Circa Waves - Move To San Francisco

Circa Waves – Schlag auf Schlag

Schaffte es der Song Movies noch bis in den Winter 2019/2020 hinein populär zu sein und durch die Blogs zu geistern, haben die Circa Waves mit Sad/Happy bereits ihr viertes Album veröffentlicht. Wenn man es genau nimmt, ist Sad/Happy sogar ein Doppelalbum, dessen erster Teil Happy am 10. Januar veröffentlicht wurde. Der zweite Teil Sad wird am 13. März folgen und zusammen schließlich als Doppelalbum veröffentlicht werden. Dabei dient die aktuelle Single Move To San Francisco als perfekter Teaser für ihren direkten Indiesound, der mit viel Gitarren und wildem Gesang die pure Freude ausstrahlt. Für Move To San Francisco haben sich die Circa Waves vom Instrument der Beatles beeinflussen lassen – dem Mellotron. Dazu kam noch der Drang nach einer Flucht und Pessimismus, der die Band nach San Francisco führte. Hier haben sie dann auch das passende Musikvideo aufgenommen und das ganze in einer Art Do It Yourself Manier zusammengeschnitten. Mit Move To San Francisco präsentiert sich die Band nur ein Jahre nach ihrem dritten Album What’s It Like Over There? in kreativer Höchstform und zeigt mit gleich zwei Alben, wie viel sie zu erzählen haben.

The Best Of 2019 Vol.: 01

01. Postiljonen – Chasing Stars

02. Big Wild – Maker

03. Girl In Red – We Fell In Love In October

04. Someone – Pull It Together

05. CamelPhat feat. Christopher feat. Jem Cooke – Breathe

06. Moonlight Breakfast – Look Up

07. Friendly Fires – Heaven Let Me In

08. Calvin Harris feat. Sam Smith – Promises

09. Adelphi Music Factory – Javelin (Calling Out Your Name)

10. Fil Bo Riva – Go Rilla

11. Chaka Khan – Hello Happiness

12. KIAN – Waiting

13. Circa Waves – Movies

14. Lana Del Rey – Hope Is A Dangerous Thing For A Woman Like Me To Have – But I Have It

15. Rhys Lewis – Better Than Today

16. William Fitzsimmons – Wait For Me

17. David Gray – A Tight Ship

18. MJ Cole & Freya Ridings – Waking Up

19. Smith & Thell feat. Swedish Jam Factory – Forgive Me Friend

20. Róisín Murphy – Plaything

21. Justice vs. Simian – We Are Your Friends

 

Circa Waves – Der dritte Streich

Hört man, dass sich eine Band 2013 gegründet hat, erwartet man noch nicht all zu viel. Vielleicht ein Album, vielleicht aber auch erst das harte hocharbeiten durch hunderte von Auftritten pro Jahr, um sich einen Namen zu machen. Schaut man sich die Circa Waves aus Liverpool an, stehen sie gerade vor der Veröffentlichung ihres dritten Studioalbums. Somit ist die Historie des britischen Quartetts also alles andere als gemächlich. Denn bereits mit ihrem Debütalbum Young Chasers und der Single T-Shirt Weather hatten Kieran Shudall, Sam Rourke, Colin Jones, Joe Falconer sowie der mittlerweile ausgestiegene Sian Plummer es geschafft, die Indieherzen europaweit zu erobern. Mit schnellen Gitarrenriffs, zappeligen Beats und eingängigem Gesang waren sie für so einige Ohrwürmer verantwortlich. Nun sind sie mit der ersten Singleauskopplung Movies ihres, Anfang April erscheinenden, dritten Studioalbums What’s It Like Over There? zurück und sorgen einmal mehr für einen satten Ohrwurm, der nur so vor Indiepower strotzt. Dabei bedienen sich die vier Jungs im Video bei kultigen Filmen wie Clockwork OrangeThelma & Louise oder Wayne’s World und lassen das Musikvideo amüsant Fahrt aufnehmen. Die Circa Waves liefern mit Movies das ab, was Fanherzen höher schlagen lässt, auch wenn sie bereits angekündigt haben, dass sich ihr drittes Album etwas weiter weg, von der Indiemusik bewegen wird. Wir dürfen also gespannt sein und lassen uns von der neuen Platte der Circa Waves gerne überraschen.

