neuem Material zurück und wirken kein bisschen langweilig. Mit ihrem gewohnt synthielastigen Sound klingen Ladytron auf The Animal dunkel, bekannt und mystisch. Ihr dazugehöriges, sechstes Studioalbum wird, anders als alle bisherigen, das erste Album der Band sein, welches sie ohne Plattenlabel und somit unter Eigenregie veröffentlichen werden. Mit Jim Abbiss haben sie sich zusätzlich einen alten Bekannten ins Boot geholt, der ihre Songs nicht nur kennt und daher produziert, sondern vielmehr auch den Sound Ladytrons versteht wie kein anderer, wie Frontsängerin Helen Marnie erklärt. dabei hat Abbiss bereits Songs für Bands wie die Arctic Monkeys, Kasabian oder Adele produziert. Auf The Animal geht es rasant zurück in die New-Wave Zeit der 80er Jahre und ist der Song mit seinem morbiden Charme eine Novum. Ein Stern der New-Wave-Ära der 2000er ist damit zurück und begeistern auf ganzer Linie.

Childhood – Die Metamorphose

Childhood – Californian Light

Was ist da mit den Briten von Childhood passiert?! 2010 gegründet, hatten sie 2014 ihr Debütalbum Lacuna veröffentlicht, das mit Indiepop begeisterte. Nun kommen sie mit Album zwei – Universal High – um die Ecke und präsentieren einen verdammt souligen 70er Jahre Sound. Auf ihrer ersten Single Californian Light singt Frontsänger Ben Romans-Hopcraft mal mit Kopfstimme und erinnert an Pharell Williams, um dann im nächsten Moment sogar an Alex Turner von den Arctic Monkeys zu erinnern. Die Veränderung des Sounds, weg vom Indie – hin zum Soul, erklärt Romans-Hopcraft damit, dass er im Umfeld von Soul-, Pop- und Groove-Songs aufgewachsen sei und dieser Schritt als einzig logischer erschien. Californian Light passt perfekt zum Spaziergang am Strand oder um unbedarft durch Londons Häuserschluchten zu ziehen. Wir können somit also gespannt sein, wie sich das zweite Album, das am 21. Juli erscheinen wird, in voller Länge anhört.

The Last Shadow Puppets – britische Genialität kehrt zurück

The Last Shadow Puppets - Bad Habits

The Last Shadow Puppets – Bad Habits

Als sich 2007 Alex Turner, von den Arctic Monkeys und Miles Kane zusammentaten um Musik aufzunehmen, stand die Musikwelt Kopf. Waren diese beiden Musiker doch Ausnahmetalente und Vorzeigemusiker des Brit-Rocks. So schaffte es ihr Debütalbum ‚The Age Of The Understatement‘ bis auf Platz eins und der gleichnamige Titelsong bis in die Top10 der britischen Chart. Doch dann wurde es wieder still um das Projekt. Miles Kane veröffentlichte zwei Soloalben und Alex Turner kehrte fulminant mit den Arctic Monkeys zurück.
Nun, acht Jahre nach der Veröffentlichung von ‚The Age Of The Understatement‘, kehren The Last Shadow Puppets zurück und präsentieren mit ‚Bad Habits‘ ihren ersten Song aus dem kommenden zweiten Album. ‚Bad Habits‘ macht dort weiter, wo es vor acht Jahren für die Jungs aus Sheffield aufhörte. Da ertönen dunkle Beats, ein hallender Gesang, psychedelische Klänge und ganz viel Spielwut. ‚Bad Habits‘ will fordern und erreicht dies auch beim Hörer. Von 70er Jahre Rock inspiriert sind The Last Shadow Puppets damit offiziell zurück!

Die Klaxons machen sich’s im Brit-Indie-Himmel bequem

Als die Klaxons 2005 das Licht der britischen Musikwelt erblickten stürzten sich die hiesigen Medien auf sie und kührten sie zu Großbritanniens neuer (H)It-Band. Songs wie ‚Golden Skans‘ und ‚It’s Not Over Yet‘ MUSSTEN mindestens zweimal am Abend auf den europäischehn Indie-Tanzflächen gespielt werden. Nachdem das erste Album einschlug wie eine Bombe wechselten die Klaxons mit Ihrem 2010er Album ‚Surfing The Void‘ von James Ford, der auch Bands und Acts wie Arctic Monkeys, Beth Dito und Haim produzierte zu Ross Robinson. Robinson ist bekannt durch einen kräftigeren und härteren Sound, den er auch schon als Produzent von Alben für Korn, Limp Bizkit oder The Cure unter Beweis stellen konnte. Doch gerade dieser härtere Sound wollte nicht recht ankommen, war die Leadsingle ‚Echoes‘ noch überall zu hören gab es darüber hinaus so gut wie keine musikalischen Lebenszeichen mehr. Trotz überwiegend positiver Kritiken der Musikpresse konnten viele Fans wohl nicht mehr viel mit dem Sound anfangen.

Nun sind vier Jahre verstrichen und die Klaxons kommen mit dem, im Sommer erscheinenden, Album ‚Love Frequency‘ zurück. Und auch hier sind die vier Jungs wieder einen Schritt weitergegangen. Dieses mal allerdings in die Richtung des britischen Indiepops. Verheißungsvoll singen sie ‚There Is No Other Time‘ und klingen dabei genauso frisch wie leicht. Wir dürfen gespannt sein ob auch der Rest des Albums so locker aus dem Studio kommt.