MELT! 2016 – Alles neu in Ferropolis – Tag 3

MELT! Festival 2016

MELT! Festival 2016

Tag drei auf dem MELT! Festival war von einem abgerockten Körper geprägt. Hatten die beiden Auftritte von Deichkind und Two Door Cinema Club doch ihre Spuren hinterlassen. Doch wie es sich für einen MELT!-Sonntag gehört, war dieser Tag eh etwas entspannter und sollte sich eher langsam steigern, als sofort in die Vollen zu gehen.

Kolumbianischer Wahnsinn

Erst um 19:30 ging es mit Bomba Estéreo auf der MELT! Stage los. Und was einem da unverhofft geboten wurde, war der perfekte Einstieg in den Abend. Hatte doch das kolumbianische Trio mit seinem – wie sie selbst beschreiben – Electro Tropical eine pumpende Beatshow abgeliefert. Hier animierte jeder einzelne Song zum tanzen und machte Lust auf die fernen, wilden Partys. Denn genau das bedeutet Bomba Estéreo im lateinamerikanischen Raum – Stereo Bombe. Damit werden in Kolumbien Partys betitelt, die so abgefahren sind, dass sie fast schon zu heftig sind. Wer einmal Songs wie Fuego, Pure Love, Solo tú, El Alma y el Cuerpo oder Somos Dos gehört hat, wird sich in die Band verlieben. Mischen Bomba Estéreo doch elektronische Elemente mit lateinamerikanischen Beats und Klängen. Liliana Saumets singt dabei mit einem verzückend, kantigen Akzent ihre spanischen Songs und erinnert stimmlich an die französiche Sängerin Soko. Am Ende blieb ein Eindruck von einer unglaublich stampfenden und von fern gekommenen Band, die mit überbordernder Energie durch ihre Konzert ging.

Mainstream vs. Underdogs

So könnte man die beiden nächsten Künstler beschreiben. Während Chvrches auf der MELT! Stage auftraten, machten sich nur 15 Minuten später die beiden Frankfurter von Lea Porcelain auf, anzufangen. Graben sich Chvrches heute mehr und mehr in die Kerbe des Nervpops, klingt Laura Mayberry immer öfter nach einer gepitschten Mickey Mouse Stimme. Für Fans des ersten Albums The Bones of What You Believe wird es so immer schwieriger etwas Gutes an der Band zu finden. So zog man enttäuscht von der MELT! Stage los, in die Orangerie und sah das Duo von Lea Porcelain und wie es sich gerade auf den Auftritt vorbereitete. Nebel – mehr brauchte es nicht um eine Atmosphäre zu erzeugen, die mystisch, eng und bedrückend wirkte. Standen doch im Nebel nur Frontsänger Markus Nikolaus und Produzent Julien Bracht, kamen aus dem Publikum immer wieder Bemerkungen von einer jungen Dame, mal die Gitarre ein wenig auszusteuern, mal den Ton etwas runterzudrehen. Doch ihrem Auftreten nach zu urteilen handelte es sich eher um die Managerin der Band als eine Tontechnikerin. Mit Songs wie Snowstorm aber vor allem Out Is In zeigte die noch junge Band, dass solche Musik auch aus Deutschland kommen kann. Erinnert der Sound doch eher an Joy Devision und ist vor allem Out Is In verstörend massiv und dunkel. Und genau so war auch ihre Show. Vibrierten die Fenster der Orangerie doch bei jedem zupfen der Gitarrensaiten. Das Farbspiel und die perfekt ausgeleuchteten Scheinwerfer trugen nicht minder dazu bei, dass sich der Auftritt von Lea Porcelain zu einem ganz besonderen Moment des MELT! Festivals entwickelte. Definitiv eine Band, bei der man wachsam sein sollte.

Deutsche Elektropioniere

Rüber auf die Medusa Stage, setzen Digitalism ein Ausrufezeichen. Konnten sie doch von Anfang an, die überfüllte Bühne in Stimmung bringen und mit Songs wie Pogo, Zdarlight, Circles, Wolves oder 2 Hearts die Masse in Ekstase versetzen. Denn hier wurde ausgelassen gefeiert. Da standen die Fans auf den Betonstüzen der Medusa-Überdachung, trugen sich Huckepack oder hoben bunt, leuchtende Regenschirme in die Höhe. Mit jedem Songhöhepunkt setzte auch ein Aufschrei der Menge ein und so schaukelte sich die Stimmung von einem zum anderen Song in eine Höhe, die so ausgelassen war, dass man Zeit, und die Absicht andere Bands zu sehen, völlig aus dem Auge verlor.

Englische Elektropioniere

Bevor es zum Endspurt des MELT! Festivals 2016 ging folgte tatsächlich noch eine Enttäuschung. Sollten doch die Briten von Circa Waves in der Orangerie um 23 Uhr auftreten, standen die Fans bis 23:25 Uhr vor verschlossenen Eingangstüren der Orangerie. Da um 23:30 Uhr allerdings als Abschluss die Brüder von Disclosure auf der MELT! Stage auftraten, musste man unverrichteter Dinge die Orangerie hinter sich lassen, wollte man Disclosure sehen. Und so ging es dann auch zu Disclosure in die erste Reihe mit ganz viel Farbe und Bewegung. Hatten Howard und Guy Lawrence doch zwei DJ-Inseln aufgebaut und standen sich stets gegenüber. Diese Position der Turn-Tables schien ihnen ein Gefühl des Wettkampfes zu geben. Battelten sie sich doch zwischendurch immer wieder. Hier wurde schnell klar, dass die Gebrüder Lawrence ganz genau wusste, wie sie das Publikum begeistern können. Da wurde mit White Noise ein wahres Hit-Feuerwerk eingeleitet, bei dem Songs wie Omen, You & Me, Bang That und Holding On zu einem wahren Clubgiggefühl avancierten. Als When A Fire Starts To Burn einsetzte, bekam man dann auch gezeigt, wie sich die beiden, als Spaß, gegenseitig die Textzeilen zuriefen. Zum Abschluss folgte mit Latch der Schlüsselsong bzw. größte Hit ihrer bisherigen Karriere. Das hier auf allen Rängen getanzt wurde, ist selbstredend. Und so vergingen anderthalb Stunden wie im Fluge und ließen keine Wünsche offen. Wurde doch auch für die Augen viel geboten. So war die Bühne während des gesamten Auftrittes bunt illuminiert und hielt immer wieder neue Farb- und Leuchtelemente parat. Disclousre legten hier einen wirklich perfekten Auftritt hin. Da war dann auch schnell wieder die Enttäuschung der Orangerie vergessen.

… Baby One More Time!

So näherte sich das MELT! Festival 2016 dem Ende und hatte nur noch, bis kurz nach zwei auf der Desperados Play It Loud! Area, 90er Jahre Musik zu bieten. Da vier der Bühnen zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen waren, stürmten die MELT! Besucher zu dem Stand um noch einen Moment der Party zu erhaschen und die Nacht zu verlängern. Doch als dann Securities gegen zehn nach zwei Uhr vorbeikamen, musste die Musik gänzlich ausgeschaltet werden. So hatte sich das MELT! Festival 2016 generalüberholt und wartete mit ganz vielen Neuerungen auf die Fans. Vom wirklich gelungenen Forest über die Block-Party bis hin zu den komplett neuen Bühnen war das Festivalfeeling 2016 noch entspannter als es eh schon war.

MELT! Festival 2016

MELT! Festival 2016

Wenn im nächsten Jahr der 20. Geburtstag des MELT! Festivals ansteht, darf man allerdings eine deutlich höhere Dichte an großen und bekannten Bands erwarten. So ist nach dem MELT! vor dem MELT! und alles wird auf null gestellt.